Besuch des griechischen Aussenministers in Ankara endet mit Eklat

SDA

15.4.2021 - 19:50

Greek Foreign Minister Nikos Dendias, left, looks on, as Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu, right, gestures as he talks during a joint media statement following their meeting in Ankara, Turkey, Thursday, April 15, 2021. A meeting aimed to improve fraught ties between NATO allies Greece and Turkey quickly descended into a tense exchange of accusations between the two countries' foreign ministers during their media statements. Dendias accused Turkey of violating Greece's sovereign rights in the eastern Mediterranean and warned that Ankara would face European Union sanctions if the violations continue while Cavusoglu retorted back calling Dendias' words as
Der griechische Aussenminister Nikos Dendias (l) und sein türkischer Kollege Mevlut Cavusoglu, right (r) bei der Medienkonferenz.
AP Photo/Burhan Ozbilici/KEYSTONE

Der erste Besuch eines griechischen Aussenministers in der Türkei seit zwei Jahren hat in einem Eklat geendet. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag warfen sich Nikos Dendias und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu jeweils Fehlverhalten in zentralen Konflikten wie dem Erdgasstreit und der Migrationspolitik vor.

SDA

15.4.2021 - 19:50

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit Jahren angespannt. Die Regierung in Athen wirft dem Nachbarn etwa vor, in Gewässern der Ausschliesslichen Wirtschaftszone Griechenlands illegal nach Erdgas zu forschen. Ankara argumentiert, die erkundeten Zonen gehörten zum türkischen Festlandsockel und die Türkei habe ein Recht auf Ausbeutung der Bodenschätze. Der Konflikt brachte die beiden Länder im vergangenen Jahr an den Rand einer militärischen Auseinandersetzung, hatte sich zuletzt aber wieder entspannt.



Während beide Politiker zu Beginn der Konferenz noch eine positive und konstruktive Atmosphäre lobten, eskalierte das Gespräch schnell, nachdem Dendias die Türkei etwa ermahnte, keine «Fake-News» zu verbreiten. Cavusoglu, der Dendias zu Beginn noch seinen langjährigen Freund nannte, reagierte und sagte, er habe das Gespräch in einer freundlichen Atmosphäre stattfinden lassen wollen. «Aber in seiner Rede hat Niko Dendias leider äusserst inakzeptable Anschuldigungen gegenüber meinem Land geäussert.» Er warf Griechenland etwa vor, Menschen «ins Meer geworfen» zu haben. Das habe man nicht vor der Presse besprechen wollen, «aber Sie stellen sich hierher und beschuldigen die Türkei vor der Presse, um natürlich Ihrem Land eine Botschaft zu vermitteln. Das kann ich nicht akzeptieren», sagte der türkische Aussenminister.

Ankara wirft Griechenland immer wieder vor, Migranten in der Ägäis illegal zurück in türkische Gewässer zu drängen, um sie daran zu hindern, nach Griechenland zu gelangen. Athen quittierte Vorwürfe dieser Art immer wieder als «Fake-News».