Über 30 Millionen Fälle weltweit — 488 Neuansteckungen in der Schweiz

Agenturen/red

18.9.2020 - 21:58

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus übersteigt weltweit die Marke von 30 Millionen. In der Schweiz bleibt die Zahl der Neuansteckungen weiterhin hoch — das BAG meldet 488 neue Fälle. Die Ereignisse des Tages in der Übersicht.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 488 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Zudem wurden drei neue Todesfälle sowie 15 weitere Spital-Einweisungen bekannt.

Am Donnerstag hatte das BAG noch 530 Fälle registriert. Am Mittwoch waren es 514 Fälle, am Dienstag 315, am Montag 257 und am Sonntag 475 Fälle gewesen.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 49'283 laborbestätigte Fälle, wie das BAG am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Vortag kam es zu 15 weiteren Spital-Einweisungen. Damit mussten seit Anfang der Pandemie 4742 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um drei auf 1765.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'251'614 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Innerhalb eines Tages wurden dem BAG 13'993 neue Tests gemeldet. Bei 4,6 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die letzten sieben Tage betrug die Positivitätsrate 4,0 Prozent.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung steckten am Freitag nach Angaben des BAG 2048 Personen in Isolation und 5598 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 7571 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Seit Beginn der Coronapandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei 943'000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197'000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht – gemessen an den Ansteckungen – Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83'000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134'000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA – dort starben gut 60 Menschen pro 100'000 Einwohner.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • In der spanischen Hauptstadt Madrid sollen ab Montag sechs Stadtteile und sieben Kommunen im Umland zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilweise abgesperrt werden.
  • In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf über 1900 und somit auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen.
  • Corona-Update Das BAG meldet 488 Neuansteckungen innert 24 Stunden. Bei 13'993Tests beträgt Positivitätsrate 3,5 Prozent.
  • Weltweite Statistik: Insgesamt sind (Stand 16 Uhr) 30'217'420 Fälle bestätigt. Die USA melden 6'677'516 Infektionen, Indien 5'214'677, Brasilien 4'455'386 und Russland 1'086'955.
  • Galionsfigur der Corona-Skeptiker: Komiker Marco Rima soll an der Demonstration am Samstag in Zürich auftreten.
  • Lockdown 2.0: In Israel hat er heute begonnen, aber er steht auch in Grossbritannien zur Disposition.

21.58 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Freitag

21.43 Uhr: Slowakische Testdaten geraten ungesichert ins Internet

Wegen eines Datenlecks im staatlichen Gesundheitssystem sind persönliche Daten von nahezu 400'000 auf das Coronavirus getesteten slowakischen Bürgern ungesichert ins Internet geraten. Das bestätigte das Nationale Zentrum für Gesundheitsinformationen NCZI. Das Leck sei aber inzwischen repariert worden, erklärte NCZI-Chef Peter Bielik vor Journalisten. Auf den Fehler hatte eine Gruppe sogenannter ethischer Hacker aufmerksam gemacht.

«Wir hatten gar nicht die Absicht gehabt, nach den Daten zu suchen, es war reiner Zufall, dass wir auf sie bei einer einfachen Google-Suche im Internet gestossen sind», erklärte IT-Spezialist Pavol Luptak dem Nachrichtenportal Pravda.sk bereits am Donnerstag. Es seien überhaupt keine speziellen Hackerkenntnisse notwendig gewesen, um an die Daten zu gelangen.

Er und seine Kollegen hätten probeweise die Datensätze von 130'000 Patienten heruntergeladen und dann die Behörde auf das Leck aufmerksam gemacht. Die Daten - unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen, Testergebnisse, Krankheitsverläufe und andere Labordaten — wollten sie wieder löschen. Die Öffentlichkeit sei erst informiert worden, nachdem die Behörde das Datenleck geschlossen hätte, sagte Luptak.

20.59 Uhr: Niederlande verschärfen Corona-Massnahmen in grossen Städten

In Amsterdam, Rotterdam und weiteren grossen Städten der Niederlande werden die Schutzvorkehrungen gegen das Coronavirus verschärft. In insgesamt sechs besonders betroffenen Regionen dürfen Gaststätten künftig ab Mitternacht keine Gäste mehr einlassen und müssen um 1.00 Uhr schliessen, wie die Regierung am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Massnahmen treten demnach am Sonntagabend in Kraft. Feiern mit mehr als 50 Personen sind ab dann verboten. Das gilt auch für Feste im Freien.

Für Veranstaltungen mit mehr Teilnehmern, etwa Konzerte, müssen Genehmigungen beantragt werden. Die Behörden in Amsterdam verfügten zusätzlich, dass die Parks nachts geschlossen werden, um illegale Partys zu verhindern.

In den Niederlanden zeichnet sich nach Einschätzung der Regierung eine zweite Corona-Welle ab. Das werde durch zunehmende Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 deutlich, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. In den Krankenhäusern sei die zweite Welle noch nicht angekommen. «Wir müssen gemeinsam verhindern, dass es so weit kommt.» Zuvor hatten die Behörden beinahe 2000 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet — die bislang höchste Zahl.

Ministerpräsident Mark Rutte rief die Niederländer auf, grundlegende Schutzmassnahmen nicht zu missachten. Mahnend verwies er auf die Situation im Frühjahr, als die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten die Kapazitäten der niederländischen Intensivstationen deutlich überstieg. Das Virus habe seitdem nur zurückgedrängt werden können, weil die Mehrheit der Bevölkerung Schutzmassnahmen akzeptierte. «Das Gefühl für diese Notwendigkeiten muss zurückkehren.»

20.27 Uhr: Auch Paris und Toulouse verschärfen Massnahmen

Nach Marseille, Bordeaux und Nizza verschärfen auch Paris und Toulouse wegen der stark steigenden Infektionszahlen in Frankreich ihre Corona-Massnahmen. Die Gesundheitsbehörden riefen die Pariser dazu auf, auf private Zusammenkünfte von mehr als zehn Menschen, also auf Geburtstagsfeiern und Treffen mit Familie und Freunden, künftig zu verzichten. Auch im öffentlichen Raum sollen Feste und Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern vermieden oder vorher bei den Behörden angemeldet werden.

Die Pariser Universität Sciences Po schloss unterdessen für zwei Wochen ihren Campus, nachdem dutzende Studenten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Nur eine Woche nach Semesterbeginn gibt es ab Montag nun wieder Online-Lehrveranstaltungen.

Im südfranzösischen Toulouse schränken die Behörden vor allem das Nachtleben ein. Ab Samstag darf auf öffentlichen Plätzen in der Studentenstadt ab 13.00 Uhr kein Alkohol mehr getrunken werden, der Alkoholausschank ist ab 20.00 Uhr verboten. In Restaurant und Bars dürfen nicht mehr nur Getränke konsumiert werden, Musik darf nicht bis auf die Strasse schallen, auch das Tanzen ist untersagt.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Seit einigen Wochen steigen die Infektionszahlen wieder stark an. Am Donnerstag wurde ein neuer Höchststand von fast 10'600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet.

Erstmals seit Ende der strikten Ausgangssperre im Mai nimmt auch die Zahl der Todesfälle wieder zu, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. In dieser Woche starben demnach 265 Menschen an Covid-19. Das waren mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche, als 129 Todesfälle verzeichnet wurden. Insgesamt sind in Frankreich seit März mehr als 31'000 Corona-Infizierte gestorben.

19.43 Uhr: Madrid kündigt wegen rasch steigender Corona-Zahlen Absperrungen an

In der spanischen Hauptstadt Madrid sollen ab Montag sechs Stadtteile und sieben Kommunen im Umland zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilweise abgesperrt werden. Sie dürften dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden — etwa für die Arbeit, für Arztbesuche, die Schule oder nach einer Vorladung der Justiz. Das kündigte die Regionalpräsidentin Isabel Ayuso an. Ähnliche Absperrungen gibt es auch in anderen Teilen des Landes, etwa auf Mallorca.

Die Bewohner könnten weiterhin ihre Häuser verlassen und sich innerhalb ihrer abgesperrten Wohnquartiere frei bewegen, betonte die Regionalpräsidentin. An privaten Treffen dürften nicht mehr als sechs Personen teilnehmen, in öffentlichen Einrichtungen seien nur noch 50 Prozent der Kapazität erlaubt. Parks würden geschlossen.

Betroffen seien Wohngebiete, in denen die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 1000 pro 100'000 Einwohner binnen 14 Tagen liege. Das sei eine «ganz schlimme Zahl», die zum Handeln gezwungen habe, sagte Ayuso. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit etwa bei zwölf. Am Montag will sich die konservative Ayuso mit dem linken Regierungschef Pedro Sánchez treffen, um zu besprechen, wie der Zentralstaat der Stadt Madrid bei der Bekämpfung der Pandemie helfen kann.

19.14 Uhr: Präsident Guatemalas an Covid-19 erkrankt

Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und an Covid-19 erkrankt. Der 64-jährige Staats- und Regierungschef stehe unter ärztlicher Beobachtung und werde sich isolieren, teilte die Regierung des mittelamerikanischen Landes mit. Er sei am Donnerstag mit Symptomen aufgewacht, nachdem er Kontakt mit einer infizierten Person gehabt habe, sagte Giammattei dem Radiosender Emisoras Unidas. Daraufhin habe er sich zum insgesamt sechsten Mal einem PCR-Test unterzogen.

«Ich fühle mich, als sei ich von einem Zug überfahren worden», erklärte der gelernte Arzt. Es handle sich aber um einen leichten Fall, er sei guter Dinge. Bei Giammattei war in seiner Jugend Multiple Sklerose diagnostiziert worden. Er bewege sich derzeit im Rollstuhl fort, sagte er in dem Radio-Interview. Nach Brasiliens Jair Bolsonorao und dem Honduraner Juan Orlando Hernández ist Giammattei der dritte Präsident Lateinamerikas, bei dem bisher eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 bestätigt wurde.

19.01 Uhr: Europapark Rust: Besucher aus Genf, Waadt und Freiburg brauchen negativen Corona-Test

Ohne einen negativen Corona-Test dürfen Besucher aus den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg nicht mehr auf die Achterbahn im Europapark Rust. Dies berichtet «20 Minuten» unter Berufung auf Europapark-Sprecher Noel Ebhart.

Die deutsche Regierung hat die drei Kantone wegen hoher Infektionszahlen zum Risikogebiet erklärt, Einreisende aus diesen Gebieten müssen zwei Wochen in Quarantäne — oder einen negativen Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Laut Ebhart führt der Park stichprobenartige Kontrollen durch: «Falls der Besuch deshalb verschoben werden muss, bieten wir den Gästen aus Kulanz eine Umbuchung der Tickets an.»

18.44 Uhr: Höchster Wert seit Anfang Mai: Über 1900 Neuinfektionen in Italien

In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf über 1900 und damit auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Rom vermeldete 1907 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Zuletzt hatte es am 1. Mai mit 1965 Fällen höhere Zahlen bei den Neuinfektionen gegeben. Zudem kamen zehn neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus hinzu. Seit Beginn der Pandemie zählt Italien insgesamt 294'932 Infizierte und 35'668 Todesfälle nach einer Infektion.

Italien verzeichnet den höchsten Wert an Neuinfektionen seit Mai.
KEYSTONE/EPA/ETTORE FERRARI

Die Infiziertenzahlen sind in Italien laut Ministerium in den letzten sechs Wochen im Durchschnitt kontinuierlich gestiegen, auch wenn das Land derzeit nicht so hohe Fallzahlen wie beispielsweise Spanien oder Frankreich verzeichnet. In Italien, das im Februar besonders heftig von der Pandemie getroffen worden war, wächst dennoch die Angst vor unkontrolliert steigenden Zahlen. Dazu trägt auch die Wiedereröffnung der Schulen am vergangenen Montag nach sechs Monaten Pause bei.

18.21 Uhr: Corona-Teststrategie der EU-Kommission: Ergebnis in 24 Stunden

Corona-Tests sollten von der ersten Anfrage bis zum Ergebnis aus Sicht der EU-Kommission nicht länger als 24 Stunden dauern, damit Kontakte sinnvoll nachverfolgt werden können.

Ihre Empfehlungen für eine gemeinsame Teststrategie legte die Brüsseler Behörde den EU-Staaten vor. Auch Deutschland müsste demnach mehr Tempo machen. Nach Angaben der Kommission vergehen hier bis zu 36 Stunden zwischen Test und der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Die Bevölkerung solle leichten Zugang zu Teststellen haben, betont die Kommission. Es müsse Priorität sein, alle Fälle von Covid-19-änlichen Symptomen zu testen. Möglichst solle gleichzeitig auf das Coronavirus, Grippe und andere Atemwegsinfekte untersucht werden.

18.03 Uhr: Bericht: Chinesische Hacker stehlen spanischen Corona-Impfstofflaboren Daten

Chinesische Hacker haben laut einem Zeitungsbericht Informationen von spanischen Laboren gestohlen, die an einem Corona-Impfstoff arbeiten. Welche Informationen genau entwendet worden seien und wann dies geschehen sei, sei allerdings unklar, berichtete die spanische Zeitung «El País» unter Berufung auf informierte Kreise. Geheimdienstchefin Paz Esteban sprach dem Bericht zufolge von einer «besonders bösartigen Kampagne» gegen an der Corona-Impfstoffsuche beteiligte Labore in Spanien und anderen Ländern.

Am Donnerstag hatte Esteban vor Journalisten gesagt, während des Corona-Lockdowns in Spanien habe es einen «qualitativen und quantitativen» Anstieg von Cyberangriffen gegeben. Die Hacker hätten es auf «sensible Bereiche wie Gesundheitsversorgung und die Pharma-Industrie» abgesehen. Weil dies auch für andere Länder gelte, die an der Suche nach einem Corona-Impfstoff beteiligt seien, sei der Austausch zwischen nationalen Geheimdiensten verstärkt worden.

«El País» berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreisen, die Cyberangriffe gingen zumeist von Hackern in China und Russland aus, oftmals von staatlichen Stellen. Aber auch kriminelle Banden seien hinter den Daten her.

Der Markt für einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus ist riesig, auch deutsche Firmen sind an der Suche beteiligt. Weltweit wurden bereits mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen, etwa 950'000 Infizierte starben.

17.15 Uhr: Behinderte nicht vergessen

Die Behindertenverbände appellieren an Politik und Verwaltung, in Krisen wie der Coronavirus-Pandemie die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen stärker zu berücksichtigen. Menschen mit Behinderungen dürften nicht vergessen werden. Die Corona-Krise dürfe nicht zu Rückschritten auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft führen, erklärte die Organisation Inclusion Handicap in Bern.

Menschen mit Behinderung benötigten einerseits besonderen Schutz und Unterstützung, dürften anderseits aber auch nicht stigmatisiert oder von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. So müssten Bund und insbesondere Kantone bei der Krisenkommunikation garantieren, dass ihre Webseiten für die Hilfsmittel der Menschen mit Sehbehinderung zugänglich seien. Zudem müsse die Kommunikation in einfacher Sprache und Gebärdensprache dringend ausgebaut werden.

Menschen mit Behinderungen dürften auch nicht unnötig in Institutionen isoliert werden. Denn die grosse Mehrheit der rund 45'000 Menschen mit meist kognitiven Einschränkungen oder schweren Mehrfachbehinderungen, die in einem institutionellen Rahmen lebten oder dort betreut würden, gehörten nicht der Risikogruppe an. Weiter müssten Therapie- und Betreuungsangebote auch während dem Lockdown gesichert sein.

Eltern, die ihre Kinder mit Behinderungen pflegen müssten, seien zu unterstützen. Auch sollten die Kosten für zusätzliches Schutzmaterial wie Desinfektionsmittel oder Masken übernommen werden. Weiter weist Inclusion Handicap darauf hin, dass die Schutzmasken die Kommunikation mit gehörlosen und hörbehinderten Menschen massiv erschwerten. Die Bevölkerung müsse sensibilisiert werden, damit die Kommunikation mit diesen Menschen trotz Maskenpflicht sichergestellt sei. 

17 Uhr: Covid macht Reiche reicher – auch wenn die Queen 715 Millionen verliert

Zwischen März und Juni hat sich das Vermögen von Amazon-Gründer Jeff Bezos um 48 Milliarden Dollar gesteigert. Der frühere Microsoft-CEO Steve Ballmer hat 15,7 Milliarden Dollar mehr auf dem Konto – und der Zoom-Vater Eric Yuan hat immerhin 2,5 Milliarden verdient.

Pauschal kann man sagen, dass die Pandemie die Reichen reicher macht. Die Milliardäre in den USA haben laut «Business Insider» 637 Milliarden Dollar mehr als vor der Krise. Ein ähnliches Bild ergibt sich in Kanada. Dass die Armen dabei auf der Strecke bleiben, wie Oxfam beschreibt,  scheint glaubwürdig.

Doch selbst die am besten Betuchten sind nicht unfehlbar – wie nun die englische Queen erfahren hat: Sie hat durch die Pandemie 715 Millionen Dollar abschreiben müssen, weil der Wert ihrer Ländereien und Güter gesunken ist. 

epa08656210 A Christie's employee poses next to a painting entitled 'Queen Elizabeth II, from: Reigning Queens' by US artist Andy Warhol in London, Britain, 09 September 2020. The Autumn Sale includes highlights of major artists Paul Cezanne, Andy Warhol, Banksy Prints and Picasso ceramics. EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA
Don't Worry and Carry On: Auch wenn Queen Elizabeth, hier als Sujet von Andy Warhol bei Christie's in London, Millionen durch gesunkene Immobilienpreise verloren hat, nagt sie noch nicht am Hungertuch.
Bild: Ke<stone

Sorgen muss man sich um die Herrscherin aber nicht: Ihr Crown Estate ist trotzdem noch 17,4 Milliarden Dollar wert – und insgesamt hat die Gruppe trotz gesunkener Immobilienpreise 447 Millionen Dollar Gewinn gemacht.

16.15 Uhr: Auch in Spanien verschärft sich die Lage

15.40 Uhr: Briten steuern auf zweiten Lockdown zu

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Grossbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Massnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die «Financial Times». Der Lockdown soll während der Schulferien im Oktober stattfinden. Auf der Insel gab es zuletzt 6'000 Neuinfektionen pro Tag.

«Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet», räumte Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag in einem «BBC»-Interview ein. Es sei das «letzte Mittel der Verteidigung». Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. In vielen Regionen sind die Massnahmen schon verschärft worden, etwa in Teilen von Schottland, im Süden von Wales und im nördlichen England. Mehr als zehn Millionen Menschen sind davon betroffen. 

Hancock sagte zudem, dass nicht nur Infektionen stark zunähmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken steige. Nach «BBC»-Angaben könnten erste Verschärfungen von Massnahmen, die nur den Landesteil England betreffen, nächste Woche verkündet werden. Noch vor wenigen Tagen hatte Premierminister Boris Johnson erklärt, dass ein zweiter landesweiter Lockdown für die Wirtschaft «desaströs» wäre.

15.30 Uhr: Eine kleine Randnotiz 

Es war zwar nur eine Randnotiz der weltweiten Pandemie-Historie, und noch dazu geschah es auf der anderen Seite des Erdballs. Aber es ist auch eine gute Nachricht, dass der Australier Roy nach erfolgreichem Kampf gegen das Coronavirus aus dem Spital entlassen worden ist – denn der Mann ist 100 Jahre alt.

100-Jähriger gewinnt Kampf gegen Corona – Roy wird verabschiedet.
Bild: Facebook/St Vincent's Private Hospital Melbourne

Sechs Wochen hat der Senior im St Vincent’s Private Hospital in Melbourne zugebracht. «Es waren lange 42 Tage, aber dann hatte er endlich zwei negative Testresultat», zitiert die australische «News» Roys Enkelin Lauren Elizabeth. Der Patient scheint bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben: Sein Abschied wird vom Spital mit eigenem Facebook-Post gefeiert.

14.40 Uhr: Lockerungen in Altersheimen – Tessin erlaubt wieder Besuche und Ausgang

Die Bewohner in Tessiner Altersheimen dürfen wieder Besuche auf den Zimmern empfangen und selber ausgehen: Die kantonale Regierung hat am Freitag die entsprechenden Bestimmungen gelockert. Für Besucherinnen und Besucher gelten aber strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Viele ältere Menschen hätten unter der Einsamkeit der letzten Monate gelitten, nicht wenige hätten Appetit und Lebensfreude verloren, erklärte Franco Tanzi, Geriater und Koordinator der Arbeitsgruppe «Altersheime», an einer Medienkonferenz. Das soll nun ein Ende haben.

Die neue Verordnung müsse noch juristisch abgesegnet und an die Altersheime verschickt werden, erklärte Raffaele De Rosa, Vorsteher des Departements für Gesundheit und Soziales. Doch per Freitagabend sollte das Dekret unter Dach und Fach sein.

Besucherinnen und Besucher müssen demzufolge ein strenges Hygiene- und Sicherheitsprotokoll befolgen. Nach Betreten des Altersheims müssen sie ihre Hände waschen und desinfizieren, ein spezielles Hemd anziehen sowie eine Schutzmaske anlegen, die sie erst nach dem Verlassen des Hauses wieder ablegen dürften. Die Masken müssen zertifiziert sein - und dem Standard «Chirurgenmaske» entsprechen.

Alle Externen müssen zudem ein Protokoll unterschreiben, auf dem festgehalten ist, dass sich die betreffende Person in keinem Land aufgehalten hat, das auf der orangen oder roten Liste der Schweiz steht.

Die neue Verordnung enthält auch  die Ausgeherlaubnis für Altersheimbewohner – sei es für ein Essen mit Verwandten oder den Besuch eines Grabes auf dem Friedhof, wie Tanzi erklärte. Auch dies sei wichtig für die älteren Menschen

14.10 Uhr: Migros muss Desinfektionsgerät zurückrufen

Detailhändler Migros ruft in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) das Desinfektionsgerät «UV-C Mini 3» zurück. Eine sichere Benutzung könne nicht gewährleistet werden, heisst es in einer Medienmitteilung  des Bundes.

Das UV-C-Reinigungsgerät könne Schäden an Augen und Haut hervorrufen, da «die elektrische und die photobiologische Sicherheit gemäss anwendbaren Normen» nicht gewährleistet wird. Vom Rückruf betroffen sind die Geräte «UV-C-Mini 3» (Artikelnummer: 6142.606) des Lieferanten «Sonnenkönig of Switzerland», die bei Do it + Garden Migros verkauft wurden. Betroffene Kunden bekommen den vollen Kaufpreis (79,95 Franken) rückerstattet.

13.37 Uhr: Bundesrat präsentiert umstrittene Vorlage zum Mieterlass

Das Parlament in Bern will den von Corona-Schliessungen betroffenen Geschäftsmietern zu Hilfe eilen. Im Auftrag der Räte hat der Bundesrat am Freitag die Vorlage für einen teilweisen Mieterlass beschlossen. Er macht keinen Hehl daraus, dass er wenig von dieser Lösung hält.

Der Bundesrat erwähnt in seiner Mitteilung mehrmals, dass er mit der Botschaft zum Covid-19-Geschäftsmietegesetz einen Auftrag des Parlaments erfülle – in diesem Fall erfüllen muss. Die Regierung verzichtet darauf, dem Parlament die Zustimmung zum Gesetzesentwurf zu beantragen.

Der Bundesrat halte an seiner bisherigen Position fest, dass ein Eingriff in die privatrechtlichen Beziehungen zwischen Mieterinnen und Mietern und Vermieterinnen und Vermietern zu vermeiden sei. Gleich argumentieren die SVP und die FDP, welche die entsprechenden Motionen in der Sommersession ablehnten, sowie der Hauseigentümerverband.

Ob das Gesetz im Parlament wiederum eine knappe Mehrheit findet, zeigt sich Ende Oktober. Dann debattiert der Nationalrat in einer Sondersession unter anderem über diese Vorlage.

12.53 Uhr: Strengere Regeln bei Alkohol in Nizza

Nizza hat als dritte französische Stadt im Kampf gegen das Coronavirus strengere Regeln verhängt. So sind öffentliche Veranstaltungen künftig auf 1'000 Personen beschränkt, Versammlungen von mehr als zehn Personen am Strand oder in Parks sind verboten, wie der zuständige Präfekt Bernard Gonzalez am Freitag ankündigte.

Frankreichs Regierung hatte Nizza und Lyon zuvor wegen der verschärften Corona-Lage aufgefordert, die Massnahmen zu verschärfen. Marseille und Bordeaux hatten Anfang der Woche bereits ähnliche Regeln eingeführt.

In Nizza seien der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen und der Konsum auf öffentlichen Plätzen ab 20.00 Uhr verboten, so der Präfekt weiter. Lokale mit Alkoholausschank müssen in der Stadt an der Côte d'Azur ausserdem um 00.30 Uhr schliessen.

12.13 Uhr: 488 neue Ansteckungen innert 24 Stunden 

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 488 neu Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Insgesamt wurden 13'993Tests durchgeführt, womit die Positivitätsrate bei 3,5 Prozent liegt. 15 Personen wurden wegen einer Infektion in Spitalpflege gebracht, drei Menschen sind gestorben.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'251'614 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Innerhalb eines Tages wurden dem BAG 13'993 neue Tests gemeldet. Bei 4,6 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die letzten sieben Tage betrug die Positivitätsrate 4,0 Prozent.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung steckten am Freitag nach Angaben des BAG 2048 Personen in Isolation und '5598 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 7'571 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Studenten der Universität Neuenburg UNIN sitzen Mitte September mit Schutzmasken im Hörsaal. (Archiv)
Bild: Keystone

11.45 Uhr: Häftling in Waadtländer Gefängnis infiziert

Im Hochsicherheitsgefängnis Bochuz in Orbe, Kanton Waadt, ist ein Insasse am Donnerstag positiv auf das Coronvirus getestet worden, berichtet «20 Minuten». Die Person sei am Mittwoch nach dem Auftreten erster Symptome isoliert worden.

Laut einer Mitteilung der Strafvollzugsbehörde des Kantons Waadt werde derzeit untersucht, wo die Infektionsquelle liege. Das gesamte Strafvollzugspersonal und alle Gefängnisinsassen seien informiert. Man habe sie aufgefordert, sehr wachsam hinsichtlich Corona-Symptomen zu sein. Auf nicht unbedingt notwendige Besuche von externen Akteuren werde derzeit verzichtet.

In der Haftanstalt Bochuz in Orbe VD ist ein Insasse positiv auf das Coronavirus getestet worden. (Archiv)
Bild: Keystone

10.51 Uhr: GDK-Empfehlungen für stark betroffene Regionen

Der Vorstand der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) empfiehlt besonders betroffenen Regionen pragmatische Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wenn es relevante Kennzahlen nahelegen würden, könnte etwa die Maskenpflicht ausgeweitet oder Personenobergrenzen bei privaten Veranstaltungen eingeführt werden.

Der GDK-Vorstand zeigte sich in einer Mitteilung vom Freitag besorgt über die tendenziell steigenden Covid-19-Fallzahlen in der Schweiz. Kantonale beziehungsweise regionale Massnahmen, wie sie vielerorts ergriffen worden seien, seien nach wie vor das richtige Mittel zur Eindämmung des Virus.

Der Vorstand empfiehlt weitergehende Massnahmen, wenn die relevanten Kennzahlen dies nahelegen. Relevant sei beispielsweise die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen, heisst es in der Mitteilung, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

Als Massnahmen im Vordergrund stehen für den GDK-Vorstand unter anderem eine Einführung oder Ausweitung der Maskenpflicht auf Verkaufsgeschäfte und weitere öffentlich zugängliche Innenräume, eine Personenobergrenze in Ausgehlokalen oder klar abgrenzbare Sektoren und nötigenfalls die Schliessung von Nachtclubs und Diskotheken. Erwähnt werden auch weitere Auflagen für grössere Veranstaltungen und eine Personenobergrenze bei privaten Veranstaltungen.

10.25 Uhr: Grossbritannien steht vor zweitem Lockdown

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Grossbritannien könnte dem ganzen Land im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen. Top-Forscher hätten die Massnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die «Financial Times» am Freitag. Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Gesundheitsminister Matt Hancock reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das «letzte Mittel der Verteidigung», sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. «Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet.» Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Premierminister Boris Johnson steht in Grossbritannien in der Kritik, zu spät und falsch auf die erste Ausbruchswelle reagiert zu haben. Innerhalb Europas ist Grossbritannien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land mit Blick auf die Todesfälle. Statistiken zu Infektionen und Todesfällen haben Experten zufolge nur eingeschränkte Aussagekraft – es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete einen erneuten Lockdown in einem Interview als das «letzte Mittel der Verteidigung». (Archiv)
Bild: Keystone

10 Uhr: Mehr als 3'000 neue Fälle in Tschechien

Tschechien hat innerhalb eines Tages mehr Corona-Neuinfektionen verzeichnet als das viel grössere Deutschland. Am Donnerstag wurde mit 3'130 neuen Fällen erstmals die 3'000er-Marke überschritten, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg damit auf knapp 44'200. Mit einer Covid-19-Erkrankung wurden 489 Todesfälle in Verbindung gebracht. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner und damit weniger als ein Siebtel der Bundesrepublik.

Unterdessen treten schärfere Regeln in Kraft. Schüler müssen seit Freitag im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen – ausgenommen sind Erstklässler. Restaurants, Bars und Clubs müssen künftig nachts zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr schliessen. Zudem muss jeder Gast einen Sitzplatz haben. Seit mehr als einer Woche gilt landesweit in allen Innenräumen eine Maskenpflicht

9.45 Uhr: IKRK in Genf muss 60 Personen entlassen

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) muss an seinem Sitz in Genf 95 Stellen abbauen. Aufgrund von Pensionierungen und anderen Personalabgängen dürfte es dabei zu rund 60 Entlassungen kommen.

Überall, auch finanziell, machten sich die negativen Auswirkungen der Coronapandemie bemerkbar, heisst es in einer Mitteilung des IKRK. Das IKRK wolle mit dem Stellenabbau seine Kosten reduzieren.

Für 2020 rechnet das IKRK mit einem Defizit von 130 Millionen Franken. Vorgesehen sind bereits Einsparungen von 25 Millionen Franken. Weitere Stellen sind jedoch nach wie vor in Gefahr. Das IKRK beschäftigt mehr als 20'000 Mitarbeitende.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat die Entlassung von rund 60 Personen an seinem Sitz in Genf angekündigt. (Archiv)
Bild: Keystone

9.05 Uhr: Roche-Mittel erreicht in Studie angestrebt Wirkung

Roche kommt auf der Suche nach einem Coronamittel voran. Das bereits zugelassene Roche-Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) habe in der Phase-III-Studie EMPACTA die angestrebte Wirkung bei Patienten mit coronabedingter Lungenentzündung erreicht.

Die Patienten, die Actemra/RoActemra plus Standardbehandlung erhielten, hatten im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus Standardbehandlung erhielten, eine um 44 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden zu müssen oder zu sterben. Dies gab der Basler Pharmariese am Freitag bekannt.

Roche kommt auf der Suche nach einem Coronamittel voran. Das bereits zugelassene Roche-Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) hat in einer Studie die angestrebte Wirkung bei Patienten mit coronabedingter Lungenentzündung erreicht. (Archiv)
Bild: Keystone

8.12 Uhr: Kanton Waadt lockert Quarantänebestimmungen

Der Kanton Waadt hat bereits einer Woche seine Quarantänerichtlinien gelockert, wie das Westschweizer Fernsehen berichtet. Demnach gelte nun, dass nur noch in Quarantäne müsse, wer mit einer infizierten Person in einer Beziehung sei oder unter demselben Dach lebe. Bislang mussten im Kanton alle in Quarantäne, die sich in einem Abstand von weniger als 1,5 Meter Abstand während mindestens 15 Minuten zu einer infizierten Person aufgehalten hatten.

Die Lockerung der Quarantäneregelung fällt in eine Zeit, in der die Waadt die höchsten Fallzahlen aller Kantone meldet. Fast jede dritte positiv getestete Person in der Schweiz kommt derzeit aus der Waadt, berichtet «Blick» Die Positivitätsrate sei hier am Sonntag fast dreimal so hoch gewesen wie etwa in Zürich.

Der Kanton Waadt gilt derzeit als Corona-Hotspot der Schweiz: Im Univeristätsspital Lausanne (CHUV) wird am 17. September ein Covid-19-Patient behandelt. 
Bild: Keystone

7.35 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Grafik: dpa

6.51 Uhr: Keine neuen Infektionen in Neuseeland

Zum ersten Mal seit mehr als fünf Wochen hat Neuseeland keine neue Coronavirus-Infektion registriert. Es war ebenfalls der vierte Tag in Folge, an dem es keinen Fall von Übertragung innerhalb der Gemeinde gegeben hatte, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Alle Fälle der vorherigen Tage waren auf Rückkehrer zurückzuführen, die sich in Quarantäne befanden.

Die Entwicklung machte Hoffnung, dass der jüngste Ausbruch in der Stadt Auckland eingedämmt ist. Der Ursprung dessen ist noch nicht geklärt, die Behörden glauben, das Virus sei erneut aus dem Ausland ins Land gebracht. In Auckland hatte zeitweise wieder eine Ausgangssperre gegolten. Neuseeland versucht weiterhin, das Virus komplett auszurotten. Insgesamt hat das Land nur knapp mehr als 1'800 Infektionen und 25 Todesfälle registriert.

5.50 Uhr: Marco Rima auf der Corona-Demo-Bühne

Das ist nicht komisch: Komiker Marco Rima ist als Corona-Skeptiker bekannt. Nun ist er Stargast an der Demonstration der Corona-Kritiker am Samstag in Zürich, wie der «Blick» schreibt. Der 59-Jährige soll auf der Bühne stehen. Auch der umstrittene Satiriker Andreas Thiel wird von den Organisatoren angekündigt.

Komiker Marco Rima an der Eröffnung des 25. Arosa Humorfestivals, am 8. Dezember 2016, in Arosa.
Keystone

Auf einem Corona-skeptischen YouTube-Kanal freut sich Demo-Mitorganisatorin Tatiana Chamina: Man habe mit Rima und Thiel «die Besten der Besten» für einen Auftritt gewinnen können. Und Daniel Stricker, der den YouTube-Kanal betreibt, meint: Die Anwesenheit der beiden Promis zeige, «dass die Leute keine Angst haben müssen, zu kommen».



4.55 Uhr: Ex-Beraterin von Pence kritisiert Trump

Eine frühere Beraterin von US-Vizepräsident Mike Pence hat schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit der Coronapandemie erhoben. Olivia Troye sagte der «Washington Post», Trumps Reaktion auf die Krise habe eine «völlige Missachtung menschlichen Lebens» gezeigt. Ihm sei es vor allem um die Wirtschaft und um seine Wiederwahl gegangen. Troye beriet Pence nach Angaben der «Washington Post» bis zu ihrem Ausscheiden im August unter anderem zum Coronavirus. Sie nahm demnach in dieser Funktion an Sitzungen der Coronavirus-Task-Force teil, der Pence vorsteht.

In einem Video, das die Gruppe «Republikanische Wähler gegen Trump» am Donnerstag veröffentlichte, sagte Troye mit Blick auf das Virus: «Gegen Mitte Februar wussten wir, dass die Frage nicht war, ob Covid eine grosse Pandemie hier in den Vereinigten Staaten würde, sondern wann. Aber der Präsident wollte das nicht hören, weil seine grösste Sorge war, dass wir in einem Wahljahr sind.» Hätte Trump das Virus ernst genommen, hätte er dessen Ausbreitung verlangsamt. Trump zieht als Kandidat der Republikaner in die Wahl am 3. November.

Olivia Troye, die ehemalige Beraterin von US-Vize Mike Pence, hat die Corona-Politik von Donald Trump schwer kritisiert. (Archiv)
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4 Uhr: Zweiter Lockdown in Israel

Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitagnachmittag (14:00 Uhr Ortszeit/13:00 Uhr MESZ) an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Massnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Ladenschliessungen sollen mindestens drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der hohen Infektionszahlen der letzten Tage könnte eine weitere Verschärfung der Massnahmen notwendig werden. «Ich werde nicht zögern, zusätzliche Beschränkungen zu verhängen, falls die Notwendigkeit besteht», sagte er.

1.19 Uhr: Mehr als 30 Millionen Infektionen weltweit

Seit Beginn der Coronapandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei 943'000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197'000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht – gemessen an den Ansteckungen – Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83'000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134'000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA – dort starben gut 60 Menschen pro 100'000 Einwohner.

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