Deal mit Johnson & Johnson soll kurz vor dem Abschluss stehen

uri

21.9.2021

02.09.2021, Berlin: Eine Arzthelferin zieht in einer Praxis einer Hausärztin eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gegen das Corona-Virus auf. Eine dritte Impfung soll laut einer Studie den Schutz gegen Corona deutlich erhöhen. Unklar war bislang, wie lange der Impfschutz der Corona-Vakzine anhält und wann und wie oft die Auffrischungsimpfung fällig wird. Ab September 2021 sollen bestimmte Gruppen in Deutschland eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 bekommen können. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Wolfgang Kumm)
Alternative zu den mRNA-Vakzinen: Der Corona-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson.
Bild: Keystone

Der Bund könnte schon bald einen Impfstoff für Allergiker und mRNA-Skeptiker beschaffen. Der Geschäftsabschluss mit dem Hersteller Johnson & Johnson soll sich demnach auf der Ziellinie befinden.

uri

21.9.2021

Die Erweiterung der Zertifikatpflicht zeigt Wirkung: Um 17 Prozent ist die Impfkadenz im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Dennoch performt die Schweiz mit lediglich 54 Prozent vollständig Geimpften im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich. Experten hoffen deshalb, dass der klassische Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson bald auch in der Schweiz verfügbar ist und Impfskeptiker überzeugen kann.

Auf der Medienkonferenz der vergangenen Woche erklärten die Fachleute des BAG, dass die Verhandlungen für den Kauf des Vektorimpfstoffs des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson (Janssen) intensiviert würden. Nun soll das Vakzin – das etwa bei Personen eingesetzt werden kann, die allergisch auf die mRNA-Technologie reagieren oder dieser auch skeptisch gegenüberstehen – womöglich in bereits wenigen Tagen in der Schweiz verfügbar sein, wie der «Blick» berichtet. Der Deal mit dem Hersteller Johnson & Johnson stehe demnach kurz vor dem Abschluss, sei aber noch nicht unterschrieben.



Geplant sei laut Quellen der Kauf von 150'000 Dosen des Impfstoffs, der hierzulande unter dem Namen Janssen firmiert. Die Kantone sollten sich laut Informationen des Bundes bereits auf entsprechende Impfstoff-Lieferungen einstellen. Allerdings sei noch nicht klar, wie viele Dosen sie erhalten würden.

Nicht nur für Allergiker gedacht

Bundesrat Alain Berset hatte an der Medienkonferenz des Bundesrats am Freitag bereits erklärt, dass der Janssen-Impfstoff nicht nur für Allergiker gedacht sei, von denen es gar nicht so viele gebe. Sie solle auch eine Alternative für jene sein, die den in der Schweiz bislang verwendeten mRNA-Impfstoffen nicht trauen würden.

Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo für die «Sonntagszeitung» könnten sich derzeit tatsächlich rund 70 Prozent der nicht-geimpften Schweizer*innen vorstellen, sich doch gegen Covid impfen zu lassen – insofern ein Impfstoff bereitstehe, der nicht auf der mRNA-Technologie basiere. Das wären demnach über eine Million bislang noch Ungeimpfter, die sich mit dem Vektor-Vakzin impfen lassen würden. 

Potenzial für deutlich mehr Impfungen

Sotomo-Geschäftsführer Michael Hermann erklärte zu dieser Zahl dem SRF, sie sei womöglich zu hoch gegriffen. Es sei denkbar, dass das Argument nämlich bei vielen Impfskeptikern als Ausrede dienen könne. Dennoch gab Hermann auch zu bedenken, dass die neue mRNA-Technologie für viele Impfunwillige eben doch ein Gegenargument gewesen sei. Ein klassisches Vakzin habe das Potenzial, dass «sich deutlich mehr impfen lassen würden.»

Beim Bund diskutiere man nun bereits über grössere Mengen des J&J-Einmalimpfstoffs, schreibt «Blick». Mitte-Nationalrätin Ruth Humbel meint denn auch in der Zeitung: «Ich fände es sinnvoll, wenn grosszügig bestellt wird.» Nicht benötigte Impfdosen könnten dann immer noch an internationale Organisationen weitergegeben werden.