2 Jahre Corona in der Schweiz

Das ganze Ausmass der Pandemie in Zahlen

SDA/gbi

25.2.2022 - 11:43

Doctor Michael Llamas vice-director of the hospital during the daily general meeting with the hospital team at the regional hospital La Carita in Locarno, Switzerland, April 2, 2020,. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)
Eine Ärztin im Spital La Carità in Locarno brütet im April 2020 über Einsatzplänen.
Bild: Keystone/Ti-Press/Pablo Gianinazzi

Vor genau zwei Jahren wurde im Tessin der erste Schweizer Corona-Fall registriert – es war der Anfang der grössten Gesundheitskrise seit über hundert Jahren. Das Ausmass der Pandemie in Zahlen. 

SDA/gbi

25.2.2022 - 11:43

«Neues Coronavirus Covid-19: Erster bestätigter Fall in der Schweiz»: Ein Communiqué des Bundesamts für Gesundheit (BAG) vermeldete am 25. Februar 2020, dass jenes Virus, das die Schweizer*innen nur aus den Ausland-Nachrichten kannten, nun auch die Schweiz erreicht hatte. Eine Person im Tessin wurde als Erste positiv getestet, sie habe sich davor in Italien aufgehalten, hiess es in der Mitteilung. 

Und weiter: «Trotz dieses ersten in der Schweiz diagnostizierten Falls ändert sich nichts an der Einschätzung der Gefährdung: Das neue Coronavirus stellt zurzeit für die Bevölkerung der Schweiz ein moderates Risiko dar.»

Zwei Jahre später wird das öffentliche und private Leben in der Schweiz immer noch wesentlich vom Virus bestimmt. Fünf Ansteckungswellen, eine Impfkampagne, Ausgaben in Milliardenhöhe des Bundes und über 380'000 Armee-Diensttage – einige Zahlen aus zwei Jahren Pandemie:

Ansteckungen

Seit der ersten nachgewiesenen Ansteckung am 25. Februar 2020 gab es rund 2,65 Millionen positive Tests. In der Schweiz und Liechtenstein wurden seither insgesamt 30'403 Fälle pro 100'000 Einwohner*innen gezählt. Mit dem starken Anstieg der Fallzahlen um den Jahreswechsel dürfte auch die Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle gestiegen sein. Weltweit gab es um die 417 Millionen bestätigte Ansteckungen.

Todesfälle

Über 5,8 Millionen Menschen sind bisher weltweit an oder mit Covid-19 gestorben. In der Schweiz waren es bisher über 12'600 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus, die meisten zwischen Herbst 2020 und Januar 2021. Zum Vergleich: Die Spanische Grippe forderte 1918 und 1919 fast 25'000 Tote in der Schweiz, dies bei einer deutlich kleineren Bevölkerung.

Activists lit almost 12000 candles to commemorate the people who died of Corona in Switzerland, this Tuesday, December 7, 2021, on the Bundesplatz, front of the Federal Palace, in Bern, Switzerland. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Mit einem Kerzenmeer gedenken Menschen am 7. Dezember 2021 auf dem Bundesplatz in Bern der Schweizer Corona-Toten.
Bild: Keystone/Anthony Anex

Hospitalisationen

Fast 45'500 Menschen wurden in der Schweiz bisher im Zusammenhang mit Covid-19 in einem Spital behandelt. Die meisten Spitaleinweisungen pro 100'000 Einwohner*innen gab es in der zweiten Welle Ende 2020 und Anfang 2021.

Immunität

Genaue Erhebungen dazu, wie viele Menschen bereits eine Immunität gegen das Virus aufgebaut haben, gibt es nicht. Doch es gibt eine zuversichtlich stimmende Tendenz: So meinte Mitte Februar der Berner Virologe Christian Althaus: «Zum ersten Mal während dieser Pandemie gehen die Fallzahlen in der Schweiz nicht aufgrund von Massnahmen oder der Saisonalität zurück, sondern aufgrund der Immunität in der Bevölkerung», twitterte Althaus. Das bedeute aber nicht, dass die Infektionen nicht irgendwann wieder steigen würden.

Impfungen

Die Impfkampagne gegen Covid-19 begann Ende 2020. 68,7 Prozent der gesamten Bevölkerung sind mittlerweile doppelt geimpft, gut 41 Prozent haben auch einen Booster, erhalten. Für das laufende Jahr stehen der Schweiz rund 34 Millionen Impfdosen zur Verfügung. 4 Millionen Impfdosen von AstraZeneca wurden der internationalen Impfinitiative Covax gespendet.

Impfkosten

Was die Beschaffung der Impfstoffe den Bund genau kostet, ist nicht bekannt, denn die Beschaffungsverträge mit den Herstellern sind geheim. Ende Juni 2022 will sie das BAG auf Empfehlung des Eidgenössischen Datenschützers zugänglich machen. Dann werde die Beschaffung für das Jahr 2023 abgeschlossen sein, begründete das BAG den Zeitpunkt.

Kosten

Zur Unterstützung von Wirtschaft, Kultur, Sport und Verkehr, für die Beschaffung von Sanitätsmaterial einschliesslich Impfstoffe und auch für die Deckung von Bürgschaftskrediten hat der Bund bisher insgesamt rund 106 Milliarden Franken gesprochen oder auf den Entscheidungsweg geschickt. 42,8 Milliarden der Summe sind für die Deckung von Solidarbürgschaften für Unternehmen vorgesehen.

Gebraucht wurde allerdings in den Jahren 2020 und 2021 weit weniger, nämlich nach vorläufigem Stand rund 29,1 Milliarden Franken in den Jahren 2020 und 2021. Zudem ging der Bund Verpflichtungen von 17,5 Milliarden im Zusammenhang mit Bürgschaften ein.

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Armee

Über 380'400 Diensttage leisteten Armeeangehörige wegen der Pandemie, davon über 252'900 im Gesundheitswesen. Drei Mal wurde die Armee zum Assistenzdienst beigezogen, im Frühling und im Spätherbst 2020 und schliesslich ab Dezember 2021.

In der ersten Welle waren die Armeeangehörigen in 18 Kantonen und in Liechtenstein im Einsatz und leisteten die weitaus meisten Diensttage, in der zweiten in sieben Kantonen und in der dritten in bisher neun. Bei den ersten zwei Einsätzen lagen die Schwergewichte in der Westschweiz. Waren die Armeeangehörigen in der ersten Corona-Welle unter anderem auch für Kontrollen der zeitweise geschlossenen Landesgrenzen im Einsatz, halfen sie Ende 2021 und Anfang 2022 beim Impfen.

Une militaire vaccine une personne avec le vaccin moderna dans le centre de vaccination de Polyexpo le mardi 21 decembre 2021 a La Chaux-de-Fonds. Pour repondre a la demande du Gouvernement neuchatelois pour accelerer la vaccination, l'Armee deploie 8 specialistes sanitaires jusqu'en janvier 2022. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Eine Militärangehörige packt bei einer Impfaktion in La Chaux-de-Fonds an, im Januar 2022. 
Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott

Aufarbeitung

Noch bevor die Krise ganz ausgestanden ist, beschäftigten sich verschiedene Aufsichtsgremien mit deren Aufarbeitung. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) fokussiert auf die wirtschaftlichen Aspekte, während die Geschäftsprüfungskommissionen von National- und Ständerat (GPK-N/S) alle möglichen Themen durchleuchten. Der Schwerpunkt der GPK-Abklärungen soll auf dem Zeitraum der ausserordentlichen Lage im Frühling 2020 liegen. Rund ein halbes Dutzend Berichte werden im Laufe des Jahres erwartet.

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