Hohe Dunkelziffer – bis zu 400'000 Ansteckungen bisher in der Schweiz

Agenturen/red

6.8.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • In der Schweiz gibt es bis zu 400'000 Ansteckungen bisher. Die Dunkelziffer ist hoch.
  • Die Ansteckungszahlen in der Schweiz und Liechtenstein verharren auf dem Niveau des Vortags: Das BAG meldet 181 Neuinfektionen.
  • Das Testcenter in Basel hat aufgrund steigender Testbedürfnisse wieder am Wochenende geöffnet.
  • In den USA sind vergleichsweise niedrige Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet worden – örtliche Behörden und Medien warnen allerdings vor möglichen Verzerrungen.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 36’108 Personen; davon gelten 31’600 als genesen. 1’985 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 18’897’857, die Zahl der Toten auf 710’136.

Die Ansteckungszahlen in der Schweiz und Liechtenstein verharren auf dem Niveau des Vortags: Das BAG meldet 181 Neuinfektionen. Die Covid-19-Taskforce des Bundes geht in der Schweiz wegen der Coronavirus-Pandemie von bislang 250'000 bis 400'000 Infizierten aus. Grund für die Dunkelziffer ist gemäss dem Experten für Mikrobiologie der ETH Zürich, dass Betroffene nur wenige Symptome hätten oder sich aus anderen Gründen nicht testen liessen.

Kurz vor dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Ohio ist der Gouverneur des Bundesstaates, Mike DeWine, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Republikaner am Donnerstag nur wenige Stunden vor seinem geplanten Zusammentreffen mit dem Staatsoberhaupt via Twitter mit.

Gesundheitsministerium in London 50 Millionen Stück Schutzmasken gekauft, die nicht für den Gebrauch in Krankenhäusern tauglich sind, weil sie mit Gummibändern an den Ohren anstatt hinter dem Kopf befestigt werden. Damit sei nicht gewährleistet, dass die Masken eng genug anliegen, so die Begründung.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.27 Uhr: Covid-Taskforce – bis zu 400'000 Ansteckungen bisher in der Schweiz

Hohe Dunkelziffer: Die Covid-19-Taskforce des Bundes geht in der Schweiz wegen der Coronavirus-Pandemie von bislang 250'000 bis 400'000 Infizierten aus. Studien würden diese Schätzungen unterstützen, sagte Taskforce-Chef Martin Ackermann.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie in der Schweiz laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gut 36'100 laborbestätigte Fälle. Epidemiologen seien davon ausgegangen, dass 80 bis 90 Prozent der Infizierten von Sars-CoV-2 nicht gefunden würden, sagte Ackermann in dem am Donnerstag auf der Webseite von Radio und Fernsehen SRF publizierten Interview.

Grund für die Dunkelziffer ist gemäss dem Experten für Mikrobiologie der ETH Zürich, dass Betroffene nur wenige Symptome hätten oder sich aus anderen Gründen nicht testen liessen. Eine wichtige Studie der Universität Genf zeige, dass die Schätzung beim Covid 19-Virus korrekt sei, sagte Ackermann weiter. Gemäss der Taskforce infizierten sich damit bislang drei bis fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung.

Es sei unklar, ob diese Menschen nun immun seien gegen das Virus Sars-CoV-2, und wie lange eine Immunität anhalte, sagte Ackermann. Für eine Durchseuchung der Menschen im Land würde es laut der Taskforce lange dauern. «Wir schätzen im Minimum ein Jahr», sagte Ackermann. «Eine solche Situation mit konstant hohen Fallzahlen wäre für die Wirtschaft und Gesellschaft verheerend.»

Auch eine sogenannte differenzierte Durchseuchung hielt Ackermann für schwierig. Die Erfahrung zeige, dass es sehr schwierig oder unmöglich sei, die Risikogruppen zu schützen, gerade, wenn es hohe Fallzahlen gebe. «Auch weil man ansteckend ist, bevor man Symptome hat.»

In der Schweiz registrierte der Bund bislang 1'709 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Doch die effektive Zahl dürfte höher liegen. Gemäss Ackermann gibt es unter den Forschenden weltweit einen grossen Konsens, wonach die Infektionssterblichkeit zwischen 0,5 und 1 Prozent liege. Eine weitere Genfer Studie habe eine Sterblichkeit von 0,64 Prozent im Kanton Genf berechnet.

21.05 Uhr: Dänemark belässt Versammlungsbeschränkung

Die dänische Regierung sieht wegen der erneut steigenden Coronavirus-Infektionszahlen im Land von der geplanten Lockerung der geltenden Versammlungsbeschränkungen ab. Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bestimmter Veranstaltungen wird doch nicht zum Samstag hin von 100 auf 200 angehoben, wie das dänische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

«Die Epidemie nimmt weltweit und an mehreren Orten Europas zu, und in der jüngsten Zeit haben wir einen Anstieg der Zahl der Dänen gesehen, die mit dem Coronavirus infiziert sind», erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Es sei entscheidend, dass Dänemark seine gute Position behalte, in der die Epidemie unter Kontrolle sei. Deshalb sei es aus Sicht der Regierung nicht richtig, zu diesem Zeitpunkt die Versammlungsbeschränkung von 100 auf 200 Teilnehmer anzuheben.

Die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und die weiteren dänischen Parlamentsparteien hatten vereinbart, die Teilnehmerzahl für Versammlungen schrittweise über den Sommer zu lockern. Zuletzt war sie am 8. Juli von 50 auf maximal 100 Teilnehmer geändert worden. Für Veranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten wie etwa Ligaspiele der obersten dänischen Fussballliga gelten Ausnahmen, so dass beim Profifussball zuletzt einige Tausend Zuschauer in den Stadien dabei sein konnten.

20.52 Uhr: USA heben weltweite Reisewarnung wegen Corona wieder auf

Die USA haben ihre wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufene weltweite Reisewarnung wieder aufgehoben. Das US-Aussenministerium kündigte am Donnerstag an, fortan wieder Reisehinweise und Reisewarnungen zu einzelnen Ländern zu veröffentlichen. Während sich die Lage in einigen Ländern verbessere, könne sie sich in anderen jederzeit wieder verschlechtern. Grundsätzlich sollten US-Bürger bei Auslandsreisen wegen des «unvorhersehbaren Charakters der Pandemie» Vorsicht walten lassen.

Das US-Aussenministerium hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Krise eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Die Regierung riet US-Bürgern damals von Auslandsreisen dringend ab und rief US-Bürger im Ausland auf, wenn möglich umgehend in die USA zurückzukehren. Das Aussenministerium warnt zudem, US-Botschaften und Konsulate hätten womöglich nur begrenzte Kapazitäten, um US-Bürgern zu helfen.

Wegen der Pandemie hatten zahlreiche Länder weltweit Reiseverbote verhängt und Reisewarnungen ausgesprochen. Die USA untersagten unter anderem im März Einreisen aus dem Schengenraum. Das Einreiseverbot ist nach wie vor gültig.

20.21 Uhr: Niederländischer Premier Rutte warnt vor zweitem Lockdown

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat vor einem zweiten Lockdown gewarnt und Bürger dringend ermahnt, die Corona-Regeln einzuhalten. Touristen warnte er, belebte Plätze in Amsterdam zu meiden. Die Gefahr der Verbreitung des Corona-Virus sei gross, warnte Rutte am Donnerstagabend in Den Haag. In den Niederlanden sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sehr schnell angestiegen.

Die Niederlande verschärfen die Auflagen für Restaurants und Cafés. Ab sofort gilt erneut die Reservierungspflicht für Gäste. Sie müssen ausserdem ihre Kontaktdaten hinterlassen. Reisende aus Risikogebieten sollen künftig schärfer auf Einhaltung der Quarantäne-Pflicht kontrolliert werden.

In der vergangenen Woche waren in den Niederlanden fast 2'600 Neu-Infektionen gemeldet worden, das ist fast doppelt so viel wie in der Vorwoche. Ein Viertel der Neuinfizierten ist zwischen 20 und 29 Jahre alt. In der vergangenen Woche waren sechs Patienten gestorben. Insgesamt wurden bislang rund 6'000 Todesopfer registriert. Die tatsächliche Zahl wird weit höher geschätzt.

Besonders betroffen sind Rotterdam und Amsterdam. Wegen des grossen Zustroms von Touristen auch aus Deutschland und Belgien kann in Amsterdam an vielen Stellen der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden. Die Städte führten daher für belebte Plätze eine Maskenpflicht ein.

20.09 Uhr: Gouverneur von Ohio mit positivem Coronavirus-Test vor Trump-Besuch

Kurz vor dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Ohio ist der Gouverneur des Bundesstaates, Mike DeWine, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Republikaner am Donnerstag nur wenige Stunden vor seinem geplanten Zusammentreffen mit dem Staatsoberhaupt via Twitter mit. DeWine hätte Trump, der in Ohio unter anderem ein Unternehmen besucht, dort auf dem Flughafen in Cleveland begrüssen sollen.

Der vorgeschriebene Test vor einem Kontakt mit dem Präsidenten habe das positive Ergebnis gebracht, berichtete DeWine. Nach eigenen Angaben hat der 73-Jährige keine Symptome und will sich den Regeln entsprechend für die kommenden 14 Tage bei sich zu Hause in Quarantäne begeben.

DeWine ist der zweite US-Gouverneur mit einem positiven Corona-Test. Im Juli hatte sich der Regierungschef von Oklahoma, Kevin Stitt, mit dem Virus infiziert. Auch er ist Republikaner. Gelegentlich kommt es zu falschen Testergebnissen.

19.43 Uhr: Britische Regierung kauft 50 Millionen ungeeigneter Schutzmasken

Die Pannenserie der britischen Regierung im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie reisst nicht ab. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat das Gesundheitsministerium in London 50 Millionen Stück Schutzmasken gekauft, die nicht für den Gebrauch in Krankenhäusern tauglich sind. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Nichtregierungsorganisation Good Law Project wirft der Regierung in dem Verfahren vor, beim Kauf von Schutzausrüstung in der Pandemie gegen Wettbewerbsregeln verstossen zu haben. In einem Schreiben gestehen die Anwälte der Regierung ein, dass 50 Millionen Schutzmasken nicht für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst NHS geeignet sind, weil sie mit Gummibändern an den Ohren anstatt hinter dem Kopf befestigt werden. Damit sei nicht gewährleistet, dass die Masken eng genug anliegen, so die Begründung.

Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro ausgegeben). Was mit den Masken nun geschehen soll, war zunächst unklar. Hinzu kommt, dass der Kauf von einem Regierungsberater eingefädelt wurde, der laut BBC gleichzeitig für die beauftragte Firma tätig war.

18.58 Uhr: Testcenter in Basel auch wieder am Wochenende geöffnet

Ab dem kommenden Wochenende hat das Coronavirus-Testcenter des Universitätsspitals Basel wieder an sieben Tagen pro Woche geöffnet. Dies aufgrund steigender Testbedürfnisse.

Mit dieser Massnahme ab dem Wochenende vom 8./9. August soll das Notfallzentrum entlastet werden, wie das Universitätsspital Basel am Donnerstag mitteilte. Derzeit würden von Montag bis Freitag täglich über 100 Personen im Testcenter auf Covid-19 getestet. An den Wochenenden und nachts werden die Tests derzeit im Notfallzentrum durchgeführt.

Geöffnet ist das Testcenter am Eingang des Klinikums 1 an der Spitalstrasse samstags und sonntags von 09.00 bis 13.00 Uhr. Die Öffnungszeiten unter der Woche von 09.00 bis 17.00 Uhr werden beibehalten.

Gemäss Mitteilung werden positiv auf das Coronavirus Getestete innert zwei Stunden nach Vorliegen des Testresultats automatisch vom Kantonsärztlichen Dienst benachrichtigt.

Bei einem negativen Testergebnis würde die Benachrichtigung via SMS durch das Universitätsspital innert 24 Stunden erfolgen. Diese Frist könne aber nicht in absolut allen Fällen garantiert werden, heisst es weiter. Das Universitätsspital Basel habe deshalb Massnahmen ergriffen, um diese Frist in mindestens 95 Prozent der Fälle zu erreichen.

Ab Ende August will das Universitätsspital Basel in seiner alten Schwimmhalle ein grösseres Testcenter eröffnen, in dem bis zu 700 Abstriche pro Tag durchgeführt werden könnten. An diesem Ort soll im Bedarfsfall und bei Vorliegen eines Impfstoffs auch ein Impfzentrum eingerichtet werden können.

18.31 Uhr: Österreich verhängt Reisewarnung für spanisches Festland

In Österreich gilt ab Montag eine Reisewarnung für das gesamte spanische Festland im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Alle Festland-Provinzen Spaniens sind betroffen, ausgenommen sind die Inselgruppen der Balearen, zu denen Mallorca und Ibiza gehören, und die Kanarischen Inseln mit Gran Canaria und Teneriffa. «Es wird ausdrücklich vor Reisen auf das spanische Festland gewarnt», teilte das Aussenministerium in Wien am Donnerstag mit. Die Warnung tritt um Mitternacht von Sonntag auf Montag in Kraft.

18.23 Uhr: Trump hofft auf Corona-Impfstoff bis zur US-Wahl im November

US-Präsident Donald Trump rechnet noch in diesem Jahr mit einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus. «Noch vor Ende des Jahres, es könnte deutlich früher sein», sagte Trump am Donnerstag in einem Interview des Radiosenders WTAM. In «manchen Fällen» könnte ein Impfstoff sogar schon zur Zeit der Präsidentenwahl am 3. November verfügbar sein, sagte Trump weiter. Experten halten diesen Zeitplan allerdings für übermässig optimistisch.

Normalerweise dauert die Entwicklung eines neuen Impfstoffs mehrere Jahre. Trump hofft jedoch angesichts der derzeit enormen Anstrengungen und Finanzmittel für die Impfstoffforschung auf einen wesentlichen rascheren Durchbruch. Gesundheitsexperten der Regierung wie der renommierte Immunologe Anthony Fauci haben sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass es zum Jahresende oder im ersten Halbjahr 2021 einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus geben könne.

Weltweit gibt es derzeit zahlreiche Impfstoff-Kandidaten in verschiedenen Entwicklungsstadien. Für erste experimentelle Impfstoffe beginnen bereits grosse klinische Tests mit bis zu 30'000 Probanden zur Prüfung ihrer Wirksamkeit. Nach Abschluss solcher Tests müssen die Ergebnisse ausgewertet, veröffentlicht und unabhängig geprüft werden. Die zuständigen Arzneimittelbehörden müssen den Impfstoff dann noch zulassen, bevor er eingesetzt werden kann.

17.50 Uhr: Norwegen rät von Reisen in die Schweiz ab

Norwegen rät von nicht dringenden Reisen in die Schweiz ab. Das norwegische Aussenministerium hat am Donnerstag für mehrere Länder aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine Reisewarnung ausgesprochen – neben der Schweiz auch für Tschechien, Frankreich und Monaco. Das teilte das Amt auf Twitter mit.

Reisende aus diesen Ländern und einigen schwedischen Regionen müssen sich in Norwegen für zehn Tage in Quarantäne begeben. Die neuen Regeln treten am Samstag in Kraft, wie die zuständige Behörde mitteilte.

17.10 Uhr: Erstmals Corona-Fälle im Flüchtlingslager Al-Hol im Nordosten Syriens

Im syrischen Flüchtlingslager Al-Hol haben sich erstmals drei Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bei den Infizierten handele es sich um drei Mitarbeiter des Gesundheitspersonals, teilte ein Sprecher der Vereinten Nationen am Donnerstag mit. Die Ermittlung möglicher Kontaktpersonen habe bereits begonnen. Um weitere Infektionen zu vermeiden, dürfen als Vorsichtsmassnahme demnach vorerst nur noch unbedingt notwendige Mitarbeiter mit Schutzbekleidung auf dem Gelände arbeiten.

In dem von Kurden verwalteten Lager Al-Hol leben zehntausende Menschen in Zelten, darunter auch Angehörige von Dschihadisten der Miliz Islamischer Staat (IS). Wie ein Gesundheitsbeamter des Lagers der Nachrichtenagentur AFP sagte, arbeiteten die drei positiv auf Covid-19 Getesteten für die humanitäre Organisation Kurdischer Roter Halbmond. Ihm zufolge könnten sich Bewohner der riesigen Zeltstadt bei einem Besuch der Kliniken im Lager bereits infiziert haben.

Im syrischen Flüchtlingslager Al-Hol leben zehntausende Menschen. Nun gab es die ersten Coronafälle. (Archivbild)
Keystone

16.40 Uhr: Umstrittene Corona-Kampagne in Madrid: Einäscherung wärmer als Maske

Eine Kampagne, mit der die spanische Hauptstadt Madrid ihre Bürger zur ständigen Einhaltung der Maskenpflicht zu bewegen versucht, hat erhebliche Aufregung ausgelöst. Das ebenso umstrittene wie eindrucksvolle Video «Protégete, protégenos!» (Beschütze dich, beschütze uns!) zeigt am Ende eine Feuerbestattung und warnt die Maskenverweigerer: «Einäscherungsofen: 980 Grad. Es gibt Dinge, die mehr Hitze verursachen als eine Schutzmaske».

Die sei «sehr schlechter Geschmack» und «pietätlos», klagten Nutzer von sozialen Netzwerken. Einige Medien bezeichneten die Kampagne als «hart» und «brutal» – aber Teilnehmer von TV-Talkshows entgegneten, die Sensibilisierung der Menschen sei angesichts des Anstiegs der Neuinfektionen und der unverantwortlich laschen Einstellung vieler Menschen nötig.

16.10 Uhr: Tessin verlängert Corona-Schutzmassnahmen bis 24. August

Die Tessiner Regierung verlängert die Massnahmen im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie bis am 24. August. Sollte sich die Lage verschlimmern, könnte nachher eine Maskentragpflicht in der Öffentlichkeit verfügt werden, wie Regierungspräsident Norman Gobbi am Donnerstag sagte.

Die am 16. Juli eingeführten Massnahmen laufen am kommenden Sonntag aus. Nach der ihrer Verlängerung bis am 24. August wird der Regierungsrat die Lage neu beurteilen, erklärte Gobbi, der neben dem Präsidium des Regierungsrats auch die Direktion des Innern führt.

Im Tessin – hier in der Nähe des Verzascatals – werden die Corona-Schutzmassnahmen bis zum 24. August verlängert.
Keystone

Aktuell sei die Lage unter Kontrolle und die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus liege unter der Grenze von zehn, sagte Gobbi. Die derzeitigen Massnahmen würden demnach ausreichen, die Bevölkerung müsse sich aber weiterhin an die Regeln halten. Wie das Tessin den für den 31. August vorgesehenen Schulbeginn handhabt, will die Regierung am Montag entscheiden.

15.45 Uhr: Verwirrung um Liste der Risikoländer

Nachdem der Bundesrat am Mittwoch die Liste der Risikoländer auf 46 erweitert hatte, herrschte am Donnerstag Verwirrung um eine angeblich neue Erweiterung um alle Nicht-Schengen-Länder mit Ausnahme von 20 Staaten. Die Meldung erwies sich als Falschmeldung, wie das EJPD gegenüber Nau.ch bestätigte.

Geändert wurde nur die Risiko-Liste des SEM mit jenen Drittstaaten, für die eine Einreisebeschränkung besteht. Von dieser sei nun Algerien wieder entfernt worden, sagte Sprecher Philipp Schwander gegenüber Nau.ch. An der Liste jener Länder, bei deren Besuch für Rückkehrer eine Quarantänepflicht besteht, ändere sich nichts. Die neue Verordnung Länder  tritt am 8. August 2020 um 00.00 Uhr in Kraft.

Volle Strände trotz Corona in Spanien: Welche Reiserückkehrer müssen in der Schweiz in Quarantäne? Darum gab es nun Verwirrung.
Keystone

15.20 Uhr: Corona-Ausbruch im österreichischen Ferienort St. Wolfgang – 107 Fälle

Durch den Corona-Ausbruch im österreichischen Ferienort St. Wolfgang sind bislang wohl 107 Menschen erkrankt. Das ergab eine Analyse der österreichischen Gesundheitsbehörden, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Dabei handelt es sich um Mitarbeiter und Anwohner, aber auch um österreichische Touristen. Zuletzt hatten örtliche Behörden nur 79 Fälle zum Ausbruch gezählt, dabei aber nicht alle Diagnosen in anderen Teilen Österreichs einberechnet.

In St. Wolfgang in Österreich gab es einen Corona-Ausbruch.
Fotokerschi.At / Kerschbaummayr/APA/dpa

Die Epidemiologen zählen nun insgesamt 107 laborbestätigte Covid-19-Patienten, die sich im Juli in St. Wolfgang aufhielten. Bei 103 von ihnen habe es nachvollziehbaren direkten Kontakt zu betroffenen Orten oder Erkrankten – etwa als Hotelpersonal, Gast oder als Familienangehörige – gegeben. Zwei der Fälle kamen am Donnerstag nach erneuten Tests unter 401 Mitarbeitern betroffener Hotels und Gaststätten hinzu.

14.55 Uhr: Nach Explosion – Grosse Krankenhäuser in Beirut stoppen Corona-Tests

Coronavirus-Tests und -behandlungen sind in mehreren grossen Krankenhäusern der libanesischen Hauptstadt Beirut nach der verheerenden Explosion im Hafen eingestellt worden.

Nach der grossen Explosion in Beirut sind die Krankenhäuser der Stadt ausgelastet.
Keystone

Einige Einrichtungen, die Coronavirus-Patienten behandelten, seien durch die Explosion so schwer beschädigt worden, dass sie die Tests eingestellt hätten, sagte Mahmud Hassun, Arzt im Rafik-Hariri-Krankenhaus in Beirut, am Donnerstag. Sein Krankenhaus mache aber weiter Tests.

13.35 Uhr: Acht Corona-Patienten sterben bei Brand in Krankenhaus in Indien

Bei einem Brand auf einer Intensivstation eines Krankenhauses in Indien sind mindestens acht Corona-Patienten gestorben. Feuerwehrleute hätten 41 Patienten retten und in ein anderes Krankenhaus bringen können, sagte ein Polizeisprecher Reportern. Die verstorbenen Corona-Patienten seien erstickt, berichtete die Zeitung «Times of India».

Angehörige von Patienten warten vor einem Krankenhaus in Indien, wo am frühen Morgen ein Feuer ausbrach, auf Neuigkeiten.
Foto: Ajit Solanki/AP/dpa

Einige Feuerwehrleute mussten laut örtlichen Medien nach dem Einsatz in Quarantäne. Das Feuer in der westindischen Stat Ahmedabad brach in der Nacht auf Donnerstag aus und wurde laut ersten Erkenntnissen von einem Kurzschluss ausgelöst, wie der stellvertretende Regierungschef des zuständigen Bundesstaates sagte. Indiens Premierminister Narendra Modi kondolierte den Familien der Opfer.

12.55 Uhr: USA melden knapp 53'000 Neuinfektionen – Zahl womöglich verzerrt

In den USA sind vergleichsweise niedrige Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet worden – örtliche Behörden und Medien warnen allerdings vor möglichen Verzerrungen. Binnen 24 Stunden gab es etwa 52'800 bekannte Neuinfektionen und knapp 1'400 Tote, wie aus Zahlen der Universität Johns Hopkins in Baltimore am Donnerstagmorgen (MESZ) hervorging.

Sieben Tage zuvor verzeichnete das Land mit seinen rund 330 Millionen Einwohnern noch rund 71'000 neue Fälle und rund 1'400 Todesfälle. Die Zahl der Neuinfektionen ist aus verschiedenen Gründen auch vom Wochentag abhängig, ein Vergleich mit dem Vortag ist deshalb meist wenig aussagekräftig.



In Kalifornien mit knapp 40 Millionen Einwohnern sei es aufgrund technischer Probleme wahrscheinlich, dass neue Fälle nicht erfasst worden seien, teilte das Gesundheitsministerium des Bundesstaats am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Zahl der Todesfälle sei davon nicht betroffen, da sie durch andere Systeme an die Behörden übermittelt werde.

Laut der Zeitung «Los Angeles Times» ist nicht klar, seit wann die Probleme mit dem Krankheitsmeldesystem CalREDIE bestehen und welches Ausmass sie haben. Kalifornien gehört zu den Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes, die derzeit besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. Bislang hatten sich dort rund 524'000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 9'700 Infizierte starben.

Autofahrer im US-Bundesstaat Florida werden auf das Coronavirus getestet.
Keystone

In Florida, einem weiteren bevölkerungsreichen Bundesstaat mit zuletzt vergleichsweise hohen Neuinfektionszahlen, sind Medienberichten zufolge zahlreiche Corona-Testeinrichtungen wegen des Sturms «Isaias» mehrere Tage lang geschlossen gewesen. Laut der Zeitung «Miami Herald» hatte sich das Gesundheitsministerium des Bundesstaats zunächst nicht zur Frage geäussert, ob sich die Schliessung auf die Zahl der gemeldeten Fälle ausgewirkt habe.

12.20 Uhr: 181 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 181 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden, gleich viele wie am Vortag. Am Dienstag waren es 130 neue Covid-19-Infizierte gewesen.

In der vergangenen Woche waren dem BAG jeweils am Donnerstag und Freitag über 200 neue Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Sonntag und Montag lag die Zahl der Neuansteckungen bei 138 respektive 66.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 36'108 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag fünf neue Hospitalisationen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um 3 auf neu 1'709.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1'390 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4'114 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 24 Kantonen und aus Liechtenstein. 16'264 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 822'764. Bei 5,2 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

In einem Labor werden Abstriche auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. (Archiv)
Bild: dpa

11.20 Uhr: Koch hält mehr Fans in den Stadien für möglich

Daniel Koch, ehemaliger Mister Corona des Bundes, hält eine Lockerung der Auflagen für Sportveranstaltungen für möglich. «Die 1000-Zuschauer-Grenze muss nicht starr sein», sagte Koch gegenüber CH Media. Man solle sich überlegen, «bei welchen Veranstaltungen es möglich ist, mehr Zuschauer zuzulassen.» Das allerdings stets unter der Voraussetzung, «dass man die Risiken abschätzen kann, die Hygiene- und Distanzregeln eingehalten werden können und dass es vor allen Dingen entsprechende Schutzkonzepte gibt.»

Ein entsprechendes Konzept hat Koch selbst als Berater für den Eishockeyklub SC Bern entwickelt. Konkret dazu äussern wollte er sich gegenüber CH Media aber nicht. Der wichtigste Punkt sei ohnehin die «Rückverfolgungsbarkeit im Infektionsfall», so Koch. Das könne bei Sportveranstaltungen jedoch oft gut gewährleistet werden, wenn personalisierte Tickets ausgegeben und die Sitzplätze mit ausreichendem Abstand fest zugewiesen werden würden. Dann sei es möglich, Personen aus der direkten Umgebung von Infizierten zu ermitteln und in Quarantäne zu schicken.

Daniel Koch hält die Rückverfolgungsbarkeit von potenziell Infizierten bei entsprechend organisierten Sportveranstaltungen für gegeben. (Archiv)
Bild: Keystone

11.07 Uhr: Lage an der Paketfront entspannt sich etwas

Das Paketvolumen bei der Post hat im Juli etwas stabilisiert. Gegenüber den Vorjahresmonat verarbeiteten die Zentren lediglich 15 bis 20 Prozent mehr Pakete. Im März, April und Mai fielen noch bis zu 40 Prozent mehr Pakete an als im Vorjahr.

Während des Lockdowns kaufen die Menschen vermehrt von zuhause aus ein, teilte die Post am Donnerstag mit. Ab März wuchs das Paketvolumen täglich und fast explosionsartig. Die Paketmengen erreichten ein Ausmass wie sonst an Weihnachten.

Der April brachte der Post mit durchschnittlich 850'000 Paketen pro Tag den Monatsrekord in ihrer 170-jährigen Geschichte. Gleichzeitig konnte wegen der Abstands- und Hygieneregeln nur beschränkt zusätzliches Personal in den Sortierzentren arbeiten.

Die Anlagen liefen in dieser Zeit 20 Stunden am Tag und auch am Samstag. In den Briefzentren sortierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstmals über 130'000 kleinere Päckchen im Tag. Die Post rechnet 2020 bei den Paketen mit einem Umsatzanstieg um 20 Prozent und einem neuen Rekord.

Während der Corona-Pandemie haben die Paketboten besonders viel zu tun. (Archiv)
Bild: Keystone

10.39 Uhr: Covid-19-Patienten sterben bei Brand in Indien

Bei einem Brand auf einer Intensivstation eines Krankenhauses in Indien sind mindestens acht Corona-Patienten gestorben. Feuerwehrleute hätten 41 Patienten retten und in ein anderes Krankenhaus bringen können, sagte ein Polizeisprecher Reportern. Die verstorbenen Corona-Patienten seien erstickt, berichtete die Zeitung «Times of India».

Einige Feuerwehrleute mussten laut örtlichen Medien nach dem Einsatz in Quarantäne. Das Feuer in der westindischen Stat Ahmedabad brach in der Nacht auf Donnerstag aus und wurde laut ersten Erkenntnissen von einem Kurzschluss ausgelöst, wie der stellvertretende Regierungschef des zuständigen Bundesstaates sagte. Indiens Premierminister Narendra Modi kondolierte den Familien der Opfer.

Forensiker begutachten den Ort des Brandes in der indischen Stadt Ahmedabad.
Bild: Keystone

10.25 Uhr: Soforthilfe für abgeriegelte nordkoreanische Stadt

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach der Abriegelung der Grossstadt Kaesong wegen eines Corona-Verdachtsfalls eine Spezialversorgung für die Bewohner angeordnet.

Bei einer Parteisitzung unter Vorsitz Kims seien neben Organisationsfragen auch epidemiolgische Schutzmassnahmen und die Lage in Kaesong besprochen worden, berichteten die Staatsmedien am Donnerstag. Bei der Sitzung des Politikbeirats des Zentralkomitees sei am Mittwoch beschlossen worden, sofort Nahrungsmittel und Gelder für die Stadt bereitzustellen, «um das Leben ihrer Bürger zu stabilisieren».

Wie kritisch die Situation für die Bewohner der Stadt an der innerkoreanischen Grenze ist, war unklar. In Kaesong leben nach Schätzungen etwa 300'000 Menschen

10.20 Uhr: BAG präzisiert Empfehlungen zu Masken

Nachdem das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Meldung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vom Morgen dementiert hat, wonach Stoffmasken der neue Standard in der Schweiz sein sollten, hat die Behörde ihre Empfehlungen zum Tragen von Masken verdeutlicht. Neu empfiehlt das BAG Menschen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung das Tragen von Wegwerfmasken.

Das BAG bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die auf der Internetseite abgegebene Empfehlung jüngst angepasst worden sei. Personen mit einer Atemwegserkrankung sollen Hygienemasken tragen, weil diese danach kontaminiert sein könnten.

Der Bevölkerung allgemein rät das BAG entweder industriell gefertigte Stoffmasken oder Hygienemasken zu tragen. Eine Präferenz gibt das BAG nicht mehr ab. Bislang hatte das BAG der Allgemeinheit explizit Wegwerfmasken empfohlen.

Zuvor hatte unter anderem die Umweltorganisation Greenpeace beim Bund darauf gedrängt, der Allgemeinheit Stoffmasken zu empfehlen. Greenpeace argumentierte, laut zahlreichen Gesundheitsexperten würden wiederverwendbare Stoffmasken der breiten Bevölkerung genügend Schutz vor der Corona-Pandemie bieten. Zudem könne so ein weiterer Mangel an Masken vermieden und die Umweltverschmutzung verringert werden.

10.15 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene.
Grafik: dpa

9.44 Uhr: Lufthansa hält Entlassungen für nicht vermeidbar

Die Lufthansa verschärft angesichts stockender Verhandlungen mit den Gewerkschaften in der Corona-Krise ihre Gangart beim Abbau tausender Arbeitsplätze. Der Plan, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sei angesichts der Entwicklungen im weltweiten Luftverkehr und der Verhandlungen mit den Gewerkschaften auch für Deutschland nicht mehr realistisch, teilte der inzwischen teilverstaatlichte Konzern bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die Lufthansa will weltweit rund 22'000 Vollzeitstellen abbauen und verhandelt mit der Arbeitnehmerseite über ein Entgegenkommen, um die Einschnitte zu begrenzen. «Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs», sagte Vorstandschef Carsten Spohr. «Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau.» Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es keine schnelle Erholung geben.

9.20 Uhr: BAG dementiert Stoffmasken-Empfehlung

Die Nachrichtenagentur SDA hat gemeldet, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seine Empfehlung zum Tragen von Masken angepasst hat, wonach medizinische Wegwerfmasken nur noch Menschen mit Atemwegserkrankungen explizit empfohlen wird und Stoffmasken der neue Standard seien (auch Bluewin berichtete darüber). Wie «20 Minuten» nun schreibt, dementiert das BAG diese Darstellung. Eine BAG-Sprecherin erklärte, es handle sich dabei um «eine Falschmeldung.» 

Passagiere mit Masken im Lokalzug in Lugano. (Archiv)
Keystone

8.25 Uhr: Mehr als 1'000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1'045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 213'067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9'175. Bis Donnerstagmorgen hatten 195'200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Erstmals über 1'000 neue Corona-Infektionen seit Anfang Mai

Erstmals über 1'000 neue Corona-Infektionen seit Anfang Mai

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Deutschland. Allerdings nicht schlagartig, sondern eher schleichend und auf breiter Front. Nun wurde ein markanter Schwellenwert überschritten.

06.08.2020

7.40 Uhr: Swiss stürzt in Verlustzone

Die Coronapandemie hat die Swiss im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerissen. Operativ flog die Lufthansa-Tochter einen Verlust von 266,4 Millionen Franken ein nach einem Gewinn von 245,3 Millionen im Vorjahressemester.

Der Umsatz stürzte um rund 55 Prozent auf 1,17 Milliarden Franken ab, wie die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Schuld ist die Coronapandemie, wegen der zeitweise 95 Prozent der Flotte am Boden stand. In den ersten sechs Monaten flogen 64 Prozent weniger Passagiere mit der Swiss, die im Vorjahr noch 8,8 Millionen Reisende befördert hatte. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen sank auf 71,2 Prozent.

Der Buchungsstand betrage rund 20 Prozent eines normalen Jahres, hatte Swiss-Chef Thomas Klühr am Vortag in einem Interview gesagt. Im Gegensatz zum Lockdown führe die Swiss derzeit Flüge durch, sobald sie die variablen Kosten wie Treibstoff oder Gebühren verdienen würden. Derzeit verliere die Swiss weniger als 1 Million pro Tag. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte der Swiss-Chef die Verluste auf 3 Millionen pro Tag beziffert.

Wegen der Coronapandemie machte die Swiss im ersten Halbjahr 266,4 Millionen Franken Verlust. (Symbolbild)
Bild: Keystone

6 Uhr: Detailhändler wollen Schwangere besser schützen

Seit Mittwoch zählt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auch Schwangere zu den durch Covid-19 «besonders gefährdeten Personen». Erste Arbeitgeber reagieren nun und passen ihre Schutzkonzepte an, berichtet der «Tages-Anzeiger». Die Detailhändler Coop und Lidl etwa gaben zu Protokoll, ihre schwangeren Mitarbeiterinnen besonders schützen zu wollen. Coop werde mit diesen Mitarbeiterinnen Lösungen finden, sagte Unternehmenssprecher Patrick Häfliger der Zeitung. Mitarbeitende, die einer Risikogruppe angehörten, könnten gegen Vorweisen eines ärztlichen Attestes zu Hause bleiben. Diese Fälle würde Coop jeweils «kulant und unkompliziert» behandeln, sagte Häfliger weiter.

Man werde für die Schwangeren das Schutzkonzept anwenden, das für die Risikogruppen gelte, heisst es wiederum beim Konkurrenten Lidl. Die Betroffenen würden beispielsweise an Orten eingesetzt, «an denen keine oder nur sehr wenige Personen arbeiten» – oder zu Zeiten, zu denen nur sehr wenige Kunden in den Filialen seien, wird Lidl-Sprecherin Corina Milz zitiert.

Die Pläne der Migros hingegen sind offenbar noch unklar. «Was die neue Einstufung von Schwangeren als Risikogruppe bedeutet, ist noch offen. Wir werden darüber in den nächsten Tagen entscheiden», sagte Firmensprecher Marcel Schlatter dem «Tages-Anzeiger». Bei der Migros wurden die Regeln für Risikogruppen Ende Juni aufgehoben. Diese müssen seither wieder so wie andere Angestellte arbeiten.

Arbeiten in Coronazeiten: Maske und Plexiglas schützt eine Mitarbeiterin – und andere – im Coop Bau und Hobby in Rümlang vor einer Infektion. 
Bild: Keystone/Alexandra Wey

4.42 Uhr: Swiss legt heute Geschäftszahlen vor

Zahlreiche Firmen präsentieren heute ihre Geschäftsabschlüsse zum ersten Halbjahr 2020. Im Fokus steht dabei unter anderem die Lufthansa-Tochter Swiss. Airline-Chef Thomas Klühr hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass die Erholung länger dauern dürfte als erwartet. Der Buchungsstand betrage derzeit nur 20 Prozent eines normalen Jahres.

Mit Spannung wird auch das Resultat von Adecco erwartet. Es dürfte Hinweise auf den weiteren Konjunkturverlauf liefern. Adecco gilt als Frühzykliker.

4.02 Uhr: Alyssa Milano: «Ich dachte, ich würde sterben»

US-Schauspielerin Alyssa Milano («Melrose Place», «Charmed – Zauberhafte Hexen») hat auf Instagram schwere Symptome einer Covid-19-Erkrankung beschrieben. Die 47-Jährige postete am Mittwoch ein Foto von Anfang April, auf dem sie eine medizinische Gesichtsmaske trägt. Sie sei niemals zuvor so krank gewesen, schreibt Milano. Alles habe weh getan, sie habe nicht atmen können, dazu schreckliche Kopfschmerzen, Übergeben, Fieber und Verlust des Geruchssinns. «Ich dachte, ich würde sterben.»

Sie habe praktisch jedes Covid-Symptom gehabt, aber zwei Coronatests und ein Antikörpertest seien negativ ausgefallen. Erst ein weiterer Antikörpertest sei nun positiv gewesen. Nach vier Monaten haben sie immer noch Beschwerden, wie Schwindel, Kurzatmigkeit und Magenprobleme. Tests seien fehlerhaft, man kenne die wahren Infektionszahlen nicht, erklärte Milano. Sie werde nun Blutplasma spenden, in der Hoffnung, anderen damit zu helfen. Haltet Abstand und tragt Masken, mahnte die Schauspielerin.

Zahlreiche Follower dankten Milano auf Instagram für ihre Schilderung, darunter Kolleginnen wie Reese Witherspoon und Chelsea Handler.

Milano hatte 2017 den Hashtag #MeToo («Ich auch») in die Schlagzeilen gebracht, als der Missbrauchsskandal um Filmproduzent Harvey Weinstein bekannt wurde. Unter dem Schlagwort meldeten sich weltweit Opfer sexueller Übergriffe zu Wort.

3.45 Uhr: Coronaregeln trennen unverheiratete Paare weiter

In der Diskussion um wegen strenger Coronaregeln getrennte Paare ohne Trauschein gerät Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunehmend unter Druck. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte jetzt der Deutschen Presse-Agentur, dass es die geltenden EU-Empfehlungen eindeutig ermöglichten, die geltenden Einreisebeschränkungen für die Betroffenen aufzuheben.

Konkret geht es um Ausländer in festen Partnerschaften mit einem EU-Bürger. Ein Trauschein oder eine eingetragene Partnerschaft sind demnach keine Voraussetzung für Erleichterungen.

Die EU-Kommission habe zuletzt am 27. Juli noch einmal alle EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, Ausländer in einer dauerhaften Beziehung mit einem Unionsbürger einreisen zu lassen, erklärte der Sprecher. Die EU-Empfehlung erlaube auch für unverheiratete Paare Ausnahmen von der Beschränkung nicht unbedingt notwendiger Reisen.

Betroffene Paare fordern vom Bundesinnenministerium bereits seit Wochen eine Aufhebung der Reisebeschränkungen. Seehofer verwies allerdings bis zuletzt darauf, dass er eine europäische und keine nationale Lösung wolle.



Die Schweiz hat die coronabedingten Einreisebeschränkungen für Lebenspartnerinnen und Lebenspartner aus Drittstaaten mittlerweile gelockert. Wer mit Belegen und Fotos beweisen kann, dass die Partnerschaft seit längerer Zeit besteht, kann ab 3. August 2020 einreisen.

3.16 Uhr: US-Experte Fauci rechnet Ende 2020 mit Impfstoff

Der Seuchenexperte der US-Regierung, Anthony Fauci, geht von der Zulassung eines sicheren und effektiven Corona-Impfstoffes gegen Ende des laufenden Jahres aus. Fauci sagte am Mittwoch in Washington, er hoffe, die Pandemie werde Ende 2021 unter Kontrolle sein. Der Immunologe geht davon aus, dass Pharma-Firmen im kommenden Frühjahr Millionen von Impfeinheiten herstellen werden. Die Produktion werde hochgefahren, sodass am Ende des kommenden Jahres eine Milliarde Einheiten produziert sein würden.

Er warnte, werde das Tragen eine Mund- und Nasenschutzes zu einer politischen Frage gemacht, sei dies schädlich für den Kampf gegen das Coronavirus.

Fauci versicherte, es gebe keinen politischen Druck, die Entwicklung eines Impfstoffs kurz vor dem 3. November bekannt zu geben. Dann wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Die Beliebtheitswerte von Amtsinhaber Trump haben unter der Coronakrise gelitten. Die USA sind das Land mit weltweit den meisten Infizierten. Ein Impfstoff könnte die Wiederwahlchancen Trumps erhöhen.

2.41 Uhr: Falschinformationen: Facebook löscht Trump-Video

Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus «fast immun», weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die «falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist», verstosse gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome – sie sind nicht «immun».

Auch auf Twitter schien Trumps Video-Ausschnitt am Mittwochabend wieder gelöscht zu sein. Eine Unternehmenssprecherin sagte nach Angaben der «Washington Post», Twitter habe die Löschung verlangt.

Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Grossstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen.

Anders als Twitter war Facebook bisher sehr zurückhaltend im Umgang mit Trumps Posts. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur.

2.36 Uhr: Test bei Kolumbiens Ex-Präsident Uribe positiv

Einen Tag, nachdem der Oberste Gerichtshof in Kolumbien Álvaro Uribe unter Hausarrest gestellt hatte, ist der ehemalige kolumbianische Präsident positiv auf das Coronavirus getestet worden. Uribe befinde sich in sehr gutem gesundheitlichen Zustand und habe keine schwereren Symptome oder irgendwelche Atemschwierigkeiten, sagte Gabriel Velasco, Sprecher von Uribes rechter Partei «Centro Democrático» in einem Video in den sozialen Medien am Mittwoch.

Der Ex-Präsident hält sich derzeit auf seinem Anwesen im Norden Kolumbiens auf. Das oberste Gericht hatte Uribe am Dienstag unter Hausarrest gestellt, um zu verhindern, dass er die Ermittlungen der Justiz behindert. Gegen ihn wird ermittelt, weil er Zeugen bestochen und unter Druck gesetzt haben soll, um sie zum Schweigen zu bringen. Der Senator und Ex-Staatschef und seine Familie werden beschuldigt, Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen gehabt zu haben, die in mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg in Kolumbien Angst und Schrecken verbreitet hatten.

Das südamerikanische Land litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs, in dem mehr als 250’000 Menschen ums Leben kamen, mehr als sieben Millionen Bewohner wurden innerhalb Kolumbiens vertrieben. Die Farc als grösste Rebellenorganisation hat inzwischen einen Friedensvertrag mit der Regierung geschlossen und die Waffen niedergelegt. Die Paramilitärs, die die Rebellen bekämpften, wurden bereits Mitte der 2000er demobilisiert.

1.49 Uhr: Türkei will Massnahmen wieder verschärfen

Das türkische Innenministerium hat weitere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angekündigt. Es gebe insbesondere während der ersten sieben Tage «eins-zu-eins-Überwachung» für Leute, die sich selbst isolieren müssen, hiess es in einer Mitteilung am Mittwoch. Die Zahl der Neuinfektionen in der Türkei war zuletzt wieder über die Marke von 1'000 pro Tag gestiegen.

Es würden keine Verstösse gegen das obligatorische Tragen von Masken und Wahren von Abstand akzeptiert, beispielsweise bei Hochzeiten und Beschneidungszeremonien. Versammlungen nach Beerdigungen würden eingeschränkt und die Kontaktverfolgung von Beamten unterstützt.

Um zu Vorsichtsmassnahmen zu ermutigen, würden Geschäfte und Beförderungsdienste, die die Sicherheitsregeln beachteten nach drei Inspektionen mit einem Logo als «sichere Orte» gekennzeichnet, so das Ministerium. Innenminister Süleyman Soylu kündigte auf Twitter an, weitreichende Inspektionen fänden in der Türkei am Donnerstag statt.

Offiziellen Angaben zufolge haben sich in der Türkei mehr als 236’000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 5'784 Menschen starben. Mehr als fünf Millionen Tests wurden durchgeführt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war unter 1'000 gesunken, bevor in der Türkei Anfang Juni Geschäfte wieder öffneten.

1.40 Uhr: Auch US-Senatoren für weitere Hilfen für Airlines

Eine Gruppe republikanischer US-Senatoren hat sich für eine Fortsetzung eines milliardenschweren Hilfsprogramms für Fluggesellschaften ausgesprochen. Sie forderten in einem Brief an Mehrheitsführer Mitch McConnell und dem Chef der demokratischen Minderheit, Chuck Schumer, eine sechsmonatige Verlängerung des Programms mit einem Volumen von 25 Milliarden Dollar.

Das Büro des Senators John Cornyn veröffentlichte den Brief am Donnerstagabend kommentarlos. Die Aktienkurse von Airlines wie American und United legten nach Bekanntgabe der Information an der Börse um bis zu 9 Prozent zu.

Das Schreiben dokumentiert erstmals eine breite Unterstützung in der Kongresskammer für weitere Hilfen für die amerikanische Luftfahrtbranche. Am 27. Juli hatte sich bereits eine Mehrheit von Abgeordneten im Repräsentantenhaus – wo die Demokraten die Mehrheit halten – in einem eigenen Brief für eine Verlängerung bis Ende März ausgesprochen.

Neben den Konzernen fordern auch die Gewerkschaften weitere Unterstützung angesichts der Coronavirus-Pandemie. Sie befürchten den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze. Das bisherige Hilfsprogramm läuft am 30. September aus, etwas mehr als einen Monat vor der Präsidenten- und Kongresswahl.

0.17 Uhr: Filmfestival Locarno: Hybride Ausgabe gestartet

In Locarno ist am Mittwochabend das 73. Filmfestival eröffnet worden – allerdings ganz anders als gewohnt. Anstatt eines feierlichen Auftakts auf der Piazza Grande wurden die Reden über den Videodienst Youtube übertragen. «Es ist ein seltsames Bild: Die Piazza Grande ist leer, ohne Stuhlreihen, ohne Projektor, ohne Grossleinwand», sagte Ständeratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) bei der Eröffnung. Er lobte die Organisatoren für die Hybridausgabe, bei der aufgrund der Coronavirus-Pandemie heuer Filme sowohl im Internet als auch in drei Kinos in Locarno und Muralto gezeigt werden.

«Sie suchten nach anderen Wegen – und fanden sie – um das Filmfestival trotz Covid-19 möglich zu machen. Ich freue mich darüber und möchte Ihnen dazu gratulieren», sagte Stöckli zu Festivalpräsident Marco Solari und zur künstlerischen Leiterin Lili Hinstin.

Die Französin erklärte, dass es das Wesensmerkmal der Menschen sei, sich anzupassen. «Das haben wir alle getan, Sie ebenso wie wir.» Und deshalb hätten die Organisatoren diese Festivalausgabe mit «Zukunft des Films» («Locarno 2020 – For the Future of Films») betitelt.

Der Coronakrise zum Trotz gibt es in Locarno während elf Tagen 121 Filme zu sehen. Eröffnet wurde das Festival mit «First Cow», dem neusten Werk der US-amerikanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Kelly Reichhardt.

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