USA Sanders zieht als Favorit in die dritte Vorwahl — Unterstützung durch Russland?

dpa/toko

22.2.2020

Bernie Sanders gibt Autogramme an einer Schule im kalifornischen Santa Ana. Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa
Bernie Sanders gibt Autogramme an einer Schule im kalifornischen Santa Ana. Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa
Source: Damian Dovarganes

Eine Vorwahl jagt die nächste: Heute ist der US-Bundesstaat Nevada an der Reihe. Es gibt einen klaren Favoriten – und auf den hat es offenbar auch Russland abgesehen.

Die US-Demokraten nehmen in Nevada die nächste Etappe im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Klarer Favorit ist der linke Senator Bernie Sanders – gefolgt vom früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden und Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg.

Bei Parteiversammlungen («Caucuses») bestimmen die Demokraten, wen sie für den besten Bewerber für die Kandidatur der Partei halten. Medienberichte schürten unterdessen die Sorge vor einer Einmischung Russlands in den Wahlkampf.

Die «Washington Post» berichtete am Freitag, US-Behördenvertreter hätten Sanders darüber informiert, dass Moskau versuche, seine Bewerbung zu unterstützen. Ziel sei es, den Wettbewerb der Demokraten zu stören. Die Nachricht kommt einen Tag nach Berichten mehrerer US-Medien, wonach US-Geheimdienste davon ausgingen, dass sich Russland erneut in den US-Wahlkampf einmischen wolle, um Präsident Donald Trump zur Wiederwahl zu verhelfen.

«Mir egal, wen Putin will»

Es sei nicht klar, in welcher Form Russland Sanders' Wahlkampf unterstützen wolle, berichtete die «Washington Post». In einer Mitteilung an die Zeitung erklärte Sanders: «Offen gesagt ist mir egal, wen (Staatschef Wladimir) Putin als Präsidenten will. Meine Botschaft an Putin ist deutlich: Halten Sie sich aus den amerikanischen Wahlen heraus, und als Präsident werde ich dafür sorgen, dass Sie das tun.»

Sanders hatte wie Buttigieg bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire am besten abgeschnitten. Biden, der lange als Favorit in dem Rennen gegolten hatte, kann ein gutes Ergebnis gebrauchen: In den ersten beiden Vorwahlrunden fuhr er jeweils nur einen enttäuschenden vierten beziehungsweise fünften Platz ein. Sanders hat Biden in nationalen Umfragen inzwischen deutlich überholt und die Favoritenrolle übernommen.

«Mir ist es ehrlich gesagt egal, wen Putin als Präsidenten will»: der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders. 
«Mir ist es ehrlich gesagt egal, wen Putin als Präsidenten will»: der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders. 
Bild: KEYSTONE/AP/John Locher (Archivbild)

Wann genau die Ergebnisse in Nevada vorliegen werden, ist unklar. Bei der allerersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa Anfang Februar, wo ebenfalls bei «Caucus»-Versammlungen abgestimmt wurde, hatte es grosses Chaos bei der Datenübermittlung per App gegeben. Ergebnisse lagen dort erst mit Tagen Verspätung vor. Die Demokratische Partei in Nevada will US-Medienberichten zufolge mithilfe einer Telefon-Hotline und Textnachrichten ein ähnliches Debakel bei der Übermittlung der Ergebnisse verhindern.

Am 29. Februar folgt die nächste Vorwahl in South Carolina, die als entscheidender Termin für Biden gilt. Im Anschluss richten sich alle Augen auf den «Super Tuesday» am 3. März, an dem Vorwahlen in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten stattfinden. Die Vorwahlen ziehen sich bis in den Juni hin. Im Sommer veranstalten Demokraten und Republikaner dann jeweils grosse Nominierungsparteitage, bei denen sie ihren jeweiligen Kandidaten endgültig küren. Die eigentliche Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt.

Bloomberg mischt Wahlkampf auf

Amtsinhaber Trump tritt bei der Wahl für eine zweite Amtszeit an. Er hat dabei keine erstzunehmende parteiinterne Konkurrenz. In mehreren Bundesstaaten – darunter auch Nevada – haben die Republikaner die Vorwahlen gleich ganz gestrichen.

Aufgemischt wird der Vorwahlkampf derzeit von Milliardär Michael Bloomberg. Der frühere Bürgermeister von New York hat es in nationalen Umfragen mit einer millionenschweren Wahlkampagne innerhalb kurzer Zeit auf die vorderen Plätze geschafft: Hinter Sanders und Biden steht er derzeit auf Platz drei. In seiner eigenwilligen Strategie hat er die ersten Vorwahl-Staaten – auch Nevada – ausgelassen und setzt alle Kraft auf den «Super Tuesday». Bei der Fernsehdebatte unmittelbar vor der Wahl in Nevada stand Bloomberg erstmals mit auf der Bühne und war zur Zielscheibe von Attacken der parteiinternen Konkurrenz geworden.


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