Alarmzeichen erkennen: So wollen Kantone Gewalttaten verhindern

tafi

24.1.2020 - 18:06

Damit Krankenwagen und Polizeiautos künftig gar nicht erst ausrücken müssen, wollen die Kantone Basel-Stadt und Bern ihr Bedrohungsmanagement verbessern, um potentielle Gewalttäter frühzeitig zu erkennen. (Symbolbild)
KEYSTONE/SIGGI BUCHER

Drohungen, Stalking, Totschlag: Behörden und Polizei wollen potentielle Gewalttäter früher erkennen. Mit Bedrohungsmanagement wollen die Kantone Bürgerinnen und Bürger besser vor Gewalttaten schützen.

Der Fall hatte schweizweit für Aufsehen gesorgt: Vor knapp einem Jahr hatte eine Rentnerin einen siebenjährigen Schulbub auf offener Strasse erstochen. Wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet, hatte sich die Eskalation abgezeichnet. Die Frau hatte sich jahrelang im Unrecht gesehen und schliesslich in Schreiben ihre Gewaltbereitschaft angekündigt.

Dies sei laut «NZZ» kein Einzelfall, immer wieder würden Täter lange vor einer Tat Alarmzeichen senden. Sie würden allerdings oftmals entweder nicht erkannt oder nicht weitergeleitet. Doch nun greifen Polizei und Behörden verstärkt zu einem neuen Werkzeug: Bedrohungsmanagement. Damit sollen Warnsignale frühzeitig erkannt werden, um Eskalationen mit schlimmen Folgen zu verhindern.

Kantone bessern nach

Mehrere Kantone arbeiten, auch vor dem Hintergrund von Radikalisierungsprozessen und damit einhergehenden terroristischen Bedrohungen, mit diesem Tool. Zuletzt haben die Kantone Basel-Stadt und Bern neue Konzepte vorgestellt, wie das Bedrohungsmanagement zukünftig verbessert werden soll.



In Basel-Stadt soll laut «NZZ» eine Fachstelle für Bedrohungsmanagement aufgebaut werden. Angesiedelt bei der Kantonspolizei, sollen dort Informationen aus anderen Behörden zusammenfliessen. Denn die sind bislang nicht ausreichend vernetzt.

Informationen austauschen

Auffälligkeiten, die Fachpersonen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, dem Bildungsbereich oder aus Beratungsstellen unabhängig voneinander feststellen, sollen nun zentral gesammelt werden. Die Fachstelle für Bedrohungsmanagement sei eine «Informationsdrehscheibe», heisst es seitens der Basler Regierung.

Einen ähnlichen Weg geht der Kanton Bern. Auch hier will man die Kommunikation zwischen den Behörden besser koordinieren. Bei Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung soll die Kantonspolizei Sachverhalte klären. Dazu werde sie in schwierigen Fällen mit Spezialisten des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern zusammenarbeiten.

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