Statistik über die Entwicklung des Bildungssystems nach Pandemie

iw, sda

29.1.2021 - 10:53

Die Schüler- und Studentenzahlen werden bis 2029 weiter steigen. Die Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Bildung ist gering, wichtiger sind die demografischen Veränderungen. Eine Folge hat Corona gemäss der neuesten Prognose: Nach der Matura wird schneller mit dem Studium begonnen. (Symbolbild)
Keystone

In den nächsten zehn Jahren werden die Zahlen der Lernenden in der Schweiz weiter steigen, wie die neuesten Prognosen zeigen. Die Covid-19-Pandemie wird sich längerfristig weniger stark auf das Bildungssystem auswirken als die Bevölkerungszahl.

Das schreibt das Bundesamt für Statistik BFS in seiner am Freitag erschienenen Publikation «Szenarien 2020–2029 für das Bildungssystem». Solche Szenarien werden seit 2002 jedes Jahr erstellt, die nun vorliegende ist die 17. Ausgabe.

In der aktualisierten Version seien die Auswirkungen der Pandemie auf die Zahl der Lernenden, der Studierenden und der Abschlüsse «so weit möglich» berücksichtigt worden. Dazu wurde unter anderem untersucht, wie sich die Wirtschaftskonjunktur in der Vergangenheit auf das Verhalten im Bildungsbereich ausgewirkt hat.

Folgendes wird bis 2029 vorausgesagt: In den ersten und zweiten Primarklassen steigt die Schülerzahl um 6,5 Prozent, auf Primarstufe 3 bis 8 um 7,5 Prozent, auf Sekundarstufe I um 13 Prozent und auf Sekundarstufe II um 17 Prozent.

In der beruflichen Grundbildung wird damit gerechnet, dass sich der Beginn der neuen Wachstumsphase um zwei Jahre (bis 2022) verzögert, während sich das Wachstum in den allgemeinbildenden Ausbildungen leicht beschleunigt. Die Zahl der Lehrlinge wird also noch eine Weile konstant bleiben, während die Zahl der Gymnasial-, Berufs- und Fachmaturanden über den ganzen Zeitraum bis 2029 ansteigt.

Studienanfänger streichen Zwischenjahr

Aufgrund der Covid-19-Pandemie werden Auszubildende nach der Maturität gemäss BFS schneller mit dem Studium beginnen, als das normalerweise der Fall ist – Stichworte dazu sind Zwischenjahre und Auslandsreisen.

Deshalb werde die Zahl der Studierenden in den ersten beiden Jahren stark zunehmen, zunächst um 2 und danach um 1,7 Prozent, um sich ab 2022 auf ein jährliches Plus von 1,3 Prozent einzupendeln. Über den ganzen Zeitraum bis 2029 entspreche das einer Zunahme von 13,9 Prozent.

Die Bildungsfelder, die am meisten zulegen, seien «Informations- und Kommunikationstechnologie» an der Uni mit plus 100 Prozent, «Persönliche Dienstleistungen» an den Fachhochschulen mit plus 40 Prozent und «Lehrkräfteausbildung für die Vorschul- und Primarstufe» an den Pädagogischen Hochschulen mit einem Anstieg von 23 Prozent.

In den Kantonen sieht es ganz anders aus

«Der Umfang der für das nächste Jahrzehnt erwarteten Entwicklungen ist von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich, da er von den verschiedenen kantonalen demografischen Dynamiken abhängt», schreibt das BFS.

Die Spannbreite reicht in den ersten beiden Primarklassen von einem Rückgang um 11 Prozent im Tessin bis zu einer Zunahme von 21 Prozent in Uri. Auf den Stufen 3 bis 8 reicht die Skala von einer Abnahme um 12 Prozent im Tessin bis zu einer Zunahme um 16 Prozent im Thurgau. Auf Sekundarstufe I sinken die Schülerzahlen im Tessin um 8 Prozent, während sie in Appenzell Innerrhoden um 29 Prozent steigen.

Ganzer Bericht: https://bit.ly/3oxKg6C

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