Können wir dank Impf-Zertifikat in den Sommerferien reisen?

lmy

25.3.2021

Un membre d'une equipe mobile de vaccination de la protection civile vaudoise, PC, complete un carnet de l'OMS de certificat international de vaccination ou de prophylaxie, afin de prouver que la personne c'est bien fait vacciner deux fois du virus, lors du dernier jour de vaccination dans les EMS du Canton de Vaud pendant la pandemie de Coronavirus Covid-19, ce jeudi, 18 mars 2021 a Nyon. (KEYSTONE/Martial Trezzini)
Corona-Geimpfte sollen bald eine neue Möglichkeit haben, dies nachzuweisen.
Keystone/Martial Trezzini

Das BAG verspricht, dass ab dem Sommer ein Impfzertifikat zur Verfügung steht. Was soll dieses beinhalten? Kann man damit reisen? Die Übersicht.

lmy

25.3.2021

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat gestern Mittwoch am Point de Presse ein Impfzertifikat versprochen. Es gebe zwar noch viele offene Fragen, aber die Aufgabe sei lösbar, sagte BAG-Direktorin Anne Lévy. Die wichtigsten Antworten dazu im Überblick.

Was soll das Impfzertifikat beinhalten?

Beim Impfzertifikat handelt es sich um ein persönliches Dokument, das auf Papier wie auch digital nutzbar ist. Es müsse fälschungssicher, mitführ- und überprüfbar sein und international anerkannt werden, sagte Anne Lévy am Mittwoch vor den Medien. Die Bürger*innen können selber entscheiden, ob sie ein solches Zertifikat wollen und welche Informationen darin stehen.

Eingetragen werden soll auf jeden Fall die Corona-Impfung. Auch Tests sowie überstandene Erkrankungen könnten erfasst werden. Was genau reinkommt, entscheidet der Bundesrat. Die Verwaltung hat das Projekt nun offiziell in Angriff genommen.

Das Covid-19-Gesetz gibt dem BAG den Auftrag und die gesetzliche Grundlage dafür. Eine solche fehlt aber weiterhin für ein nationales Impfregister.

Wird das Zertifikat international kompatibel sein?

Das ist auf jeden Fall das Ziel. Auch die EU will eine Art Impfpass einführen – bei ihrer Sitzung am Donnerstag bekräftigten die Regierungschefs ihren Willen dazu. Die notwendige Technik soll bis 1. Juni stehen, geplant ist ein System mit QR-Code. Laut «Blick» könnte auch die Schweiz mit einem ähnlichen System arbeiten.

Die EU will die Schweiz als Schengen-Mitglied mit an Bord haben. Ob eine Beteiligung zustande kommt, ist noch offen. Eine Lösung müsse auf jeden Fall international kompatibel sein, finden Politiker

Man mache mit der eigenen Lösung vorwärts und hoffe, dass dann im Sommer eine oder sogar zwei Lösungen vorliegen, sagte Virginie Masserey vom BAG an der Medienkonferenz.

Bis wann soll es kommen? Reicht es für die Sommerferien?

Für die Sommerferien soll das Impfzertifikat bereit sein, sagt Anne Lévy im Interview mit SRF: «Das hoffen wir sehr. Darauf arbeiten wir hin.» Im Sommer werde aber erst die Impfung erfasst, allfällige weitere Informationen wie Tests oder frühere Erkrankungen würden erst später hinzukommen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Sowieso sollen in einem ersten Schritt nur Geimpfte ein Zertifikat erhalten, später könnten sich auch Genese und negativ Getestete ohne Impfung damit ausweisen.

Grundsätzlich soll das Impfzertifikat das Reisen erleichtern. Weitere Privilegien für Geimpfte müssten zuerst diskutiert werden, auch von der Politik. Ob der Nachweis auch für den Besuch von Veranstaltungen wie Openairs oder im Sportbereich gilt, ist also noch völlig offen.

Was sind die Herausforderungen?

Viele technische Fragen zum Impfzertifikat seien aber noch offen und müssten geklärt werden, betonte Lévy. Diese sind einerseits technischer Natur, andererseits geht es um die internationale Anerkennung.

Die digitalen Daten seien bereits vorhanden, da sich alle Geimpften digital angemeldet hätten, sagte Lévy zu SRF: «Wir versuchen eine Lösung zu finden, mit der wir das dann automatisch für jene, die das wollen – das ist ganz wichtig –, auf ein Impfzertifikat hinüberziehen können.»

Welche Auswirkungen hat das Leck bei Meineimpfungen.ch?

Das von einer Stiftung betriebene Impfportal Meineimpfungen.ch ist momentan offline. Wegen schwerer Sicherheitsmängel beim Umgang mit sensiblen Daten steht es in der Kritik, der Konsumentenschutz ruft Nutzer*innen dazu auf, ihre Daten zurückzuziehen.

Meineimpfungen.ch hätte mit Unterstützung des BAG ein elektronisches Impfbüchlein entwickeln sollen. Das BAG hat mehrfach dazu aufgerufen, sich dort zu registrieren und Corona-Impfungen dokumentieren zu lassen. Ob man weiterhin mit der Plattform zusammenarbeitet, ist noch offen.

Das BAG weist eine direkte Verantwortung für das Debakel von sich. Das Impfzertifikat habe nichts mit dem digitalen Impfausweis von Meineimpfungen.ch zu tun, hiess es.

Was wird der Impfpass kosten?

Ob Bürger*innen für den Impfpass etwas bezahlen müssen, entscheidet ebenfalls der Bundesrat.