Fasnacht in Luzern findet nicht statt – Betreuerin positiv, 47 Kleinkinder in Quarantäne

Agenturen/dor

27.10.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 5'949 Coronavirus-Ansteckungen bei 20'709 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden.
  • Im Kanton Glarus sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie 47 Kleinkinder und 20 Betreuungspersonen in Quarantäne geschickt worden.
  • Gegen 300 Krankenpflegerinnen und -pfleger haben am späten Dienstagnachmittag in Basel an einem Protestmarsch für das Gesundheitspersonal teilgenommen.
  • Kanton Waadt verschiebt alle nicht dringenden Operationen. Auch das Neuenburger Spitalnetzwerk sieht sich mit einem starken Anstieg der Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19 konfrontiert.
  • Dem Gastgewerbe drohen mit neuerlichen Einschränkungen massive Verluste. Gastrosuisse sieht 100'000 Arbeitsplätze in Gefahr und fordert darum Zurückhaltung bei den Corona-Massnahmen und weitere Beihilfen der öffentlichen Hand.

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 127’042; davon gelten 62’700 Personen als genesen. 2’147 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 43’806’468, die Zahl der Toten auf 1’163’805.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 5'949 Coronavirus-Ansteckungen bei 20'709 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 28,7 Prozent. In der Zentralschweiz sind vom Montag auf Dienstag 524 neue Coronafälle dazugekommen.

Zur Zeit unterstützen 38 Zivildienstleistende das Contact Tracing in 10 Kantonen. Seit letzter Woche sind beim Bundesamt für Zivildienst (Zivi) weitere Gesuche für Contact Tracing-Einsätze aus vier Kantonen eingegangen.

Das Coronavirus schlägt das Fasnachtsvirus: In der Stadt Luzern wird es 2021 kein Fasnachtstreiben geben. Auch die auf Mitte Januar 2021 angesetzte Ferienmesse Fespo in Zürich findet wegen der Corona-Pandemie nun doch nicht statt.

Eine Studie aus Grossbritannien nährt Zweifel an einer möglichen dauerhaften Immunität nach einer Covid-19-Infektion. Antikörper gegen das neuartige Coronavirus hätten in der britischen Bevölkerung im Sommer rasch abgenommen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Imperial College London hervor.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.31 Uhr: Italien verspricht Wirtschaftshilfen in Höhe von über fünf Milliarden Euro

Die italienische Regierung hat Wirtschaftshilfen in Höhe von über fünf Milliarden Euro für die von der Pandemie am stärksten betroffenen Bereiche angekündigt. Die Mittel würden in einem «einfachen und schnellen Verfahren» ausgezahlt, versprach Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri am Dienstagabend. Bis Mitte November solle das Geld auf den Konten der Betroffenen sein, fügte er hinzu.

Am Montagabend hatten in mehreren Städten Italiens Proteste gegen die strikteren Corona-Maßnahmen der Regierung stattgefunden, in mehreren Fällen war es zu Krawallen gekommen.

Conte hatte am Sonntag nach einer erneuten Rekordzahl an Corona-Infektionen weitere Beschränkungen angekündigt. Seit Montag sind Kinos, Theater und Fitnessstudios für einen Monat geschlossen. Für Restaurants und Bars wurde die ab Mitternacht geltende Sperrstunde auf 18.00 Uhr vorverlegt. Viele Wirte sorgen sich nun um ihre Existenz.

21.19 Uhr: Symbolischer Ersatz für Filmfestival von Cannes

Roter Teppich, Blitzlichter, aber keine Stars: Am Dienstag hat eine symbolische Ersatzveranstaltung für das berühmte Filmfestival im südfranzösischen Cannes begonnen. «Wir haben uns gesagt, wir können Cannes dieses Jahr nicht ausfallen lassen», sagte der Verantwortliche Thierry Frémaux bei der Eröffnung. Das Festival soll unter strikten Hygienemaßnahmen in kleinem Rahmen bis Donnerstag stattfinden. Die eigentlichen Filmfestspiele waren im Mai wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Bei der Veranstaltung werden insgesamt vier Kurzfilme – zwei französische Filme und zwei Produktionen aus dem Ausland – gezeigt. Am Donnerstag wird die goldene Palme als Preis für den besten Film verliehen. Die Zuschauer müssen Abstand voneinander halten und eine Maske tragen.

20.31 Uhr: New Yorker sollten über Feiertage nicht verreisen

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat die Bewohner der Millionenmetropole aufgefordert, wegen der Coronavirus-Pandemie über die in den kommenden Monaten anstehenden Feiertage nicht zu verreisen. «Wir haben eine echte Bedrohung einer zweiten Welle hier in New York und wir kämpfen dagegen, aber wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen», sagte der demokratische Politiker am Dienstag bei einer Pressekonferenz. «Ich hasse es, das sagen zu müssen, aber ich rufe alle New Yorker auf, den Bundesstaat über die Feiertage nicht zu verlassen.»

20.12 Uhr: Lettland verhängt weitere Corona-Einschränkung

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt Lettland weitere Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Regierung in Riga setzte am Dienstag die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich in dem baltischen EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen zusammenfinden. Beide Regeln gelten vom 30. Oktober an für den Innen- und Aussenbereich. Die Regierung beschloss zudem, den Lehrbetrieb für die Klassen 7 bis 12 für zwei weitere Wochen bis zum 15. November auf Fernunterricht umgestellt zu lassen. An Hochschulen gilt dies bis zum Jahresende.

Auch will Lettland die Kapazität für Corona-Tests erhöhen. Bis Ende der Woche soll sie um 60 Prozent auf bis zu rund 8'000 Tests pro Tag steigen, wie Ministerpräsident Krisjanis Karins ankündigte. Bislang lag die grösste Zahl an täglich durchgeführten Tests bei etwa 5'500.

19.47 Uhr: Algeriens Präsident im Militärkrankenhaus

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune ist nach einer mehrtägigen «freiwilligen Quarantäne» wegen potenzieller Corona-Infektionen in seinem engeren Umfeld in ein Militärkrankenhaus gebracht worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Aps am Dienstagabend unter Berufung auf das Präsidialamt mitteilte, wird Tebboune die nächsten Tage aus den Räumen des Krankenhauses in der Hauptstadt arbeiten. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmassnahme auf Empfehlung der Ärzte. Sein Gesundheitszustand sei weiterhin stabil und bedenkenlos. Ob der 74-Jährige mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde, blieb zunächst offen.

19.41 Uhr: Schweden empfiehlt Einschränkung sozialer Kontakte

Nach einem sprunghaften Anstieg der Corona-Fallzahlen in Schweden hat die Gesundheitsbehörde die Menschen im Süden des Landes aufgefordert, ihre sozialen Kontakte stark einzuschränken. Drei Wochen lang sollen die Bewohner der südlichen Region Schonen mit der Hauptstadt Malmö sich möglichst nicht mit Menschen ausserhalb des eigenen Haushalts treffen und öffentliche Verkehrsmittel meiden, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Ein ähnliche Massnahme gilt bereits seit vergangener Woche für die Region Uppsala bei Stockholm.

Das Gesundheitsamt empfiehlt ausserdem, kulturelle Veranstaltungen sowie Geschäfte, Museen, Bibliotheken und Turnhallen zu meiden. Die Regierung berät derzeit über eine Ausweitung der Empfehlungen auf weitere Teile des Landes.

Schweden geht in der Corona-Krise einen Sonderweg: Die Regierung verzichtet auf das Verhängen von Regeln und Einschränkungen und spricht stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus. Dabei vertraut sie auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen. Kritiker werfen den schwedischen Behörden allerdings vor, mit Menschenleben zu pokern, da die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie deutlich höher ist als in den Nachbarländern, wo strikte Beschränkungen gelten.

Bis Dienstag registrierte das Land mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern insgesamt 115'785 Infektionen und 5'918 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

19.37 Uhr: Tschechischer Gesundheitsminister muss nach Verstoss gegen Corona-Auflagen gehen

Der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula muss nach einem Verstoss gegen die von ihm selbst erlassenen Corona-Massnahmen seinen Posten räumen: Präsident Milos Zeman werde Prymula entlassen und am Donnerstag den Arzt Jan Blatny zu seinem Nachfolger ernennen, teilte ein Sprecher des Präsidenten am Dienstag mit. Blatny ist der stellvertretende Leiter eines Krankenhauses in der zweitgrössten Stadt Brno und hat bisher keine politische Erfahrung.

Prymula steht seit vergangener Woche massiv unter Druck: Ein Paparazzo hatte den Minister beim Verlassen eines Restaurants in Prag fotografiert, das wegen der strikten Corona-Regeln eigentlich geschlossen sein sollte.

Prymula hatte angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus vergangene Woche strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erlassen. Nur noch Wege zur Arbeit, zur Familie und zum Arzt sind erlaubt. Auch viele Läden mussten schliessen. Am Montag kündigte Prymula zudem eine nächtliche Ausgangssperre an, die am Mittwoch in Kraft treten soll.

Im Sommer war bereits der tschechische Regierungschef Andrej Babis in die Kritik geraten, weil er seinen Urlaub auf der griechischen Insel Kreta verbrachte, seine Landsleute aber dazu aufgerufen hatte, in den Ferien zu Hause zu bleiben.

19.29 Uhr: Kein Fasnachtstreiben in der Stadt Luzern

Das Coronavirus schlägt das Fasnachtsvirus: In der Stadt Luzern wird es 2021 kein Fasnachtstreiben geben. Fasnachtsanlässe seien wegen der Pandemie nicht bewilligungsfähig, teilte die Stadt Luzern am Dienstagabend mit.

Fasnachtstreiben in Luzern
In Luzern wird 2021 keine Fasnacht stattfinden. (Archivaufnahme)
Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Die Stadt Luzern rechnet damit, dass die Pandemielage noch monatelang angespannt bleibe. Es sei unvorstellbar, dass diese sich bis zur Fasnacht so stark entspanne, das Fasnachtsanlässe bewilligt werden könnten, teilte sie mit. Es sei wichtig, jetzt auch ein klares Zeichen zu setzen und die Vorbereitungen nicht ins Leere laufen zu lassen.

19.15 Uhr: Trump – Neues Corona-Hilfspaket nach der Wahl

Die USA werden wohl vor der Präsidenten- und Kongresswahl kein neues Corona-Hilfspaket mehr auflegen. «Sie werden nach der Wahl das beste Konjunkturpaket bekommen, das Sie jemals gesehen haben», sagte Präsident Donald Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington.

Zuvor hatte seine Sprecherin Alyssa Farah dem Sender Fox News erklärt, die Regierung sei zuversichtlich, in den «kommenden Wochen» etwas erreichen zu können. Das wochenlange Ringen um ein neues Billionen Dollar schweres Hilfspaket des Bundes wird auch an den Aktienmärkten aufmerksam verfolgt. «Der Markt will einen irgendwie gearteten Schub», sagte Eric Jussaume von Cambridge Trust. «Noch kriegt er ihn nicht.»

Trump machte wie in der Vergangenheit die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, für das Ausbleiben einer Einigung verantwortlich. Sie hatte sich am Montag für ein Paket noch vor der Wahl am kommenden Dienstag starkgemacht.

Widerstand kommt aus der anderen Kongresskammer, dem Senat, wo Trumps Republikaner eine Mehrheit haben. Dort gibt es Kritik an der hohen Verschuldung des Bundes und an dem finanziellen Ausmass der von den Demokraten geforderten Hilfsmassnahmen.

Dabei hat Trump selbst neue Ausgaben über das von den Demokraten vorgeschlagene Mass hinaus ins Spiel gebracht.

19.06 Uhr: Auch Neuenburger Spitäler treffen Massnahmen

Auch das Neuenburger Spitalnetzwerk sieht sich mit einem starken Anstieg der Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19 konfrontiert.

90 positive oder verdächtige Patienten werden derzeit aufgenommen, eine Zahl, die um 20 Prozent höher sei als der im März erreichte Höchststand. Die Zahl der hospitalisierten Patienten verdopple sich alle sechs Tage, heisst es in einer Medienmitteilung. In diesem Zusammenhang bereite das Netzwerk eine Erhöhung der Bettenzahl für Covid-19-Patienten vor und rekrutiere ergänzende Kompetenzen.

Gegenwärtig stehen im Spital Pourtalès in Neuchâtel, La Chaux-de-Fonds und Le Locle rund 100 Betten auf fünf Akutstationen sowie 14 Intensivbetten zur Verfügung. Eine Koordinationsstelle in der Westschweiz überwacht ständig den Bedarf an Intensivbetten und ist bereit, ihre Kapazität bei Bedarf zu erhöhen.

18.58 Uhr: Kanton Waadt verschiebt alle nicht dringenden Operationen

Wegen der steigenden Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verschiebt der Kanton Waadt in seinen Spitälern alle anderen nicht dringenden operativen Eingriffe. Damit könnten Personal und Betten für Covid-19-Patienten und andere Notfälle freigemacht werden.

Erst am Montag hatte die Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP) die Verschiebung von 30 Prozent der Eingriffe angekündigt. Nur einen Tag später folgte die Verschärfung der Massnahmen. Denn im Kanton Waadt hätten sich am Dienstagmorgen bereits 34 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen befunden, teilte der Kanton am Abend mit.

Gleichzeitig nähmen die Spitaleinlieferungen zu und aktuelle Prognosen gingen bis Ende Woche von 80 Patienten auf den Notfallstationen des Universitätsspitals Lausanne (Chuv) und der anderen kantonalen Spitäler aus. Ende nächster Woche könnte sich die Zahl sogar noch verdoppeln.

Ausgenommen von den Massnahmen seien die Privatspitäler. Doch je nach Entwicklung der Situation könnten auch sie dazu aufgefordert werden, die gleichen Massnahmen zu ergreifen. Ausserdem wurde die regionalen Krisenstäbe aktiviert.

18.52 Uhr: Ergebnis von Pfizers Impfstudie dauert noch

Pfizer wird nun wohl doch nicht noch im Oktober ein Ergebnis seiner fortgeschrittenen Covid-Impfstoffstudie vorlegen können. Der US-Konzern lieferte am Montag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen weiter keine konkreten Daten zu der Studie des mit der deutschen BioNTech entwickelten Impfstoffes.

Das unabhängige Komitee, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, habe noch keine Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit ermittelt. Pfizer-Chef Albert Bourla hatte ursprünglich erklärt, die Daten könnten bis Ende Oktober vorliegen.

Am Montag sagte er, er sei «vorsichtig optimistisch», dass der Impfstoff wirken werde. Ein Erfolg könne binnen einer Woche bekanntgegeben werden. Damit dürfte das Ergebnis vermutlich auch nicht vor der US-Wahl am 3. November vorliegen. US-Präsident Donald Trump hatte im August gesagt, ein Impfstoff könnte vor dem Wahltag vorliegen.

Pfizer und BioNTech gehören neben dem US-Unternehmen Moderna und der britischen AstraZeneca zum Kreis der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff. Sie peilen bei positiven Studienergebnissen mit ihrem Corona-Impfstoff einen Zulassungsantrag Ende November an.

18.47 Uhr: Glarus – Kleinkinder und Betreuer in Quarantäne

Im Kanton Glarus sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie 47 Kleinkinder und 20 Betreuungspersonen in Quarantäne geschickt worden. Eine nicht im Glarnerland wohnende Mitarbeiterin einer Kindertagesstätte in Näfels war positiv auf das Virus getestet worden.

Die Kleinkinder im Alter von bis zu vier Jahren befänden sich in Quarantäne und in der Obhut der Eltern beziehungsweise von Betreuungspersonen, teilten die Glarner Behörden am Montag mit. Von acht auf das Coronavirus getesteten Betreuungspersonen waren zwei infiziert, zwei nicht. Vier Testresultate stünden noch aus, hiess es.

Laut Behördenangaben hat das Contact Tracing-Team im Glarnerland laufend mehr Fälle zu bearbeiten. Die Anfragen nähmen überproportional zu. Die Ressourcen würden stetig ausgebaut, reichten aber nicht aus, um die grossen Herausforderungen zu meistern. Betroffene Personen würden so schnell wie möglich per SMS, Telefonanruf oder Mail informiert, damit die Ansteckungsketten weiterhin unterbrochen werden können.

18.27 Uhr: Erfolgreicher Aufruf eines Schwyzer Altersheims für «helfende Hände»

Ein Altersheim in Schwyz hat am Samstag in einem öffentlichen Aufruf wegen einer coronabedingten Personalknappheit um Helferinnen und Helfer gebeten. Dank einer «Welle der Solidarität» habe sich die personelle Situation nun entschärft, teilte die Gemeinde Schwyz am Dienstag mit.

Altersheim Symbolbild
Ein Altersheim in Schwyz konnte den Personalnotstand beheben. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY

Im Talkessel von Schwyz breitete sich das Coronavirus sehr stark aus. In der Folge mussten auch Angestellte des Altersheims Rubiswil im Schwyzer Gemeindeteil Ibach in Isolation oder Quarantäne. Das Heim suchte deswegen Personen, die bereit waren auszuhelfen.

Die Gemeinde Schwyz teilte mit, die Resonanz sei «gewaltig» gewesen. Der kurz- und mittelfristige Bedarf an Personal könne nun abgedeckt werden. Für das Altersheim sei dies ein wertvolles Zeichen der Solidarität. Es gebe Mut, die jetzige Situation zu meistern.

18.07 Uhr: 300 Teilnehmende am Marsch für das Gesundheitspersonal in Basel

Teilnehmerinnen des Protestmarsches für die Solidarität mit dem Gesundheitspersonal in Basel.
Teilnehmerinnen des Protestmarsches für die Solidarität mit dem Gesundheitspersonal in Basel.
Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Gegen 300 Krankenpflegerinnen und -pfleger haben am späten Dienstagnachmittag in Basel an einem Protestmarsch für das Gesundheitspersonal teilgenommen. Die Kundgebung war Teil einer nationalen Aktionsserie, mit der auf die ungenügende Wertschätzung der nicht nur während der Coronakrise geforderten Gesundheitsberufe aufmerksam gemacht werden soll.

Zu Protestaktion in der ganzen Schweiz aufgerufen hatten die Gewerkschaften VPOD, Syna und der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK). In Basel trafen sich rund 300 Frauen und Männer in Pflegeberufen und Sympathisanten zu einem Protestmarsch, der von De Wette-Park beim Bahnhof SBB zum Marktplatz führte.

Die Kundgebungsteilnehmenden trugen Plakate und Transparente mit Aufschriften wie «Klatschen reicht nicht» oder «Wer pflegt Sie heute, morgen oder in fünf Jahren?» mit sich. Ziel war es, auf die geringe Wertschätzung von Pflegeberufen aufmerksam zu machen, die während der Coronakrise zwar an Ansehen gewonnen hätten, was faktisch aber wenig konkrete Folgen gehabt habe.

Konkret forderten die Teilnehmenden bessere Arbeitsbedingungen und eine generelle Aufwertung der Gesundheitsberufe, die nicht nur zu Pandemiezeiten über Gebühr gefordert seien.

17.35 Uhr: Universität Bern verschärft Corona-Massnahmen

Die Universität Bern verschärft die Corona-Massnahmen. Ab Mittwoch gilt eine allgemeine Maskentragpflicht, und die Lehre wird fast vollständig auf Fernunterricht umgestellt. Ausnahmen sind Laborunterricht und Praktika – also Veranstaltungen, die auf die Infrastruktur vor Ort zwingend angewiesen sind. Die maximale Teilnehmerzahl bleibt bei 60 Studierenden. Alle anderen Veranstaltungen – also auch Seminare und Übungen – müssen als Fernunterricht stattfinden.

Mit den Massnahmen solle einerseits das Funktionieren der universitären Lehre gewährleistet und andererseits die Verbreitung von Covid-19 soweit wie möglich gestoppt werden, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Die Maskenpflicht gilt auf dem ganzen Gelände der Universität Bern, also auch im Freien.

DIe Universität Bern im März 2020. Nun hat die Hochschule erneut auf Fernunterricht umgestellt.
Bild: Keystone/Anthony Anex

Die Bibliotheken werden für die Studierenden nicht geschlossen, aber die Arbeitsplätze reduziert. Damit sollen Härtefälle vermieden werden.

17.30 Uhr: Über 500 neue Coronafälle in der Zentralschweiz

In der Zentralschweiz sind vom Montag auf Dienstag 524 neue Coronafälle dazugekommen. Allein im Kanton Schwyz wurden über 150 Personen positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der Fälle erhöhte sich in Schwyz um 152 auf total 2595. Unverändert blieb aber die Zahl der Todesfälle. In Zug erhöhte sich die Fallzahl um 66 auf 1469. 22 Personen waren dort hospitalisiert.

Im Kanton Luzern wurden 244 Personen positiv getestet; seit Beginn der Pandemie wurden 3664 Fälle registriert. In Isolation befanden sich 1650 Luzerner, weitere 457 waren in Quarantäne. 59 Erkrankte befanden sich am Dienstag im Spital.

In Uri erhöhte sich die Zahl der positiv getesteten Personen um 9 auf 344. Eine Zunahme von 18 Fällen auf 393 meldete Nidwalden. 92 Personen sind dort in Isolation. Obwalden hat 35 neue Fälle, das Total beläuft sich neu auf 375. In Obwalden sind 3 Personen im Spital.

17.19 Uhr: Vier weitere Kantone fordern Zivis für Contact Tracing an

Zur Zeit unterstützen 38 Zivildienstleistende das Contact Tracing in 10 Kantonen. Seit letzter Woche sind beim Bundesamt für Zivildienst (Zivi) weitere Gesuche für Contact Tracing-Einsätze aus vier Kantonen eingegangen.

Das teilte das Zivi am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Gleichzeitig stehen seit letzter Woche auch rund 120 Angehörige des Zivilschutzes im Einsatz, wie es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) hiess. Doch der Zivilschutz werde derzeit «nur punktuell je nach Lage und Bedarf» eingesetzt.

An der Spitze steht der Kanton Wallis, der rund 50 Zivilschützer pro Tag beschäftigt. Zwischen fünf und zwölf Vertreter stehen ausserdem in den Kantonen Genf, Graubünden, Luzern, Neuenburg, Schaffhausen, Thurgau, Tessin, Wallis und Zug im Einsatz.

16.59 Uhr: Negativrekord im Iran

Trotz einer im ganzen Land geltenden Maskenpflicht im Freien breitet sich das Coronavirus im Iran immer schneller aus. Innerhalb von 24 Stunden seien 6968 neue Infektionsfälle registriert worden und damit so viele wie nie zuvor, teilte am Dienstag das Gesundheitsministerium mit. Auch die Zahl der neu hinzugekommenen Todesfälle stieg mit 346 auf einen neuen Höchstwert.

Der Iran ist das von der Corona-Pandemie meistbetroffene Land im Nahen Osten. Insgesamt starben bereits mehr als 33'000 Menschen an Covid-19, mehr als 580'000 Menschen infizierten sich. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Ausbreitung ist das Coronavirus seit September wieder vehement auf dem Vormarsch.

16.33 Uhr: Belgische Ärzte und Krankenpfleger arbeiten trotz Corona-Infektion

Dutzende Ärzte und Pfleger in den völlig überlasteten Kliniken der belgischen Provinz Lüttich sind nach Angaben von Gewerkschaftern trotz Infektion mit dem Coronavirus im Dienst. «Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung», sagte Philippe Devos vom belgischen Verband der medizinischen Gewerkschaften am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die sehr schlechte Lösung sei, Patienten gar nicht zu behandeln.

Belgien ist nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC EU-weit das Land mit den meisten Corona-Infektionen binnen 14 Tagen pro 100'000 Einwohner - dieser Wert lag am Dienstag bei 1390,9.

Insbesondere die Krankenhäuser in der Provinz Lüttich, aber auch in anderen Regionen sind überlastet. Zuletzt wurden Patienten in andere belgische Regionen und teils auch über die deutsche Grenze nach Aachen verlegt. Vergangene Woche kamen nach Behördenangaben täglich im Schnitt gut 500 infizierte Menschen ins Krankenhaus - ein Plus von 88 Prozent im Vergleich zur Woche davor.

Devos selbst leitet die Intensivstation in einer Klinik in Lüttich im französischsprachigen Teil des Landes. Die Ärzte und Krankenpfleger, die trotz Corona-Infektion arbeiteten, seien symptomfrei, sagte er. In den Krankenhäusern der Region seien sicher mehr als 100 infizierte Pfleger im Dienst. Devos betonte, dass sie ausschliesslich infizierte Patienten versorgen. Zudem trügen sie die besten zur Verfügung stehenden Masken. Für sie gebe es einen gesonderten Raum zum Essen. Alle Bedingungen seien so, dass das Risiko einer Ansteckung sehr gering sei.

EU fährt wegen Corona-Lage in Brüssel Betrieb herunter

EU fährt wegen Corona-Lage in Brüssel Betrieb herunter

Belgien ist schwer betroffen von der Corona-Pandemie. Das wirkt sich auch auf die Geschäfte der EU aus. Persönliche Treffen sollen ab sofort auf ein Mindestmass reduziert werden.

27.10.2020

Über die Situation in den Krankenhäusern der Provinz Lüttich sagte Devos: «Wir haben keinen Platz mehr auf den Intensivstationen, wir haben keinen Platz mehr ausserhalb der Intensivstationen.» Patienten, die in die Notaufnahme kämen, würden stabilisiert und dann in Krankenhäuser in Flandern gebracht.

So werde man vorgehen, bis alle Krankenhausbetten in Belgien belegt seien. Dann werde man die Qualität der Versorgung herunterfahren - und beispielsweise weniger Pfleger pro Patient einsetzen. Die Zahl der Infizierten pro 100'000 Einwohner lag in Lüttich in den vergangenen zwei Wochen bei 2610.

16.15 Uhr: Zürcher Ferienmesse Fespo findet 2021 nicht statt

Die auf Mitte Januar 2021 angesetzte Ferienmesse Fespo in Zürich findet wegen der Corona-Pandemie doch nicht statt. Im September hatte die Veranstalterin Bernexpo noch an der Durchführung festgehalten. Aufgrund der Quarantäne-Regelungen, Einreisesperren und der Risikoländer-Einstufungen könnten Reiseveranstalter ihrer Angebote nicht lancieren, teilte Bernexpo Groupe am Dienstag mit. Zudem sei das Verhalten der Reisenden zunehmend von Vorsicht geprägt.

Auch die Golfmesse, welche jeweils parallel zur Fespo läuft, falle dieses Jahr aus. Die nächste Fespo und Golfmesse finde vom 27. bis 30. Januar 2022 statt. Ende September sagte Bernexpo bereits die Ferienmesse 2021 in Bern ab. Damals hiess es noch, es werde alles daran gesetzt, dass die Messe in Zürich stattfinden könne.

Die Ferienmesse Fespo in Zürich fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Die Veranstalterin habe aber sowohl eine Durchführung der Messe in reduzierter Form, als die Verschiebung auf Frühling oder Sommer 2021 geprüft, heisst es in der Mitteilung. Eine Umsetzung sei unter den aktuellen Umständen aber nicht möglich gewesen.

16.12 Uhr: UNO sagt nach Corona-Ausbruch persönliche Treffen ab

Im Hauptquartier der UNO in New York sind am Dienstag alle persönlichen Treffen aufgrund von fünf Corona-Infektionen in der UN-Mission eines Mitgliedstaats abgesagt worden. Auf Treffen solcher Art solle verzichtet werden, bis der ärztliche Dienst der UNO die Kontaktverfolgung der Infizierten abgeschlossen habe, erklärte am Montagabend der Präsident der UN-Generalversammlung, Volkan Bozkir.

Welche UN-Mission betroffen ist, schrieb Bozkir in seinem Brief an die 193 Mitgliedsstaaten nicht. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr, kam es im Büro des Mitgliedstaats Niger zu einem Ausbruch.

Es ist das erste Mal, dass die UNO wegen der Corona-Pandemie auf persönliche Treffen verzichten muss, seit die Organisation aus der Sommerpause zurück ist. Die UNO plante ohnehin, viele der in nächster Zeit stattfindenden Sitzungen virtuell abzuhalten.

15.58 Uhr: Holenstein Gastro schliesst vorerst alle Betriebe

Die Umsätze in der Gastrobranche brechen ein. Die Holenstein Gastro, die in der Stadt Zürich und Umgebung 15 Restaurants, Bars, Pubs und zwei Hotels betreibt, schliesst daher ab Mittwoch um 14 Uhr alle ihre Betriebe bis auf weiteres.

Geschäftsführerin Nicole Holenstein bestätigte dies am Dienstag gegenüber Radio 1. Zu dem Familienunternehmen gehören unter anderem die AKT-Restaurants, die Bierhalle Wolf, die Gräbli Bar und die Big Ben Pubs. Rund 180 Mitarbeitende sind betroffen.

Holenstein Gastro schliesst wegen der Coronakrise bis auf weiteres alle Betriebe in der Stadt Zürich und Umgebung. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Alessandro Della Bella

Wegen des weiteren Einbruchs der Umsätze seit der Maskenpflicht in Bars und Restaurants habe man sich zu dem schweren Schritt entschlossen. Aufwand und Ertrag stünden nicht mehr im Verhältnis. Weil viele Menschen im Home Office arbeiten, sei beispielsweise der Mittag komplett eingebrochen, etwa noch auf ein Zehntel, sagte Holenstein gegenüber Radio 1.

Mit der Schliessung soll verhindert werden, dass grossflächig Kündigungen ausgesprochen werden müssen. Die Mitarbeitenden müssen nun in Kurzarbeit gehen. Wie lange die Schliessung dauert, ist noch unklar. Nicole Holenstein hofft auf den Frühling.

15.15 Uhr: Medienkonferenz beendet

Damit endet die heutige Medienkonferenz auf Fachebene. Morgen trifft sich der Bundesrat – auch er wird informieren. Wir danken an dieser Stelle für Ihre Aufmerksamkeit.

15.14 Uhr: «Sicher sein kann man sich nie»

Wie will der Bund sicherstellen, dass die Situation nicht aus dem Ruder läuft? Masserey sagt, sie wisse, dass morgen sehr drastische Massnahmen angekündigt werden. Damit kommt sie auf die morgige Sitzung des Bundesrats zu sprechen. Trotzdem: Sicher könne man sich in einer Situation wie der jetzigen nie sein. 

15.09 Uhr: Zweite Welle – zweites Massnahmenpaket? 

Ein Medienschaffender möchte wissen, ob die zweite Welle auch ein zweites Massnahmenpaket bedinge? Zürcher sagt, der Bund glaube, dass das Dispositiv vorhanden sei. Es sei flächendeckend ausgelegt und könne für mehrer Monate verlängert werden. Die gesetzliche Lage ermögliche, sodass auch im Jahre 2021 finanzielle Mittel beantragt werden könnten, wenn dies denn nötig sei, so Zürcher. Rossini ergänzt, deshalb sei der Kreis derjenigen erweitert worden, die Ansprüche stellen könnten, wofür 500 Millionen Franken zusätzlich für 2021 bereitgestellt worden seien.

15.07 Uhr: Müssen Ärzte bald selektieren?

Bei  Maximalausbau könnten 1400 zusätzliche Intensivbetten bereitgestellt werden, doch wenn es weiterhin so viele Fälle gebe, sei in zehn Tagen das Maximum bereits erreicht, so Stettbacher – mal abgesehen vom fehlenden Personal. In 14 Tagen könne es soweit sein, dass Ärzte wählen müssten, wer auf die Intensiv kommt und für wen kein Platz mehrt ist. Ackermann sieht ebenfalls ein potenzielles Risiko für so ein Szenario, er hoffe aber, dass die Massnahmen, die einige Kantone bereits ergriffen hätten, Wirkung zeigten und von anderen Kantonen übernommen werden. 

15.03 Uhr: Braucht es mehr Tests?

«Die Schweiz testet wenig», bestätigt Ackermann. Ziel müsse sein, dass nur fünf Prozent der Tests positiv seien. Derzeit sind es rund 28 Prozent.

15.01 Uhr: Muss das Spitalpersonal wieder länger arbeiten?

Stichwort Pflegenotstand: Wie will der Bund sicherstellen, dass nicht nur genügend Spitalbetten, sondern auch genügend Personal gibt? Stettbacher gibt an, es sei wichtig, dass ein Lastenausgleich auf alle Institutionen erfolgen könne. Schliesslich habe das Spitalpersonal bereits kundgetan, dass es erschöpft sei von der ersten Welle. Weiter erwähnt er Massnahmen von einzelnen Kantonen wie die Rekrutierung von pensioniertem Gesundheitspersonal.

Zürcher sagt, das Arbeitsgesetz gelte – und ist demnach nicht wie in der ersten Welle suspendiert worden. Dies sei damals auf Wunsch vom Kanton Tessin erfolgt, der im Frühling an die Kapazitätsgrenzen gestossen sei. Zürcher sagt, der Bund habe sich an die Sozialpartner gewandt – mit der Frage, ob die wöchentliche Arbeitszeit um vier Stunden aufgestockt werden könne. 

14.57 Uhr: Masken für Kinder?

Kommt die Maskenpflicht für Kinder? Wer unter zwölf ist, müsse wohl keine Maske tragen, so Ackermann. Man evaluiere aber laufend, ob das so bleiben wird. 

14.56 Uhr: Bund hat zweite Welle nicht verhindern können

Hat das BAG bereits einen Strategiewechsel vorgenommen? Man versuche nach wie vor, alle Ansteckungsketten zu unterbrechen, sagt Masserey. Heisst: Man setzt weiterhin auf contact tracing. Aber dem Bund sei auch klar, dass man die zweite Welle nicht habe verhindern können. Deshalb müssten nun weitere Massnahmen ergriffen werden. 

14.55 Uhr: Stichwort Impfstoffe

Was sagt Masserey zur Knappheit bei der Grippeimpfung? «Es gibt Lieferverzögerungen», antwortet sie. 1,25 Millionen Dosen würden fehlen und kommen erst im November oder Dezember, was den Herstellern gestundet sei, mit denen man im Kontakt stehe. Zwei Verträger zu Covid-Impfstoffen seien ausserdem bereits geschlossen worden. «Man muss da diversifizieren», erklärt sie.

14.53 Uhr: Mobilität gleich Ansteckungen

Ein  Journalist hakt nach: Ist es möglich, die Mobilität ohne Lockdown einzuschränken? Ackermann führt aus, er habe die Mobilität als Indikator für die Wirkung der Massnahmen genommen. Wenn die Menschen mobil seien, würden Kontakte erfolgen – und damit auch Ansteckungen. Aktuell sei die Mobilität so hoch, dass das Ziel, die Ansteckungen zu halbieren, noch weit weg sei. 

14.51 Uhr: Droht eine Konkurswelle?

Welche Auswirkungen gibt es auf den Arbeitsmarkt? Es gebe weniger Konkurse als erwartet, so Zürcher. Eine Konkurswelle sei nicht in Sicht. «Aber es ist richtig, dass die Situationen in den nächsten Monaten schwieriger sein wird.» Die vorhandenen Mittel zum Gegensteuern reichten seiner Meinung nach aber aus – wie etwa die Härtefallregelung.

14.47 Uhr: Obligatorische Schulen sollen offen blieben

Eine Journalistin fragt: Sind Schulschliessungen ein Thema? Ackermann und Masserey geben an, das Ziel sei es, die obligatorischen Schulen sowie die Kinderkrippen offen zu lassen. 

14.46 Uhr: Zum BAG-Strategiepapier

Es gebe drei Stufen der zweiten Welle – laut Strategiepapier des BAG. Hier sei man in der zweiten Stufe, in der dritten greife der Bund ein. Wie konnte es soweit kommen? Ackermann sagt, die Eindämmung hänge mit Zahl der Tests und Kapazitäten des contact tracing zusammen, weshalb ein Eingreifen jetzt schwerer sei. Der Takforce-Chef verweist auf die elf Tage, die Intensivbetten vorhalten – es dauere zwölf Tage von der Ansteckung bis zum Zustand, in dem man ins Spital muss. Deshalb müssten jetzt Massnahmen getroffen werden. Masserey ergänzt, Bund und Kantone arbeiten ständig daran, Dinge zu verbessern.

14.44 Uhr: Limitiert die Schweiz Corona-Tests? 

Ein Journalist möchte wissen, ob man nicht mehr testen müsse. Oder stehen der Schweiz zu wenig Tests zur Verfügung? Man habe die Tests nicht beschränkt, entgegnet Masserey. Die Ansage sei nach wie vor, dass sich jede Person mit Symptomen testen lassen solle.

Klar, könne man sich im Nachhinein fragen, ob man im Sommer auch zahlreiche Personen ohne Symptome hätte testen müssen – doch auch das wäre nicht das Allheilmittel gewesen, so Masserey. Man stocke die Testkapazitäten nun weiter auf. Hohe Erwartungen liegen zudem auf den Schnelltests, die in Kürze zur Anwendung kommen sollen. 

14.39 Uhr: Stichwort Mini-Lockdown

Schnell alles hoch- und runterfahren sei gar nicht so einfach, sagt Sturm. «Aber es ist immer noch eine Methode.» Zuerst müssten aber noch andere Massnahmen ausgeschöpft werden – wie das Vermeiden von Kontakten. Für davon Betroffene wie Restaurantbesitzer könnten auf Unterstützungsleistungen bauen. Die Arbeitslosenversicherung habe seit März acht Milliarden Franken ausgegeben – bis Ende Jahr dürfte das ganze Paket inklusive Kurzarbeit bis zu zwölf Milliarden kosten.

14.37 Uhr: Stichwort Gastronomie

Die Journalisten dürfen nun Fragen stellen. Was sagt Sturm zu den Gastronomen, die sich sorgen? Der antwortet, man könne nicht so weitermachen wie vor Corona – und wenn die Pandemie nicht gemeistert würde, könnte die Branche noch viel grösseren Schiffbruch erleiden.

14.35 Uhr: Jeder Einzelne gefragt

«Wir wollen mit möglichst wenig gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden aus dieser Situation herauskommen», so Steffen. Hoffnung mache ihn, dass man gut durch die erste Welle ge kommen sei und im Sommer dazugelernt habe. Es sei nicht hoffnungslos, man müsse nur nachjustieren. «Das beginnt bei jeden Einzelnen.» Man müsse aber auch strukturelle Massnahmen nachziehen, weil der Einzelne nicht alles stemmen könne. Man arbeite daran, Testkapazitäten und Bettenlage zu verbessern. «Wir müssen in den nächsten Wochen noch mit grösseren Problemen rechnen, aber wir werden diesen Sturm bestehen, wenn wir uns alle Mühe geben.»

14.32 Uhr: Zweite Welle wird dauern

Der oberste Kantonsarzt Thomas Steffen sagt, «in dieser schwierigen Phase ist es von besonderer Bedeutung, klar und offen zu kommunizieren, und dass die Kommunikation nicht selbst zur Krise wird.» Man dürfe jetzt nicht mit Schuldzuweisungen arbeiten, nicht in Egoismus verfallen. «Wir müssen nun alle Kraft im Sturm zusammenbringen, um gut daraus zu kommen. Versuchen wir die Lage nüchtern zu betrachten. Die zweite Welle wird zweifelsfrei langgezogen sein.»

14.28 Uhr: 40 Milliarden minus

Jan-Egbert Sturm ist in der Taskforce für Wirtschaft zuständig. Er sagt: Wer meint, Massnahmen würden der Wirtschaft schaden, sehe nicht, dass die aktuelle Unsicherheit viel problematischer sei. «Die Schweiz hat dieses Jahr 40 Milliarden verloren gegenüber einer Situation ohne Corona.»

14.26 Uhr: Taskforce warnt

«Wir haben keine Zeit zu verlieren», mahnt Martin Ackermann. «Wir wissen schon heute, dass auf Intensiv die Zahl der Patienten reduziert werden müssen, die nicht an Covid-19 leiden.» Es gebe also schon heute Probleme. Wenn die Kapazitätsgrenze erreicht werde, könnten Menschen nicht mehr behandelt werden. «Das heisst: Es betrifft uns alle. Die Schweiz hat heute mehr Infektionen und Todesfälle als im März, aber wir verhalten uns nicht gleich. Die Menschen reagieren nicht», so der Taskforce-Chef mit Blick auf die Mobilität. «Wir haben seit März viel dazugelernt. Wir müssen jetzt im Oktober die Hälfte aller Neuinfektionen verhindern.» Das heisse: zuhause bleiben und Kontakte reduzieren. 

14.22 Uhr: Stichwort Härtefälle

Bund und Kantone arbeiten an einer Härtefallregelung für Schausteller oder Gastronomen. «Das braucht etwas Zeit», meint Zürcher mit Blick auf komplizierte Konsultationen.

14.20 Uhr: Stichwort Arbeitsschutz

«Es hat sich effektiv gezeigt, dass die Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz sehr wirksam sind», so Zürcher, der auf entsprechende Informationen seiner Behörde verweist.

14.18 Uhr: «Gedämpfte» Wirtschaftsentwicklung

Das Seco rechnet mit einer «gedämpften» Wirtschaftsentwicklung, sagt Boris Zürcher.«Das Unterstützungsniveau bleibt so erhalten», verspricht er. Aus der AHV könnten jetzt gut 5500 Franken bezogen werden. Der Kurzarbeitsanspruch bleibe bestehen – auf bundes- wie auf kantonaler Ebene. Keinen Anspruch könnten Personen in temporären oder befristeten Arbeitsverhältnissen mehr stellen. Sie könnten Taggelder von der Arbeitslosenversicherung beziehen. Kurzarbeit könnte nun statt zwölf neu für 18 Monate bezogen werden.

14.14 Uhr: Quarantäne-Ausgleich

Stéphane Rossini vom Bundesamt für Sozialversicherungen spricht über Erwerbsersatzzahlungen für Menschen in Quarantäne, die bis 2021 in Kraft bleiben. Zum Teil könnten Ansprüche entsprechend der Covid-Verordnung auch rückwirkend geltend gemacht werden – per 17. September. Genauere Informationen gebe es auf der BSV-Website. Die Eingabe von Quarantäne-Bescheinigungen solle vereinfacht werden: Bis Ende Dezember sollen auch Selbstdeklarationen oder Erklärungen von Arbeitgebern akzeptiert werden.

14.08 Uhr: Spitäler an den Grenzen

«Ich habe leider keine guten Nachrichten», sagt Andreas Stettbacher mit Blick auf die Lage in den Spitälern und auf den Intensivstationen. «Wenn die Entwicklung gleich weitergehen würde, würden die Reserven im Bereich der Akutbetten für 15 Tage reichen, bei Intermediate care für elf Tage.» Die Intensivbetten würden derzeit aufgestockt.

14.06 Uhr: Fallzahlen senken

Die Spitäler stünden unter Druck, fährt Masserey fort: «Wir müssen jetzt unbedingt die Fallzahlen senken. Dazu müssen wir die Kontakte reduzieren. Wenn möglich müssen Maske angelegt und Abstand genommen werden. Die contact tracer stossen ebenfalls an ihre Grenzen. Man wird nicht sofort kontaktiert.» Eigenverantwortung sei deshalb gefragt.

14.04 Uhr: Steigende Fallzahlen

Virginie Masserey  vom BAG macht den Auftakt: Mehr Test, mehr Fälle, fasst die Expertin zusammen. Die Zahlen seien mit denen vom März vergleichbar. Auch die Zahl der Todesfälle steige ähnlich stark wie damals. Es gibt eine Verdopplung der Ansteckungen und Todesfälle pro Woche – der zeit werden 25'000 Test täglich vorgenommen. 15 Personen sterben hierzulande pro Tag. Insgesamt liesse sich feststellen, dass die Coronafälle bei den älteren Personen aktuell schneller zunehmen würden als bei den jungen Menschen. 

14 Uhr: Beginn der Medienkonferenz in Bern

Die Experten werden vorgestellt – und auch wir begrüssen Sie an dieser Stelle zur heutigen Pressekonferenz.

13.45 Uhr: Fachbereiche informieren um 14 Uhr

Die Fachbereiche informieren um 14 Uhr über den aktuellen Corona-Stand. Auf der Medienkonferenz sind folgende Fachbereiche vertreten:

- Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, BAG
- Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD)
- Stéphane Rossini, Direktor, Bundesamt für Sozialversicherungen BSV
- Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit, SECO
- Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte
- Martin Ackermann, Präsident National COVID-19 Science Task Force
- Jan-Egbert Sturm, Leiter Expertengruppe Wirtschaft, National COVID-19 Science Task Force

Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt spricht an einem Point de Presse zur Coronavirus-Lage, am Dienstag, 20. Oktober 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Thomas Steffen, hier am 20. Oktober, vertritt die Kantonsärzte.
Bilde: Keystone

13.17 Uhr: Studie nährt Zweifel an dauerhafter Immunität

Eine Studie aus Grossbritannien nährt Zweifel an einer möglichen dauerhaften Immunität nach einer Covid-19-Infektion. Antikörper gegen das neuartige Coronavirus hätten in der britischen Bevölkerung im Sommer rasch abgenommen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Imperial College London hervor. Das deute darauf hin, dass der Schutz nach einer Infektion möglicherweise nicht von langer Dauer sei.

Die Wissenschaftler untersuchten das Niveau der Antikörper in der britischen Bevölkerung nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr. Demnach sank die Verbreitung von Antikörpern bei sechs Prozent der Bevölkerung Ende Juni auf nur noch 4,4 Prozent im September. Bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen habe es weniger Veränderungen der Antikörperniveaus gegeben, was womöglich auf ihre wiederholte Exposition mit dem Virus zurückzuführen sei.

In der Fachwelt haben seltene Fälle einer zweiten Corona-Infektion bereits Fragen über die Immunität gegen das Virus ausgelöst. Auch eine Studie der chinesischen Universität Chongqing hatte bereits gezeigt, dass die Menge an Antikörpern im Blut genesener Covid-19-Patienten innerhalb von zwei bis drei Monaten erheblich sinken kann.

Die Erfahrungen mit anderen Coronaviren legten nahe, dass die Immunität möglicherweise nicht lange anhalte, erklärten die Wissenschaftler des Imperial College. Sie betonten, dass die schnelle Abnahme von Antikörpern nicht zwangsläufig Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffkandidaten habe, die sich derzeit in klinischen Studien befinden. «Ein guter Impfstoff ist möglicherweise besser als eine natürliche Immunität.»

13.05 Uhr: St. Galler Regierung will keine zusätzlichen Corona-Massnahmen

Die St. Galler Regierung hat sich gegen zusätzliche Corona-Massnahmen ausgesprochen, wie sie der Bundesrat vorschlägt. Entweder solle darauf verzichtet oder die ausserordentliche Lage ausgerufen werden.

Neben anderen Massnahmen sei in den St. Galler Spitälern eine Erhöhung der Bettenkapazitäten in Vorbereitung. Durch die Einschränkung des Besuchsrechts in Heimen werde zudem der Schutz der besonders gefährdeten Personen verstärkt, heisst es in der Stellungnahme der St. Galler Regierung zu den Vorschlägen des Bundesrats.

Aufgrund dieser Ausgangslage sei «derzeit eine erneute und deutliche Verschärfung der Massnahmen zur Einschränkung des öffentlichen und privaten Lebens nicht vertretbar». Die Wirkung der bereits getroffenen Massnahmen lasse sich noch nicht hinreichend abschätzen. Es bestehe die Gefahr «eines Übersteuerns mit fatalen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft», so die Regierung.

Die St. Galler Regierung mit Gesundheitsdirektor Bruno Damann (CVP) hat sich gegen erweiterte Corona-Massnahmen ausgesprochen.
Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller

Sie sieht die Vorschläge des Bundesrats aufgrund ihrer Reichweite und Wirkung vom Epidemiengesetz nicht abgedeckt. Die Kantone, die eine vom Bund abweichende Lagebeurteilung vornähmen, «müssen dennoch die Verantwortung und Folgekosten für diese Massnahmen tragen».

Wenn sich der Bund aufgrund seiner Lagebeurteilung für die Massnahmen entscheide, sei in der Konsequenz auch die ausserordentliche Lage auszurufen. Damit wäre für die St. Galler Regierung auch klargestellt, dass der Bund die Verantwortung für die gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Folgen der Entscheide trage und sich an den Kosten angemessen beteilige.

Der Bundesrat berät in diesen Tagen darüber, wie die Pandemie wieder unter Kontrolle gebracht werden kann und hat dabei auch die Kantone konsultiert. Die neuen nationalen Massnahmen werden am Mittwoch bekannt gegeben.

12.44 Uhr: Geschäft mit Masken boomt für 3M

Die in der Coronakrise massiv gestiegene Nachfrage nach Atemschutzmasken hat dem US-Mischkonzern 3M im vergangenen Quartal den Rücken gestärkt. Während die Umsätze im Geschäft mit Büromaterial zurückgingen, sprangen sie im Gesundheitsbereich in die Höhe.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz im dritten Quartal um 4,5 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging um rund sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten mit einem stärkeren Einbruch gerechnet.

Spülen dem US-Konzern 3M viel Geld in die Kasse: Atenschutzmasken. Richtig entsorgen sollte man sie aber. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Leandre Duggan

3M ist einer der grössten Produzenten von Atemschutzmasken. Darüber hinaus produziert das Unternehmen auch Schutzkleidung, Fahrbahnmarkierungen, Klebstoff, Schleifmittel und Pollenfilter.

12.02 Uhr: 5949 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 5949 Coronavirus-Ansteckungen bei 20'709 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 28,7 Prozent. 16 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 167 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am vergangenen Dienstag waren dem BAG 3008 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Damit haben sich die täglich gemeldeten laborbestätigten Fälle im Vergleich zur Vorwoche praktisch verdoppelt.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'829'173 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Über die vergangenen zwei Wochen gesehen fiel das Resultat bei 20,7 Prozent der Tests positiv aus. Pro 100'000 Einwohner wurden im gleichen Zeitraum 693,4 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 127'042 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt 6264 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1930.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich am Dienstag nach Angaben des BAG 18'497 Personen in Isolation und 19'867 Kontakte standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 15'799 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Einer Frau wird an einem Corona-Test-Center ein Nasenabstrich abgenommen. (Symbolbild)
Bild: dpa

11.43 Uhr: Russland verschärft Anti-Corona-Massnahmen

Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen verschärft auch Russland die Anti-Corona-Massnahmen. Die zuständige Verbraucherschutzbehörde ordnete am Dienstag eine Maskenpflicht für belebte Strassen und Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, Taxis und Aufzüge an. Darüber hinaus sollen auf Vorschlag der Behörde ab Mittwoch zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, Cafés und Restaurants sollen in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die Umsetzung der Sperrstunde fällt allerdings in den Zuständigkeitsbereich der Regionalverwaltungen.

Wie die russischen Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, starben innerhalb von 24 Stunden 320 Menschen an Covid-19; dies ist ein neuer Rekordwert. Insgesamt wurden in Russland seit dem Ausbruch der Pandemie mehr als 1,5 Millionen Infektionen mit dem Virus und mehr als 26'500 Todesfälle registriert. Dabei ist die Hauptstadt Moskau das Epizentrum der Corona-Krise. Bewohner Moskaus ab 65 Jahren wurden bereits aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

In den ersten Wochen der Pandemie hatten die russischen Behörden einen Lockdown verhängt, der strenger ausfiel als in den meisten anderen Ländern. Viele der Beschränkungen wurden aber vor einer grossen Militärparade im Juni und einem Referendum aufgehoben, mit der Präsident Wladimir Putin sich die Möglichkeit verschaffte, bis 2036 im Amt zu bleiben.

11.21 Uhr: Urner Regierungsrat gegen generelle Maskentragpflicht

Der Urner Regierungsrat lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagene generelle Maskentragpflicht im Siedlungsgebiet ab. Was im urbanen Raum vielleicht noch Sinn mache, sei in einer ländlichen Region und Siedlungsstruktur unverhältnismässig und nicht geboten, teilte er am Dienstag mit.

Der Regierungsrat verlangt, dass diese «einschneidende Massnahme» von jedem Kanton selbst beschlossen werden solle, wenn er dies für nötig halte. Der Bundesrat hatte ein Paket von Massnahmen den Kantonen zur Konsultation unterbreitet. Er wird am Mittwoch beschliessen, wie die Ausbreitung des Coronavirus bekämpft werden solle.

Der Urner Regierungsrat will in seinem Kanton keine generelle Maskentragpflicht. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Gaetan Bally

Der Urner Regierungsrat schreibt, der Bundesrat solle die Massnahmen aus Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft bis Ende Ende November befristen. Weiter fordert er, dass bei einschneidenden Corona-Massnahmen der Bund Arbeitnehmende vor Entlassungen und Arbeitgeber vor Konkursen schützen müsse.

11.17 Uhr: Polen verzeichnet mehr als 16'000 Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 16'000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 16'300 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (3'529). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 132 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 13'632 Fällen am vergangenen Freitag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 4'615 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft. Seit Samstag sind in dem Land alle Restaurants und Bars für einen Zeitraum von zwei Wochen geschlossen, Versammlungen mit mehr als fünf Personen sind verboten.

11.05 Uhr: Frankreich fürchtet neuen Lockdown

Angesichts immer neuer Höchststände bei den Corona-Neuinfektionen steht Frankreich offenbar vor einem neuen Lockdown: Innenminister Gérald Darmanin sagte am Dienstag vor einer Krisensitzung des Kabinetts, «harte Entscheidungen» seien unausweichlich. Im Gespräch sind eine deutliche Ausweitung der nächtlichen Ausgangssperre oder ein zeitlich befristeter Lockdown.

Der Vorsitzende des Corona-Beirats der Regierung, Jean-François Delfraissy, sagte, die Wissenschaftler seien «von der Brutalität der Entwicklung der vergangenen zehn Tage überrascht worden». Seit dem 17. Oktober gilt bereits eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und sechs Uhr morgens, die inzwischen auf 46 Millionen Bürger ausgeweitet wurde. Sie betrifft damit mehr als zwei Drittel der Bevölkerung.

Präsident Emmanuel Macron spricht bei einer Pressekonferenz in Paris zur Lage im Libanon. Foto: Lewis Joly/AP/dpa
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron berät sich mit dem Kabinett über neue Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. (Archivbild)
Keystone/AP/Lewis Joly

Der Beirats-Vorsitzende Delfraissy nannte zwei Szenarien denkbar: Eine «massive» Ausweitung der abendlichen Ausgangssperre, oder einen direkten Lockdown. Anders als im Frühjahr könnte es nach seinen Angaben Schulen und bestimmten Wirtschaftszweigen erlaubt bleiben, unter strengen Auflagen zu öffnen.

Präsident Emmanuel Macron will mit dem Kabinett bis Mittwoch über die verschärften Massnahmen beraten. Premierminister Jean Castex trifft zudem Arbeitgeber und Gewerkschaften. Am Wochenende hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Frankreich erstmals die Schwelle von 50'000 überschritten. Mehr als die Hälfte der Betten auf französischen Intensivstationen sind mit Corona-Patienten belegt, in Paris sind es sogar rund 70 Prozent.

10.59 Uhr: 92 neue Coronavirus-Fälle in Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt nehmen die Neuansteckungen mit dem Coronavirus wieder stark zu. Am Dienstag verzeichnete der Kanton 92 neue Fälle. Somit stieg die Zahl der bislang registrierten Fälle in der Kantonsbevölkerung auf 2'195. Als genesen wurden 1'556 Personen ausgewiesen, wie aus der Fallstatistik des Gesundheitsdepartements hervorgeht.

Die Zahl der Personen in Isolation nahm gegenüber dem Vortag um 2 auf 528 ab. Ebenfalls abgenommen hat die Anzahl der Personen in Quarantäne – und zwar um 79 auf 2'366. In 2'097 Fällen handelte es sich um Kontaktpersonen von Infizierten. Die Zahl der Todesfälle blieb unverändert bei 54.

Zur Anzahl an Covid-19 erkrankten Menschen, die hospitalisiert werden mussten, lagen am Dienstag keine Angaben vor.

10.45 Uhr: Spitalzentrum Biel verhängt Zutrittsverbot

Im Spitalzentrum Biel gilt wegen Corona ab sofort ein Zutrittsverbot für Besucherinnen und Besucher. Mit der vorsorglichen Massnahme solle das Ansteckungsrisiko innerhalb des Spitals möglichst klein gehalten werden, heisst es in einem Communiqué vom Dienstag.

Ausgenommen vom Verbot seien Besucher für Patienten in ausserordentlichen Situationen. Dazu gehörten Eltern oder Begleitpersonen von Kindern sowie Partner von Gebärenden und Wöchnerinnen. In weiteren Fällen, zum Beispiel bei sterbenden Menschen, entscheide der zuständige Kaderarzt.

Im Spitalzentrum Biel gilt für die meisten Besucher ab sofort ein Zutrittsverbot.
Bild: zvg

Das Besuchsverbot gilt bis auf Weiteres. Laut Communiqué werden Zutrittskontrollen durchgeführt. Bereits zu Beginn der ersten Corona-Welle im März hatte das Spitalzentrum Biel ein Zutrittsverbot eingeführt.

10.15 Uhr: Schweizer Tourismus droht ein Milliardenverlust

Die Corona-Pandemie dürfte den Schweizer Tourismus auch in der Wintersaison noch einmal stark ausbremsen. Das Konjunkturforschungsstelle KOF schätzt, dass die Logiernächte um rund einen Drittel zurückgehen werden. Insgesamt müsse die Branche 2020 mit einem Verlust von über 10 Milliarden Franken rechnen.

Quarantänevorschriften dürften auch über den Winter ausländische Gäste von der Schweiz fernhalten. Dagegen besteht die Hoffnung, dass die Inländer wenigstens einen Teil dieser Lücke schliessen und vermehrt in die Skigebiete strömen. Die KOF schätzt, dass die Zahl der Übernachtungen von Inländern rund 8 Prozent über dem Vorkrisen-Niveau liegen werden, wie sie mitteilte.

Allerdings sei nicht auszuschliessen, dass sich die Pandemie im Herbst und Winter deutlich heftiger zurückmelde und länger anhalte als derzeit angenommen. In einem solchen Szenario könnten die Logiernächte im Vergleich zum Vorkrisen-Niveau um über die Hälfte einbrechen.

10.10 Uhr: Weniger Einschränkungen, mehr Beihilfen

Die sehr schnellen und pragmatischen Hilfspakete zu Beginn der Krise hätten der Gastrobranche stark geholfen, sagt Casimir Platzer. Zu Beginn der Krise hätten Betriebe der Nachbarländer die Schweiz noch um ihren Umgang mit Gastrobetrieben benieden, doch inzwischen hätten viele Länder mit ihren Massnahmen die Schweiz «links und rechts» überholt.

Der Präsident von Gastrosuisse betont noch einmal, was er nicht will: Es dürfe keine neuen Lockdowns oder Mini-Lockdowns geben, Sperrstunden lehnt er klar ab, ebenso Mindestabstände und Platzbeschränkungen. Es brauche aber eine weiter ausgebaute Kurzarbeitsentschädigung, da die aktuelle Regelung immer noch zu grossen Kosten für Arbeitgeber führe. Und zum Abschluss betont auch Platzer noch einmal, dass es nun eine Einigung beim Mieterlass brauche – und übt scharfe Kritik an der Haltung der Rechtskommission des Nationalrats, die er in der im Grundsatz bereits verabschiedete Regelung als Verstoss gegen die Verfassung wertet. 

Damit endet die Medienkonferenz der Gastrobranche – wir danken für die Aufmerksamkeit. Die nächste Medienkonferenz wird voraussichtlich um 14 Uhr stattfinden, wenn die Fachexperten des Bundes wieder über die aktuelle Lage bei der Pandemiebekämpfung informieren.

10 Uhr: Seit zehn Tagen hagelt es wieder Absagen

Als Letzte spricht nun Esther Friedli, SVP-Nationalrätin und selbst Betreiberin eines Restaurants. Was man in den letzten zehn Tagen erlebt habe, treffe sie sehr, so Friedli. Nach einem vergleichsweise guten Sommer sei die Nachfrage nun wieder massiv eingebrochen. Friedli macht dafür neben der Verunsicherung durch die massiv gestiegenen Infektionszahlen insbesondere auch Aussagen eines Mitglieds der Corona-Taskforce des Bundes verantwortlich, das von einem Besuch von Restaurants grundsätzlich abriet.

Friedli erwartet nun auch ermutigende Aussagen, nicht nur Warnungen. Es brauche Massnahmen, die das Wirtschaften nicht komplett verunmöglichten. Gesundheit sei ein wichtiges Gut, doch ihr Schutz dürfe die Wirtschaft nicht ersticken. Sie betont, dass auch der Verlust von Arbeitsplätzen, wie er nun drohe, massive negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könne.

9.55 Uhr: Forderung nach Mieterlass erneuert

Urs Pfäffli, Präsident Gastro Zürich-City lobt abseits einiger Kritik die Zusammenarbeit mit der Regierung der Stadt Zürich, diese verlaufe vorbildhaft. Aber auch er beklagt, dass das Gastgewerbe seit vergangener Woche praktisch wieder stillstehe. Pfäffli fasst auch ein politisch heisses Eisen an und fordert, dass nun die Geschäftsmieten erlassen werden müssten.

9.50 Uhr: Vor allem innerstädtische Betriebe leiden

Nun spricht Maurus Ebneter vom Wirteverband der Stadt Basel. Er beklagt, dass die Betriebe besonders in der Innenstadt massiv unter den geltenden Einschränkungen litten. Zwar habe sich die Lage im Frühsommer entspannt, und besonders Betriebe mit grossen Terrassen hätten profitieren können. Aber bereits im Juli hätten die neuen Einschränkungen von Gästezahlen und später die Pflicht für die Gäste zu sitzen und ihre Kontaktdaten anzugeben wieder zu grossen Verlusten bei der Frequenz geführt.

Ähnlich klingt es auch von André Roduit, Präsident GastroValais: Die Lage in seinem Kanton sei schlimm, die Betriebe litten massiv unter der Pandemie und den Massnahmen gegen ihre Verbreitung. Wie seine Vorredner betont auch Roduit, dass auch das vermehrte Arbeiten im Homeoffice auf die Umsätze drückten, ebenso wie die Absage von Banketten und Weihnachtsessen.

9.45 Uhr: Verlust von 100'000 Arbeitsplätzen droht

Eine Umfrage von Gastrosuisse unter den Verbandsmitgliedern habe gezeigt, dass die Hälfte aller Gastgewerbe-Betriebe wegen der Corona-Pandemie und der Massnahmen dagegen um ihre Existenz fürchte. Damit drohe im kommenden Jahr der Verlust von 100'000 Arbeitsplätzen. Sein Verband hoffe darum, dass der Branche eine weitere vollständige Schliessung erspart bleiben.

9.40 Uhr: Umsätze in den Städten haben sich halbiert

Die Medienkonferenz startet: Bei der Begrüssung beklagt ein Gastrosuisse-Vertreter, dass die Medienkonferenz in Bern nicht stattfinden konnte wegen der Corona-Regeln. Nun begrüsst Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse, die anwesenden Medienvertreter. Seine Branche sei von der Krise getroffen wie kaum eine andere. Vor allem in den Städten sei der Umsatz massiv eingebrochen. In diesem Jahr lägen die Umsätze insgesamt nur bei rund der Hälfte der Einkünfte vom Vorjahr.

«Ich will nicht schwarzmalen, aber es brennt!» – Platzer zeichnet ein dunkles Bild der Gastrobranche in der Krise. Und sagt, es sei schliesslich erwiesen, dass sich nur eine Minderheit der Ansteckungen in Betrieben im Gastgewerbe ereignen. Darum habe er wenig Verständnis insbesondere für Sperrstunden oder Platzbeschränkungen. 

9. 10 Uhr: Wie geht es dem Gastgewerbe?

Um 9.30 Uhr informieren Vertreter des Gastgewerbes im Restaurant Terrasse in Zürich und im Stream über die Situation ihrer Branche. Der Stream wird auch auf «blue News» zu sehen sein und im Ticker begleitet.

Auskunft geben werden Casimir Platzer, Präsident GastroSuisse, Maurus Ebneter, Präsident Wirteverband Basel-Stadt, Urs Pfäffli, Präsident Gastro Zürich-City, André Roduit, Präsident GastroValais sowie Esther Friedli, Nationalrätin SVP und Gastwirtin.

Wie wird das Gastgewerbe durch die kommenden Monate kommen, wenn es draussen kalt wird?
Bild: Keystone/Laurent Gillieron

8.30 Uhr: Weniger Schokolade in Coronazeiten

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie setzen die Schweizer Schokoladeindustrie stark unter Druck. Zwischen Januar und August 2020 sind die Umsätze um 14,3 Prozent eingebrochen. Der Branchenverband fürchtet um Arbeitsplätze und fordert nun den Abbau von Regulierungen.

Vom Umsatzrückgang in den ersten acht Monaten 2020 waren sowohl das Inlandgeschäft (-14,9 Prozent) als auch die Exporte (-13,9 Prozent) der Schweizer Schokoladefabriken betroffen, wie einer Mitteilung des Branchenverbands Chocosuisse vom Dienstag zu entnehmen ist. In der Periode von Mai bis August 2020 verkaufte die Branche sogar 21,5 Prozent weniger als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im Inlandmarkt waren die Verkaufspunkte mit normalerweise hohen Kundenfrequenzen und internationalem Touristenaufkommen besonders betroffen. Gleichzeitig habe allerdings auch die Menge importierter Schokolade zugenommen, womit die Schweizer Hersteller «doppelt unter Druck» seien, so Chocosuisse. Gelitten hat aber auch das Exportgeschäft, das gemessen an der Verkaufsmenge mehr als 70 Prozent ausmacht. Auch hier ging der Branchenumsatz im Sommer besonders stark zurück.

Auch die Schweizer Schokoladenindustrie leidet unter der Coronakrise. 
Bild: Keystone

8 Uhr: Volksmusik-Flussfahrt wird zum Superspreader-Fall 

Eine Schlagerfahrt zwischen Passau und Frankfurt am Main verkommt zum Superspreader-Event: Zwischen dem 10. und 17. Oktober begaben sich insgesamt 92 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die meisten Schweizer, auf eine Volksmusik-Flussfahrt in Deutschland. Mit verheerenden Folgen: Aktuell befinden sich alle Passagiere in Quarantäne, 60 von ihnen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtet «Blick».  

Mit auf dem Schiff war Schlagersängerin Monique. Auch sie entwickelte kurz nach der Schifffahrt Symptome und wurde danach positiv auf das Coronavirus getestet, wie sie «Blick» erzählt. Wo sie sich angesteckt hat, weiss die Sängerin nicht. So habe auf dem Schiff eine Maskenpflicht gegolten. Zudem sei täglich Fieber gemessen worden. Epidemiologe Andreas Cerny kritisiert die Flussfahrt in der Zeitung. Unter den gegebenen Umständen hätte diese seiner Meinung nach nicht stattfinden dürfen. 



07.35 Uhr: Novartis-Gewinn sinkt leicht

Beim Pharmakonzern Novartis hat die Covid-19-Pandemie im dritten Quartal für Licht und Schatten gesorgt. Insgesamt habe sich die Marktsituation zwar erholt, bestimmte Therapiegebiete seien aber weiterhin von dem veränderten Patientenverhalten belastet gewesen.

Zwischen Juli und September hat der Konzern knapp 12,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das ist ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie Novartis am Dienstag mitteilte. Operativ verdiente Novartis im dritten Quartal 2,4 Milliarden US-Dollar (+2%), während unter dem Strich ein Konzerngewinn von 1,9 Milliarden übrig blieb (-5%). Hier habe sich ein höherer Steuersatz negativ ausgewirkt, so Novartis.

Für Analysten ist allerdings der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn wichtiger. Dieser verbesserte sich im Rahmen der vom Management gesetzten Ziele, übertraf aber den AWP-Konsens der Analysten-Schätzungen. Für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern sein Umsatz-Ziel. Dieser soll zu konstanten Wechselkursen im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. 

Auch der Pharmakonzern Novartis bekommt die Coronakrise zu spüren. 
Bild: Keystone

6.30 Uhr: Harte Mittel um Schulschliessungen vorzubeugen

Angesichts der hohen und noch immer rasch steigenden Ansteckungszahlen in der Schweiz sind drastischere Massnahmen nach Meinung der Genfer Epidemiologin Olivia Keiser unumgänglich. Die Epidemiologin von der Universität Genf fordert die Einführung einer Maskenpflicht in den Schulen, auch für Primarschüler, um so Schulschliessungen zu verhindern. «Ich sehe keine andere Lösung», zitiert der «TagesAnzeiger» Keiser. In verschiedenen asiatischen Länder würde das auch so gehandhabt.

Keiser empfahl überdies gute Lüftungskonzepte in Schulen, um so das Ansteckungsrisiko via Aerosole zu minimieren. Neben den klassischen Hygiene- und Distanzmassnahmen fordert die Epidemiologin auch, wenn immer möglich Distanzunterricht von zu Hause aus zu erlauben – mindestens in Fällen, in denen Risikopersonen im Haushalt leben.

Die Wissenschafterin, die eine führende Position am Institute of Global Health an der Universität Genf innehat, sagte weiter, dass «jetzt sofort die Anzahl Menschen, die zusammenkommen, auf ein Minimum reduziert» werden müsse.

Schüler des Collège Sismondi in Genf tragen Masken. (25. August 2020)
Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi

Keiser und ihre Arbeitsgruppe haben die Wirkung verschiedener Corona-Massnahmen berechnet und bereits Anfang August als nicht von Fachexperten begutachteten Preprint veröffentlicht.

6.05 Uhr: Avenir Suisse kritisiert Coronavirus-Quarantäne

Der Direktor des wirtschaftsnahen Thinktanks Avenir Suisse, Peter Grünenfelder, hat die Coronavirus-Quarantäne von Zehntausenden in der Schweiz kritisiert. Ihre Freiheit werde unverhältnismässig eingeschränkt, sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». «Zugleich breitet sich mit den milliardenschweren Hilfspaketen das süsse Gift des Etatismus immer mehr aus», warnte Grünenfelder zudem. Grünenfelder mahnte überdies vor zu viel staatlichem Handeln gerade während der Coronavirus-Krise und rief liberale Werte in Erinnerung: «Das Liberale ist anstrengend, denn es heisst Wettbewerb, man muss sich täglich einsetzen, man muss eine Extraleistung erbringen.»

Peter Grünenfelder, Direktor der marktliberalen Denkfabrik Avenir Suisse, warnt vor dem «süsse Gift des Etatismus». (Archivbild) 
Bild: Keystone/Gaetan Bally


5.53 Uhr: Reisekonzern Tui offeriert Homeoffice am Meer

Europas grösster Touristikkonzern Tui schafft in der Coronakrise eine Alternative zum Homeoffice in kälteren Regionen Europas. In den Clubs der Premiummarke Robinson würden derzeit wenig nachgefragte Familienzimmer zum Heimarbeitsplatz mit Schreibtisch, Bürostuhl und schnellem Internet umgebaut.

Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. «Die ersten Buchungen liegen bereits vor», sagte Robinson Club-Geschäftsführer Bernd Mäser den Zeitungen der deutschen «Funke Mediengruppe» vom Dienstag.

Den Auftakt würden Clubs in Ländern mit derzeit sehr geringem Coronavirus-Infektionsgeschehen, wie an der portugiesischen Algarve machen, hiess es weiter. Anlagen auf Fuerteventura und in der Türkei sollen folgen. Wie alle Unternehmen der Branche ist auch Tui stark von der Coronavirus-Krise betroffen. Die Auslastung der Robinson-Clubs in Regionen ohne Reisewarnungen sei jedoch gut. «Anders als in den Vorjahren gibt es keine Vollauslastung. Aber wirtschaftlich ist die Lage zufriedenstellend», sagte Mäser weiter. Sobald eine Reisewarnung entfalle, zögen die Buchungen sehr kurzfristig an.

5.18 Uhr: Gastrobranche informiert über Auswirkungen

Die Gastrobranche lädt heute gegen 9.30 Uhr in Zürich zu einer Medienkonferenz ein. Dort soll aufgezeigt werden, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf das Gastgewerbe auswirkt. Vertreter der Branche fordern, dass die Politik wegen der Coronakrise handeln soll. In der Gastronomie und in Ausgehlokalen wurden die Massnahmen vor Kurzem verschärft, so darf die Maske nur abgenommen werden, wenn ein Gast sitzt. Zudem gilt eine Sitzpflicht.

Der Bundesrat schlägt den Kantonen in einem Konsultationsentwurf, der am Wochenende publik geworden war, schärfere Massnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie vor, darunter eine Sperrstunde für Gastro- und Clubbetriebe.



5.23 Uhr: Info über epidemiologische Lage in der Schweiz

Bevor der Bundesrat am Mittwoch voraussichtlich weitere Coronavirus-Massnahmen auf Bundesebene beschliessen wird, geben am heutigen Dienstagnachmittag um 14 Uhr Fachexperten der Behörden Auskunft über die aktuelle epidemiologische und wirtschaftliche Lage in der Schweiz. Am Montag hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 17'440 neue Coronavirus-Ansteckungen über das Wochenende kommuniziert. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Montag 37 neue Todesfälle und 259 Spitaleinweisungen.

Am Vormittag gegen 10 Uhr äussern sich zudem die Wirtschaftsexperten der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zu den Perspektiven des Tourismus, der besonders stark unter der Coronavirus-Pandemie leidet.

5.18 Uhr: 11’409 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut am Dienstag 11’409 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 449’275. Nach RKI-Angaben steigt die Zahl der tödlichen Verläufe um 42 auf 10’095.

Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6868 gelegen. Am Samstag war mit 14’714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie in Deutschland gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10’000. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, hatte laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45) gelegen.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

5.10 Uhr: Wegen Infektionen: Keine Treffen in UN-Zentrale

Mindestens fünf Corona-Infektionen legen das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York vorläufig lahm. Wegen der positiv auf das Virus getesteten Mitarbeiter eines Mitgliedsstaates seien für Dienstag alle persönlichen Treffen diverser Gremien auf dem Gelände am East River abgesagt worden. Das geht aus einem internen Brief des Präsidenten der UN-Vollversammlung, Volkan Bozkir, vom Montag hervor. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Sitzungen würden solange ausgesetzt, bis die Kontaktverfolgung abgeschlossen sei.

Diplomatenkreisen zufolge handelt es sich um einen Ausbruch in der UN-Vertretung Nigers. Das afrikanische Land ist Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, in dem auch Deutschland sitzt. Die letzte Sitzung am Montag hatte das mächtigste UN-Gremium allerdings ohnehin planmässig digital abgehalten. Erst am Dienstag sollte es wieder zu einer Präsenzveranstaltung zusammenkommen.

5 Uhr: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen mit Lockdown

Vor der neuen Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Pandemie rechnen fast zwei Drittel der Deutschen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schliessungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Einer anderen Umfrage zufolge hält gut jeder zweite Deutsche die geltenden Auflagen zur Eindämmung der Pandemie für angemessen. 51 Prozent der Befragten sind im«Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin» dieser Ansicht. Das sind acht Prozentpunkte weniger als zu Monatsbeginn. Für 32 Prozent gehen die aktuell geltenden Einschränkungen nicht weit genug, ein Plus von 5 Prozentpunkten. 15 Prozent halten die derzeitigen Auflagen hingegen für zu weitgehend, das sind vier Prozentpunkte mehr als Anfang Oktober.

Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag gesagt. Allen sei bewusst, «dass dabei jeder Tag zählt».

Das Kanzleramt will nach «Bild»-Informationen bei der Bund-Länder-Runde am Mittwoch wegen der rasant zunehmenden Neuinfektionen für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas jedoch weiter geöffnet bleiben, ausser in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtete die Zeitung am Montagabend. Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut «Bild» will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl fordert bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage einen gut einwöchigen Lockdown in Deutschland. «Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Massnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht», sagte der baden-württembergische Innenminister dem Nachrichtenportal «The Pioneer» (Dienstag). Auf die Frage, ob die Schliessung auch Schulen, Kitas und Geschäfte betreffen würde, sagte Strobl: «Alles heisst alles.» Das bedeute auch Einschränkungen im Grenzverkehr.

4.53 Uhr: Ausschreitungen bei Demos gegen Regeln in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmassnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Strasse, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Zuvor war es bereits am Freitagabend in Neapel und am Samstagabend in Rom zu Gewalt bei Anti-Corona-Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Massnahmen der Regierung.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schliessen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Grossteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Italien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 540’000 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 37’000 Menschen starben bisher in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

3 Uhr: Slowakei will fast das ganze Volk in vier Tagen testen

An den beiden kommenden Wochenenden will die slowakische Regierung fast die gesamte Bevölkerung des Landes auf das Coronavirus testen. Der nationale Corona-Krisenstab habe den Plan abgesegnet, nachdem eine Pilotphase am vergangenen Wochenende erfolgreich verlaufen sei, teilte Regierungschef Igor Matovic am Montagabend mit. Der Gründer der populistisch-konservativen Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLaNO hatte das Vorhaben erst vor einer Woche angekündigt. Vom vergangenen Freitag bis Sonntag waren zunächst vier besonders stark von der Pandemie betroffene Bezirken an der polnischen Grenze getestet worden.

In den beiden nächsten Phasen sollen binnen vier Tagen, jeweils samstags und sonntags, alle über zehn Jahre alten Einwohner im Rest des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Dass die zunächst ebenfalls vorgesehenen Freitage gestrichen wurden, hängt offensichtlich mit einer Personalknappheit zusammen, vor der Gesundheitsexperten gewarnt hatten. An den beiden arbeitsfreien Tagen sei es leichter, genügend Helfer zu finden als am Freitag, erklärte Gesundheitsminister Marek Krajci vor Journalisten.

Noch am Sonntag hatte der für die Organisation verantwortliche Verteidigungsminister Jaroslav Nad nicht ausgeschlossen, dass die Tests von fast fünf Millionen Menschen wegen Personalmangels doch noch abgesagt werden müssten. Matovic erwartete, dass das Projekt beispielgebend für ganz Europa sein könnte. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich im Gespräch mit ihm sehr interessiert gezeigt, berichtete der Regierungschef.

0.11 Uhr: Tschechien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21.00 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab. Die bisherigen Massnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263’572 Corona-Infektionen und 2337 Todesfälle registriert.

Eine weitere Massnahme sieht vor, dass die noch geöffneten Geschäfte wie Supermärkte sonntags schliessen müssen. Bereits seit anderthalb Wochen sind die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen wie den Weg zur Arbeit, Sport und Einkaufen. In Tschechien gilt seit Anfang Oktober der Notstand. Er ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken.

Tschechien mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern ist aktuell besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Innerhalb von 14 Tagen steckten sich nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC 1'284,4 Menschen je 100'000 Einwohner an. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Im gleichen Zeitraum starben 10,2 Menschen je 100’000 Einwohner (Belgien: 4,9; Deutschland: 0,5).

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