Corona-Übersicht

Keine privaten Feiern mehr in Deutschland – Moderna nennt Impfstoff-Liefertermin für die Schweiz

Agenturen/red

16.11.2020

Das Wichtigste im Überblick

  • Das BAG verzeichnet 12'839 neue Fälle bei 59'784 Tests innert 72 Stunden. Das entspricht einem rückläufigen Trend und einer Positivitätsrate von 21,5 Prozent.
  • Auch der US-Konzern Moderna meldet vielversprechende Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffs: Die Schweiz könnte in der ersten Jahreshälfte 2021 beliefert werden.
  • In Deutschland sollen erst einmal keine weiteren Verbote und verbindlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen werden.
  • Die USA haben die Marke von elf Millionen Corona-Infektionen überschritten.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich in Corona-Quarantäne begeben.

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 269’974; davon gelten 141’000 als genesen. 3’496 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 54’714’076, die Zahl der Toten auf 1’321’712.

Der potentielle Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna könnte in der ersten Jahreshälfte 2021 in der Schweiz zur Verfügung stehen. Für den Fall, dass Moderna das Rennen macht, wird der Impfstoff auch im Wallis vom Pharmazulieferer Lonza produziert. Die Produktion in Visp könnte im Februar 2021 starten.

Der Kanton Tessin baut das Contact Tracing aus: Neben einer Verstärkung des Teams, das momentan 50 Mitarbeiter umfasst, wird der Bevölkerung ab kommender Woche eine Info-Plattform zur Verfügung gestellt.

Alain Berset, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), gab bekannt, dass Kulturschaffende und Kulturvereine im Laienbereich wieder Gesuche um Soforthilfen stellen könnten. Eine Entspannung der Lage für den Kultursektor sei «gerade vor dem Hintergrund der zweiten Pandemiewelle nicht absehbar».

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.17 Uhr: Israel billigt weitere Lockerungen

Israels Corona-Kabinett hat weitere Lockerungen auf den Weg gebracht. Wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montagabend mitteilte, dürfen fünfte und sechste Klassen am Dienstag nächster Woche in ihre Klassenräume zurückkehren. Eine Woche später sollen die elften und zwölften Klassen folgen. Dies gilt allerdings nur für Gegenden mit niedrigen Infektionszahlen – also für Orte, in denen die Corona-Ampel auf Grün oder Gelb steht. Dort dürfen auch Einkaufszentren unter Auflagen wieder öffnen.

20.38 Uhr: Zunächst keine weiteren Einschränkungen in Deutschland

In Deutschland sollen erst einmal keine weiteren Verbote und verbindlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen werden. Darauf haben sich Bund und Länder am Montag verständigt. Auch die Schulen sollen weiter geöffnet bleiben.

Am 25. November soll es weitere Beratungen und – wenn die Zahl der Infizierten und schwer Erkrankten bis dahin nicht stark gesunken ist – womöglich auch weitere verbindliche Einschränkungen geben. Merkel sagte, ihr Ziel sei es, mehr «Berechenbarkeit» zu erreichen für die Bürger – auch über das Jahresende hinaus.

19.53 Uhr: Deutschland – keine privaten Feiern mehr

Zum Eindämmen der Corona-Pandemie rufen Bund und Länder in Deutschland die Bürger auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten, private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten auf einen festen weiteren Hausstand beschränkt werden. Das schliesse auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein. Auf diesen Appell verständigten sich nach dpa-Informationen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in ihrer Videokonferenz vom Montag.

Der Bund war zunächst mit Vorschlägen zu tiefen weiteren Einschnitten in den Alltag der Bürger vorangegangen und hatte Pläne etwa zur Maskenpflicht für Schüler im Unterricht noch vor Beginn der Beratungen wieder zurückgenommen. Die Ministerpräsidenten wollten die Vorschläge jedoch zum Teil noch weiter entschärfen. Es hiess am frühen Abend, es könnte darauf hinauslaufen, dass strengere Einschränkungen für Kontakte nur als Appell für die Bürger formuliert würden. Bindende Entscheidungen dürften dann kommende Woche getroffen werden.

18.38 Uhr: Tschechische Regierung will Notstand verlängern

In Tschechien soll der Corona-Notstand bis kurz vor Weihnachten verlängert werden. Dies kündigte Gesundheitsminister Jan Blatny nach einer Kabinettssitzung am Montagabend in Prag an. Die endgültige Entscheidung über eine Verlängerung bis zum 20. Dezember liegt beim Parlament. Es soll am Donnerstag beraten. Der Notstand gilt in dem EU-Mitgliedsland bereits seit Anfang Oktober. Bislang ist er nur bis Freitag dieser Woche terminiert.

18.26 Uhr: Bestattungsinstitute in Genf stark ausgelastet

Die Bestattungsdienste der Stadt Genf sind wegen des Coronavirus stark ausgelastet. Die Kühlräume auf den Friedhöfen von Saint-Georges und des Rois sind besetzt. Leichen mussten deshalb in die Leichenhalle des Universitätsspitals Genf (HUG) überführt werden.

Das Krematorium führe derzeit 18 Einäscherungen täglich durch, das sei die maximale Kapazität der drei Öfen, sagte Manuelle Pasquali de Weck, von der Medienstelle der Sozialdienste der Stadt Genf am Montag. Zwischen dem Todeszeitpunkt und der Beerdigung dauere es derzeit etwa zehn Tage, im Vergleich zu vier bis fünf Tagen in «normalen Zeiten».

Der Inhaber des privaten Bestattungsunternehmens Murith SA, Jean Murith, bestätigte die aussergewöhnliche Situation im Kanton Genf: «Ich blicke auf 50 Jahre Erfahrung zurück und habe so etwas noch nie gesehen». Seinen Angaben zufolge hat sich die Sterblichkeit derzeit mehr als verdoppelt – die Anzahl Bestattungen stieg in seiner Firma von drei auf sieben Bestattungen pro Tag.

18.08 Uhr: Schweden begrenzt Versammlungen auf maximal acht Menschen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ist die schwedische Regierung von ihrem Sonderweg abgerückt und hat erstmals Auflagen für Treffen in der Öffentlichkeit verhängt. Ab dem 24. November dürften nur noch acht Menschen bei öffentlichen Versammlungen  zusammenkommen, sagte Regierungschef Stefan Löfven am Montag in Stockholm. Bisher durften sich je nach Anlass 50 bis 300 Menschen treffen. Löfven ermahnte die Schweden, «Verantwortung zu übernehmen».

17.20 Uhr:  Keine Entspannung für die Kultur in Sicht

Alain Berset, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), hat sich am Montag mit rund 20 Vertreterinnen und Vertretern der Dachverbände aus der Kulturbranche getroffen. Thema war die Situation der Kulturschaffenden in der Covid-19-Pandemie. Eine Entspannung der Lage für den Kultursektor sei «gerade vor dem Hintergrund der zweiten Pandemiewelle nicht absehbar», heisst es in einer Mitteilung des EDI vom Montag.

Doch Berset sei sich «der grossen Herausforderungen, die sich für das Schweizer Kulturleben in der aktuellen Situation stellen, bewusst». Dabei verwies das EDI insbesondere auf die Beschränkung der öffentlichen Veranstaltungen auf 50 Personen oder die Schliessungen kultureller Institutionen in mehreren Kantonen.

Berset gab bekannt, dass Kulturschaffende und Kulturvereine im Laienbereich wieder Gesuche um Soforthilfen stellen könnten. Dies vor dem Hintergrund, dass das Parlament Ende September im Rahmen des Covid-19-Gesetzes weitere 130 Millionen Franken für den Kultursektor für das Jahr 2021 zur Verfügung gestellt hat. Offen sei indes, ob dieser Betrag ausreichen werde, wie Berset laut Mitteilung anlässlich des heutigen Treffens sagte.

16.55 Uhr: Ungarn und Polen blockieren EU-Hilfen

Ungarn und Polen verhinderten am Montag aus Protest gegen ein neues Verfahren zur Ahndung von Verstössen gegen die Rechtsstaatlichkeit, dass der politische Entscheidungsprozess wie geplant fortgesetzt werden kann, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.

Betroffen von dem Veto ist neben den geplanten Corona-Wiederaufbauhilfen im Umfang von bis zu 750 Milliarden Euro auch der langfristige EU-Haushalt. Er umfasst für die nächsten sieben Jahr Mittel in Höhe von knapp 1,1 Billionen Euro und finanziert zum Beispiel Zuschüsse für die Landwirtschaft und Forschungsprogramme.

16.52 Uhr: Biden erfreut – aber vorsichtig

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Fortschritte beim Corona-Impfstoff der US-Firma Moderna begrüsst – die Amerikaner aber zugleich zur Vorsicht angemahnt.

«Die heutige Nachricht zu einem zweiten Impfstoff ist ein weiterer Grund, um hoffnungsvoll zu sein», schrieb Biden am Montag auf Twitter. Er lobte die Verantwortlichen für den «Durchbruch», der die Menschen einen Schritt näher an die Bekämpfung des Virus gebracht habe.

Was bereits für den Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer gegolten habe, gelte aber auch für Moderna: Man sei noch Monate davon entfernt, dass weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, machte Biden deutlich. Bis dahin müssten die Menschen Abstand halten und Masken tragen, um das Virus unter Kontrolle zu bringen. Seit fast zwei Wochen liegt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden in den USA bei über 100'000.

16.25 Uhr: Moderna nennt Liefertermin für die Schweiz

Der potentielle Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna könnte in der ersten Jahreshälfte 2021 in der Schweiz zur Verfügung stehen. Dies sagte Dan Staner, bei Moderna Direktor für die Region Europa, Naher Osten und Afrika, am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Moderna hatte davor vielversprechende Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt (siehe Eintrag von 13 Uhr). Der Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, erklärten die Amerikaner.

Für den Fall, dass Moderna das Rennen macht, wird der Impfstoff auch im Wallis produziert. Im Visp VS wird der Pharmazulieferer Lonza im Auftrag von Moderna den Wirkstoff für die Impfung herstellen. Eine entsprechende Produktionslinie sei im Aufbau. Die Produktion in Visp könnte im Februar 2021 starten.

Lonza-Produktionsstätte in Visp: Hier würde der Impfstoff von Moderna produziert.
Lonza-Produktionsstätte in Visp: Hier würde der Impfstoff von Moderna produziert.
Bild: Keystone/Olivier Maire

15.45 Uhr: Trump brüstet sich mit Moderna-Durchbruch

US-Präsident Donald Trump hat die vielversprechenden Daten des Corona-Impfstoffs der US-Firma Moderna als Gelegenheit für Eigenwerbung genutzt. Historiker sollten sich daran erinnern, dass diese grossartigen Entdeckungen bei Impfstoffen «alle unter meiner Aufsicht gemacht wurden», schrieb Trump am Montag auf Twitter.

Die US-Regierung hat eine Reihe von Pharmaunternehmen, unter anderem Moderna, mit Milliardenzahlungen und einem Sonderprogramm bei der Entwicklung von Vakzinen unterstützt.

15.31 Uhr: Knapp 50 Apotheken bieten Schnelltests an

Erst wenige von den rund 1800 Apotheken in der Schweiz bieten bislang Corona-Schnelltests an. Am Montag waren es 46, wie der Website des Apothekerverbands Pharmasuisse zu entnehmen war - 21 in der Deutschschweiz und 25 in der Romandie.

Ähnlich wie beim PCR-Test wird ein Abstrich an der hinteren Nasenwand genommen. Die Schnelltests liefern innert 15 bis 30 Minuten ein Ergebnis. In der Regel erhalten getestete Personen das Resultat anschliessend innert kurzer Zeit per Telefon oder E-Mail.

Die Schnelltests seien absolut verlässlich und von Swissmedic validiert, versichert Pharmasuisse. Wie bei PCR-Tests hebe auch ein negatives Resultat des Schnelltests die Isolation und Quarantäne nicht auf.

15.16 Uhr: Tessin verstärkt Contact Tracing

Der Kanton Tessin baut das Contact Tracing aus: Neben einer Verstärkung des Teams, das momentan 50 Mitarbeiter umfasst, wird der Bevölkerung ab kommender Woche eine Info-Plattform zur Verfügung gestellt. Dies erklärte die Verantwortliche für das Contact Tracing Marina Lang am Montagnachmittag vor den Medien.

Pro Tag könnten derzeit rund 300 Fälle behandelt werden, sagte Marina Lang an der Medienkonferenz in Bellinzona. 44 der total 50 Mitarbeitenden seien damit beschäftigt, die nötigen Telefonanrufe zu tätigen. Das Durchschnittsalter des positiv auf Covid-19-Getesteten im Tessin betrage 47 Jahre.

15.02 Uhr: Airlineverband fordert Kooperation bei Impfstoff-Verteilung

Der internationale Airline-Verband IATA ruft für den Kraftakt der weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf. Die globale Lieferkette sei komplex und zersplittert. Angesichts der grossen Unsicherheit in der Pandemie sei es wichtiger denn je, dass es engen Austausch gebe über Produktion, Transportbedingungen und Routen, erklärte der Verband am Montag zur Veröffentlichung von Leitlinien.

Statt der üblichen bilateralen Geschäftsbeziehungen in der Luftfracht müssten multilaterale Partnerschaften dafür aufgebaut werden. Schliesslich gehe es «um die grösste und komplexeste globale Logistikoperation, die jemals unternommen werde». Impfstoffe müssten im üblichen Temperaturband von zwei bis acht Grad bis hin zu minus 80 Grad befördert werden.

14.14 Uhr: Illegaler Verkauf von Schnelltests im Tessin

Die Tessiner Kantonspolizei hat in den vergangenen Tagen mehrere Personen gestoppt, die illegal Covid-19-Schnelltests verkauft und durchgeführt haben. Dies teilten die Tessiner Kantonspolizei und das Büro des Tessiner Kantonsapothekers mit. Angeboten, verkauft und durchgeführt worden seien die Schnelltests von Firmen, Apotheken, Schönheitssalons und Tankstellen, heisst es im am Montagnachmittag verschickten Communiqué.

14 Uhr: Fauci begeistert über Moderna-Impfstoff

Der renommierte US-Immunologe und Corona-Experte Anthony Fauci hat begeistert auf Daten des US-Pharmaunternehmens Moderna für dessen Corona-Impfstoff reagiert. «Das sind offensichtlich sehr aufregende Ergebnisse», sagte Fauci nach Angaben des TV-Senders CNN. Moderna hatte am Montag mitgeteilt, dass Zwischenergebnisse eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent zeigten. «Besser wird es nicht – 94,5 Prozent sind wirklich hervorragend», so Fauci.

Seiner Einschätzung zufolge könnten die ersten Impfungen in den USA im Dezember bei Hochrisikogruppen beginnen, der breite Rest der Bevölkerung könnte eher ab Ende April dran sein. «Und das wird in den Mai, Juni und Juli hineingehen. Das ein paar Monate dauern.»

«Die Nachricht über den Impfstoff sollte die Menschen nicht dazu veranlassen zu sagen, dass wir die öffentlichen Gesundheitsmassnahmen nicht weiterführen müssen», sagte der renommierte Immunologe Anthony Fauci.
«Die Nachricht über den Impfstoff sollte die Menschen nicht dazu veranlassen zu sagen, dass wir die öffentlichen Gesundheitsmassnahmen nicht weiterführen müssen», sagte der renommierte Immunologe Anthony Fauci.
dpa

13.52 Uhr: Amnesty erhebt Vorwürfe gegen Belgien

Amnesty International hat den belgischen Behörden vorgeworfen, in der Coronavirus-Pandemie alte Menschen in Pflegeheimen im Stich gelassen zu haben. Dadurch und durch Überlastung des Pflegepersonals habe es die meisten der über 14'400 Sterbefälle mit und an dem Virus in Pflegeheimen gegeben, heißt es in einem Bericht von AI-Belgien, der am Montag vorgelegt wurde. Der Umgang der belgischen Behörden mit der Coronavirus-Situation in Pflegeheimen habe in der ersten Welle der Pandemie zu Menschenrechtsverletzungen geführt.

Bei einer Bevölkerung von 11,5 Millionen Menschen hat Belgien mehr als 531'000 Coronavirus-Fälle verzeichnet, von den 14'400 Todesfällen mit dem Virus seien erschütternd viele – 61,3 Prozent – in Pflegeheimen passiert. Einer der Gründe dafür sei, dass infizierte Pflegeheimbewohner nicht in Krankenhäuser eingewiesen worden seien.

«Die Ergebnisse unserer Untersuchung erlauben uns zu bestätigen, dass (Pflegeheime) und ihre Bewohner von unseren Behörden im Stich gelassen wurden, bis diese Tragödie öffentlich verurteilt wurde und das Schlimmste der ersten Welle vorbei war», erklärte der Direktor von AI-Belgien, Philippe Hensmans. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden nur 57 Prozent ernster Fälle von Pflegeheimen in Krankenhäuser gebracht. Das sei Folge einer «schädlichen Interpretation von Auswahlrichtlinien» gewesen.

13 Uhr: Auch Moderna legt positive Daten zu Impfstoff vor

Mit dem US-Pharmakonzern Moderna hat ein weiterer für Europa relevanter Hersteller massgebliche Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt. Der RNA-Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hiess es in einer Mitteilung von Moderna am Montag. Am vergangenen Montag hatten das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer solche Zwischenergebnisse aus der entscheidenden Studienphase für ihren Impfstoff-Kandidaten vorgelegt.

Die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic hatte am Freitag mitgeteilt, dass sie mit einem Zulassungsgesuch von Moderna, das dritte Zulassungsgesuch für einen Corona-Impfstoff erhalten habe. Bei dem möglichen Impfstoff von Moderna ist der Pharmazulieferer Lonza im Wallis mitbeteiligt. Er soll den Wirkstoff für die Moderna-Impfung herstellen, sobald diese auf den Markt kommt. Eine Produktionslinie in Visp VS ist im Aufbau. Die Produktion soll dort noch in diesem Jahr starten können, teilte Lonza am Freitag mit.

Der Bund hat bereits früh einen Vertrag über die Lieferung eines Impfstoff von Moderna abgeschlossen. Demnach bekommt die Schweiz 4,5 Millionen Dosen des Vakzins.

Mitarbeiter bei Lonza in Visp im Oktober 2020. (Archiv)
Mitarbeiter bei Lonza in Visp im Oktober 2020. (Archiv)
Bild: Keystone

12.55 Uhr: Tschechien führt neuen Fünf-Stufen-Plan ein

Tschechien hat einen neuen Fünf-Stufen-Plan für mögliche Lockerungen und Verschärfungen bei den Corona-Massnahmen eingeführt. Das Modell «Pes» (tschechisch für Hund) ersetzt die bisherige «Corona-Ampel». Derzeit gelte noch immer die höchste Alarmstufe 5, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Montag mit. Das bedeutet unter anderem, dass die meisten Geschäfte geschlossen sind und sich maximal zwei Personen versammeln dürfen.

Der Massnahmen-Fahrplan sieht zum Beispiel vor, dass der gesamte Einzelhandel bei Stufe 3 mit Einschränkungen wieder öffnen dürfte. Bei Stufe 2 würden alle Schulen wieder normal besucht werden.

11.49 Uhr: 12'839 neue Infektionen innert 72 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 72 Stunden 12'839 neue Coronavirus-Ansteckungen bei insgesamt 59'784 Tests gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 21,5 Prozent. Zudem registrierte das BAG in dieser Zeit 198 neue Todesfälle und 483 Spitaleinweisungen.

Am vergangenen Montag waren es für das Wochenende 17'309 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gewesen und vor zwei Wochen deren 21'926.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 269'974 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Montag weiter mitteilte. Insgesamt 10'448 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg gemäss BAG auf 3'158.

Eine Apothekerin macht Mitte Oktober in Zürich bei einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. (Archiv)
Eine Apothekerin macht Mitte Oktober in Zürich bei einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. (Archiv)
Bild: Keystone

11.25 Uhr: Johnson fühlt sich «fit wie ein Metzgershund»

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wieder in Corona-Quarantäne. Er fühle sich aber «fit wie ein Metzgershund», sagte Johnson am Montag in einem über Twitter verbreiteten, selbst aufgenommenen Video. Die Formulierung ist eine gängige Redewendung im Englischen und gleichbedeutend mit «fit wie ein Turnschuh». Er werde alle Regeln befolgen und von der Downing Street aus arbeiten, sagte Johnson. «Ich fühle mich grossartig.».

Die gute Nachricht sei, dass die britische Corona-Warn-App funktioniere, die schlechte, dass er eine Aufforderung erhalten habe, sich 14 Tage lang zu isolieren, sagte der Regierungschef weiter. Die App steht in Grossbritannien wegen Mängeln stark in der Kritik.

10.45 Uhr: Mehr als 130'000 Neuinfektionen in den USA

In den USA haben sich binnen eines Tages mehr als 130'000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) stieg die Zahl der Neuinfizierten am Sonntag (Ortszeit) um 133'045. Am Sonntag zuvor waren es knapp 110'000 gewesen. Den bisherigen Tageshöchststand verbuchte die Universität mit 177'224 Neuinfektionen für vergangenen Freitag.

10.05 Uhr: Viele Spitäler erwarten im laufenden Jahr Verluste

Gemäss einer Befragung rechnen fast zwei Drittel der 150 grössten Schweizer Spitäler 2020 wegen der Corona-Pandemie mit einem Defizit. Hauptursache sei die schlechte Auslastung der Spitäler, heisst es in einer Mitteilung der Beratungsfirma Roland Berger vom Montag.

Durchgeführt wurde die Befragung zwischen Ende September und Mitte Oktober. Demnach erwarten drei Viertel der Maximalversorger und Universitätsspitäler für das laufende Jahr ein Defizit. Gar 91 Prozent gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation in den nächsten fünf Jahren weiter verschlechtert.

Viele planbare Eingriffe seien während der ersten Corona-Welle verschoben worden. Insbesondere kleine und mittlere Häuser hätten hatten dadurch grosse Einbussen erlitten.

9.45 Uhr: Chinas Wirtschaft erhält neuen Schwung

Nach der Erholung Chinas von der Coronakrise deuten starke Wirtschaftsdaten auf ein schnelleres Wachstum im letzten Quartal des Jahres hin. Im Oktober stiegen die Ausgaben im Einzelhandel für Verbrauchsgüter wieder um 4,3 Prozent und damit deutlich als im Vormonat (3,3 Prozent), wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Die Industrieproduktion kletterte etwas schneller als erwartet um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Wirtschaftsdaten dürften nach Erwartungen des Statistikamtes dazu führen, dass die zweitgrösste Volkswirtschaft der Erde in den letzten drei Monaten des Jahres schneller als im dritten Quartal mit 4,9 Prozent wachsen dürfte. Experten rechnen mit fünf bis sechs Prozent Wachstum. Trotz des starken Corona-Einbruchs zum Jahresanfang dürfte China als einzige grosse Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum verzeichnen. Es wird mit einem Plus von rund 2 Prozent gerechnet.

Containerschiffe werden am 8. Oktober 2020 in einem Containerhafen in der ostchinesischen Provinz Shandong angedockt. 
Containerschiffe werden am 8. Oktober 2020 in einem Containerhafen in der ostchinesischen Provinz Shandong angedockt. 
Bild: dpa

8.30 Uhr: Jeder zweite Corona-Patient ist wochenlang müde

Anhaltende Müdigkeit ist für viele Menschen nach überstandener Corona-Erkrankung ein Problem. In einer Studie mit knapp 130 Teilnehmern klagte mehr als die Hälfte der ehemaligen Patienten noch Wochen später über Müdigkeitssymptome. Das berichten irische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Plos One».

Gut 52 Prozent der 128 Studien-Teilnehmenden, die zum Zeitpunkt der Untersuchung alle die akute Krankheitsphase überstanden hatten, zeigte mindestens sechs Wochen nach der Infektion noch Müdigkeitssymptome, bei vielen war dies sogar noch nach zehn Wochen oder mehr der Fall. Gut 42 Prozent gaben nach dieser Zeit an, sich wieder vollständig gesund zu fühlen. Ob jemand schwer erkrankt mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden musste oder nicht, spielt den Forschern zufolge keine wesentliche Rolle für die nachfolgende Müdigkeit.

Patient im Universitätsspital Lausanne  (CHUV) (Archiv). 
Patient im Universitätsspital Lausanne  (CHUV) (Archiv). 
Bild: Keystone

7.45 Uhr: Genfer Sanität am Anschlag 

Der Kanton Genf ist schweizweit momentan am stärksten vom Coronavirus betroffen. Das bekommen nun auch die Sanitäterinnen und Sanitäter zu spüren. Wie SRF berichtet, ist die Zahl der ausrückenden Ambulanzen seit rund einer Woche doppelt so hoch wie gewöhnlich. Täglich würden bis zu 1'000 Anrufe in der Notrufzentrale eingehen. 

Wegen der strikten Schutzvorkehrung können die Sanitäterinnen und Sanitäter zudem weniger schnell arbeiten, wie zwei von ihnen gegenüber SRF angeben. Sei man sich nicht sicher, ob ein Patient an Corona leide oder nicht, müsse man in jedem Falle die ganze Corona-Vollmontur anziehen. Das koste Zeit, sei aber für den eigenen Schutz notwendig. Immerhin: In Kürze wird die Genfer Sanität durch drei Ambulanzfahrzeugen der Armee unterstützt. 

6.45 Uhr: Biontech-CEO: Virusausbreitung könnte halbiert werden

Die Ausbreitung des Coronavirus könnte laut dem Mainzer Pharmaunternehmen Biontech mit einem Impfstoff deutlich eingedämmt werden. Er sei zuversichtlich, dass die Übertragung möglicherweise um die Hälfte verringert werde, sagte der Chef des Unternehmens, Ugur Sahin, am Sonntag dem britischen Fernsehsender BBC.

Es sei absolut essenziell, vor dem nächsten Herbst eine hohe Impfrate zu haben, um eine Rückkehr zum normalen Leben vor dem Winter 2021 sicherstellen zu können, sagte Sahin. Wenn alles weiterhin gut laufe, könne der Impfstoff ab Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres ausgeliefert werden.

Biontech-CEO und -Mitgründer Ugur Safin. (Archivbild)
Biontech-CEO und -Mitgründer Ugur Safin. (Archivbild)
Bild: Keystone/EPA/Biontech SE/Handout

Biontech und der US-Partner Pfizer arbeiten an einem Impfstoff und hatten vielversprechende Daten aus klinischen Tests vorgelegt. Vergangenen Montag teilten sie mit, dass vorläufige Ergebnisse eine 90-prozentige Wirksamkeit zeigten.

6.15 Uhr: Berset zu Problemen der Kulturbranche

Bundesrat Alain Berset und die Direktorin des Bundesamtes für Kultur, Isabelle Chassot, treffen sich am Montagnachmittag, um Probleme der Kulturbranche in der Pandemie zu besprechen. An seiner Sitzung vom 14. Oktober hatte der Bundesrat die Verordnung über die Massnahmen im Kulturbereich gemäss Covid-19-Gesetz verabschiedet. Diese sieht vor, dass der Bund den Kantonen weiterhin Mittel zur Unterstützung der Kulturunternehmen zur Verfügung stellt. Auf Gesuch werden Finanzhilfen zur Entschädigung finanzieller Einbussen gewährt. Der Bund trägt die Hälfte der von den Kantonen gesprochenen Beträge.

6.10 Uhr: Masken in Bussen in Auckland verpflichtend

In der neuseeländischen Stadt Auckland müssen ab Dienstag in öffentlichen Verkehrsmitteln und landesweit in Flugzeugen Masken getragen werden. Premierministerin Jacinda Ardern und der für den Umgang mit der Pandemie zuständige Minister Chris Hipkins verkündeten die neuen Regeln heute nach einem Treffen mit Abgeordneten. Sie gelten nicht für Kinder unter zwölf Jahren oder Passagiere in Taxis, jedoch für deren Fahrer.

Das Land ist bei der Bekämpfung des Virus äusserst erfolgreich, jedoch gab es in Auckland hin und wieder kleine Ausbrüche. Die verpflichtenden neuen Regeln seien eine Vorsichtsmassnahme, sagte Ardern. «Neuseeland befindet sich global gesehen in einer einmaligen Situation. Wir haben wirtschaftliche und persönliche Freiheiten, die wenige andere Länder geniessen», sagte sie. «Doch diese Freiheiten sind unter zunehmendem Druck, während Covid in der Welt um uns herum zunimmt.»

5.30 Uhr: Schweizer Koch des Jahres – via Internet

Heute um 12:00 Uhr wird der Gault Millau Schweiz 2021 vorgestellt. Ferner wird der Koch respektive die Köchin des Jahres erkoren. Die Latte liege hoch, heisst es auf der Webseite des Gault Millau. Zuletzt hatten Frank Giovannini (2018), Heiko Nieder (2019) und Tanja Grandits (2020) jeweils die begehrte Auszeichnung erhalten. Wegen der Coronapandemie findet die Zeremonie nur im Internet unter www.gaultmillau.ch statt. Auch der erste Härtetest für den neuen «Koch des Jahres», das traditionelle Gala-Diner für alle 19-Punktechefs, entfällt. Es wird im kommenden Sommer nachgeholt. Der neue Guide empfiehlt 830 Restaurants und 90 Gourmet-Hotels. Ferner stellt er die 150 besten Schweizer Winzer vor.

4.16 Uhr:  Japan und IOC: Spiele werden ausgetragen

Die wegen der Coronapandemie auf den Sommer 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen wie geplant ausgetragen werden. Darauf verständigte sich der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, heute mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga in Tokio. Er sei entschlossen, die Spiele im kommenden Jahr in der Hauptstadt seines Landes auszurichten, sagte Suga laut örtlichen Medien. Bach dankte Suga für dessen Engagement, die Spiele auszurichten. Sie sollten zu einem Symbol für Solidarität in der Nach-Corona-Ära werden, sagte Bach.

Bach wollte in Tokio auch Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und das japanische Organisationskomitee treffen. Für Dienstag sind Besuche im olympischen Dorf und im Olympiastadion sowie Gespräche mit Athleten geplant. «Die Botschaft, die ich nach Tokio und Japan mitbringen will, ist, dass wir mit aller Kraft eine sichere Austragung der Spiele anstreben», hatte Bach vor seiner Abreise gesagt. Eine endgültige Olympia-Absage schloss er aus. In Tokio zeigte er sich zuversichtlich, dass die Spiele nicht ohne Zuschauer stattfinden.

Der 66-Jährige ist zum ersten Mal seit der Entscheidung für eine Olympia-Verschiebung im März wieder in der japanischen Hauptstadt zu Gast. Die Ausrichter wollen über die nächsten Tage die aktuellen Pläne für die Sommerspiele und die Paralympics in Tokio prüfen.

3.37 Uhr: USA mit mehr als elf Millionen Fällen

Die USA haben die Marke von elf Millionen Corona-Infektionen überschritten. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Eine Million Fälle kam in weniger als einer Woche dazu: Zehn Millionen waren erst am vergangenen Montag erreicht worden. Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen mit mehr als 177’000 an einem Tag erneut einen Rekordstand erreicht. In rund der Hälfte der 50 Bundesstaaten sind auch die Einweisungen in Krankenhäuser auf einem Höchststand.

In den USA starben bisher gut 246’000 Menschen an der Krankheit Covid-19. Der Mediziner Jonathan Reiner von der George Washington Universität warnte im Nachrichtensender CNN am Sonntag, dass in wenigen Wochen täglich erst 2'000 und dann 3'000 Erkrankte sterben würden, wenn man nicht umgehend Massnahmen wie eine Maskenpflicht umsetze.

Präsident Donald Trump hatte die Gefahr durch das Coronavirus insbesondere im Endspurt seines Wahlkampfs heruntergespielt und verkündet, dass die USA in der Pandemie bald über den Berg sein würden. Inzwischen erlassen Gouverneure einzelner Bundesstaaten verstärkt Anordnungen zum Tragen von Masken und Einschränkungen für den Betrieb von Geschäften und Restaurants.

2 Uhr: Johnson&Johnson startet neue Vakzin-Spätstudie

Der US-Pharmakonzern Johnson&Johnson hat in Grossbritannien eine neue Spätstudie für seinen experimentellen Corona-Impfstoff Ad26COV2 begonnen. Probanden erhielten entweder zwei Dosen des Impfstoffs oder ein Placebo in einem Abstand von 57 Tagen, sagte Saul Faust, Professor für pädiatrische Immunologie und Infektionskrankheiten, der die Studie am Universitätsklinikum Southampton mitleitet.

Johnson & Johnson nutzt ein Erkältungsvirus, um genetisches Material des Sars-CoV-2-Virus in den Körper zu schleusen und eine Immunantwort auszulösen. Die Plattform namens AdVac wird auch in einem Ebola-Impfstoff verwendet, der Anfang dieses Jahres zugelassen wurde. Parallel forscht das Unternehmen mit 60'000 Testpersonen, ob auch eine einzelne Impfdosis ausreichend Schutz gegen eine Infektion bietet.

1.50 Uhr: Japan befreit sich aus der Rezession

Japans Wirtschaft erholt sich vom Rekordeinbruch im Zuge der Coronakrise. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt zog im dritten Quartal dieses Jahres – auf das Jahr hochgerechnet – um 21,4 Prozent an, wie die Regierung in Tokio am Montag auf vorläufiger Basis bekannt gab. Es ist das erste Mal seit drei Quartalen, dass Japans Wirtschaft wieder wächst, nachdem die Wirtschaftsmacht zuvor in eine schwere Rezession gerutscht war. Dass Japans Konjunkturmotor nach diesem Einbruch jetzt wieder anspringen würde, hatten Ökonomen erwartet. Der Anstieg fiel aber stärker aus als viele gedacht hatten.

Japan war bereits vor dem Ausbruch der Coronapandemie wegen des Handelskonflikts zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt – USA und China – stark geschwächt gewesen. Hinzu kamen die Folgen einer Mehrwertsteueranhebung im vergangenen Jahr. Dann kam die Coronakrise. Die zwischen April und Ende Mai erlassenen Einschränkungen trafen die schwache Wirtschaft mit voller Wucht. Da Japan jedoch anders als andere Länder keinen harten Lockdown verhängte, war der wirtschaftliche Einbruch noch relativ milde ausgefallen.

Der private Konsum, der in Japan zu rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung beiträgt, zog im dritten Quartal um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal an. Die Kapitalausgaben der Unternehmen sanken jedoch um 3,4 Prozent. Experten in Tokio rechnen denn auch damit, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich Japans Wirtschaft vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholen wird.

0.10 Uhr: Premierminister Boris Johnson in Quarantäne

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Wie britische Medien am Sonntagabend berichteten, hat Johnson Kontakt zu einer Person gehabt, die später positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. «Der Premierminister wird die Regeln befolgen und sich selbst isolieren», sagte ein Sprecher Johnsons. Der Schritt kommt kurz vor einer Woche mit möglicherweise entscheidenden Brexit-Gesprächen.

Im März hatte sich Johnson als einer der ersten Regierungschefs weltweit mit dem Coronavirus angesteckt. Der 56-Jährige lag im April zeitweise mit anhaltenden Covid-19-Symptomen auf der Intensivstation. Aktuell zeige Johnson aber keine Symptome einer Erkrankung, er arbeite vorerst weiter vom Amtssitz in der Downing Street aus, sagte sein Sprecher.

0 Uhr: Bundesregierung will strengere Beschränkungen

Im Kampf gegen die Coronakrise schlägt die deutsche Regierung eine weitere Verschärfung der Kontakt- und Quarantänebeschränkungen vor. In einem der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder heute heisst es, Kinder und Jugendliche seien dazu anzuhalten, sich nur noch mit einem festen Freund in der Freizeit zu treffen. Private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten sich generell nur noch auf einen festen weiteren Hausstand beschränken.

Treffen in der Öffentlichkeit sollen nach den Vorstellungen des Bundes künftig nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes und maximal zwei Personen eines weiteren Hausstandes gestattet sein. Auf private Feiern solle zunächst bis zum Weihnachtsfest ganz verzichtet werden. Seit dem 2. November gilt, dass sich nur Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstands in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen, maximal jedoch zehn Personen.

Künftig solle man sich zudem bei jedem Erkältungssymptom, insbesondere Husten und Schnupfen, unmittelbar nach Hause in Quarantäne begeben. An den Schulen soll das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schüler aller Jahrgänge und für Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts vorgeschrieben werden.

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