Rekord bei Neuinfektionen

Agenturen/red

31.7.2020 - 22:00

Das Wichtigste in Kürze:

  • WHO meldet neuen Rekord bei den weltweiten Infektionen. 292'000 Fälle innerhalb von 24 Stunden.
  • Das BAG meldete am Freitag 210 neue Infizierte innert 24 Stunden.
  • Die Bar & Club Kommission Zürich wünscht sich mehr Unterstützung für das Nachtleben – und spricht sich deutlich gegen eine Limite von 100 Besuchern aus. 
  • BAG-Direktor Pascal Strupler warnt vor einer «epidemischen Trendwende» und fordert zum Handeln auf.
  • Konsum: Die Schweizer Detailhandelsumsätze sind im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent gestiegen.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 35’232 Personen; davon gelten 31’100 als genesen. 1’981 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 17’401’496, die Zahl der Toten auf 675’167. Das BAG meldete heute 210 neue Infizierte in der Schweiz.

Erstmals gibt es Zahlen vom BAG, die Aufschluss darüber geben, wo sich Corona-Infizierte in der Schweiz angesteckt haben. Demnach erfolgen zwei von drei Ansteckungen im Ausgang – fast 42 Prozent in der Disco oder in einem Club, knapp 27 Prozent in einer Bar oder in einem Restaurant. Der Kanton Genf hat bereits die Schliessung der 36 Nachtclubs ab Freitagabend angeordnet.

Die SBB verlangen von den Mietern ihrer Ladengeschäfte, ab 10. August die Mindestöffnungszeiten wieder einzuhalten. Das bedeutet, dass die Detailhändler an den grossen Bahnhöfen wochentags bis 21 Uhr und am Wochenende bis 20 Uhr Kunden empfangen müssen.

Am Flughafen Basel-Mülhausen werden ankommende Passagiere aus Serbien, der Türkei und aus Israel auf das Coronavirus getestet. Der Flughafen führt ab Samstag entsprechende Tests ein. In Zürich und Genf gibt es vorerst keine obligatorischen Tests.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.25 Uhr: Griechenland und Zypern verschärfen Maskenpflicht

Griechenland und Zypern verschärfen wegen steigender Corona-Infektionszahlen ihre Maskenpflicht. In beiden Ländern müssen künftig in öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen Masken getragen werden, wie die Regierung in Athen und Nikosia am Freitag mitteilten. Wie der griechische Zivilschutzminister Nikos Hardalias sagte, soll die verschärfte Maskenpflicht zunächst bis Ende August gelten. Sie gilt demnach unter anderem in Kirchen, nicht aber in Restaurants.

Die griechische Regierung erliess auch neue Beschränkungen für Besuche in Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen, die vorerst bis Mitte August gelten sollen. An Feiern wie Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen dürfen nur noch maximal hundert Gäste teilnehmen. Hardalias kritisierte, die Griechen seien bei der Einhaltung der Corona-Regeln zuletzt nachlässig geworden und hätten sich auch wieder in grösseren Gruppen getroffen. Dies habe zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt.

Auch in Zypern müssen ab Mitternacht in Geschäften, Supermärkten, Banken, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Räumen Masken getragen werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Verstösse werden mit einem Bussgeld in Höhe von 300 Euro bestraft.

21.13 Uhr: SAP soll europäische Corona-Apps miteinander kompatibel machen

Das deutsche Softwareunternehmen SAP soll gemeinsam mit der Telekom-Tochter T-Systems die Corona-Warnapps der EU-Mitgliedstaaten miteinander kompatibel machen. Die EU-Kommission habe die beiden Unternehmen beauftragt, dafür eine technische Lösung zu entwickeln, sagte ein Kommissionssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach soll eine Plattform etabliert werden, auf der die unterschiedlichen Apps Informationen austauschen können.

Die Idee sogenannter Tracing-Apps ist es, Nutzer zu warnen, wenn sie Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten. In Deutschland gibt es seit Mitte Juni eine im Auftrag der Bundesregierung entwickelte Corona-Warn-App. Auch viele weitere EU-Länder haben derartige Anwendungen herausgebracht. Weil die Apps bislang aber nicht miteinander kommunizieren können, funktionieren sie im Ausland nur bedingt.

SAP und T-Systems sollen nun eine Plattform einrichten, auf der die Apps grenzüberschreitend Daten austauschen können. Wenn ein Nutzer in einer App angibt, sich mit Corona angesteckt zu haben, können die anderen Apps auf diese Information zugreifen. So können etwa Nutzer der italienischen App benachrichtigt werden, wenn sie sich in der Nähe eines infizierten Nutzers der deutschen App aufgehalten haben oder umgekehrt.

Die Entwicklung und Implementierung der neuen Plattform wird voraussichtlich gegen Ende des Sommers abgeschlossen sein. 

20.34 Uhr: Bolsonaro löst Menschenansammlungen aus und schüttelt Hände

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal «G1» am Freitag berichtete. Es bildeten sich Menschenansammlungen. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert.

Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen. In einer Live-Übertragung am Donnerstagabend sagte er, dass er sich nach der Corona-Ansteckung schwach gefühlt und in der Quarantäne «Schimmel in der Lunge» eingefangen habe. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als «leichte Grippe» abgetan. Inzwischen wurde auch Präsidentengattin Michelle positiv auf das Virus getestet.

Nach seiner Genesung befindet sich der Präsident in einer Art Wahlkampfmodus. Nachdem er am Donnerstag im Nordosten – traditionell Gebiet der linken Arbeiterpartei PT – unter anderem ein System zur Wasserversorgung eingeweiht hatte, eröffnete er am Freitag fast 4'000 Kilometer entfernt im Süden staatliche Sozialwohnungen. Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grössten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Mehr als 90'000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

19.58 Uhr: Rekord bei Neuinfektionen – 292'000 Fälle

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292'000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172'000. In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69'000). Danach folgen die USA (65'000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55'000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25'000 neue Infektionen registriert. Viele davon in Spanien mit 2'800.

19.17 Uhr: EU-Kommission will sich Corona-Impfstoff von Sanofi sichern

Die EU-Kommission will 300 Millionen Dosen eines künftigen Impfstoffs vom französischen Pharmaunternehmen Sanofi kaufen. Vorgespräche für einen anvisierten Vertrag seien am Freitag abgeschlossen worden, teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit.

Geplant ist demnach ein Rahmenvertrag, wonach die Kommission vorab einen Teil der Entwicklungskosten des Unternehmens übernimmt und dafür das Recht erhält, eine bestimmte Anzahl von Impfstoffdosen in einem bestimmten Zeitraum zu kaufen. Die bereitgestellten Mittel wären eine Anzahlung für die Impfstoffe, die die EU-Staaten später tatsächlich kaufen. Sanofi will für seinen Impfstoffkandidaten nach jetziger Planung im Juni 2021 die Zulassung beantragen.

«Der heutige Schritt mit Sanofi ist ein erster wichtiger Eckpfeiler einer viel umfassenderen europäischen Impfstoffstrategie», sagte von der Leyen. Man führe weiterhin intensive Gesprächen mit mehreren anderen Unternehmen.

19.02 Uhr: Italien war zu Beginn der Pandemie grösste Corona-Drehscheibe

Italien war einer Untersuchung von US-Experten zufolge zu Beginn der Corona-Pandemie die grösste Drehscheibe des neuartigen Erregers ausserhalb Chinas. In den elf Wochen, bevor die Weltgesundheitsorganisation WHO am 11. März den Pandemie-Fall ausrief, standen 27 Prozent aller gemeldeten Ansteckungen ausserhalb Chinas in Verbindung mit Italien-Reisen, wie aus einer Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht.

Der im Fachmagazin «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlichten Untersuchung zufolge standen zudem 22 Prozent der ersten Wochen gemeldeten Corona-Fälle ausserhalb Chinas im Zusammenhang mit China-Reisen und weitere elf Prozent mit Reisen in den Iran.

«Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Reisen aus nur wenigen Ländern mit erheblichen Ausbrüchen von SARS-CoV-2 weitere Ausbrüche auf der ganzen Welt ausgelöst haben könnten», erklärte die CDC-Forscherin Fatimah Dawood.

Die Forscher stützten sich auf öffentlich zugängliche Informationen von Behörden und Organisationen. Sie identifizierten so in 29 Ländern insgesamt 101 Regionen mit einer hohen Konzentration von Fällen in der Zeit vor der Ausrufung der Pandemie.

18.21 Uhr: Dänemark empfiehlt nun doch Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln

In Dänemark hat die Gesundheitsbehörde am Freitag das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Damit rückte die Behörde von ihrer bisherigen Linie in der Corona-Pandemie ab. Vor einigen Tagen hatte Behördenchef Sören Broström das Tragen von Masken noch als unnötig bezeichnet, da die Infektionsrate in Dänemark gering sei.

Die neue Empfehlung begründete er damit, dass in Dänemark wieder mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Das Einhalten der Abstandsregeln sei dann nicht immer möglich.

Dänemark meldete am Freitag 69 neue Infektionsfälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Damit wurden in dem Land, inklusive Grönland und den Färöer-Inseln, seit Beginn der Pandemie rund 14'000 Infektions- und 615 Todesfälle gemeldet.

17.26 Uhr: Flughafen Basel verlangt Corona-Tests für gewisse Passagiere

Am Flughafen Basel-Mülhausen werden ankommende Passagiere aus Serbien, der Türkei und aus Israel auf das Coronavirus getestet. Der Flughafen führt ab Samstag entsprechende Tests ein.

Die Tests seien obligatorisch, teilte der Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg am Freitag auf seiner Webseite mit. Getestet würden bei der Einreise aus den betroffenen Ländern alle Passagiere ab zwölf Jahren. Es sei deshalb mit längeren Wartezeiten bei der Einreise zu rechnen.

Getestet werden aber nicht nur Passagiere aus den drei betroffenen Ländern, die nach Frankreich einreisen wollten, sondern auch jene, die Schweizer Boden betreten wollen.

In Zürich und Genf gibt es vorerst keine obligatorischen Tests. Diese müssten vom Bund angeordnet werden, sagte eine Sprecherin des Flughafens Zürich auf Anfrage. In der Schweiz gilt für Passagiere aus gegenwärtig 42 Staaten oder Gebieten mit hohem Infektionsrisiko eine zehntägige Quarantäne, darunter auch Serbien und Israel. Die Türkei gilt gemäss BAG nicht als Risikoland.

Frankreich hatte vor einer Woche angekündigt, dass Reisende aus 16 Ländern bei der Ankunft in Frankreich einen Corona-Test machen müssen. In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder leicht. Mit mehr als 30'000 Toten ist Frankreich schwer von der Corona-Pandemie getroffen.

17.12 Uhr: Nepal öffnet Mount Everest wieder für Touristen

Nepal hat den Zugang zum Mount Everest und anderen Bergen im Himalaya trotz der Corona-Pandemie wieder geöffnet. Kurz vor der Herbstsaison sind Bergsteiger, Kletterer und andere Touristen wieder in Nepal willkommen, wie die Tourismusbehörde am Freitag mitteilte. Der höchste Berg der Welt und die anderen Gipfel waren seit dem Frühjahr gesperrt. Mit der Wiedereröffnung will Nepal seine stark angeschlagene Tourismusbranche retten.

Nach der Aufhebung einer landesweiten Ausgangssperre sollen ab dem 17. August auch wieder internationale Flüge in Nepal landen dürfen. Die nepalesischen Behörden arbeiten aber noch an neuen Corona-Auflagen für die Touristen, wie Mira Acharya von der Tourismusbehörde sagte. So soll unter anderem noch festgelegt werden, wie lange Ausländer nach der Einreise in Quarantäne müssen.

In Nepal wurden bislang mehr als 19'500 Corona-Infektionen bestätigt. Allein in der vergangenen Woche wurden noch mehr als tausend Neuinfektionen verzeichnet.

Im vergangenen Jahr drängten sich die Touristen am Everest.
Bild: Keystone

16.49 Uhr: Kanton Genf ordnet Schliessung aller Nachtclubs an

Genf ergreift wieder strengere Massnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Der Kanton hat die Schliessung der 36 Nachtclubs ab Freitagabend angeordnet.

Mit dieser Massnahme versuchten die Behörden, eine exponentielle Anzahl von Infektionen in der Bevölkerung zu vermeiden, teilte der Staatsrat am Freitag vor den Medien mit. In der vergangenen Woche sei in Genf ein Anstieg der Infektionsfälle von 40 Prozent aus Partyeinrichtungen festgestellt worden. Zudem hätten wieder mehr Menschen in Spitäler eingeliefert werden müssen.

Von der Schliessung betroffen sind Nachtclubs, Diskotheken, Tanzlokale, Cabaret-Dancings und ähnliche Einrichtungen. Das Öffnungsverbot gilt mindestens bis zum 23. August. Je nach epidemiologischer Entwicklung kann das Verbot verlängert werden.

Auch für Bars- und Restaurants gelten in Genf nun wieder strengere Regeln. Dort müssen Kunden an einem Tisch oder Tresen sitzen, während sie konsumieren. Zwischenmenschliche Distanzen müssen respektiert werden, Trinken im Stehen ist nicht erlaubt.

16.22 Uhr: Zwei von drei Ansteckungen erfolgen im Ausgang

Erstmals gibt es Zahlen, die Aufschluss darüber geben, wo sich Corona-Infizierte in der Schweiz angesteckt haben. Wie SRF berichtet, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dazu Daten der vergangenen zwei Wochen zusammengestellt.

Demnach erfolgten fast 42 Prozent der Ansteckungen in der Disco oder in einem Club, knapp 27 Prozent in einer Bar oder in einem Restaurant. Auf dem dritten Platz der Ansteckungsorte landet die eigene Familie (rund zwölf Prozent der Fälle). Acht Prozent der Infektionen erfolgten während einer Tätigkeit als medizinisches Personal.

Nicht auf der Liste stehen Infektionen beim Einkaufen oder im öffentlichen Verkehr, da dies bei den Ärzten nicht abgefragt worden sei, so SRF.

Ein Auslandsaufenthalt als Infektionsquelle wird nicht explizit als eigener Punkt genannt – diese Fälle wurden in den Kategorien «Bar oder Restaurant» und «Familie» mit aufgenommen. Zuletzt wurde allerdings bekannt, dass rund zehn Prozent aller Corona-Infektionen in der Schweiz auf einen Aufenthalt im Ausland zurückzuführen sind.

15.49 Uhr: Johnson setzt geplante Corona-Lockerungen für England aus

Der britische Premierminister Boris Johnson hat für ganz England geplante Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf Eis gelegt. Sie sollten schon am Samstag beginnen, doch sah sich der Regierungschef angesichts steigender Neuinfektionen zum Kurswechsel gezwungen.

Geplante Wiederöffnungen von Kasinos, Bowlingbahnen und Eislaufhallen würden vorerst kassiert, teilte Johnson am Freitag in London mit. Auch eine vorgesehene Zulassung von Hochzeitsempfängen werde es fürs erste nicht geben. Sportfans werden zudem nicht wie geplant ab Samstag in begrenzter Zahl Pferderennen, Cricket- und Snookerspiele besuchen können.

Die Lockerungen sollen bis mindestens 15. August ausgesetzt werden. Dann werden die Lage erneut geprüft. Statistiken zeigten, dass jeden Tag schätzungsweise 4'900 neue Fälle hinzukämen - Ende Juni waren es noch 2'000 pro Tag, erläuterte der Premierminister auf einer Pressekonferenz. «Wir können diese Belege einfach nicht ignorieren.» Da die Zahlen langsam wieder anstiegen, sollte man auf die Bremse treten, um das Virus unter Kontrolle zu halten.

Johnson gab zudem eine Ausweitung der bisher für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr bestehende Maskenpflicht auf Museen, Galerien, Kinos und Gottesdienste bekannt. Erst am Donnerstag hatte seine Regierung in Teilen Nordenglands die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie wegen steigender Fallzahlen wieder eingeführt. Danach dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen treffen.

Die Anordnung betrifft den Grossraum Manchester - Englands zweitgrösste Metropolregion - sowie die umliegenden Gebiete Lancashire und West Yorkshire. Betroffen sind damit mehr als vier Millionen Menschen.

15.01 Uhr: Sanofi und Glaxosmithkline mit US-Milliarden-Deal

Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline haben nach eigenen Angaben mit der US-Regierung einen Milliardendeal zur Weiterentwicklung eines potenziellen Corona-Impfstoffs abgeschlossen. Die US-Regierung werde bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar bereitstellen und davon mehr als die Hälfte für die Entwicklung und klinische Tests des Impfstoff-Kandidaten, wie die französische Sanofi und ihr britischer Wettbewerber Glaxosmithkline am Freitag mitteilten.

Der Rest soll für den Ausbau der Produktionsmöglichkeiten genutzt werden, um anfänglich 100 Millionen Impfdosen liefern zu können. Sanofi werde den Grossteil des Geldes erhalten. Die US-Regierung hat zudem die Option, längerfristig weitere 500 Millionen Impfdosen zu erwerben.

14.45 Uhr: Schluss

Auf eine Frage im Plenum sagt er: «Wir sehen aktuell keinen Grund dafür, dass die Clubs geschlossen werden.» Denn nur ein Prozent aller Infektionsfälle würden sich im Nachtleben ereignen. Danach widmet er sich Interviewwünschen der Journalistinnen und Journalisten – damit ist die Medienkonferenz beendet. Vielen Dank für das Interesse!

«Ohne weitere Unterstützung muss im Herbst die Hälfte der Clubs schliessen»

«Ohne weitere Unterstützung muss im Herbst die Hälfte der Clubs schliessen»

Die Clubszene war in den letzten Wochen wegen verschiedener Superspreader-Events immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten. Es wurden Forderungen laut nach einem generellen Clubverbot, einer weiteren Reduzierung der Anzahl Gäste oder einer Maskenpflicht. Die Zürcher Bar- und Clubkommission trat am Freitag an die Öffentlichkeit und nahm Stellung zu den geforderten Massnahmen und der schwierigen finanziellen Situation der Clubbetreiber.

31.07.2020

14.36 Uhr: Gegen Limitierung der Gästezahl

Für Empfehlung des Bundes, die Gästezahl im Nachtleben auf maximal 100 zu beschränken, hat Bücheli wenig übrig: Das sei «ein Konkurs auf Raten», hält er zum Schluss der Medienkonferenz fest.

14.30 Uhr: Offene Fragen

Was sind die wichtigen Fragen, die es zu diskutieren gibt? Bücheli sagt, dass auch in Zukunft Covid-infizierte Personen in Clubs verkehren würden. Eine Frage müsse daher sein: Wie könnte man Ansteckungen erkennen, bevor die erkrankte Person Symptome zeige? Wie liessen sich die Belüftungssysteme in den Lokalen optimieren? Solche Fragen würde man gerne mit der Wissenschaft diskutieren.

Mit Blick auf die drängendsten Probleme sagt er: Es brauche eine Lösung für die Mietkosten der Clubs und mehr Hilfe für von der Coronakrise betroffenen Arbeitnehmenden. Zudem brauche es eine Diskussion über ein Hilfspaket für Kulturunternehmen und einen Ausbau des Contact Tracing. Ein Fonds zugunsten des Zürcher Nachtlebens wäre ebenfalls angezeigt. 

14.25 Uhr: Maskenpflicht

Zur aufgeworfenen Frage nach einer Maskenpflicht in Clubs sagt Bücheli: «Ob die Gäste bereit wären, im Club eine Maske zu tragen, wissen wir nicht.» Denn anders als etwa im öffentlichen Verkehr, besuche man ein Nachlokal freiwillig. Falls eine Maskenpflicht eingeführt werde, dürfe diese nicht nur für Clubs gelten, sondern überall, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. 

14.23 Uhr: Erst wenige Fälle im Nachtleben

Zur Rolle, die Clubs bei Neuinfektionen spielen, hält Bücheli fest: Erst fünf Superspreader-Fälle seien bisher bekannt geworden, die sich im Kanton im Nachtleben ereignet hätten. Und auch in diesen sei nicht restlos geklärt, ob die Infektion effektiv im Club erfolgt sei. 

Zwar seien auch die Clubbetreiber besorgt, was das Virus angehe – doch hält er die Berichterstattung über die Risiken im Club für unverhältnismässig. 

14.20 Uhr: Jedem zweiten Club droht das Aus

Wenn die aktuelle Situation weiterbestehen sollte, und keine zusätzlichen Hilfsgelder gesprochen würden, drohten rund der Hälfte aller Clubs im Herbst das Aus, warnt Bücheli. 

14.15 Uhr: Neun von zehn Clubs in Kurzarbeit

Um zu illustrieren, wie gravierend die Coronakrise die Clubbetreiber trifft, zitiert Bücheli aus einer Umfrage, welche die Kommission unter ihren Mitglieder durchgeführt hat. Davon hätten 40 Prozent derzeit nicht regulär geöffnet, 15 Prozent hätten seit Beginn der Krise gar nie wieder eröffnet. Über 1'700 Kulturanlässe seien bereits gestrichen worden, und neun von zehn Clubs hätten für ihre Angestellten Kurzarbeit beantragt. 

14.10 Uhr: Soziale Nähe als Seele des Nachtlebens

Der Ausnahmezustand für die Branche dauere nun seit fünf Monaten an, hält Bücheli fest beim Rückblick auf das, was seit dem Lockdown im März geschehen sei. Er wiederholt auch einige der geltenden Regeln: So gelte ein Gästemaximum von 300 Personen. Wo kein Abstand eingehalten werden könne, müssten die Kontaktdaten der Gäste aufgenommen werden. Doch es sei klar: Soziale Nähe sei das, was die Leute im Nachtleben suchen. 



14.05 Uhr: Es geht los

Die Pressekonferenz ist eröffnet. Alexander Bücheli, Geschäftsführer und Mediensprecher der Bar & Club Kommission Zürich, begrüsst die Journalisten und unterstreicht die Bedeutung der Branche: So hätten die Mitglieder des Interessenverbands im Jahr 2018 rund 5,6 Millionen Besucher gezählt. 

13.53 Uhr: Clubbetreiber treten vor die Medien

In Zürich zieht in wenigen Minuten eine Pressekonferenz der Bar & Club Kommission. Die Betreiber der Zürcher Bars und Clubs wollen eine Zwischenbilanz zu den Veranstaltungen im Kanton auflegen sowie über Schutzkonzepte und Contact Tracing informieren. «Bluewin» deckt den Anlass im Ticker und im Livestream ab. 

13.44 Uhr: SBB kehren zu Mindestöffnungszeiten zurück

Die SBB verlangen von den Mietern ihrer Ladengeschäfte, ab 10. August die Mindestöffnungszeiten wieder einzuhalten. Das berichtet CH Media. Das bedeute, dass die Detailhändler an den grossen Bahnhöfen wochentags bis 21 Uhr und am Wochenende bis 20 Uhr Kunden empfangen müssen.

Von den Händlern kommt Kritik. Denn noch immer sei die Auslastung deutlich geringer als vor Beginn der Corona-Pandemie. «Wir haben Verständnis, wenn einheitliche Öffnungszeiten gelten sollen. Doch wenn die Auslastung nicht stimmt, ist es wichtig, dass die Läden flexibel bleiben können», so Dagmar Jenni, die Geschäftsführerin der Swiss Retail Federation, gegenüber CH Media. «Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist die Unterstützung wichtig. Auch Mietzinsanpassungen müssen in solchen Fällen ein Thema sein.»

Laut SBB sei es möglich, Ausnahmegesuche zu stellen.

13.25 Uhr: Moret und Stöckli besuchen die Genfer Universitätsspitäler

Moret und Stöckli besuchen die Genfer Universitätsspitäler

Moret und Stöckli besuchen die Genfer Universitätsspitäler

Die Nationalratspräsidentin Isabelle Moret und der Ständeratspräsident Hans Stöckli haben am Freitagvormittag die Universitätsspitäler Genf (HUG) besucht, wo sie das Hochsicherheitslabor P4 besichtigen konnten. Dieser Besuch ist ein Teil der Tour durch jene Kantone, die von der Covid-19-Pandemie am meisten betroffen waren. Anfangs Juli haben sie den Kanton Tessin besucht.

31.07.2020

13.13 Uhr: Bolsonaro fühlt sich noch «etwas schwach»

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fühlt sich nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus nach eigenen Worten geschwächt. «Ich habe gerade eine Blutuntersuchung gemacht. Gestern habe ich mich etwas schwach gefühlt. Sie haben auch eine kleine Infektion festgestellt. Jetzt nehme ich Antibiotika», sagte er am Donnerstag (Ortszeit) in einer Live-Übertragung in sozialen Netzwerken. «Ich habe mir da Schimmel eingefangen, Schimmel in der Lunge vielleicht, kann sein», ergänzte er.

Seine Corona-Infektion hatte der 65-Jährige bereits am vergangenen Wochenende für überwunden erklärt. Ein neuer Corona-Test bei ihm sei negativ ausgefallen, hatte er am Samstag getwittert. Bolsonaro hatte zwei Wochen zuvor bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne im Palácio da Alvorada in Brasília, mehrere Tests fielen positiv aus. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als «leichte Grippe» abgetan.

Inzwischen ist Präsidentengattin Michelle, die mit ihm und den beiden Töchtern in der Präsidentenresidenz lebt, positiv auf das Virus getestet worden. Sie sei bei guter Gesundheit und folge den Vorgaben zum Umgang mit einer Corona-Infektion, teilte das Kommunikationsministerium am Donnerstag in der Hauptstadt Brasília mit.

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grössten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Über 90'000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Jair Bolsonaro hat eigenen Angaben zufolge «Schimmel in der Lunge».
Bild: Keystone

12.51 Uhr: Erstes Virus-Todesopfer auf Fidschi

Auf Fidschi im Südpazifik ist erstmals ein Patient im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Der 66-Jährige, der sich bei einer medizinischen Behandlung in Indien mit dem Coronavirus infiziert hatte, habe isoliert in einem Krankenhaus des Inselstaates gelegen, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Trotz aller Bemühungen der Ärzte sei der Mann wegen Komplikationen in Verbindung mit Covid-19 nicht mehr zu retten gewesen, sagte Gesundheitsminister Ifereimi Waqainabete.

Bevor der Mann und acht weitere infizierte Reisende Anfang Juli aus Indien in ihre Heimat zurückgekehrt waren, galt Fidschi mit seinen mehr als 900'000 Einwohnern mehrere Wochen lang als Corona-frei. Bis heute gibt es 27 bestätigte Infektionen, 18 Betroffene sind wieder gesund. Andere Pazifikinseln - darunter Tuvalu, Vanuatu und Samoa - sind einige der wenigen Regionen der Erde, die bislang keinen einzigen Corona-Fall gemeldet haben.

12.27 Uhr: 210 neue Infizierte in der Schweiz innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag innert eines Tages 210 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind leicht weniger als am Vortag. Die Fallzahl lag zum zweiten Mal in Folge über der 200er-Marke.

Insgesamt wurden damit dem BAG von Montag bis Freitag bereits gleich viele bestätigten Neuinfektionen gemeldet, wie in der gesamten vorherigen Woche, nämlich rund 820. Am Donnerstag waren es 220 gewesen, am Mittwoch 193, am Dienstag 132 und am Montag 65. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher 35'232 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag 17 neue Hospitalisationen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um ein Oper auf 1'705.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1'019 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 2'896 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 12'020 Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

12.17 Uhr: Hongkongs Regierung verschiebt Parlamentswahl

Die Hongkonger Regierung hat die im September geplante Parlamentswahl verschoben. Regierungschefin Carrie Lam begründete den umstrittenen Schritt am Freitag damit, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der chinesischen Sonderverwaltungsregion wieder gestiegen sei.

Carrie Lam will in Hongkong erst später wählen lassen.
Bild: Keystone

11.50 Uhr: Musterschüler Vietnam beklagt ersten Toten

In Vietnam ist erstmals ein Mensch in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das gab am Freitag die Regierung in dem südostasiatischen Land bekannt, das bisher als sehr erfolgreich im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt.

Jedoch gibt es schon seit Tagen Angst vor einer zweiten Welle: In der Küstenstadt Da Nang waren am vergangenen Wochenende erstmals wieder Infektionen verzeichnet worden, nachdem Vietnam fast 100 Tage lang keine lokale Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet hatte. Mittlerweile gibt es auch Neuinfektionen in der Hauptstadt Hanoi.

Der gestorbene Patient war am 9. Juli ins Krankenhaus gebracht worden. Berichten zufolge war er über 70 Jahre alt und litt an mehreren Vorerkrankungen. Am Freitag meldete das Land am Mekong auch einen Rekord an Neuinfektionen: Die Zahl kletterte um 45 auf insgesamt 509 bestätigte Fälle.

Die meisten steckten sich in Krankenhäusern in Da Nang mit dem Virus an. Die gerade bei Urlaubern beliebte Metropole war bereits vor Tagen weitgehend abgeriegelt worden. Auch in Hanoi mit etwa acht Millionen Einwohnern waren zuletzt wieder alle Cafés und Bars geschlossen worden, grössere Menschenansammlungen sind verboten.

11:40 Uhr: Corona-Alarm auf Mallorca

Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln mit Mallorca für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Freitag auf Anfrage zunächst nichts weiter mit.

Die Zeitung «Diario de Mallorca» schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen. Die Gesundheitsbehörde bestätigte die von der Zeitung genannte Zahl zunächst nicht. Bei einigen der in einem Hotel untergebrachten Menschen könne es sich auch um Familienangehörige handeln, die nicht infiziert seien.

Die Urlauber seien in dem von der Regionalregierung eigens für Quarantäne-Massnahmen angemieteten Hotel Morlans Garden in der Stadt Peguera knapp 25 Kilometer westlich von Palma de Mallorca untergebracht worden. Die Regionalregierung übernehme alle Kosten für Unterbringung und Verpflegung, aber nicht möglicherweise anfallende Kosten für eine medizinische Behandlung.

Die Balearen hatten sich als erste spanische Region schon am 15. Juni in einem Pilotprojekt zunächst nur für Urlauber aus Deutschland wieder geöffnet. Seit dem 1. Juli dürfen alle Bürger aus der EU und aus Schengenstaaten wie der Schweiz nach Spanien einreisen.

Die Infektionszahlen auf den Inseln sind im Vergleich zu stärker betroffenen spanischen Regionen wie Barcelona oder Aragón und Navarra relativ niedrig. Allerdings sorgten Bilder von wilden Partys vor allem deutscher und britischer Urlauber für Empörung, bei denen keine Vorsichtsmassnahmen eingehalten wurden, für Empörung.

Einen schweren Rückschlag für die Tourismusbranche der Balearen und ganz Spaniens war die Entscheidung der britischen Regierung, für alle Rückkehrer aus Spanien eine vierzehntägige Quarantäne anzuordnen. Daraufhin stornierten viele Urlauber ihre Reservierungen. Deutschland rät von touristischen Reisen nach Katalonien, Navarra und Aragón ab.

11.20 Uhr: Wirtschaft in der Eurozone schrumpft

Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist in der Corona-Krise unter die Räder gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich im Zeitraum von April bis Juni zum Vorquartal um 12,1 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis einer vorläufigen Schätzung mitteilte.

Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1995. Experten hatten einen Einbruch in dieser Grössenordnung erwartet, nachdem die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn um 3,6 Prozent zurückgegangen war. Die Wirtschaft im Euro-Währungsraum war bereits angeschlagen in die Corona-Krise gegangen und steckt nun tief in der Rezession.

Auch die beiden grössten Volkswirtschaften der Euro-Zone wurden hart getroffen: Während das BIP in Deutschland um 10,1 Prozent schrumpfte, waren es in Frankreich sogar 13,8 Prozent. Dazwischen bewegt sich Italien mit minus 12,4 Prozent. Noch heftiger durchgeschüttelt wurden jedoch die Volkswirtschaften in Portugal (minus 14,1 Prozent) und Spanien mit minus 18,5 Prozent. Vergleichsweise glimpflich war der BIP-Rückgang in Litauen mit minus 5,1 Prozent und in Lettland mit minus 7,5 Prozent.

11 Uhr: Schützenhilfe für Swiss-Covid-App

Weil die Zahl der Nutzer der Swiss-Covid-App stagniert, bringen Ökonomen der Universität Lausanne und der ETH Zürich eine neue Lösung ins Spiel: Beim nächsten Update des Betriebssystem soll der Nutzer aktiv widersprechen müssen, um die App nicht automatisch zu installieren, sofern sie nicht vorhanden müssen, schreibt «20 Minuten».

Das Verfahren erinnert an die Diskussion um die Organspende und den Ansatz, jeden zum Spender zu machen, wenn die Person nicht aktiv widerspricht und sich als Nicht-Spender ausdrücklich registrieren lässt.

10.40 Uhr: Mit Deutschlands «schlechten» Zahlen könnte die Schweiz gut leben

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 870 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 208'698 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.

Am Donnerstag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen mit 902 den Höchststand für Juli markiert. Bis Mitte Juli hatte die Zahl wochenlang meist bei unter 500 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchten die Behörden eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln.

Umgerechnet auf die Einwohnerzahl liegen die deutschen Zahlen weit unter denen der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte am Donnerstag für die Schweiz und Liechtenstein 220 Neuansteckungen innert einem Tag gemeldet. Deutschland hat fast zehnmal so viele Einwohner wie die Schweiz.

10.30 Uhr: Trump verliert Mitstreiter

Herman Cain ist tot. Der Republikaner war ein kontroverser Politiker: Ein Mitglied der stramm konservativen Tea Party und stellvertretender Vorsitzender der «Black Voices for Trump». Der 74-Jährige hatte es wie der US-Präsident abgelehnt, eine Maske zu tragen und infizierte sich mit Sars-CoV-2. Er war Anfang Juli ins Spital eingeliefertt worden, wo er dem Virus nun erlag.

10 Uhr: BAG-Chef warnt vor «epidemischen Trendwende»

Die jüngsten Fallzahlen stehen für eine «epidemische Trendwende», warnt Pascal Strupler. Der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sagte dem «Tages-Anzeiger»: «Wir müssen handeln.» Der Bund habe den Kantonen empfohlen, die Zügel anzuziehen: Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, die öffentlich genutzt werden, eine Obergrenze für Bars und Clubs bei 100 Personen und eine lückenlose Erfassung ihrer Daten.

Bisher herrsche zwischen den Kantonen ein Durcheinander, so Strupler In Kantonen wie Genf, Waadt und Jura gilt beispielsweise eine Maskenpflicht im Detailhandel und den Geschäften. Lob gab es für die Bemühungen der Kantone beim contact tracing – BAG und Kantone haben in diesem Bereich Personal aufgestockt.

8.40 Uhr: Umsätze im Detailhandel ziehen an

Trotz der Coronakrise zieht es die Menschen wieder zum Shoppen. Wie das Bundesamt für Statistik (Bfs) am Freitag mitteilte, steigen die Umsätze im Schweizer Detaillhandel im Juni wieder an.

Die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze sind im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 0,4 Prozent gestiegen. Saisonbereinigt sind die nominalen Detailhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent zurückgegangen, so das Bfs.

Laut Zahlen des Bfs gehen die Menschen wieder mehr in die Geschäfte. (Symbolbild)
Bild: Keystone

8 Uhr: Viele Australier halten sich nicht an Lockdown

Jeder vierte mit dem Coronavirus infizierte Australier im Corona-Hotspot Victoria hält sich den Behörden zufolge nicht an die Gesundheitsvorschriften und geht weiter unter Menschen. Als Gesundheitsinspektoren in den vergangenen zwei Tagen die Häuser von mehr als 500 Personen überprüft hätten, seien 130 von ihnen nicht zu Hause gewesen – und unter anderem weiter zur Arbeit gegangen, sagte der Premierminister des südöstlichen Bundesstaates, Daniel Andrews, am Freitag. «Um Himmels willen, wenn Sie das Virus haben, müssen Sie zu Hause bleiben», betonte der Politiker.

Gegen 100 Menschen in Victorias Hauptstadt Melbourne werde ermittelt, weil sie die Lockdown-Regeln gebrochen hätten. Die Polizei habe bereits 124 Bussgelder in Höhe von bis zu 1'300 australischen Dollar (850 Franken) verhängt, so Andrews.

In der Millionenmetropole war vor drei Wochen nach steigenden Coronazahlen erneut ein strikter Lockdown ausgerufen worden, der noch bis mindestens 19. August dauern soll. Andrews schloss aber nicht aus, dass die Massnahme verlängert werden könnte, um die Ausbreitung einzudämmen.

Eine Karte in Einsatzzentrum in Melbourne zeigt an, wo die Corona-Fallzahlen besonders hoch sind. 
Bild: Keystone

7.41 Uhr: Französische Wirtschaft schrumpft massiv

Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie noch stärker abgestürzt als die deutsche. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 13,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte. Konsum, Aussenhandel und Investitionen brachen ein. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem Minus von 15,2 Prozent gerechnet. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft brach im Frühjahr um 10,1 Prozent ein.

Der landesweite Lockdown zur Eindämmung der Pandemie hatte weite Teile der französischen Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte und Hotels mussten bis zum 11. Mai schliessen. Cafès und Restaurants durften erst ab dem 2. Juni wieder aufmachen.

7.30 Uhr: Macht Corona Wale froh?

Macht Corona Wale froh?

Macht Corona Wale froh?

Vor der Küste Brasiliens untersuchen Forscher die Kommunikation zwischen Buckelwalen. Seit ein paar Monaten ist dort der Schiffsverkehr zurückgegangen. Biologen gehen davon aus, dass die Tiere sich nun besser verständigen können.

31.07.2020

Vor der Küste Brasiliens untersuchen Forscher die Kommunikation zwischen Buckelwalen. Seit ein paar Monaten ist dort der Schiffsverkehr zurückgegangen. Biologen gehen davon aus, dass die Tiere sich nun besser verständigen können.

6.18 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene.
Grafik: dpa

4.55 Uhr: Nato schlecht für zweite Welle gewappnet

Die von der Nato vorbereitete Krisenhilfe für den Fall einer zweiten Welle der Coronapandemie könnte deutlich weniger umfangreich ausfallen als geplant. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten Mitgliedstaaten zuletzt noch nicht einmal 1,6 Millionen Euro für den neuen Treuhandfonds zur Pandemieabwehr zugesagt. Hoffnung der Nato-Zentrale war es, zügig mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag zusammenzubekommen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist verärgert. Er wollte die Nato zu einem relevanten Akteur in der Coronakrise zu machen. Die Nato-Mitgliederstaaten machen bisher aber nicht mit. (Archivbild)
Keystone

Mit dem Geld aus dem bereits im Juni beschlossenen «Pandemic Response Trust Fund» will die Nato eigentlich den Aufbau von Lagern mit medizinischer Ausrüstung ermöglichen und im Fall einer zweiten grossen Coronawelle auch Partnerländer wie die Ukraine unterstützen können. Angesichts der sich hinziehenden Vorbereitungen ist nun allerdings unklar, ob wirklich im grossen Stil Krisenhilfe geleistet werden könnte – vor allem wenn es bereits zeitnah zu einer zweiten Pandemiewelle kommen sollte.

Ein Nato-Sprecher bestätigte der dpa, dass bis zuletzt erst neun der 30 Alliierten feste Zusagen für den Fonds gemacht hatten. Er betonte allerdings, dass von mehreren Ländern signifikante Materialspenden angekündigt worden seien. Dazu gehörten unter anderem 200 moderne Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung. Weitere Angebote seien in Vorbereitung.

Als Grund für die schleppenden Vorbereitungen werden in Bündniskreisen noch laufende Abstimmungen unter Mitgliedsländern genannt. Offensichtlich betrachteten zudem einige Nato-Staaten die zivile Krisenvorsorge eher als Thema für die EU als für das Verteidigungsbündnis.

Für Generalsekretär Jens Stoltenberg und die Nato-Zentrale ist die Zurückhaltung ärgerlich. Sie hatten das Projekt des Treuhandfonds im Frühjahr stark vorangetrieben – auch um die Nato zu einem relevanten Akteur in der Krise zu machen.

2.13 Uhr: Hongkongs Restaurants waren nur einen Tag zu

In Hongkong ist die wegen der Coronapandemie verordnete Schliessung aller Restaurants nach nur einem Tag wieder aufgehoben worden. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone beschlossen am Donnerstag die Aufhebung der Massnahme, da diese grossen Unmut in der Bevölkerung ausgelöst hatte.

In Hongkong ist auch McDonald's wieder offen. Auf Druck der Bevölkerung hat die Regierung die Schliessung der Restaurants nach einem Tag bereits wieder aufgehoben.
Keystone

In den Onlinenetzwerken veröffentlichte Fotos zeigten, dass viele Arbeiter in der Mittagspause gezwungen waren, ihr Essen in Parkanlagen oder auf Bürgersteigen einzunehmen. Manche flüchteten wegen heftiger Regengüsse sogar in öffentliche Toiletten und assen dort. Die Restaurant-Schliessungen hätten zu «Unannehmlichkeiten» und «Schwierigkeiten» geführt, räumten die Behörden ein.

In der Stadt mit 7,5 Millionen Einwohnern wurde daraufhin der Besuch von Restaurants wieder zugelassen, allerdings nur tagsüber. Die Vorschriften erlauben jedoch immer nur maximal zwei Gäste an einem Tisch. Zudem darf nur maximal die Hälfte der Plätze besetzt sein. Abends dürfen die Restaurants nur Essen zum Mitnehmen anbieten. Schon vor der kurzzeitigen Totalschliessung waren Restaurantbesuche nur tagsüber erlaubt gewesen.

Hongkong hatte die Ausbreitung des Coronavirus im Frühjahr zwar erfolgreich eindämmen können. Allerdings tauchten kürzlich neue Virusherde auf. Seit Anfang Juli wurden mehr als 1'500 neue Infektionsfälle verzeichnet.

1 Uhr: Norden Englands verschärft Massnahmen

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Coronavirus-Infektionen sind in Teilen Nordenglands die Ausgangsbeschränkungen verschärft worden. Betroffen seien der Grossraum Manchester sowie Teile von West Yorkshire und East Lancashire, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock am späten Donnerstagabend. Auch Leicester weiter südlich ist betroffen.

Seit Mitternacht dürfen sich in den Regionen Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen treffen. Ein sofortiges Handeln sei für die Sicherheit der Menschen nötig, betonte der Minister.

Hancock führte die verstärkte Ausbreitung des Virus auf Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Abstandsregeln zurück. Die Regierung handle «schweren Herzens», schrieb der Minister. «Aber wir können einen Anstieg von Covid-Fällen in ganz Europa sehen und sind entschlossen, alles Nötige zu tun, um die Menschen zu schützen.»

Kurz zuvor hatte Premierminister Boris Johnson vor einer zweiten Coronavirus-Welle in Grossbritannien gewarnt.

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