Bund prüft mehr Asylanträge im erweiterten Verfahren

lmy

22.7.2021

Asylsuchende beim Basteln im Animationsraum des Bundesasylzentrums (BAZ) in Embrach, fotografiert am 31. August 2020. Das Bundesasylzentrum Embrach ist eines der Bundesasylzentren des Staatssekretariats fuer Migration (SEM) ohne Verfahrensfunktion (mit Warte- und Ausreisefunktion). In diesen Bundesasylzentren halten sich ueberwiegend Personen auf, deren Asylverfahren unter das Dublin-Abkommen faellt oder deren Asylgesuch abgelehnt wurde. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Asylsuchende im Bundesasylzentrum in Embrach.
KEYSTONE

Asylverfahren in der Schweiz dauern wieder länger. Nach zwei Rügen des Bundesverwaltungsgerichts hat das zuständige Staatssekretariat seine Praxis angepasst.

lmy

22.7.2021

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) arbeitet bei der Abwicklung der neuen Asylverfahren nicht gründlich genug: So urteilte das Bundesverwaltungsgericht im vergangenen Jahr gleich zweimal. Nun nimmt sich das SEM wieder mehr Zeit, wie SRF berichtet.

Die neuen Asylverfahren sollten mit kürzeren Fristen schneller, günstiger und effizienter sein. Sie kommen vor allem bei unumstrittenen Fällen zum Einsatz und dauerten meist rund zwei Monate. Das führte aber auch zu vielen Beschwerden. Nun hat das SEM die Praxis wieder angepasst und prüft mehr Verfahren im erweiterten Verfahren mit längeren Fristen, das rund zehn Monate dauert – momentan ist es jedes dritte, vor zwei Jahren war es nur jedes zehnte.

Das sei wichtig, sagt Peter Meier von der Flüchtlingshilfe gegenüber SRF. Der Bund müsse sich die Zeit für eine «vollständige und korrekte Prüfung nehmen». Doch es gebe immer noch zu viele komplexe Fälle, die im beschleunigten Verfahren abgehandelt werden, und die Erkennung von Opfern von Menschenhandel oder Traumatisierten sei nach wie vor ungenügend.