Treffer – und selbst versenkt

uri

6.4.2020 - 18:00

Ein Patrouillenboot der venezolanischen Marine hat in der letzten Woche ein Kreuzfahrtschiff beschossen, gerammt – und ging dann unter. Jetzt ist ein Video der erfolgreichen Selbstversenkung aufgetaucht.

Um das deutsche Kreuzfahrtschiff «RCGS Resolute» von seinem Kurs in internationalem Gewässer abzubringen, wurde es von einem Patrouillenboot der Marine Venezuelas zunächst beschossen und dann offenbar gezielt gerammt. Daraufhin sank die «Naiguata» jedoch selbst, wie die in Hamburg ansässige Betreibergesellschaft der «Resolute», die Columbia Cruise Services, mitteilte.

Der Vorfall mit dem unter portugiesischer Flagge operierenden Kreuzfahrschiff hat demnach bereits am 30. März in der Karibik vor der venezolanischen Insel La Tortuga ereignet. Nun zeigt ein Video, das vom venezolanische Sender VTV veröffentlicht wurde, offenbar den dramatischen Moment.

Offenbar in internationalen Gewässern angegangen

An Bord der «RCGS Resolute» befanden sich gemäss Columbia Cruise Services zum Zeitpunkt des venezolanischen Angriffs nur 32 Mitarbeiter, da sich der Liner auf einer Leerlaufreise nach Willemstad auf Curaçao befunden habe. Hier sollten routinemässige Motorwartungen durchgeführt werden.

Wie es weiter hiess, habe die «Resolute» sich stets in internationalem Gewässer befunden und auch Massnahmen ergriffen, um jederzeit einen Sicherheitsabstand zur Insel La Tortuga einzuhalten.

Das bewaffnete venezolanische Marineboot habe sich kurz nach Mitternacht genähert und über Funk den Befehl gegeben, ihm nach Puerto Moreno auf der Insel De Margarita zu folgen, was jedoch eine grosse Abweichung von der geplanten Route bedeutet hätte. Der Kapitän der «Resolute» habe der Anweisung deshalb nicht Folge geleistet.

Das Kreuzfahrtschiff war härter

Stattdessen habe er zunächst mit seiner Zentrale kommuniziert, als plötzlich Schüsse Richtung sein Schiff abgegeben worden seien. Kurz danach habe sich das Patrouillen-Boot genähert und sei absichtlich mehrmals mit der «Resolute» kollidiert. Das sei laut Columbia Cruise Services offenbar geschehen, um den Liner in Richtung venezolanische Hoheitsgewässer zu drehen.

Die Aktion der Marinesoldaten – so sie intendiert war – erwies sich als unklug. Weil die «Resolute» zur Fahrt durch Eisgewässer in der Antarktis einen verstärkten Rump besitzt, bekam sie lediglich ein paar tiefe Schrammen ab. Die «Naiguata» hingegen wurde so stark beschädigt, dass Wasser eindrang und das Patrouillenboot laut mehrerer Presseberichte zu sinken begann.

Nach dem Vorfall informierte die Mannschaft der «Resolute» internationale Rettungskoordinierungszentrum MRCC. Die venezolanische Marine teilte inzwischen mit, man habe die Mannschaft von der sinkenden «Naiguata» gerettet.

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