«Sonst muss die ganze Welt zahlen» – Erdogan warnt vor Idlib-Offensive

sda/phi

11.9.2018 - 02:06

Rettungskräfte der Weisshelme veröffentlichten dieses Foto, das einen Luftangriff von Assads Truppen im Dorf Hobbeit nahe Idlib am 9. SDeptember zeigen soll.

Wenn Damaskus nicht an seiner Offensive gegen die Rebellenhochburg Idlib gehindert werde, drohe drei Millionen Menschen in dem Gebiet eine Katastrophe, mahnte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Angesichts der erwarteten Offensive der syrischen Armee auf die Rebellen-Enklave Idlib ruft der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Andernfalls werde «die ganze Welt den Preis dafür zahlen müssen», mahnte er.

Ziel der Düsenjäger aus Damaskus sind die Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA), hier auf einem Bild aus Idlib vom 9. September.
Keystone

In einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag für die Zeitung «Wall Street Journal» erklärte Erdogan, ein syrischer Grossangriff auf Idlib berge Sicherheitsrisiken für die Türkei, Europa und darüber hinaus. Russland und der Iran hätten die Verantwortung, die humanitäre Katastrophe in der Region zu beenden.

Die FSA-Kämpfer haben Tunnel angelegt, um den Bombenagriffen zu entgehen. Das Foto entstand ebenfalls am 9. September in Idlib.
Keystone

Am Wochenende hatten syrische und russische Kampfjets bereits umfangreiche Angriffe auf Rebellenstellungen in Idlib geflogen. Die Provinz an der Grenze zur Türkei ist das letzte grosse zusammenhängende Gebiet der Aufständischen. In Idlib leben knapp drei Millionen Menschen. Uno-Angaben zufolge sind dort über 30'000 Menschen auf der Flucht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnt vor einer syrischen Offensive auf die Rebellen-Enklave Idlib.
Source: KEYSTONE/AP/EBRAHIM NOROOZI

Am Freitag waren Bemühungen der Türkei bei einem Gipfeltreffen mit Russland und Iran gescheitert, einen Waffenstillstand für die Provinz zu vereinbaren. Russland beantragte für Dienstag eine weitere Sitzung des Uno-Sicherheitsrats zur Lage in Idlib. Beim Treffen will die russische Delegation einen Bericht über den Syrien-Gipfel in Teheran vorlegen.

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sda/phi