Das musst du zur Booster-Impfung wissen

lmy/red

23.11.2021

Rayneli Brandenberger, Pflegefachfrau HF, spritzt einem Mann eine dritte Covid-19 Impfung als Booster-Impfung, im Referenz-Impfzentrum des Kantons Zuerich beim Zentrum für Reisemedizin und Uebertragbare Krankheiten Zuerich, am Donnerstag, 11. November 2021. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Ein Mann bekommt in Zürich seine dritte Impfung: Wer über 65 ist, kann dies seit einigen Wochen machen.
KEYSTONE

Ab sofort können sich alle ab 16 Jahren boostern lassen: Swissmedic lässt den Impfstoff von Pfizer/Biontech für eine dritte Impfung auch bei unter 65-Jährigen zu. Doch sind die Kantone bereit dafür? Worum geht es überhaupt? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

lmy/red

23.11.2021

Swissmedic lässt den Impfstoff von Pfizer/Biontech ab sofort für eine dritte Impfung zu – für alle ab 16 Jahren. Die zweite Dosis muss dabei mindestens sechs Monate zurückliegen. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) will nun ihre Impf-Empfehlungen anpassen.

Seit einigen Wochen erhalten alle ab 65 und besonders gefährdete Personen eine Boosterimpfung, Swissmedic hatte dies Ende Oktober zugelassen. Der Kanton Basel-Stadt verabreicht diese auch dem Gesundheitspersonal – diese Anwendung erfolgt allerdings «off-label». 

Fangen die Kantone nun sofort an mit dem Boostern der breiten Bevölkerung? Und worum geht es überhaupt? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist eine Auffrischimpfung überhaupt?

Bei der Auffrischimpfung handelt es sich um eine weitere Impfdosis, die gespritzt wird, nachdem die ursprünglich empfohlene Dosierung eines Covid-Vakzins bereits verabreicht worden ist. Bei den meisten Corona-Impfstoffen ist der Booster eine dritte Impfdosis, beim Impfstoff von Johnson & Johnson eine zweite Dosis.

Wozu braucht es die Auffrischung?

Die Auffrischimpfung wird verabreicht, um bei bereits geimpften Personen das immunologische Gedächtnis wieder aufzufrischen und so schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Denn: Auch bei doppelt Geimpften kommt es immer wieder zu Impfdurchbrüchen. Die Erfahrungen aus anderen Ländern – etwa in Israel – zeigen, dass die Booster-Impfung wirkt und erneute Wellen gebrochen werden konnten.

Wer kann sich impfen lassen?

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech kann ab sofort an alle Personen ab 16 Jahren verimpft werden. Für besonders gefährdete Personen ist die Auffrischimpfung bereits ab 12 Jahren möglich.

Der Nutzen der Auffrischung ist grösser bei Personen, die auch für die ersten beiden Impfungen Pfizer/Biontech erhalten haben. Für Personen, die eine Dosis des Johnson&Johnson-Impfstoffs erhalten haben, wird derzeit keine Auffrisch-Impfung empfohlen, weder mit dem gleichen Impfstoff noch mit einem mRNA-Impfstoff.

Hat die Schweiz genug Impfstoff und Kapazität?

Grundsätzlich schon – bis die breite Bevölkerung geimpft werden kann, dürfte es aber noch ein bisschen dauern. Die Kantone haben die Infrastrukturen abgebaut und können die nötigen Kapazitäten nicht bereitstellen, um ab Dezember allen eine dritte Impfung zu verabreichen. Zudem gibt es weiterhin Erst- und Zweitimpfungen zu verabreichen.



Der Kanton Bern etwa hat bereits angekündigt, die Booster-Impfung für unter 65-Jährige erst ab Januar anzubieten, und zwar gestaffelt nach Altersgruppen. Andere Kantone wollen zwar vor Weihnachten anfangen, können aber nichts garantieren.

Was ist mit Moderna?

Das Zulassungsverfahren für die Verabreichung einer dritten Dosis des Impfstoffs von Moderna für unter 65-Jährige läuft noch. Die eingereichten Daten seien noch in Begutachtung, teilt Swissmedic auf Nachfrage von Keystone-SDA mit.

Wann soll die Auffrischung erfolgen?

Eine dritte Dosis kann Personen mit geschwächtem Immunsystem nach mindestens 28 Tagen verabreicht werden. Bei älteren Menschen oder Risikopatient*innen ist eine dritte Impfung mindestens sechs Monate nach der zweiten Dosis angezeigt.

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Was hältst du von der Booster-Impfung?

Muss es sich um den gleichen Impfstoff handeln?

Die Impfkommission empfiehlt, den gleichen Impfstoff zu verwenden wie bei der Grundimmunisierung. Dies sagte deren Präsident Christoph Berger letzte Woche vor den Medien.  Eine Kreuzimpfung ist aber möglich.

Bisher wurden in der Schweiz rund 3,7 Millionen Dosen von Moderna und 1,9 Millionen von Pfizer/Biontech verimpft sowie 34'000 Dosen Johnson & Johnson.

Was passiert mit dem Covid-Zertifikat?

Die Gültigkeit des Covid-Zertifikats wird durch eine Booster-Impfung verlängert. Dies sagte Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, in der SRF-Sendung «10 vor 10». Nach einer Booster-Impfung gelte das Zertifikat für weitere 365 Tage, so Berger.

Wo kann man sich impfen lassen?

Die Verabreichung der Booster-Impfungen wird kantonal organisiert. Die Impfung wird meist in den Impfzentren, aber auch in Apotheken oder beim Hausarzt angeboten. Hier findest du die Übersicht, wo du dich in deinem Kanton für die Impfung anmelden kannst.

Muss die Impfung auf längere Zeit zweimal im Jahr aufgefrischt werden?

Davon gehen die Fachleute momentan nicht aus.

Transparenzhinweis: Teile dieses Artikels wurden in den vergangenen Wochen bereits publiziert und für diesen Artikel aktualisiert. Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.