Kurz übergibt Staatsbürgerschaft an Nachkommen von NS-Opfern

SDA

14.7.2021 - 01:10

Sebastian Kurz (r), Bundeskanzler von Österreich spricht während einer Zeremonie zur Übergabe von Staatsbürgerschaftsurkunden an die Opfer und deren Nachkommen, die vom Nazi-Regime aus Österreich vertrieben wurden. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
Keystone

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat mehreren Nachfahren von NS-Opfern die Staatsbürgerschaft des Alpenlandes überreicht.

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14.7.2021 - 01:10

Er sei geehrt, dass die Nachkommen bereit seien, die österreichische Staatsbürgerschaft in Empfang zu nehmen, sagte Kurz bei der Übergabe entsprechender Urkunden bei seinem Besuch am Dienstag in New York.

«Wir können nicht ändern, was Österreicher während des NS-Regimes begangen haben», sagte der Regierungschef dabei. Sein Land wolle aber ein verlässlicher Partner für die Hinterbliebenen von NS-Opfern sein. Die Staatsbürgerschaften gingen an fünf Nachkommen von während der Nazi-Zeit Geflüchteten sowie einer 92-jährigen Frau, die selbst in die Vereinigten Staaten hatte fliehen müssen.

Der Termin bei Kurz' erster grossen Auslandsreise seit Beginn der Corona-Pandemie steht in Zusammenhang mit einer neuen Regelung in Österreich: Seit September erleichtert diese die Einbürgerung von Nachkommen von NS-Verfolgten. Bis dahin konnten Nachfahren von Juden, politischen Gegnern des Nationalsozialismus und anderen Gruppen wie den Roma und Sinti die Staatsbürgerschaft nur erhalten, wenn sie von einem männlichen Opfer abstammten. Nun aber können Kinder, Enkel und Urenkel auch in der weiblichen Linie Österreicher werden.

Die neue Regelung stösst bei ihren Nachfahren auf grosses Interesse. Zwischen September und Ende Juni gingen nach Angaben der zuständigen Stadt Wien knapp 13.700 Anträge ein – die meisten aus Israel, den USA und Grossbritannien. Rund 7900 Menschen wurde bereits die Staatsbürgerschaft zuerkannt.

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