«Feindselig gehandelt»

Marokko ruft Botschafterin aus Berlin zurück

dpa

7.5.2021 - 13:28

25.01.2021, Berlin: Eine Fußgänger läuft über einer Brücke am Reichstag entlang. Foto: Dorothée Barth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Dorothée Barth)
Zwischen Marokko und der Bundesrepublik hat sich das diplomatische Wetter abgekühlt.
Symbolbild: KEYSTONE

Die Bundesrepublik Deutschland weigert sich, Marokkos Ansprüche auf die Westsahara anzuerkennen. Nun hat das Königreich mit einer diplomatischen Massnahme geantwortet, die Berlin überrascht.

dpa

7.5.2021 - 13:28

Marokko will aus Verärgerung über die deutsche Aussenpolitik seine Botschafterin in Berlin zu Konsultationen zurückrufen. Hintergrund ist unter anderem der Streit um die Westsahara, die Marokko für sich beansprucht.

«Die Bundesrepublik Deutschland hat wiederholt feindselig gegen die höheren Interessen des Königreichs Marokko gehandelt», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur MAP am Donnerstag aus einer Stellungnahme des Aussenministeriums, in der die Behörde den Schritt begründet hatte.

Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte überrascht auf den Schritt. Man sei nicht vorab darüber informiert worden und die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar, hiess es aus dem Ministerium. «Wir sind umso mehr überrascht von dieser Massnahme, als dass wir uns mit der marokkanischen Seite in konstruktiver Weise um die Beilegung der Krise bemühen», hiess es weiter. Man habe um eine Erklärung gebeten.

Der Gebietsanspruch Marokkos auf die südlich der Landesgrenze gelegene Westsahara wird international nicht anerkannt. Allerdings bestätigte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump im Dezember Marokkos Souveränität über die dünn besiedelte Region. Deutschland kritisierte diese Entscheidung und berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats dazu ein.

Das nordafrikanische Land ist dem MAP-Bericht zufolge ausserdem verstimmt, weil es nicht zur Berliner Libyen-Konferenz im Januar 2020 eingeladen wurde. Es sei unangemessen, Marokko von derlei Treffen auszuschliessen, hiess es. Das Land monierte demnach einen «Kampf gegen die regionale Rolle Marokkos» insbesondere im Libyen-Konflikt.

Marokkos Verärgerung ist nicht neu: Bereits im März hatte das Königreich ohne Vorwarnung die Beziehungen zur deutschen Botschaft und den mit ihr verbundenen Organisationen ausgesetzt. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte damals mit, Deutschland sehe «keinen Grund für eine Beeinträchtigung der guten diplomatischen Beziehungen zu Marokko».

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