Ölgigant Exxon wusste schon vor 37 Jahren vom Klimawandel-Ausmass 

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17.5.2019

Der Öl-Konzern Exxon wusste schon vor Jahrzehnten, wie sein Geschäftsmodell den Klimawandel beeinflussen würde.
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Nachdem der Klimawandel vom Konzern Exxon jahrzehntelang öffentlich angezweifelt wurde, steht nun fest: Der Ölriese wusste schon 1982, wie die Erderwärmung 2019 aussehen würde.

Lange streute der US-Konzern Exxon Zweifel darüber, ob es überhaupt einen menschengemachten Klimawandel gäbe. Dass der Ölgigant die Öffentlichkeit damit in die Irre führte, deckten Journalisten schon 2015 auf. Nun steht fest: Exxon wusste bereits 1982 ziemlich exakt, wie sich die Erderwärmung bis heute entwickeln würde.

Der Konzern besass schon vor Jahrzehnten Informationen, die zeigen, dass das eigene Geschäftsmodell den Klimawandel vorantreibe, wie die Journalisten vor vier Jahren aufgedeckt hatten. Damals bestritt der Konzern die mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Rechercheergebnisse.

Korrekte Prognosen

Ein Abgleich der Exxon-Prognosen aus dem Jahr 1982 mit dem Verlauf bis heute zeigen nun: Die Forscher des Unternehmens sahen sowohl den CO2-Anstieg als auch den Temperaturanstieg korrekt voraus. Anfang Mai hatte der CO2-Anteil erstmals die Marke von 415 Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm) überschritten.

Eine Grafik zeigt die Hochrechnung von vor 37 Jahren: Demnach sagten die Exxon-Forscher voraus, das der CO2-Gehalt 2019 bei 420 ppm liegen würde. Das Modell basierte auf der Annahme, dass fossile Brennstoffe und Ölreserven weiter genutzt würden. Der vorausgesagte Temperaturanstieg von 0,9 Grad wurde demnach bereits 2017 erreicht.

Ein Papier, dass die Forscher des Konzerns damals veröffentlichten, macht es noch deutlicher: Darin wird gewarnt, dass der Treibhauseffekt zunehmen und die Erderwärmung vorantreiben würde. Ebenfalls vorausgesehen wurde, dass die Polarkappen durch den Klimawandel schmelzen würden. 

Die Exxon-Grafik aus dem Jahr 1982 zeigt die korrekte Vorhersage des CO2-Anteils.
Inside Climate News 
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