Proteste nach umstrittenem Freispruch in Kenosha

SDA

21.11.2021 - 18:47

Nach dem Freispruch von Kyle R. im viel beachteten Prozess um den Tod zweier Menschen bei Anti-Rassismus-Protesten in der Stadt Kenosha ist es am Wochenende zu einzelnen kleinen Protesten gekommen.
Lev Radin/ZUMA Press Wire/dpa/Keystone

Nach dem Freispruch im viel beachteten Prozess um den Tod zweier Menschen bei Anti-Rassismus-Protesten in der Stadt Kenosha in den USA ist es am Wochenende zu einzelnen kleineren Protesten gekommen.

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21.11.2021 - 18:47

In Portland im Bundesstaat Oregon versammelten sich am Freitagabend US-Medien zufolge etwa 200 Demonstranten. Bei ihrem Protest gingen unter anderem Fensterscheiben zu Bruch, wie die Polizei mitteilte. Auch in anderen Städten, darunter Chicago und New York, kam es zu kleineren Demonstrationen. Befürchtete Proteste oder Ausschreitungen grösseren Ausmasses blieben zunächst aber aus.

Bei Protesten in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin hatte der damals 17-jährige Kyle R. im Sommer 2020 zwei weisse Männer mit einem Sturmgewehr erschossen und eine weitere Person verletzt. Er wurde unter anderem wegen Mordes in zwei Fällen angeklagt. Am Freitag befanden ihn die Geschworenen in dem Prozess in allen fünf Anklagepunkten für nicht schuldig. Der inzwischen 18-jährige Weisse hat die tödlichen Schüsse nie bestritten, plädierte aber auf nicht schuldig. Er berief sich auf sein Recht zur Selbstverteidigung. Nach eigenen Angaben hatte er Eigentum vor Plünderungen schützen wollen.

Nach dem Freispruch waren in den USA Proteste befürchtet worden, weil die Entscheidung Vorwürfen Vorschub geben könnte, wonach weisse Angeklagte von der US-Justiz oftmals besser behandelt werden als Schwarze. Der Prozess hat in den USA bereits eine Debatte über das Recht auf Selbstverteidigung und das Tragen einer Waffe ausgelöst.

Die schweren Proteste in Kenosha im Sommer 2020 waren ausgebrochen, nachdem dem Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz mehrfach in den Rücken geschossen worden war. Der Fall ereignete sich in einem aufgeheizten politischen Klima, denn nur etwa drei Monate vorher war in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Floyds Tod hatte landesweit zu anhaltenden Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt.

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