Moskau bestätigt Raketentest – und dementiert Gefahr für ISS

SDA

16.11.2021 - 15:36

HANDOUT - Das computergenerierte Bild der European Space Agency (ESA) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist (Foto undatiert). Das russische Verteidigungsministerium hat in einer Mitteilung vom Dienstag den Testabschuss eines Satelliten bestätigt. Foto: ESA/ESA/dpa
Keystone

Nach Anschuldigungen aus den USA hat das russische Verteidigungsministerium den Testabschuss eines Satelliten bestätigt, den Vorwurf einer Gefährdung für Raumfahrer aber zurückgewiesen.

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16.11.2021 - 15:36

Russlands Militär habe am Montag «erfolgreich einen Test durchgeführt, infolge dessen der ausgediente Raumflugkörper «Zelina-D» getroffen wurde, der sich seit 1982 im All befindet», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Trümmerteile des zerstörten Satelliten «stellten und werden keine Bedrohungen für Raumstationen, Raumflugkörper und Weltraumaktivitäten darstellen», betonte das Ministerium.

Die US-Regierung hatte Russland vorgeworfen, durch den Test der Anti-Satelliten-Rakete Weltraumschrott hinterlassen zu haben, der die Sicherheit von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS gefährde. US-Aussenminister Antony Blinken verurteilte «Russlands rücksichtslosen Test». Auf der ISS hält sich seit kurzem auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf.

Den Vorwurf, Moskau gefährde die friedliche Nutzung des Weltraums, nannte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow «Heuchelei». Es gebe dafür keinerlei Belege. Stattdessen treibe das Pentagon selbst «auf aktivste Art und Weise» ein Wettrüsten im All voran, kritisierte Lawrow – etwa durch Tests von Angriffswaffen.

Das Weltraumkommando (Space Command) der US-Streitkräfte teilte mit, der Test vom Montag habe bislang mehr als 1500 nachverfolgbare Trümmerteile in der erdnahen Umlaufbahn produziert. Vermutlich würden diese letztlich in Hunderttausende kleinere Trümmer zerfallen und «über Jahre und möglicherweise Jahrzehnte in der Umlaufbahn verbleiben». Dies bedeute «ein erhebliches Risiko für die Besatzung der Internationalen Raumstation und andere bemannte Raumfahrtaktivitäten sowie für die Satelliten mehrerer Länder».

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