Afghanistan

Vermisste Aktivistinnen sind Thema bei Taliban-Gesprächen in Oslo

SDA

24.1.2022 - 13:18

Delegate from the Afghan civil society Heda Khamoush holds up photos of two women who have vanished, ahead of a meeting, in Oslo, Norway, Monday, Jan. 24, 2022. Western diplomats are meeting with Afghan womenâÄ™s rights activists and human rights defenders in Oslo ahead of the first official talks with the Taliban in Europe since the Taliban took over in August. The closed-door meeting was a chance to hear from civil society in Afghanistan and the Afghan diaspora their demands and assessment of the current situation on the ground. The meeting was taking place at a hotel in the snow-capped mountains above the Norwegian capital and was attended by representatives of the EU, the US, the United States, France, Italy and hosts Norway. (Stian Lysberg Solum / NTB via AP)
Vor dem Treffen in Oslo zeigt Heda Khamoush, Delegierter der afghanischen Zivilgesellschaft, Fotos von zwei Frauen, die in Afghanistan verschwunden sind.
KEYSTONE

Bei den Gesprächen der militant-islamistischen Taliban mit westlichen Vertretern in Oslo ist das Schicksal von zwei vermissten afghanischen Frauenrechtsaktivistinnen zum Thema geworden.

SDA

24.1.2022 - 13:18

Die UN-Mission in Afghanistan hatte sich am Samstag auf Twitter besorgt über das Verschwinden der Aktivistinnen gezeigt, die Berichten zufolge Mitte der Woche aus ihren Häusern entführt worden sein sollen.

Ein Taliban-Vertreter sagte im Gespräch mit dem norwegischen Sender NRK am Montag, die Islamisten hätten die Frauen nicht festgenommen und hielten sie auch nicht gefangen. 

Die Situation von Frauen in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban im vergangenen Jahr steht ganz oben auf der Agenda der bis Dienstag angesetzten Gespräche in Oslo, an denen am Montag auch der Afghanistan-Sondergesandte der Bundesregierung, Jasper Wieck, teilnahm. Neben westlichen Vertretern treffen die Taliban in Norwegen auch auf Afghanen, darunter Frauen, Journalisten und Menschenrechtler.

Es ist das erste Mal, dass die Islamisten seit ihrer Machtergreifung in Afghanistan mit einer Delegation in ein westliches Land reisen. International ist das Treffen auch auf Kritik gestossen. Sowohl in Oslo als auch vor norwegischen Botschaften im Ausland protestierten Afghaninnen und Afghanen, da sie sich verraten fühlten.

Norwegen ist in der Vergangenheit immer wieder als Vermittler bei Konflikten in anderen Ländern aufgetreten, zuletzt unter anderem bei dem in Venezuela. Auch mit den Taliban steht das skandinavische Nicht-EU-Land seit Jahren im Dialog. Eine norwegische Delegation reiste kürzlich für Gespräche über die schwierige humanitäre Lage in Afghanistan nach Kabul.

SDA, smi

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