Armee soll mehr Durchdiener ausbilden, doch diese ziert sich

aru

7.10.2021

Soldaten mit Schutzmasken bei der Fahnenabgabe des Infateriebataillons 65 der Schweizer Armee, am Dienstag, 16. Juni 2020, in Walenstadt. Das Bataillon beendet heute als letztes der Schweizer Armee den Assistenzdienst im Rahmen der Coronavirus-Pandemie. (KEYSTONE/Pool/Gian Ehrenzeller)
Der Durchdiener-Dienst der Schweizer Armee ist äusserst beliebt. Mehr davon ausbilden will das VBS aber nicht.
KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Viele Armee-Anwärter*innen wollen ihren Dienst am Stück in einem Jahr hinter sich bringen. Weil aber nicht alle zugelassen sind, befürchtet der Bund, sie könnten Zivildienst leisten oder sich untauglich erklären lassen.

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7.10.2021

Lediglich 15 Prozent all jener, die jährlich den Militärdienst leisten, dürfen dies an einem Stück, als Durchdiener*in tun. In absoluten Zahlen sind dies rund 3600 junge Frauen und Männer. Wie «SRF» berichtet, interessieren sich aber weitaus mehr für diese Form des Militärdienstes. Dies geht aus einem Bericht der eidgenössischen Finanzkontrolle hervor.

Die Vorteile des Durchdiener-Dienstes sehe man darin, dass dieser nach einem Jahr beendet ist und anschliessend die Vereinbarkeit von Beruf, Ausbildung und Familie besser sei, da keine militärischen Wiederholungskurse absolviert werden müssten, sagt Marius Féraud von der Eidgenössischen Finanzkontrolle.

Das Problem: Wer vom Militär nicht für den Durchdiener-Dienst aufgenommen werde, schaue sich nach Alternativen um. Abgewiesene würden Gesuche für den Zivildienst oder Untauglichkeit stellen. Die Finanzkontrolle empfiehlt der Armee daher, künftig mehr Durchdiener*innen aufzunehmen.

Bei der Offiziersgesellschaft zeigt man Interesse für dieses Vorgehen: «Wenn die Erweiterung des Durchdiener-Modells dazu beiträgt, dass mehr junge Bürgerinnen und Bürger motiviert sind, Dienst zu leisten, dann ist das in unserem Sinne», sagt Präsident Dominique Knill.

Das Verteidigungsdepartement unter Bundesrätin Viola Amherd (Die Mitte) ist jedoch skeptisch. So würden weniger junge Menschen zu WK-Soldat*innen ausgebildet, wenn mehr Durchdiener*innen ausgebildet würden. «Dadurch bestünde die Gefahr, dass die Armee das aktuelle Leistungsprofil nicht mehr erfüllen könnte, weil es an WK-Truppen fehlen würde», sagt ein Sprecher.