Vatikan Gänswein hält Spekulationen über Papst-Emeritierung für sinnlos

SDA

28.2.2021 - 19:46

Papst Franziskus spricht sein Angelus-Gebet zu den Menschen auf dem Petersplatz. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Papst Franziskus spricht sein Angelus-Gebet zu den Menschen auf dem Petersplatz. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Keystone

Spekulationen über den Rücktritt eines Papstes sind aus Sicht von Georg Gänswein, dem Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., zwecklos. «Die Möglichkeit eines Rücktritts besteht seit dem Papsttum», sagte der 64-Jährige am Sonntag in der Sendung «Stanze Vaticane» (vatikanische Räume) im Fernsehsender Tgcom24. Prophezeiungen über Papst Franziskus oder andere zukünftige Päpste zu machen, ergebe keinen Sinn. Benedikt XVI. sei nach acht Jahren immer noch davon überzeugt, dass seine Entscheidung richtig war, ergänzte der Kurienerzbischof.

In einem Interview aus dem Jahr 2019, das kürzlich in der argentinischen Zeitung «La Nación» erschien, hatte Franziskus gesagt, seinen eigenen Tod entweder als Papst im Amt oder emeritiert und in Rom zu erwarten. Die Aussage hatte Diskussionen um einen möglichen Rücktritt des Argentiniers laut werden lassen, hiess es in einem Beitrag des TV-Senders Tgcom24.

Der als Joseph Ratzinger geborene Benedikt XVI. lebt seit seiner Emeritierung im Jahr 2013 im Kloster Mater Ecclesiae des Vatikans. Gesundheitlich gehe es dem 93-Jährigen für sein Alter gut, sagte Gänswein. «Er ist körperlich sehr zerbrechlich, aber Kopf und Geist sind sehr lebhaft», erzählte er weiter.

Ratzinger hatte den gebürtigen Schwarzwälder 2003 als Kardinal zu seinem persönlichen Sekretär ernannt und ihn nach seiner Wahl zum Papst zu seinem ersten Privatsekretär gemacht. Gänswein hatte an der Seite Ratzingers gearbeitet und ihn auf Reisen, bei Generalaudienzen und Treffen begleitet. Kurz vor seinem Rücktritt im Jahr 2013 hatte ihn Benedikt XVI. noch zum Präfekten des Päpstlichen Hauses ernannt. Diese Position verlor er im vergangenen Jahr unter Papst Franziskus – eine Entscheidung, die er als Bestrafung empfunden hatte, wie er im Dezember der Zeitschrift «Bunte» sagte.

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