Corona-Übersicht

Rekordhohe 10'128 Neuinfektionen innert 24 Stunden

Agenturen/red

5.11.2020

Tagesrekord und zum zweiten Mal in Folge vierstellig: Das BAG meldet 10'128 Neuansteckungen. Wegen der Corona-Pandemie sucht der Bund neue Unterkünfte für Asylsuchende. Unterdessen weitet das Tessin das Maskenobligatorium in den Schulen aus. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innert 24 Stunden über 10'000 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet. Auch die Zahl der Hospitalisierungen steigt weiter an.

Die 10'128 neu gemeldeten Fälle stellen einen Tagesrekord seit Beginn der Pandemie dar. Am Mittwoch hatte das BAG mit 10'073 Fällen erstmals eine fünfstellige Zahl von Neuinfektionen gemeldet. Am Dienstag waren es erst 6126 Fälle gewesen.

Weiter zugenommen hat auch die Zahl der Hospitalisierungen. So mussten neu 399 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung in ein Spital eingeliefert werden. Am Vortag waren es 247 gewesen. Zudem kam es zu 62 neuen Todesfälle (Vortag 73). Insgesamt sind bisher 2337 Menschen an der Covid-19-Erkrankung verstorben.

Tessin weitet Maskenobligatorium aus

Als Reaktion auf die Pandemie hat die Tessiner Regierung das Maskenobligatorium in den Schulen ausgeweitet: Ab dem kommenden Montag müssen auch Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I im Unterricht eine Schutzmaske tragen.

Eine IT-Panne im Labor der Universität Zürich hat dazu geführt, dass rund 400 positive Testresultate in den vergangenen Tagen nicht wie geplant den Behörden übermittelt wurden. Die Fallzahlen im Kanton Zürich mussten deshalb nachträglich nach oben korrigiert werden.

Auch Auslandschweizer sind in der Corona-Krise in Not geraten. Der Bund hat bisher weltweit 56 von ihnen Sozialhilfe geleistet. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte zu einer Meldung des «Blicks», dass rund 60'000 Franken für die Corona-Nothilfe an Auslandschweizer aufgewendet wurden.

Gründe für Corona-Nothilfe seien Stellenverlust, Lockdown, Geschäftsschliessungen oder ein derart vermindertes Einkommen, dass die Existenzsicherung nicht mehr gewährleistet gewesen sei.

Volle Asylunterkünfte

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf das Asylwesen. Der Bund sucht neue Unterkünfte für Asylsuchende. Um alle Hygiene- und Distanzregeln einzuhalten, wurde die Zahl der Plätze in den Bundesasylzentren halbiert.

Nun benötigt der Bund mehr Platz, denn die 2200 Plätze in den Bundeszentren sind zu über 90 Prozent belegt. Der Bund suche mit den Kantonen nach Lösungen, um zusätzliche Unterbringungskapazitäten zu schaffen, hiess es.

In der Schweizer Hotellerie hat sich der Trend der Sommermonate im September fortgesetzt: Die Hotels in den Städten sowie an international ausgerichteten Tourismusorten sind mit einem Nachfrageeinbruch konfrontiert. Andernorts wie etwa in Graubünden, im Tessin oder in der Ostschweiz wurden aber sogar mehr Gäste beherbergt als im Vorjahr.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch Frankreich meldet am Abend einen neuen Rekordwert mit über 58'000 Neuinfektionen.
  • Italien meldet mit mehr als 34'500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Höchstwert in der Corona-Pandemie.
  • Das BAG meldet 10'128 Neuinfektionen bei 38'727 Tests innert 24 Stunden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 26,2 Prozent. 
  • Die Swiss hat aufgrund der Corona-Pandemie in den ersten neun Monaten des Jahres einen Verlust von 414,7 Millionen Franken gemacht. 
  • Im Kanton Tessin sind am Montag 20 Coronavirus-Testergebnisse falsch an die Betroffenen übermittelt worden. Zehn negativ statt positiv und zehn positiv statt negativ.
  • Australien bestellt 40 Millionen Dosen Impfstoff von der US-Biotechfirma Novavax und zehn Millionen Dosen von der deutschen BioNTech und dem US-Partner Pfizer.

21.48 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Donnerstag

21.33 Uhr: Auch Estlands Regierung plant neue Einschränkungen

In Estland plant die Regierung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen neue Schutzmassnahmen. «Es wird mit Sicherheit bestimmte Einschränkungen geben», sagte Ministerpräsident Jüri Ratas bei der Regierungspressekonferenz in Tallinn. Demnach sollten auf jeden Fall die Teilnehmergrenzen für Veranstaltungen überprüft werden und besser keine Weihnachtsfeiern abgehalten werden. Auch werde die Regierung die mögliche Einführung einer Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr diskutieren, sagte Ratas. Erörtert werden sollen die Massnahmen in dieser und der kommenden Woche.

Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 5464 bestätigte Corona-Infektionen und 73 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Der Baltenstaat gehört nach Angaben der EU-Behörde ECDC trotz steigender Fallzahlen zu den aktuell am wenigsten betroffenen Ländern in Europa. Estland ist das einzige EU-Land, das auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung noch als «risikofrei» gilt.

21.02 Uhr: Nach positivem Corona-Test: Drehstopp für «Don't Worry, Darling» 

Die Dreharbeiten zu dem Psycho-Thriller «Don’t Worry, Darling» unter der Regie von Olivia Wilde sind wegen eines positiven Coronavirus-Tests am Set gestoppt worden. Das Studio New Line bestätigte einen Fall, machte aber keine Angaben zu der betroffenen Person, wie die US-Branchenblätter «Variety» und «Hollywood Reporter» berichteten. Die Dreharbeiten mit Stars wie Harry Styles («Dunkirk»), Florence Pugh («Little Women») und Chris Pine («Star Trek») waren im Oktober angelaufen.

Der Film spielt in einer abgelegen Wüstengemeinde im Kalifornien der 1950er Jahre. Schauspielerin Olivia Wilde («Her», «Rush - Alles für den Sieg»), die damit nach «Booksmart» (2019) zum zweiten Mal Regie führt, will auch in einer Nebenrolle auftreten.

Die Coronavirus-Pandemie hatte im März zunächst Dreharbeiten in Hollywood lahmgelegt. In den letzten Monaten sind aber viele Projekte mit Schutzauflagen und Abstandsregeln wieder angelaufen. Wegen positiver Tests wurden Projekte auch vorübergehend wieder gestoppt, darunter «Jurassic World: Dominion» und «The Batman» mit Robert Pattinson.

20.36 Uhr: Ernste Corona-Lage in Frankreich — mehr als 58'000 Neuinfektionen

In Frankreich ist die Corona-Lage weiterhin extrem angespannt - der Druck auf die Intensivstationen wächst. Mehr als 58'000 Personen hätten am Vortag ein positives Ergebnis auf einen Corona-Test erhalten, sagte der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon. Das ist ein neuer Spitzenwert in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern.

Innerhalb von 24 Stunden seien zuletzt ausserdem fast 450 Menschen auf Intensivstationen eingewiesen worden, sagte er weiter. «Einer von vier Patienten, die auf die Intensivstation kommen, wird die kommenden Wochen nicht überleben», sagte er. Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran entwickeln von 100 Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden, 90 keine oder nur leichte Symptome und müssen nicht ins Krankenhaus. Rund acht Prozent würden mit schweren Verläufen ins Krankenhaus kommen, zwei weitere Prozent landeten mit heftigen Verläufen auf der Intensivstation.

In Frankreich ist die Coronalage weiterhin sehr ernst.
In Frankreich ist die Coronalage weiterhin sehr ernst.
KEYSTONE/EPA/MOHAMMED BADRA (Symbolbild)

Ohne strenge Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen könnte die zweite Welle schwerer und länger sein als die erste, befürchtete der Gesundheitsminister. Er habe ausserdem in den letzten Tage viele Menschen sagen hören, dass Ausgangsbeschränkungen nicht nötig seien, wenn es mehr Intensivbetten gäbe. Die Einlieferung auf die Intensivstation sei aber alles andere als trivial — man könne nicht sicher sein, ob man dort wieder herauskomme.

Derzeit gebe es im Land ausserdem Verlegungen von Patientinnen und Patienten in weniger schwer getroffene Regionen. In den kommenden Tagen seien 200 weitere Verlegungen geplant. Die Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten des Landes sei am schlimmsten von der Epidemie betroffen, sagte Véran. In Frankreich gelten seit vergangenen Freitag strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen dürfen nur mit triftigem Grund vor die Tür, Gastronomie und Einzelhandel haben geschlossen.

19.58 Uhr: Beschränkungen in dänischer Region nach Corona-Mutation bei Nerzen

Aus Sorge vor einer Ausbreitung einer bei Nerzen aufgetretenen Mutation des Coronavirus erlässt die dänische Regierung weitreichende Beschränkungen in der Region Nordjütland. In sieben Kommunen wird der öffentliche Nahverkehr eingestellt, die knapp 280'000 Einwohner werden eindringlich aufgefordert, in ihrer jeweils eigenen Kommune zu bleiben. Schüler der fünften bis achten Klasse sollen ab Montag aus der Ferne unterrichtet werden, gleiches gilt für Studenten weiterführender Bildungseinrichtungen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstagabend bekanntgab.

Betroffen von den Beschränkungen sind die Kommunen Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø. Restaurants, Kneipen und andere Lokale müssen dort ab Samstag schliessen, dürfen aber Essen zum Mitnehmen anbieten. Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios werden ab Montag geschlossen.



Man könne von einem reellen Lockdown in Nordjütland sprechen, sagte Frederiksen. Dies sei notwendig, weil ein mutiertes Coronavirus das Risiko mit sich bringe, die Wirkung eines kommenden Impfstoffes zu beeinflussen. Alle Bürger in den betroffenen Kommunen werden aufgefordert, einen Corona-Test zu machen.

Frederiksen hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass das Virus bei dänischen Nerzen mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Deshalb werden nun alle Nerze im Land getötet — es handelt sich um mehrere Millionen Tiere, deren Fell unter anderem für Pelzmäntel verwendet werden. Dänemark ist der weltweit grösste Produzent von Nerzfellen. Im Land gibt es derzeit 1139 Zuchtfarmen und etwa 15 bis 17 Millionen Nerze, davon besonders viele in Nordjütland.

Bislang ist das mutierte Virus bei zwölf Menschen in Dänemark festgestellt worden, darunter elf aus Nordjütland. Der fachliche Direktor des dänischen Gesundheitsinstituts SSI, Kåre Mølbak, unterstrich, dass dieses Virus nicht gefährlicher als andere Coronaviren sei. Das Risiko bestehe aber darin, dass es widerstandsfähiger gegenüber Antikörpern sei.

19.29 Uhr: Neuer Werbespot des BAG mit Alain Berset: «Die Lage ist ernst»

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine neue Werbekampagne unter dem Hashtag #soschützenwiruns gestartet. Mit dabei: Gesundheitsminister Alain Berset, der in dem Clip warnt: «Die Lage ist ernst».

«Die Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt drastisch. Diese Krise überstehen wir nur, wenn wir zusammenhalten», schreibt das BAG auf Twitter.

19.23 Uhr: Proteste gegen mangelnden Corona-Schutz an Schulen in Frankreich

Aus Protest gegen die Corona-Massnahmen in Frankreich haben Gymnasiasten mehrere Schulen im Westen des Landes vorübergehend blockiert. Sie protestierten damit am Donnerstag nach eigenen Angaben gegen Überfüllung und den aus ihrer Sicht unzureichenden Schutz gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus.

In Nantes beteiligten sich nach Polizeiangaben mehrere hundert Schüler an einer Blockadeaktion und zündeten zum Teil Mülleimer an. Die Polizei nahm mindestens zwei Gymnasiasten vorläufig in Gewahrsam.

Die Schüler warfen den Behörden auf Instagram vor, «Schüler, Lehrer und ihr Umfeld in Gefahr zu bringen», da sich Abstandsregeln bei 2000 Schülern nicht einhalten liessen. In Saint-Nazaire und Tours gab es ähnliche Proteste mit mehreren Dutzend Teilnehmern.

In einem Gymnasium im nordfranzösischen Caen traten die Lehrer in Streik. Sie protestierten damit gegen das Gedränge in der Kantine, wo rund 1900 Schüler essen. Für den kommenden Dienstag hat die Lehrergewerkschaft SNES-FSU zu einem landesweiten Ausstand aufgerufen.

In Frankreich herrscht seit rund einer Woche ein weitgehender Lockdown. Anders als im Frühjahr bleiben die meisten Schulen aber geöffnet. Schüler ab sechs Jahren sollen eine Maske tragen, die Räume sollen regelmässig gelüftet werden.

19.01 Uhr: Griechischer Lockdown betrifft auch internationale Flugverbindungen

Von dem landesweiten Corona-Lockdown in Griechenland ab diesem Samstag sind auch internationale Flugverbindungen betroffen. Flüge dürfen zwar weiterhin wie geplant stattfinden, sofern die Fluggesellschaften sie nicht absagen. Allerdings müssen Einreisende von Montag an einen negativen Corona-Test vorzeigen, der nicht älter als 48 Stunden ist, wie die Regierung in Athen mitteilte.

Die Flughäfen im Land sollen demnach weiter operieren — bisher wurde nur der Flughafen der Hafenstadt Thessaloniki wegen der hohen Corona-Zahlen für Flüge von Privatpersonen gesperrt. Erlaubt sind dort bis auf Weiteres nur Transport- und Militärflüge.

Auch der Landweg nach Griechenland ist von den neuen Massnahmen betroffen: Ab kommendem Dienstag gilt für die Einreise über Landrouten die Pflicht eines negativen Corona-Tests, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Die griechische Regierung verfügte einen dreiwöchigen landesweiten Lockdown, der am Samstagmorgen um 6.00 Uhr in Kraft tritt. Alle Läden ausser Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften müssen schliessen. Ausserdem gilt von 21.00 bis 5.00 Uhr eine Ausgangssperre sowie überall Maskenpflicht.

18.32 Uhr: Vereinte Nationen berufen Sondergipfel zur Corona-Pandemie ein

Die Vereinten Nationen haben einen Sondergipfel zur Corona-Pandemie einberufen, um die internationale Zusammenarbeit in der Krise zu stärken. 150 der 193 UN-Mitgliedstaaten stimmten in New York für eine Resolution, welche Beratungen der Staats- und Regierungschefs am 3. und 4. Dezember vorsieht. Wegen der strengen Quarantäne-Vorschriften für Ausländer in New York soll der Gipfel teilweise virtuell stattfinden.

Bei der Abstimmung enthielten sich die Vertreter der USA, Israels und Armeniens. Nein-Stimmen gab es nicht.

Die Organisation eines Corona-Sondergipfels war bereits seit Juni diskutiert worden. Thema soll die internationale Zusammenarbeit in der Corona-Krise sein. Deutschland kritisierte die Ziele als «sehr vage». Grossbritannien forderte, auch Vertreter der Zivilgesellschaft an dem Gipfel zu beteiligen.

Laut der Resolution können die Staats- und Regierungschefs eine zuvor aufgezeichnete Botschaft einreichen, die nach einem Eingangsstatement ihres jeweiligen UN-Vertreters im Plenum der UN-Generalversammlung ausgestrahlt wird. Wegen der Corona-Pandemie müssen sich aus dem Ausland eingereiste Gäste in New York für 14 Tage in Quarantäne begeben — die physische Anwesenheit der Staats- und Regierungschefs gilt deshalb als unwahrscheinlich.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat die UN-Vollversammlung vier Resolutionen verabschiedet, in denen es unter anderem um die Gewährleistung des globalen Zugangs zu Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus ging. Der UN-Sicherheitsrat, das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen, verabschiedete seinerseits nur eine Resolution, in der eine Waffenruhe aufgrund der Corona-Pandemie in Konflikten weltweit gefordert wurde.

18.07 Uhr: Neuer Höchstwert an Neuinfektionen in Italien — knapp 450 Tote

In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie gestiegen. Die Gesundheitsbehörden registrierten am Donnerstag mehr als 34'500 neue Ansteckungen binnen 24 Stunden. Insgesamt zählten die Behörden in dem 60-Millionen-Einwohner-Land nun fast 825'000 Infektionen mit dem Virus.

Die Zahl der neuen Covid-19-Todesfälle kletterte ebenfalls deutlich auf 445 Opfer innerhalb eines Tages. Im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 starben damit in Italien nach offiziellen Angaben seit Februar fast 40 200 Menschen. Um die Viruswelle in den Griff zu bekommen, soll in Italien am Freitag eine nächtliche Ausgangssperre starten. Für mehrere Regionen Italiens hat die Regierung in Rom einen Teil-Lockdown angeordnet.

Medizinisches Personal in Schutzkleidung behandelt Patienten auf der Intensivstation des Krankenhaus San Filippo Neri. 
Medizinisches Personal in Schutzkleidung behandelt Patienten auf der Intensivstation des Krankenhaus San Filippo Neri. 
Alessandra Tarantino/AP/dpa (Archivbild)

18.02 Uhr: Oberwalliser SVP boykottiert Session wegen Ansteckungsgefahr

Die SVP Oberwallis (SVPO) will nicht an der Novembersession des Grossen Rates teilnehmen. Sie begründet dies mit den «exorbitant» hohen Infektionszahlen im Kanton, insbesondere im Bezirk Martigny.

Der Präsident des Walliser Kantonsparlaments, Olivier Turin (SP), bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des «Walliser Boten». Er zeigte sich überrascht, versicherte aber, dass dieser Entscheid die anstehende Session (ab dem 10. November) nicht in Frage stelle. Diese werde sehr wohl bei physischer Präsenz der Ratsmitglieder in den Hallen des Kongresszentrums in Martigny stattfinden.

Alles sei so organisiert, dass die Session sicher ablaufen könne. Die Ratsmitglieder würden Masken tragen und auf Distanz achten. Die Sitzungstage sollen zudem nur jeweils vormittags oder nachmittags stattfinden, um Ansammlungen um die Mittagszeit zu vermeiden.

Laut dem «Walliser Boten» hat die Grossratsfraktion der Oberwalliser SVP an ihrer virtuellen Sitzung vom Mittwoch entschieden, dass sie nicht an der Novembersession im Unterwallis teilnehmen wird.

Die Durchführung der Session sei angesichts der «exorbitant» hohen Infektionszahlen im Kanton Wallis und besonders auch im Bezirk Martigny nicht zu verantworten. Mehrere Fraktionsmitglieder hätten entweder Risikopatienten in ihrem näheren Umfeld oder gehörten selbst dazu. Für sie sei es nicht nachvollziehbar, dass der ganze Parlamentsbetrieb aufgefahren werde in einer Zeit, in der der Bund und die Gesundheitsbehörden die Bevölkerung aufriefen, die Kontakte im Alltag zu reduzieren.

«Der Verzicht auf die Teilnahme ist schliesslich auch ein Zeichen der Solidarität gegenüber den von den Corona-Massnahmen stark betroffenen Menschen und Unternehmen», so die SVPO-Fraktion. «Und ein Appell an die Politik, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.»

Man bedaure zudem, dass die Session nicht virtuell oder auf dem Zirkularweg durchgeführt werde, wie dies etwa bei den Generalversammlungen von börsenkotierten Gesellschaften der Fall sei. Dazu sagte der Grossratspräsident, die Abhaltung der Session als Videokonferenz sei nicht möglich, weil es keine gesetzliche Grundlage dafür gebe, dass ein Parlament auf Distanz tagen könne.

17.12 Uhr: Bahnangebote nach Italien und Frankreich stark eingeschränkt

In Absprache mit Trenitalia, SNCF und TGV Lyria reduzieren die SBB das Bahnangebot zwischen der Schweiz und Italien sowie Frankreich. Grund ist ein deutlicher Rückgang der Nachfrage im internationalen Bahnverkehr wegen der Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus.

Wie die SBB am Donnerstag mitteilten, werden nach Italien ab dem 9. November fünf Verbindungen ausgesetzt. Im Verkehr von und nach Frankreich wird das Angebot ab sofort auf zwei Verbindungen zwischen Genf und Paris und eine Verbindung Zürich/Basel-Paris reduziert. Im Verkehr nach Italien gelten diese Massnahmen bis vorerst am 12. Dezember, nach Frankreich bis mindestens am 1. Dezember.



Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in der Schweiz und den umliegenden Ländern zwinge die Bahnen zum Handeln, schreiben die SBB. Der Rückgang von Reisen insbesondere von und nach Italien und Frankreich sei massiv.

Im Verkehr nach Italien sind auf der Gotthard-Achse von und nach Mailand vier Verbindungen betroffen. Die Züge verkehren jedoch innerhalb der Schweiz regulär bis nach Chiasso. Zudem fällt eine Verbindung zwischen Genf und Mailand aus. Die direkten Verbindungen von der Schweiz nach Venedig und zurück werden ebenfalls ab diesem Zeitpunkt ausgesetzt; diese Züge verkehren nur zwischen der Schweiz und Mailand.

Im Fernverkehr werden ab Genf nach Paris und zurück täglich zwei Verbindungen angeboten, von und nach Zürich/Basel nach Paris verkehrt pro Tag ein Zug von TGV Lyria. Auf der Strecke zwischen Neuenburg und Frasne (F) wird das Angebot eingestellt, da in Frasne aufgrund des Ausfalls der TGV-Verbindungen durch den Jura vorübergehend kein Anschluss an das TGV-Hochgeschwindigkeitsnetz nach Paris angeboten werden kann.

In Absprache mit der ÖBB werden ab dem kommenden Wochenende zudem die Nachtzugverbindungen mit dem Nightjet auf den Strecken von Zürich nach Berlin und Hamburg in beiden Richtungen bis voraussichtlich am 2./3. Dezember eingestellt.

Die Bahnverbindungen von der Schweiz nach Frankreich und Italien sind ab nächster Woche stark eingeschränkt.
Die Bahnverbindungen von der Schweiz nach Frankreich und Italien sind ab nächster Woche stark eingeschränkt.
KEYSTONE/AP/FRANCOIS MORI

16.40 Uhr: Asylzentren sind voll – Bund sucht neue Unterkünfte

Der Bund sucht neue Unterkünfte für Asylsuchende. Um alle Hygiene- und Distanzregeln einzuhalten, wurde die Zahl der Plätze in den Bundesasylzentren halbiert. Nun benötigt der Bund mehr Platz.

In den 16 Bundesasylzentren in der Schweiz stehen normalerweise 4400 Plätze für Asylsuchende zur Verfügung. Wegen der Corona-Pandemie und den vorgeschriebenen Schutzmassnahmen musste der Bund die Platzverhältnisse anpassen, sodass heute noch 2200 Asylsuchende in den Bundeszentren untergebracht werden können, wie Mario Gattiker, Direktor des Staatssekretariats für Migration (SEM), am Donnerstag im Rahmen einer Video-Medienkonferenz sagte. Diese Plätze seien nun zu «90 Prozent belegt». Es bestehen also praktisch keine Unterbringungsreserven mehr.

16.08 Uhr: WHO besorgt über «Explosion» der Corona-Infektionen in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt über die massiv beschleunigte Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa geäussert. «Wir erleben eine Explosion» der Fallzahlen auf dem Kontinent, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag in Kopenhagen der Nachrichtenagentur AFP. Auch die Sterberate bei den Corona-Infizierten steige «allmählich».

Kluge rief die europäischen Staaten zu «gezielten und angemessenen» Gegenmassnahmen auf, um die Pandemie einzudämmen. Die Schulen sollten allerdings «bis zum Schluss» offen bleiben und nur im äussersten Fall den Präsenzunterricht einstellen.

Europa ist mittlerweile die Weltregion mit den meisten nachgewiesenen Corona-Infektionen. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Donnerstag ergab, wurden in Europa mittlerweile 11,6 Millionen Ansteckungen und 293'000 Todesfälle registriert.

15.35 Uhr: Tessin weitet Maskenobligatorium in Schulen aus

Die Tessiner Regierung hat am Donnerstagnachmittag das Maskenobligatorium in den Schulen ausgeweitet. Ab dem kommenden Montag müssen auch Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I im Unterricht eine Schutzmaske tragen.

In den vergangenen Wochen hätten im Tessin zahlreiche Schüler im Unterricht gefehlt, weil sie in Quarantäne mussten, sagte Bildungsdirektor Manuele Bertoli am Donnerstagnachmittag vor den Medien.

Die Tessiner Regierung wolle die Schulen trotz dem Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen offenhalten und habe sich deshalb zu einer Ausweitung der Maskenpflicht auf die Sekundarstufe I entschlossen.

15.18 Uhr: Höchstwert bei Neuinfektionen in Österreich

Die Wucht der zweiten Corona-Welle nimmt auch in Österreich zu. Binnen 24 Stunden wurden laut Innen- und Gesundheitsministerium 7416 Neuinfektionen gezählt, ein Höchstwert. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken und auf Intensivstationen stieg weiter. Nach Angaben vom Donnerstag verbreitet sich das Virus besonders in den Bundesländern Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und Wien. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Neuinfektionen deutlich über dem deutschen Niveau. In Österreich leben knapp neun Millionen Menschen.

14.41 Uhr: Leichte Entspannung in Madrid und Barcelona

In den spanischen Corona-Hotspots Madrid und Barcelona bleibt die Zahl der neuen Corona-Infektionen zwar hoch, hat sich aber zuletzt etwas entspannt. In der Hauptstadt Madrid, die in der zweiten Corona-Welle lange die mit Abstand höchste Zahl an Neuinfektionen des Landes aufwies, seien diese Werte inzwischen mehr als halbieren worden, schrieb die Zeitung «La Vanguardia» am Donnerstag. Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100'000 Einwohner, die zeitweise bei rund 400 lag, ging nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch auf etwa 157 zurück. Der Landesdurchschnitt liegt bei 236. 

Auch in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona ging die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen von bis zu 6000 vor zwei Wochen leicht auf nun um die 5000 zurück, wie «La Vanguardia» und der TV-Sender Telecinco berichteten. Zudem sei die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, am Mittwoch erstmals unter 1 gesunken. Das heisst, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Eine Mitarbeiterin des Madrider Gesundheitswesens Anfang Oktober: Inzwischen ist der Druck auf die Spitäler der Stadt wieder etwas zurückgegangen. Die  Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden aber weiter aufrechterhalten.
Eine Mitarbeiterin des Madrider Gesundheitswesens Anfang Oktober: Inzwischen ist der Druck auf die Spitäler der Stadt wieder etwas zurückgegangen. Die  Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden aber weiter aufrechterhalten.
Bild: Keystone

14.09 Uhr: 15'729 neue Ansteckungen in Tschechien

Nach mehreren Wochen leichter Entspannung ist die Zahl der festgestellten Corona-Neuinfektionen in Tschechien auf einen Rekordwert geklettert. Das Gesundheitsministerium in Prag meldete am Donnerstag 15'729 bestätigte Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Das ist der grösste Zuwachs innerhalb eines Tages seit Ausbruch der Pandemie. Zudem ist die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten, die eine Krankenhausbehandlung brauchen, mit 8300 auf den bisher höchsten Wert geklettert.

Ein Covid-19-Patient kommt Ende Oktober im tschechischen Kyjov in die Intensivstation eines Spitals. 
Ein Covid-19-Patient kommt Ende Oktober im tschechischen Kyjov in die Intensivstation eines Spitals. 
Bild: dpa

13.38 Uhr: Norwegen verschärft Einreisebestimmungen

Angesicht steigender Corona-Zahlen hat die norwegische Regierung am Donnerstag weitere Einschränkungen angekündigt. Einreisende aus Ländern mit hohen Infektionsraten müssen von Montag an einen negativen Corona-Test vorweisen und zehn Tage in Quarantäne gehen.

Das gelte auch für Verwandtenbesuche, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Donnerstag. Sprich: Wenn die Oma etwa aus Deutschland die Enkelkinder in Norwegen besuchen will, muss sie zuerst in ein Quarantänehotel. Ausgenommen sei, wer aus den Nachbarländern Schweden und Finnland zur Arbeit nach Norwegen pendelt.

12.58 Uhr: Schwedens Regierungschef in Isolation

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hat sich freiwillig in Isolation begeben, nachdem jemand aus seinem Umkreis mit einer Person zusammen war, die positiv auf Covid-19 getestet wurde. Das teilte Löfven am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite mit. Seine Kontaktperson sei negativ getestet worden, er und seine Frau hielten sich aber trotzdem auf Rat der Ärzte isoliert. Er habe keine Symptome und es gehe ihm gut, erklärte der Regierungschef.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hat sich freiwillig in Isolation begeben, nachdem eine Person aus seinem Umkreis mit einer Person zusammen war, die positiv auf Covid-19 getestet wurde. (Archiv)
Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hat sich freiwillig in Isolation begeben, nachdem eine Person aus seinem Umkreis mit einer Person zusammen war, die positiv auf Covid-19 getestet wurde. (Archiv)
Bild: dpa

12.41 Uhr: 10'128 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 10'128 Coronavirus-Ansteckungen bei 38'727 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 26,2 Prozent Prozent. 62 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 399 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Damit wurden bereits am zweiten aufeinanderfolgenden Tag fünfstellige Ansteckungszahlen registriert. Am Mittwoch hatte das BAG 10'073 neue bestätigte Coronavirus-Ansteckungen gemeldet, am Dienstag waren es 6126 Fälle gewesen. Am Montag hatte das Bundesamt für die 72 Stunden über das Wochenende 21'926 neue Ansteckungen gemeldet.

Medizinisches Personal kümmert sich am 4. November im Spital von Yverdon-les-Bains um einen Corona-Patienten.
Medizinisches Personal kümmert sich am 4. November im Spital von Yverdon-les-Bains um einen Corona-Patienten.
Bild: Keystone

12.35 Uhr: Dreiwöchiger Lockdown in Griechenland 

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona hat die griechische Regierung einen dreiwöchigen Lockdown von Samstag an für das ganze Land verfügt. Er könne nicht zulassen, dass das Gesundheitssystem überlastet werde, begründete Premier Kyriakos Mitsotakis den harten Schritt am Donnerstagmittag in einer Fernsehansprache.

Ab Samstagmorgen um 6.00 Uhr müssen alle Läden ausser Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften schliessen. Ausserdem gilt von 21.00 bis 5.00 Uhr eine allgemeine Ausgangssperre. Ausgenommen sind Berufstätige, die vom Arbeitgeber eine entsprechende Bestätigung mitführen. Wer tagsüber einkaufen oder zum Arzt gehen will, muss per SMS darüber informieren. Die Schulen im Land werden – bis auf Kindergärten und Grundschulen – auf Online-Betrieb umstellen. Überall gilt Maskenpflicht.

11.42 Uhr: Fast 1000 neue Fälle im Kanton Bern

Im Kanton Bern sind am Donnerstag 978 neue Covid-Ansteckungen registriert worden – so viele wie noch nie. Zwei weitere Menschen starben an den Folgen des Coronavirus. Die Zahl der Toten steigt damit auf 155, wie der Website des Kantons Bern zu entnehmen ist. Die Zahl der Hospitalisierungen wird am (morgigen) Freitag wieder aktualisiert.

Beim Corona-Drive-In-Testcenter in Thun wird Ende Oktober ein Abstrich für einen Corona-Test genommen. (Archiv)
Beim Corona-Drive-In-Testcenter in Thun wird Ende Oktober ein Abstrich für einen Corona-Test genommen. (Archiv)
Bild: Keystone

11.22 Uhr: Sozialhilfe für Auslandschweizer

Auch Auslandschweizer sind in der Corona-Krise in Not geraten. Der Bund hat bisher weltweit 56 von ihnen Sozialhilfe geleistet. Das Aussendepartement EDA bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden «Blick»-Bericht. In Europa wurde laut dem EDA in 16 Fällen Sozialhilfe an Auslandschweizer geleistet, 12 davon in Spanien. In Asien waren es 14 Fälle, in Südamerika 10, in Afrika 9 und in Nordamerika 7.

Diese Sozialhilfe sei jeweils als Einzelfallhilfe auf die individuelle Lebenssituation ausgerichtet. Insgesamt seien bisher rund 60'000 Franken für die Corona-Nothilfe an Auslandschweizer aufgewendet worden. Total habe die Sozialhilfe für Auslandschweizer knapp 800'000 Franken ausgemacht. Im ganzen letzten Jahr seien es ohne Corona rund 900'000 Franken gewesen.

Der Bund hat Auslandschweizern in Not mit Sozialhilfe unter die Arme gegriffen. (Symbolbild).
Der Bund hat Auslandschweizern in Not mit Sozialhilfe unter die Arme gegriffen. (Symbolbild).
Bild: Keystone

11.20 Uhr: Pflegende wollen in Beratergremien des Bundes

Die Pflegenden sollen Einsitz nehmen in den obersten Führungs- und Beratungsgremien des Bundes für die Bewältigung der Corona-Pandemie. Das verlangt der neu gegründete Verein «Für eine Stärkung der Pflege» in einem Brief an den Bundesrat.

In einer Mitteilung vom Donnerstag heisst es, rund 80 Prozent des Arbeitsaufwands für die Betreuung der Corona-Patienten und den Schutz hochgefährdeter Personen in Spitälern, Heimen und der Spitex werde durch Pflegende erbracht. Es sei dringend notwendig, dass die Pflegenden bei der Beurteilung der Versorgungssituation der erkrankten und stark gefährdeten Personen an vorderster Stelle präsent seien. Auch seien sie in der Lage, sehr wichtige Beiträge zu leisten betreffend Organisation und pflegerischer Massnahmen im Rahmen der Behandlungsprozesse.

11 Uhr: Ausschreitungen bei Feiern in England

Bei ausgiebigen Feiern kurz vor dem vierwöchigen Teil-Lockdown in England ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. In Merseyside im Nordwesten des Landesteils wurden Polizisten, die ein Treffen von Hunderten Menschen auflösen wollten, am Mittwochabend mit Feuerwerkskörpern attackiert. Die Feiernden hätten nicht nur Einsatzkräfte bedroht, sondern mit ihrem Verhalten auch das Infektionsrisiko erhöht, so die Polizei.

Die Menschenmenge wollte nach altem Brauch an den vereitelten Anschlag des katholischen Extremisten Guy Fawkes am 5. November 1605 auf den protestantischen König James I. erinnern. Die Verschwörer um Fawkes wollten den König mit einer grossen Menge Schiesspulver im Londoner Parlament in die Luft sprengen.

In vielen englischen Städten, vor allem in der Hauptstadt London, wurde kurz vor dem Teil-Lockdown ausgiebig gefeiert. Menschenmengen drängten sich durch Strassen, viele Partygänger waren betrunken. «Das ist wie Silvester hier», sagte ein Mann. Nach einer Massenschlägerei in Südengland nahm die Polizei von Sussex zwei Personen fest.

Menschen in London nutzen am 4. November noch die letzte Gelegenheit vor dem Lockdown. 
Menschen in London nutzen am 4. November noch die letzte Gelegenheit vor dem Lockdown. 
Bild: Keystone

10.25 Uhr: Wegen IT-Problem Hunderte Fälle nicht gemeldet

Wegen einer Panne im Zürcher Uni-Labor wurden offenbar Hunderte Corona-Fälle nicht weiter übermittelt, berichtet die «NZZ». Deshalb seien auch die Corona-Fallzahlen im Kanton Zürich während der letzten neun Tage nicht korrekt gewesen.

Alexandra Trkola, Leiterin des Instituts für medizinische Virologie der Universität Zürich, sagte der «NZZ»: «Die Resultate eines Teils der bei uns durchgeführten Tests konnten wegen eines IT-Problems nicht an den Kanton oder das BAG übermittelt werden». Während der letzten neun Tage seien deshalb rund 400 Corona-Fälle nicht gemeldet worden. Inzwischen seien die Ergebnisse aber nachgemeldet worden. «Diese Panne tut uns leid», sagte Trkola.

Da positive Fälle doppelt gemeldet werden müssen, hätte der Fehler eigentlich früher auffallen müssen. Trkola vermutet, dass Ärzte und Contact-Tracer inzwischen aber an der Belastungsgrenze angelangt sind. Sie sagte, sie nehme an, «dass die Arztmeldungen der letzten Woche noch nicht abgearbeitet werden konnten.»

In einem Labor werden Proben für Corona-Tests für die weitere Untersuchung vorbereitet. (Symbolbild)
In einem Labor werden Proben für Corona-Tests für die weitere Untersuchung vorbereitet. (Symbolbild)
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10.11 Uhr: Neu Delhi sieht sich in dritter Corona-Welle

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi ist ein Rekord an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Nachdem Chefminister Arvind Kejriwal von einer dritten Corona-Welle gesprochen hatte, meldete das Gesundheitsministerium am Donnerstag 6842 Neuinfektionen für die Stadt. Die Zahl der aktiven Fälle dort stieg damit auf mehr als 37'000. Das Ministerium führte die Entwicklung auf eine Festsaison zurück und warnte, die Lage könne sich verschlimmern, weil Menschen auf belebten Märkten Geschenke kaufen.

9.40 Uhr: Neue Testzentren im Kanton Zürich

Um in der Corona-Pandemie der stark steigenden Nachfrage nach Tests gerecht zu werden, hat die Zürcher Gesundheitsdirektion den Auftrag für neue Testzentren gegeben. Der Regierungsrat habe dafür weitere Mittel von 7,2 Millionen Franken bewilligt, heisst es in einer Medienmitteilung.

Ab 6. November wird demnach in Dübendorf ein Drive-in-Testzentrum in Betrieb genommen. In der Stadt Zürich werde derzeit auf dem Kasernenareal ein Testzentrum durch das Stadtspital Waid und Triemli errichtet und betrieben. Dort könnten sich Zürcherinnen und Zürcher ab dem 9. November testen lassen. Der Aufbau eines Testzentrums in Winterthur befände sich in Abklärung mit dem Kantonsspital Winterthur.

Um die Testkapazitäten zusätzlich zu steigern, seien seit Montag zudem Antigen-Schnelltests im Einsatz – voraussichtlich würden pro Woche im Kanton rund 50'000 der Tests zur Verfügung stehen.

Auch werde das Contact Tracing weiter ausgebaut, um die hohen Fallzahlen weiterhin bewältigen zu können. Der Regierungsrat habe hierfür eine Ausgabe von 3,25 Millionen Franken bewilligt. Durch die Kapazitätserweiterung könnten «allen Indexfällen die Informationen umgehend per SMS und/oder E-Mail zugestellt und bis zu 1000 neue Fälle pro Tag telefonisch kontaktiert werden».

Das Drive-in-Testzentrum in Yverdon VD: Am Freitag 6. November öffnet ein entsprechendes Testzentrum in Dübendorf. (Archiv)
Das Drive-in-Testzentrum in Yverdon VD: Am Freitag 6. November öffnet ein entsprechendes Testzentrum in Dübendorf. (Archiv)
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9.14 Uhr: St. Gallen sucht über Social Media Pflegepersonal

In der Ostschweiz sind die Corona-Fallzahlen hoch – die Spitäler kommen an den Anschlag. Derzeit befinden sich laut «Blick» 194 Covid-Patienten in den Krankenhäusern. 23 Personen liegen demnach auf der Intensivstation,  17 müssten beatmet werden. Die Personallage sei offenbar angespannt, weshalb der Kanton nun auf Social Media um Verstärkung wirbt.

8.50 Uhr: Infektions-Rekord in USA am Tag nach der Wahl

Einen Tag nach der Präsidentenwahl haben die USA erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 100'000 neue Coronafälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Am Mittwoch gab es 102'831 bekannte Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen MEZ hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 99'000 Ansteckungen gemeldet wurden. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden blieb relativ stabil bei 1'097.

Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 9,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Rund 233'000 Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Medizinerinnen Ende Oktober in Schutzkleidung in einem Spital in New York. 
Medizinerinnen Ende Oktober in Schutzkleidung in einem Spital in New York. 
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8.25 Uhr: England geht in Teil-Lockdown

In England gilt zur Bekämpfung der Coronapandemie seit diesem Donnerstag ein Teil-Lockdown mit weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Gastronomie, Kulturstätten, Sportzentren und Freizeiteinrichtungen müssen schliessen, Schulen und Universitäten bleiben aber geöffnet. Auch der Handel wird für einen Monat lang zu bleiben – abgesehen von Supermärkten und anderen als notwendig eingestuften Geschäften.

Die Engländer sollen ihre Wohnungen bis zum 2. Dezember nur noch aus triftigem Grund verlassen – etwa zur Arbeit, zum Sport, zur Erholung oder zur Pflege Angehöriger. Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Regeln zur Virus-Bekämpfung. Dort fuhr man bereits früher zeitlich begrenzt das öffentliche Leben weitgehend herunter.

Polizisten patrouillieren am letzten Abend vor dem Teil-Lockdown im Stadtzentrum von Leeds. Ab heute 5. November gilt in England zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ein Teil-Lockdown.
Polizisten patrouillieren am letzten Abend vor dem Teil-Lockdown im Stadtzentrum von Leeds. Ab heute 5. November gilt in England zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ein Teil-Lockdown.
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8.07 Uhr: Neuer Höchstwert in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19'990 Fällen binnen eines Tages einen bisherigen Höchstwert erreicht. Dies ging aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen hervor. Den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19'059 Fällen gemeldet. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16'774.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht am Mittwoch bei 0,81 (Vortag: 0,94). Das heisst, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

7.23 Uhr: Swiss tief in roten Zahlen gelandet

Die Swiss ist wegen der Coronapandemie in den ersten neun Monaten tief in die roten Zahlen gerutscht. Operativ flog die Lufthansa-Tochter laut Angaben vom Donnerstag einen Verlust von 414,7 Millionen Franken ein nach einem Gewinn von 489,6 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Maschinen der Swiss im März auf dem Flughafen Zürich: Die Fluglinie schreibt 2020 einen hohen Verlust. (Archiv)
Maschinen der Swiss im März auf dem Flughafen Zürich: Die Fluglinie schreibt 2020 einen hohen Verlust. (Archiv)
Bild: Keystone

7.12 Uhr: 37 bis 94 Prozent weniger Zugpassagiere in Europa

Leben in vollen Zügen –  das war einmal: Im zweiten Quartal 2020 ist die Anzahl Zugpassagiere in Europa um bis zu 94 Prozent gegenüber dem Corona-freien Vergleichszeitraum 2019 zurückgegangen. Mit einem Minus von 57 Prozent liegt die Schweiz im Mittelfeld.

Mit Abstand am häufigsten wurde in Irland auf die Eisenbahn verzichtet: Mit 94 Prozent weniger Passagieren und sogar 95 Prozent weniger gefahrene Kilometern führt die Grüne Insel die Rangliste des Europäischen Statistischen Amts Eurostat vom Donnerstag an. Dahinter folgen Frankreich, Spanien und Luxemburg mit je 78, Italien mit 77 und Griechenland mit 70 Prozent weniger Bahnfahrern.

Mit einem 57-prozentigen Rückgang liegt die Schweiz ziemlich genau im Durchschnitt – zusammen mit Deutschland, Ungarn, Slowenien, Litauen, Schweden, Dänemark und Estland, wo die Anzahl Schienenverkehrnutzer um 59 bis 55 Prozent zurückgegangen ist.

Eine riesengrosse und einsame Ausnahme bilden die Niederlande, wo nur 0,2 weniger Leute Zug gefahren sind als in der Corona-freien Zeit. Ein Grund mag sein, dass in dem Land nach einer ersten Welle Mitte März bis Ende April die Zahl der Neuinfektionen stark sank und erst Mitte Juli wieder zu steigen begann.

5 Uhr: Coronatests im Tessin verwechselt

20 Menschen haben im Kanton Tessin ein falsches Resultat ihres Coronatests bekommen: Zehn positiv Getesteten wurde ein negatives Testresultat mitgeteilt und zehn negativ Getesteten ein positives Ergebnis. Dadurch wurden auch die falschen Leute in Quarantäne geschickt.

Die Betroffenen seien inzwischen vom Büro des Kantonsarztes über ihr tatsächliches Testergebnis aufgeklärt worden, schreibt das Departement für Gesundheit und Soziales in einem Communiqué.

Konkret seien die Testergebnisse von 20 Nasen-Rachen-Abstrichen – sogenannten PCR-Tests – im Labor vertauscht worden, schreibt das Departement für Gesundheit und Soziales weiter. Die Betroffenen seien über ihr effektives Testresultat aber mittlerweile aufgeklärt worden.

Ausserdem seien die Contact Tracer dabei, die Kontaktpersonen der Betroffenen zu informieren und die «richtigen» Personen in Quarantäne zu schicken.

Einer Frau wird ein Nasen-Rachen-Abstrich für einen sogenannten PCR-Test abgenommen. (Symbolbild)
Einer Frau wird ein Nasen-Rachen-Abstrich für einen sogenannten PCR-Test abgenommen. (Symbolbild)
Keystone

4.34 Uhr: Australien bestellt Impfstoff von Novavax und BioNTech

Australien sichert sich eine Belieferung mit zwei weiteren Covid-19-Impfstoffen. Der Staat werde im Fall einer Zulassung 40 Millionen Dosen von der US-Biotechfirma Novavax und zehn Millionen Dosen von BioNTech und dem US-Partner Pfizer kaufen.

Dies teilte Australiens Ministerpräsident Scott Morrison am Donnerstag mit. Die Vereinbarungen haben demnach ein Volumen von umgerechnet rund einer Milliarde Franken. Erst im September hatte Australien den Kauf von 85 Millionen Coronavirus-Impfstoffdosen mit dem heimischen Biotechunternehmen und dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca im Wert von rund 1,1 Milliarden Franken beschlossen, sollten sich deren Versuche als erfolgreich erweisen.

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