Militärjunta beginnt mit Freilassung von 5600 Gefangenen

dpa

19.10.2021 - 05:25

A mother reacts after her daughter, left, was released from Insein Prison in Yangon, Myanmar, Monday, Oct. 18, 2021. Myanmar's government on Monday announced an amnesty for more than 5,600 people arrested for taking part in anti-government activities that protested February's seizure of power by the military. Over 1,000 people were freed from prisons around the country and charges against more than 4,000 others were suspended. (AP Photo)
Eine Mutter umarmt ihre Tochter, die am Montagabend (Ortszeit) das berüchtigte Insein-Gefängnis in Yangon verlassen konnte.
Bild: Keystone/AP Photo

Die Militärjunta in Myanmar hat die Freilassung von mehr als 5600 Gefangenen angeordnet, darunter viele aus dem für brutale Foltermethoden bekannten Insein-Gefängnis in der grössten Stadt Yangon. 

dpa

19.10.2021 - 05:25

Die Militärjunta in Myanmar hat wie angekündigt die Freilassung von landesweit mehr als 5600 Gefangenen angeordnet, darunter viele aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in der grössten Stadt Yangon. Am Montagabend (Ortszeit) verliessen erste Häftlinge, die im Zuge der Machtübernahme der Generäle Anfang Februar festgenommen worden waren, die für brutale Foltermethoden bekannte Haftanstalt.

Angehörige und Freunde harrten stundenlang vor den Gefängnissen in dem südostasiatischen Krisenland aus, viele Menschen lagen sich weinend in den Armen.

Bis zum Dienstagmorgen wurden Augenzeugen zufolge mehrere Hundert Häftlinge freigelassen. Viele weitere sollen im Laufe des Tages folgen. «Zwei meiner Freunde wurden gestern Nacht entlassen», sagte Lin Lin, ein Bürger aus Myanmar, der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe seit dem Abend vor dem Insein-Gefängnis gewartet und bin so froh, die beiden zu sehen.»



Nach Angaben der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Putsch vom 1. Februar mehr als 9000 Menschen wegen ihres Widerstands gegen die Junta inhaftiert. Derzeit sollen noch rund 7300 im Gefängnis sitzen. Mindestens 1181 Menschen wurden getötet. Zuletzt hatte die Militärregierung Ende Juni eine Massenamnestie für 2300 Gefangene angeordnet.

dpa