Rotgrün holt vier von fünf Sitzen – CVP bleibt in Stadtregierung

SDA

30.11.2020 - 00:17

Die Stadt Bern bleibt fest in rotgrüner Hand. Bei den Wahlen vom Wochenende verteidigte das Rot-Grün-Mitte-Bündnis (RGM) seine vier Sitze in der Stadtregierung.

Der fünfte Sitz in der Proporzwahl ging an die Mitte-Liste. Der amtierende Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) schaffte damit die Wiederwahl. Überraschend ging das bürgerliche Bündnis leer aus. Ihre Kandidaten von FDP und SVP verpassten die Wahl.

Die vier Kandidierenden der RGM-Liste wurden allesamt gewählt – Stadtpräsident Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste) ebenso wie Schuldirektorin Franziska Teuscher (Grünes Bündnis), Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) und Marieke Kruit (SP). Die langjährige Parlamentarierin folgt in der Exekutive auf die abtretende Parteigenossin Ursula Wyss.

Zwei Frauen an der Spitze

Das Spitzenresultat erzielte Teuscher mit 33'077 Stimmen, gefolgt von Kruit mit 31'411 Stimmen. Von Graffenried holte 31'053 Stimmen und Aebersold 30'227. Reto Nause schaffte die Wiederwahl mit 14'400 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 53,8 Prozent, wie die Stadt Bern am Sonntagabend mitteilte.

Das bürgerliche Lager hatten sich vom Schulterschluss FDP-SVP einen Sitz erhofft und damit die Rückkehr in die Stadtregierung. Favorit war der langjährige Stadtparlamentarier Bernhard Eicher (FDP). Auch alt Nationalrat Thomas Fuchs (SVP) rechnete sich Chancen aus.

Rätselraten über Niederlage

«Wir sind sicher enttäuscht», sagte Eicher am Abend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Warum die Liste nicht reüssiert habe, müsse man vertieft analysieren. «Klar ist, dass wir es nicht geschafft haben, unsere Wählerschaft zu mobilisieren.»

Die Bürgerlichen schnitten unerwartet schlecht ab. Ihre Liste brachte es auf 33'321 Stimmen, fast 10'000 weniger als die Mitte-Liste von CVP, BDP, GLP und EVP. Das regierende Rot-Grün-Mitte-Bündnis kam auf 141'351 Parteistimmen.

Den erwartet klaren Ausgang nahm die Stadtpräsidentenauswahl. Der seit 2017 amtierende von Graffenried schaffte die Wiederwahl mit 93,5 Prozent der Stimmen. Herausgefordert hatte ihn nur Polit-Exot Stefan Theiler, der im Berner Rathaus für einen Eklat sorgte: Weil er die Schutzmaske nicht tragen wollte, führte ihn die Polizei ab.

Grünliberale und Grüne legen zu

Bei den Stadtratswahlen gab es nur marginale Verschiebungen innerhalb der Blöcke. Grösste Gewinnerin ist die GLP und ihre Jungpartei mit zusammen drei Sitzgewinnen. Sie sorgen für eine leichte Stärkung der Mitte. Im bürgerlichen Lager mussten FDP und SVP Federn lassen.

Die Sitzverteilung im neuen Stadtrat: SP 21 (-1), Grünes Bündnis 10 (+1), Grüne Freie Liste 7 (-1), Junge Alternative 3 (+1), Alternative Linke 3 (+1), Juso 2 (-), Grün-alternative Partei 1 (-), PdA 1(-), GLP 9 (+ 2), JGLP 2 (+1), BDP 2 (-1), CVP 2 (-), EVP 2 (-), FDP 7 (-2), SVP 7 (-2), Jungfreisinnige 1(+1).

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