Zahl neuer Fälle steigt wieder — Mehr Geld für Covid-19-Impfstoff 

Agenturen/red

11.11.2020

Das BAG meldet am Mittwoch 8270 Neuinfektionen. Die epidemiologische Lage bleibe auf hohem Niveau angespannt, sagt Gesundheitsminister Berset — und stellt mehr Geld für Impfstoffe zur Verfügung. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Für Gesundheitsminister Alain Berset ist die epidemiologische Lage «ermutigend, viel mehr aber nicht». Am Mittwochnachmittag gab er bekannt, der Bundesrat erhöhe den Kredit für die Beschaffung eines Covid-19-Impfstoffs um 100 auf 400 Millionen Franken.

Kurz zuvor, um die Mittagszeit, hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die neusten Zahlen vermeldet, 8270 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Am Dienstag waren es 5980 gewesen.

Die epidemiologische Lage bleibe auf hohem Niveau angespannt, sagte Gesundheitsminister Berset vor den Bundeshausmedien. Die Herausforderung für das Gesundheitswesen, insbesondere die Spitäler, bleibe hoch. Manche Einrichtungen seien am Limit. Der Anstieg der Zahlen verlangsame sich aber.

Die Reproduktionsrate müsse deutlich unter 1 sinken, bevor die Lage sich entspannen könne. «Momentan sind wir etwa bei eins, hundert Personen stecken hundert Personen an», sagte Berset. Er habe den Eindruck, dass die Entwicklung der letzten Tage «ermutigend» sei, «viel mehr aber nicht».

Gesundheitsminister Alain Bersetauf der Medienkonferenz.
KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Höchstwert und zusätzliches Spital

So vermeldete der Kanton Tessin am Mittwoch 482 Neuansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Das ist der höchste registrierte Wert seit Beginn der Pandemie im Frühjahr. Und wie schon in der ersten Corona-Welle, schafft der Kanton Luzern auch jetzt in Nottwil ein zusätzliches Corona-Spital.

Für einen Covid-19-Impfstoff setze der Bund auf mehrere Hersteller, sagte Berset. Eine «verbindliche Reservierung» für rund drei Millionen Impfdosen gebe es mit Biontech/Pfizer. Mit zwei weiteren Herstellern hat der Bund bereits Verträge abgeschlossen. Im August sicherte er sich 4,5 Millionen Impfdosen von Moderna und Mitte Oktober bis zu 5,3 Millionen Dosen von Astrazeneca.

Wann ein Impfstoff zur Verfügung steht, könne heute noch nicht gesagt werden, betonte Berset. Er hoffe sehr, dass dies nächstes Jahr der Fall sein werde. Das BAG geht indes davon aus, dass im ersten Halbjahr 2021 erste Impfungen in der Schweiz durchgeführt werden können.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die zweite Welle trifft den Flughafen Zürich schwer. Im Oktober sind die Passagierzahlen weiter gesunken.
  • Italien hat mit knapp 33'000 Neuinfektionen die Marke von einer Million bestätigter Corona-Fälle überschritten
  • Der Bundesrat erhöht den Kredit für den Kauf möglicher Covid-19-Impfstoffe um 100 Millionen auf neu 400 Millionen Franken.
  • Das BAG meldet 8'270 Corona-Neuinfektionen bei 32‘558 Tests an einem Tag. Das entspricht einer Positivitätsrate von 25,4 Prozent. 86 Personen sind an Covid-19 gestorben, 304 wurden hospitalisiert. 
  • 136'325 neue Ansteckungen an einem Tag – in den USA ist wieder zu einem Rekordwert gekommen.
  • Laut einer US-Studie infizieren sich die meisten Menschen an sogenannten Superspreader-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés mit dem Coronavirus. 
  • Die EU-Kommission will am Mittwoch den Weg für den Kauf von bis zu 300 Millionen Einheiten des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer frei machen.

21.44 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch.

21.25 Uhr: Kein Alkohol mehr in schwedischen Lokalen nach 22.00 Uhr

Schwedens Regierung will wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen den Verkauf von Alkohol in Gaststätten nach 22.00 Uhr verbieten. Bars und Kneipen müssen eine halbe Stunde später zudem schliessen. Das kündigte Ministerpräsident Stefan Löfven an. «Alle Indikatoren zeigen in die falsche Richtung», sagte er auf einer Pressekonferenz. Das Verbot soll am 20. November in Kraft treten und bis Ende Februar andauern. In Stockholm verboten die Behörden Besuche in Altenheimen, um Übertragungen einzudämmen.

Schweden hat mit seinem Sonderweg in der Coronakrise international Schlagzeilen gemacht. Dort gibt es im Ländervergleich weniger Einschränkungen: Restaurants und Kneipen dürfen die Bürger dort weiterhin besuchen, allerdings mit maximal acht Personen am selben Tisch. Darüber hinaus gelten in vielen Regionen des Landes eindringliche Empfehlungen, Kontakte, den Nahverkehr und Veranstaltungen zu vermeiden. Das Land setzt vor allem auf die Vernunft jedes Einzelnen.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen in Schweden stark angestiegen. Seit Beginn der Pandemie hat die Gesundheitsbehörde insgesamt 166'700 Infektionen und 6082 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Schweden hat gut zehn Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland, das mehr als achtmal so viele Einwohner hat, zählte das Robert Koch-Institut bislang 11'767 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

20.59 Uhr: Südafrikas Präsident: Impfserum gegen Covid-19 wird am Kap produziert

Im Kampf gegen das Coronavirus wird Südafrika ein Produktionsstandort für ein neues Impfserum. Der Pharmakonzern Johnson & Johnson habe ein entsprechendes Abkommen mit der südafrikanischen Aspen Pharmacare geschlossen, gab Präsident Cyril Ramaphosa in einer TV-Rede an die Nation bekannt. Es gebe einen weiteren Pharmakonzern, der ebenfalls an einem solchen Serum arbeite und in Südafrika produzieren wolle. Afrika allein dürfte nach Schätzungen rund 750 Millionen Dosen des Impfserums benötigen, im Gesamtwert von 12 Milliarden Dollar (rund 11 Mrd Franken).

Der Kap-Staat werde sich wieder dem internationalen Tourismus öffnen und auch alle Restriktionen beim Alkoholverkauf aufheben, kündigte Ramaphosa zudem an. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in der mit Niedersachsen partnerschaftlich verbundenen Ostkap-Provinz warnte er jedoch vor einer nachlassenden Sorgfalt der Bevölkerung und verlängerte den nationalen Ausnahmezustand vorerst bis zum 15. Dezember. Auch wenn im Sommer der Süd-Halbkugel landesweit die nationalen Infektionszahlen weiter sänken, bestehe kein Grund zur Nachlässigkeit, warnte er.

In Südafrika wurden bisher 742'394 Corona-Fälle bestätigt, von denen 92 Prozent sich wieder erholten. Knapp 20 011 Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf Südafrikas Wirtschaft.

20.34 Uhr: BAG blockiert Twitter-Nutzer

Einige Nutzer haben offenbar keinen Zugriff mehr auf das Twitter-Konto des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Einem Bericht von «20 Minuten» zufolge können inzwischen «knapp 60 User» keine Kommentare mehr hinterlassen.

Demnach habe Daniel Dauwalder, Mediensprecher des Eidgenössischen Departements des Innern, bestätigt, dass das BAG seit März 57 Abonnenten von insgesamt 106’000 blockiert habe — wegen Verstössen gegen die Social-Media-Regeln des BAG. Es bestehe jedoch die Möglichkeit «Entblockung», die beantragt werden müsse.

20.18 Uhr: Spanien verlangt künftig PCR-Test von Einreisenden aus Risikogebieten

Einreisende aus Corona-Risikogebieten werden in Spanien ab dem 23. November einen negativen PCR-Test vorweisen müssen. Der Test dürfe nicht älter als 72 Stunden sein, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Die Einstufung eines Herkunftslandes oder einer Region als Risikogebiet werde anhand der EU-Verordnung 2020/1475 vom 13. Oktober vorgenommen, heisst es in der Mitteilung.

Unklar blieb zunächst, ob die Ausweisung als Risikogebiet regional oder landesweit vorgenommen werden soll. Die Zeitung «El País» schrieb unter Berufung auf Sprecher des Ministeriums, von der Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests bei der Einreise würden in der EU und im Schengen-Raum nur die Bürger von Norwegen, Finnland und Griechenland ausgenommen werden.

Im Falle von Drittländern will Spanien unterdessen in erster Linie die jeweilige 14-Tage-Inzidenz — die Zahl der Infektionen je 100'000 Einwohner binnen 14 Tagen — zur Bewertung heranziehen.

Reiseagenturen und Transportunternehmen müssten die Touristen schon beim Ticketverkauf über die neuen Auflagen informieren, hiess es. Das Ergebnis des Corona-Tests müsse auf Spanisch oder Englisch verfasst sein und könne sowohl in Papierform als auch digital vorgelegt werden. Zudem müsse das Testergebnis in dem Formular angegeben werden, das Spanien-Besucher bereits seit einigen Monaten vor der Einreise ausfüllen müssen.

Die neue Regelung ergänzt nach Angaben des Ministeriums die bereits bestehenden Kontrollen und Auflagen. Beibehalten werde unter anderem die Temperaturkontrolle, der alle Einreisenden aus dem Ausland ausnahmslos unterzogen werden. Eine Quarantäne-Pflicht für Besucher gibt es in Spanien aber weiterhin nicht.

20.03 Uhr: Hugh Grant spricht über Corona-Erkrankung: «sehr seltsames» Syndrom

Der britische Star Hugh Grant (60, «Notting Hill», «Bridget Jones») und seine Ehefrau Anna Eberstein waren nach Angaben des Schauspielers mit dem Coronavirus infiziert. Es habe im Februar mit einem «sehr seltsamen» Syndrom begonnen, erzählte Grant in der «Late Show with Stephen Colbert» per Videoschalte aus London im US-Fernsehen.

Grant berichtete über «schreckliche Schweissausbrüche», die wirklich «peinlich» gewesen seien. Seine Augäpfel hätten sich «drei Nummern zu gross» angefühlt, dazu das Gefühl, als ob ein «riesiger Mann, jemand wie Harvey Weinstein», auf seiner Brust sitzen würde, sagte er mit Blick auf den inzwischen wegen Sexualverbrechen verurteilten Hollywood-Mogul. Als er auch noch seinen Geruchssinn verloren habe, sei er «panisch» geworden. Er habe an Blumen und an Mülleimern gerochen und sich das Parfüm seiner Frau ins Gesicht gesprüht, aber nichts riechen können, sagte Grant mit einem Augenzwinkern.

19.25 Uhr: Fast 600 neue Todesfälle in Grossbritannien

In Grossbritannien sind innerhalb eines Tages knapp 600 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Insgesamt überstieg die Zahl der Infektionen die Schwelle von 1,25 Millionen seit Beginn der Pandemie, wie aus den aktuellsten Angaben der Regierung hervorgeht. Diese zählen nun auch mehr als 50'000 Todesfälle.

Aufgrund unterschiedlicher Zählweisen kommt das nationale Statistikamt jedoch bereits auf mehr als 65'000 Corona-Tote. Das Amt zählt die Fälle, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein vermerkt ist — die andere Zahl bezieht sich auf zuvor positiv auf SarS-Cov2 getestete Fälle. Fakt ist jedoch bei beiden Zählweisen: Grossbritannien bleibt in Bezug auf die absolute Zahl der Todesfälle das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa.

19.16 Uhr: Sassoli: Hunderte Corona-Fälle im EU-Parlament

Im EU-Parlament hat es in den vergangenen Wochen hunderte Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. «Zwischen Abgeordneten, Mitarbeitern und Personal des Parlaments — allein am vorletzten Wochenende hatten wir 171 Ansteckungen», sagte Parlamentspräsident David Sassoli in Brüssel. Vor diesem Hintergrund verteidigte er die weitgehenden Einschränkungen des Parlamentsbetriebs.

Die europäische Volksvertretung hatte ihre Aktivität wegen der zweiten Corona-Welle seit Mitte Oktober erneut heruntergefahren. Die geplanten Plenarsitzungen in Strassburg wurden abgesagt und stattdessen in deutlich reduziertem Umfang in Brüssel abgehalten. Abgeordneten wurde abgeraten, nach Brüssel zu reisen. Für Wortmeldungen während der Plenarsitzung sollten sie stattdessen von den Verbindungsbüros in den Mitgliedstaaten aus per Video zugeschaltet werden.

Ende Oktober griff die Verwaltung zusätzlich zu einem finanziellen Instrument: Sie schloss das zentrale Anwesenheitsregister, in dem sich die Abgeordneten vor Ort im Parlament eintragen müssen, um eine ihnen zustehende Tagespauschale von 323 Euro zu erhalten. Wenn sie sich nicht eintragen können, erhalten sie kein Geld und haben deshalb auch keinen Anreiz, trotz allem nach Brüssel zu kommen.

Sassoli verteidigte die Schliessung des Anwesenheitsregisters als notwendige Massnahme und verwies auf die hohen Ansteckungszahlen. Der Betrieb müsse reduziert werden, «andernfalls droht eine vollständige Schliessung des Parlaments», warnte der Italiener. Das Präsidium habe deshalb einstimmig diese Entscheidung getroffen, die natürlich auch wieder rückgängig gemacht werden könne. Vorerst gilt der Beschluss bis Ende November.

Zur Gesamtzahl der internen Corona-Ansteckungen erklärte eine Parlamentssprecherin, keine Angaben machen zu können. Die Ende Oktober festgestellten 171 Fälle seien «das Ergebnis bedeutender Bemühungen zur Rückverfolgung von Kontakten, um interne Übertragungsketten zu vermeiden». Die Mehrheit der positiven Fälle ist demnach asymptomatisch. Zuletzt sei die Zahl der erwiesenen Ansteckungen wieder rückläufig.

18.53 Uhr: Zahl der Corona-Todesfälle steigt in Portugal massiv

Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist in Portugal stark gestiegen. Binnen eines Tages seien 82 Menschen gestorben, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert gewesen seien, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Die bisher höchsten Werte waren erst am Montag und Dienstag mit jeweils 63 und 62 Toten verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung kletterte in dem 10,3-Millionen-Einwohner-Land auf 3103.

Portugal, das im Frühjahr vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen war, meldete zudem 4935 Neuinfektionen. Damit kletterte die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie nachgewiesenen Infektionen insgesamt auf gut 192'000. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 611,1 je 100'000 Einwohner mit dem Virus an. Vor etwa drei Wochen lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz in Portugal noch bei 200.

In einigen europäischen Ländern lag dieser Wert allerdings deutlich höher - allen voran in der Tschechische Republik, die auf 1369,5 kam. In Deutschland lag er unterdessen bei 290,8 bei 98,7.

Wegen der rapide steigenden Zahlen hatte die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten António Costa am Montag zum ersten Mal seit Anfang Mai wieder den Corona-Notstand ausgerufen. Er soll zunächst zwei Wochen lang in Kraft bleiben. In weiten Teilen des Landes, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und in der nördlichen Metropole Porto herrschen vorerst bis zum 23. Mai unter anderem strenge Ausgangsbeschränkungen. Die vor allem von Bar- und Restaurantbetreibern geforderten Lockerungen schloss Costa am Mittwoch aus: «Untersuchungen zeigen uns, dass 68 Prozent aller Ansteckungen bei familiären und sozialen Treffen erfolgen.»

18.22 Uhr: Flughafen Zürich leidet schwer unter zweiter Coronawelle

Der Betrieb am Flughafen Zürich ist von der zweiten Coronawelle erfasst worden. Nachdem die Passagierzahlen bereits im September gesunken waren, nahmen sie im Oktober weiter ab.

Im Oktober flogen 468'616 Passagiere über den Flughafen Zürich, wie die Flughafenbetreiberin mitteilte. Das waren 84 Prozent weniger als im Oktober des letzten Jahres. Im Vergleich zum September lag das Minus bei gut 9 Prozent.

Nachdem sich die Flugreisen in den Sommermonaten vom Corona-Schock vom Frühling etwas erholt haben, hätten die steigenden Corona-Fallzahlen, Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen die Erholung in den vergangenen Monaten ins Stocken gebracht, schreibt der Flughafen.

Der Flughafen Zürich leidet schwer unter der zweiten Coronawelle
KEYSTONE/ALEXANDRA WEY (Archivbild)

Nun wird die erwartete Entwicklung im Gesamtjahr nach unten geschraubt. Auch die Erwartungen für die kommenden Wintermonate lägen tiefer, heisst es. Neu wird für 2020 daher noch mit 8 bis 9 Millionen Passagieren gerechnet nach 31,5 Millionen im Jahr 2019. Dies wäre ein Rückgang von über 70 Prozent, nachdem die Flughafenbetreiberin im April noch von einer Halbierung ausgegangen war.

Mittelfristig bleibt man am Flughafen Zürich aber optimistisch: Der Flughafen könne als wichtiges Drehkreuz für die Schweiz in den kommenden Jahre wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren.

18.17 Uhr: Mehr als eine Million registrierte Corona-Fälle in Italien

Italien hat die Schwelle von einer Million registrierter Corona-Fälle überschritten und einen neuen Höchstwert bei der Zahl der mit dem Coronavirus Gestorbenen erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 623 Menschen mit Sars-CoV-2. In dieser Zeit wurden knapp 33'000 Corona-Neuinfektionen gemeldet, was die Gesamtzahl auf rund 1,028 Millionen Fälle steigen liess.

Bereits am Dienstag war die Zahl der Covid-19-Opfer mit 580 innerhalb eines Tages so hoch wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Insgesamt starben in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern damit knapp 43'000 Menschen mit dem Virus.

Die Regierung in Rom hatte im Kampf gegen die Pandemie das Land in drei Risikozonen eingeteilt und die Massnahmen in einigen Regionen am Dienstag weiter verschärft. Zu den vier bereits bestehenden Roten Zonen mit den strengsten Regelungen war Bozen-Südtirol hinzugekommen. In die mittlere Risikozone (orange) wurden die Toskana, Basilikata, Ligurien im Nordwesten, Umbrien in Mittelitalien und die Abruzzen aufgenommen. Damit bestehen für mehr als die Hälfte der 20 italienischen Regionen strenge Ausgangsbeschränkungen.

18.09 Uhr: Deutschland stellt Geld für inländische Produktion von Schnelltests in Aussicht

Die deutsche Bundesregierung will die Produktion von Corona-Schnelltests im Inland finanziell fördern. Dies beschloss das Bundeskabinett, wie die Ministerien für Gesundheit uns Wirtschaft gemeinsam mitteilten. Die beiden Ressorts wollen demnach «zeitnah» eine entsprechende Förderrichtlinie formulieren. Es geht um bis zu 200 Millionen Euro (rund 216 Millionen Franken).

«Bei Schnelltests muss sich das deutsche Gesundheitswesen auf die heimische Wirtschaft verlassen könne»", erklärte der derutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. «In einem so sensiblen Bereich wie Gesundheit brauchen wir mehr Unabhängigkeit vom asiatischen Markt.»

«Wir müssen davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Antigen-Tests weiter erheblich steigt», erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Mit dem Förderprogramm würden «Investitionen in innovative Anlagen und Produkte» unterstützt, um «wettbewerbsfähige Produktionen von Antigen-Tests» in Deutschland aufzubauen. «So tragen wir zur erfolgreichen Bekämpfung der Corona-Pandemie bei, sichern Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland und werden insgesamt unabhängiger von Lieferketten», erklärte Altmaier.

Die Antigen-Tests liefern ein Ergebnis bereits nach etwa 15 Minuten und müssen nicht im Labor ausgewertet werden. Spahn hat angekündigt, dass sie verstärkt zum Einsatz kommen sollen — zunächst vor allem in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen.

17.39 Uhr: Merkel ermahnt zur Einhaltung der Corona-Regeln

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass die nächsten Monate noch stark von der Corona-Pandemie geprägt sein werden. Wie es vor rund einhundert Jahren bei der Spanischen Grippe der Fall gewesen sei, «muss man jetzt davon ausgehen, dass die zweite Welle härter ist», sagte sie am Mittwoch bei der Entgegennahme des Jahresgutachtens der Wirtschaftsweisen. «Sie fällt vor allen Dingen in eine schlechtere Jahreszeit, nämlich in die Wintermonate. Das heisst, dass sie uns noch den ganzen Winter über beschäftigen wird.»

Es gebe zwar jetzt «positive Botschaften bezüglich der Entwicklung von Impfstoffen», sagte Merkel. Doch dies werde sich in den  Wintermonaten «noch nicht in gravierendem Masse niederschlagen». Das bedeute, «dass wir unsere Vorsichtsmassnahmen noch weiter einhalten müssen werden», mahnte die Kanzlerin.

17.12 Uhr: Schweizer Hausärzte fordern mehr Mitsprache

Die Vereinigungen Ärztenetze mediX und mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz wünschen, dass sie von offiziellen Stellen konsequent in die Planung und Umsetzung von Massnahmen zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie miteinbezogen werden. Für die meisten Patienten seien sie nämlich die erste Anlaufstelle.

Haus- und Kinderärzte stünden am Anfang und am Ende der Betreuungskette bei der Bewältigung von Infektionskrankheiten. Sie würden entscheiden, wer eine stationäre Behandlung benötige, und betreuten die Patienten nach der Spitalentlassung weiter, heisst es in einem Positionspapier der beiden Vereinigungen, das am Mittwoch in der "Schweizerischen Ärztezeitung" veröffentlicht wurde.

Im Gegensatz zu reinen Testzentren könnten erkrankte Patienten in den Hausarztpraxen breiter abgeklärt, diagnostiziert und gezielt behandelt werden. Gegenüber Spitalambulatorien arbeiteten die Praxen mit einem geringeren Aufwand und Einsatz der Mittel. MediX schweiz und mfe empfehlen daher, Haus- und Kinderärzte auf allen Stufen in die Pandemie-Planung einzubeziehen.

Der Blutdruck ist elementar wichtig für die Gesundheit – zu hoch darf er nicht sein. Zu niedrig übrigens auch nicht.
Schweizer Ärztevereinigungen fordern mehr Mitspracherecht bei der Corona-Bekämpfung. (Symbolbild)
Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Empfohlen wird zudem, dass die Kantonsärzte für die ambulante Praxis in Absprache mit kantonalen und nationalen Behörden eine einheitliche Umsetzung des Pandemie-Konzepts vorlegen und sich überkantonal koordinieren. Die niedergelassenen Ärzte sollten vor Inkraftsetzung informiert und wo nötig in die Erarbeitung miteinbezogen werden.

In einer ersten Welle seien von kantonalen Stellen rigorose Isolationsvorschriften für die Alters- und Pflegeheimpatienten angeordnet worden, heisst es in dem Papier. In Zukunft müssten jedoch die Besuchsrechte aufgrund der gemachten Beobachtungen differenzierter und individuell abgestützt gestaltet werden. Hausärzte und Heimärzte sollten auch hier bei Entscheiden konsultiert werden.

16.46 Uhr: Lettland mit Höchststand bei Neuinfektionen

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Mittwoch mit 453 Fällen binnen 24 Stunden einen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga stiegen die seit Beginn der Pandemie im Frühjahr erfassten Fälle in dem baltischen EU-Land damit auf 8848.

Insgesamt starben nach offiziellen Daten bisher 105 Menschen in Verbindung mit dem Virus. In dem Baltenstaat lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen bei 182,4.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsrate. Die Regierung in Riga hatte deshalb zum zweiten Mal den Notstand ausgerufen. Seit Montag an gilt in Lettland ein rund einmonatiger Ausnahmezustand bis zum 6. Dezember, durch den wie bereits im Frühjahr das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt werden.

16.21 Uhr: Lagarde: EZB wird auch in der zweiten Corona-Welle da sein

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat angesichts der zweiten Corona-Welle ein eher düsteres Bild der wirtschaftlichen Aussichten gezeichnet. «Wir sehen einen starken Wiederanstieg des Virus und das hat zu einer neuen Dynamik geführt», sagte Europas oberste Währungshüterin am Mittwoch in Frankfurt bei einer Notenbankkonferenz. Die wirtschaftliche Erholung könnte eher holprig ausfallen.

Zwar gebe es ermutigende Nachrichten zu einem Impfstoff, aber wiederkehrende Zyklen mit steigenden Infektionszahlen und Beschränkungen des öffentlichen Lebens seien nicht auszuschliessen bis eine weit verbreitete Immunität erreicht sei. Die Lücke bis die Impfung weit fortgeschritten sei, müsse gefüllt werden.

Es müsse sichergestellt werden, dass der aussergewöhnliche Konjunktureinbruch infolge der Pandemie nicht in eine klassische Rezession münde. «Selbst wenn sich die zweite Welle des Virus sich als weniger heftig erweist als die erste, stellt sie keine geringere Gefahr für die Wirtschaft dar», sagte die Französin. «Die EZB war in der erste Welle da und wird auch in der zweiten Welle da sein», betonte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB).

La zona euro soffre ancora, secondo la presidente della Bce Christine Lagarde.
Von einer schnellen wirtschaftlichen Erholung geht EZB-Chefin Christine Lagarde angesichts der steigenden Infektionszahlen während der zweiten Corona-Welle nicht aus.
Bild: EPA

Die EZB hat bereits angedeutet, angesichts der Verschärfung der Corona-Krise weitere Notfallmassnahmen vorzubereiten. Sie will dabei alle ihre Instrumente und deren Wirkung unter die Lupe nehmen. Es gehe darum, den «bestmöglichen Mix» zu finden, um der Lage gerecht werde, hatte Lagarde nach der turnusmässigen Sitzung des EZB-Rates Ende Oktober gesagt.

Die EZB hat in der Pandemie unter anderem ein milliardenschweres Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen aufgelegt. Bislang sind dafür 1,35 Billionen Euro bis mindestens Ende Juni 2021 veranschlagt. Die Wertpapierkäufe helfen Staaten wie Unternehmen: Sie müssen nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als grosser Käufer der Papiere am Markt auftritt.

16.01 Uhr: Deutsche Regierung sieht Corona-Welle noch nicht gebrochen

Fünf Tage vor neuen Beratungen von Bund und Ländern zu den Corona-Massnahmen in Deutschland gibt Berlin keine Entwarnung. «Wir sehen jetzt eine positive Tendenz, aber ob das jetzt der Wellenbrecher war, wird sich noch zeigen müssen», sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch.

Die seit Anfang vergangener Woche geltenden Verbote etwa von Restaurantbesuchen und touristischen Übernachtungen haben demnach aus Sicht der Regierung noch nicht zum erwünschten Rückgang der Infektionszahlen geführt.

Am nächsten Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über die Corona-Lage beraten. Nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden innerhalb von 24 Stunden deutschlandweit 18'487 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 3155 Fälle mehr als am Dienstag. Auch im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche ist der Wert höher.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich am Montag erneut mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer zur Beratung.
Bild: Keystone/dpa-Pool/Kay Nietfeld

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, er hoffe, dass Deutschland um Weihnachten und den Jahreswechsel herum «in einer epidemiologisch besseren Situation" sei. "Und das geht nur mit Disziplin», fügte er hinzu.

Derzeit müssen immer mehr Kinder an den Schulen in Deutschland in Quarantäne müssten, sei der Entwicklung geschuldet, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Sie warb für eine positive Sichtweise. Man habe es geschafft, bis hierhin die Schulen offen zu halten. Stand heute sei zunächst einmal zu hoffen, dass sich die Infektionszahlen stabilisieren, sagte sie mit Blick auf die Frage, ob ein Schul-Lockdown bevorsteht.

15.50 Uhr: Slowakische Regierung verlängert Notstand

Die slowakische Regierung hat in der Corona-Krise den seit Oktober geltenden Notstand bis zum 29. Dezember verlängert. Die unabhängig davon geltende Ausgangssperre soll dagegen nach derzeitiger Planung nicht verlängert werden. Bislang ist vorgesehen, dass schon Ende dieser Woche das Verbot ausläuft, ohne negativen Corona-Test die eigene Wohnung zu verlassen. Dies bleibe unverändert, erklärte Justizministerin Maria Kolikova nach einer Regierungssitzung am Mittwoch.

In einer international beispiellosen Aktion hatte die Slowakei an den vergangenen beiden Wochenenden fast alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. Wer keinen negativen Test vorweisen kann, darf seither nicht einmal zur Arbeit gehen. Geschäfte wurden zwar nicht behördlich geschlossen, dürfen aber nur Kunden einlassen, die einen negativen Test vorweisen können. Die Schulen sind landesweit nur für Kinder bis zehn Jahren geöffnet.

Die Slowakei war von der ersten Corona-Welle im Frühjahr kaum betroffen gewesen. Seit Herbst stiegen die Infektionen aber rasch. Bis Mittwoch bestätigten die slowakischen Gesundheitsbehörden 79'181 Fälle seit Ausbruch der Pandemie für das 5,5 Millionen Einwohner zählende Land. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in der Slowakei binnen 14 Tagen bei 570,0.

15.25 Uhr: Impfung bringt kein schnelles Massnahmen-Ende

Der Bund hofft zwar, dass mögliche Impfstoffe schon im ersten Quartal 2021 verfügbar seien. Noch gebe es aber kein Produkt, das zugelassen wäre. Die getroffenen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie würden aber weiterhin in Kraft bleiben, stellt Berset klar. Das Virus sei in der Bevölkerung weit verbreitet, da werde der Impfstoff nicht innert weniger Monate etwas ändern können. Man dürfe nicht unterschätzen, dass die Impfung von erheblichen Teilen der Bevölkerung lange dauern werde.

Mit dieser Information endet die Medienkonferenz des Bundesrats. Wir danken für die Aufmerksamkeit. Die nächste Medieninformation auf Bundesebene wird bereits morgen Donnerstag um 14 Uhr stattfinden; dann informieren wieder die Fachexperten des Bundes zur aktuellen Lage.

15.20 Uhr: «Keine Abstriche bei Sicherheit und Wirksamkeit»

Claus Bolte von Swissmedic gibt Auskunft, wie genau der Test der Impfstoffkandidaten abläuft: Es handle sich hier um ein rollendes Verfahren, das eine hohe Geschwindigkeit der Überprüfung erlaube. Die Kriterien für eine Zulassung seien hierbei aber dieselben, was Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität angehe. Man wende dieses Rollende Verfahren normalerweise nicht an, weil es sehr aufwendig und damit teuer sei.

Nora Kronig vom BAG äussert sich anschliessend noch zu den Kriterien, die bei Verhandlungen mit Impfstoff-Herstellern gelten: Dazu zähle etwa die Frage, ob die Entwicklung in der Forschung stimme – und ob das Unternehmen auch die Produktion sicherstellen könne. Solche Aspekte seien entscheidender als preisliche Fragen.

15.16 Uhr: Pfizer/Biontech – geht es nur noch ums Geld?

Nochmals geht es um Pfizer/Biontech: Muss nur noch der Preis geklärt werden? Man äussere sich dazu nicht im Detail, erklärt Nore Kronig, auch mit Blick auf die internationale Konkurrenz. Generell seien in solchen Verhandlungen aber Fragen zu Volumen, Lieferungsdaten, Preisen und rechtlichen Aspekten zu klären.

15.11 Uhr: Verhandlungen mit Pfizer/Biontech weit fortgeschritten

Nun geht es um die Verhandlungen mit Pfizer/Biontech: Nora Kronig vom BAG ergänzt, dass es üblich sei, erst eine bindende Reservierung abzuschliessen. Diese wandle sich dann in einen definitiven Vertrag um. Bei den Gesprächen mit Pfizer/Biontech seien noch die Details zu klären, die Verhandlungen seien aber weit fortgeschritten. «Das Tempo ist dieses Mal sehr schnell.»



15.10 Uhr: Ausgleich zwischen Spitälern funktioniert

In der vergangenen Woche hat der Bundesrat eindinglich von den Kantonen gefordert, auf Wahleingriffe zu verzichten. Nun funktioniere das System gut, sagt Berset – auch wenn Patienten teils in andere Spitäler verlegt werden müssten.

15.04 Uhr: Wie tief muss der Reproduktionswert sinken?

Das Ziel sei, den R-Wert auf 0,7 zu senken – bis wann? Und was werde der Bundesrat unternehmen, wenn dies nicht erreicht wird? Berset präzisiert, dass dies nur eine ungefähre Zielvorgabe sei. Aber generell gehe es darum, die Fallzahlen deutlich zu senken.

15 Uhr: Erst den Impfstoff beschaffen…

Wie man die Bevölkerung überzeugen werde, sich in ausreichendem Masse impfen zu lassen, werde man später ansehen, sagt Berset. Zunächst gehe es darum, sich genug Impfstoff zu sichern.

14.57 Uhr: Fragen der Logistik

Bei der Beschaffung eines Impfstofs spiele auch die Logistik eine Rolle – gewisse Mittel müssen mit speziellen Kühlschränken gekühlt werden. Wie gehe die Organisation diesbezüglich voran? Man sei seit Monaten an diesem Problem dran, sagt Berset, und es sei eine grosse Herausforderung. Die Armee sei hierbei federführend, erklärt Nore Kronig vom BAG. Die zentrale Lieferung und Verteilung werde wohl Sache der Armee bleiben, die dann die Verteilung an die Kantone organisieren werde.

14.55 Uhr: Impfstrategien sind in Arbeit

Der Bundesrat verfügt bereits über Strategien, wie allenfalls verfügbare Impfstoffe verteilt würden, antwortet Berset auf die Frage einer Journalistin. Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit ergänzt, dass die genaue Strategie dann vom effektiv verfügbaren Produkt abhänge, da diese jeweils unterschiedliche Anforderungen hätten. Nora Kronig, Leiterin Abteilung Internationales im BAG, ergänzt, dass derzeit noch vieles Unklar sei zum Einsatz der Impfstoffe, da die Präparate noch in der Entwicklung seien.

14.45 Uhr: Schon zehn Millionen Impfdosen gesichert

Die Schweiz hat bisher zehn Millionen Impfstoffdosen reserviert, und zwar von den Herstellern Moderna und AstraZeneca, wie Berset sagt. Das sei ja bereits bekannt. Mit den Herstellern Biontech und Pfizer habe man bereits Reservationsverträge abgeschlossen, so der Bundesrat. Berset betont, dass weiterhin keine Impfpflicht vorgesehen sei. Die Landesregierung hoffe aber, dass sich möglichst viel Menschen gegen das SARS-CoV-2-Virus impfen liessen.

Derzeit prüften die Behörden die für eine spätere Zulassung nötigen Unterlagen. Noch lasse sich aber nicht sagen, wann welcher Impfstoff dann auch tatsächlich verfügbar sein werde. Der Bundesrat rechne aber damit, dass im kommenden Jahr eine Impfung verfügbar sei – genauer will sich Berset nicht äussern. Man sei derzeit mit etlichen Herstellern in Verhandlung, um nicht nur auf einen einzelnen Impfstoff zu setzen.

14.40 Uhr: Keine weiteren Massnahmen vom Bund

Nun geht es zum Hauptthema der Medienkonferenz. Berset äussert sich vorab zur derzeitigen epidemiologischen Lage. Die Fallzahlen seien weiterhin am Steigen, doch habe sich die Zunahme etwas gebremst – und zwar in allen Regionen und Altersschichten. Der Reproduktionswert bewege sich derzeit um den Wert von 1 – das bedeutet, dass jeder Erkrankte ungefähr eine weitere Person ansteckt. Die Epidemie wird erst abflauen, wenn dieser Wert deutlich unter 1 sinkt.

Die Situation auf den Intensivstationen sei weiterhin angespannt. Einige der Regionen der Schweiz gehörten immer noch zu den am stärksten betroffenen Gebiete Europas, so der Gesundheitsminister. Die aktuelle Situation sei aber nicht vergleichbar mit jener vom Frühling. Jetzt seien die Spitäler gut vorbereitet, einzig das Personal fehle. Derzeit treffe man auf Bundesebene keine weiteren Massnahmen, stellt Bundesrat klar.

Man behalte die getroffenen Massnahmen bei. Eine Lockerung sei erst denkbar, wenn der Reproduktionswert unter 0,7 bis 0,8 liege und das Contact-Tracing wieder lückenlos funktioniere, sagt Berset.

14.35 Uhr: Zum Auftakt Nicht-Corona-News

Zuerst geht es um die Entscheide, die der Bundesrat abseits der Corona-Pandemie getroffen hat. Thema waren dabei allem voran die bilateralen Beziehungen zur EU und insbesondere das Rahmenabkommen, um das seit geraumer Zeit verhandelt wird. Bundesratssprecher Simonazzi sagt, dass die Positionen des Bundesrats zu dem Thema nicht publik gemacht würden.

14.30 Uhr: 100 Millionen zusätzlich für Impfstoffkauf

Der Bundesrat erhöht den Kredit für den Kauf möglicher Covid-19-Impfstoffe um 100 Millionen auf neu 400 Millionen Franken. 

14.05 Uhr: Bundesrat Berset informiert

Um 14.30 Uhr wird Alain Berset in Bern vor die Medien treten und über den aktuellen Stand bei den Massnahmen gegen die Corona-Pandemie. «blue News» wird die Medienkonferenz hier im Ticker streamen und begleiten.

13.38 Uhr: Russischer Staatsfonds: Corona-Impfstoff mit hoher Wirksamkeit

Der von Russland entwickelte Corona-Impfstoff «Sputnik V» ist nach vorläufigen Ergebnissen aus Moskau zu 92 Prozent wirksam. Das teilte der staatliche Direktinvestmentfonds am Mittwoch mit, der das Vakzin mitfinanziert und im Ausland vermarktet. Die Berechnung basiere auf 20 bestätigten Coronafällen unter 16'000 Menschen, die entweder mit dem Serum geimpft worden seien oder ein Placebo erhalten hätten. Das sind vergleichsweise wenig Fälle, um eine Wirksamkeit zu bestimmen.

Die Testpersonen haben bislang in der wichtigen Test-Phase III die erste und zweite Dosis der Impfung erhalten. Sie besteht aus zwei Teilen: Nach der ersten Spritze bekommen die Freiwilligen nach 21 Tagen eine zweite. «Sputnik V» war Mitte August bereits nach Abschluss der Testphase II freigegeben worden. Das war ein unübliches Vorgehen, internationale Wissenschaftler hatten Bedenken.

Daten zur Phase III-Studie sollen nach dem Abschluss der klinischen Tests publiziert werden. Eine Veröffentlichung zu einer früheren Studienphase zu dem Impfstoff wurde von internationalen Experten angezweifelt, russische Forscher wiesen die Vorwürfe zurück.

Derzeit nehmen dem Fonds zufolge insgesamt 40'000 Freiwillige an der Studie teil, um herauszufinden, wie wirksam das Vakzin ist und welche Nebenwirkungen auftreten. Neben Russland wird «Sputnik V» auch in Belarus, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela getestet.

Ein Mediziner an der Uni Köln geht davon aus, dass es rund tausend Arbeitstage – also vier Jahre – dauern würde, rund 60 Millionen Menschen in Deutschland zu impfen.
Der russische Impfstoff «Sputnik V» ist laut Angaben aus Moskau zu 92 Prozent wirksam. (Symbolbild)
Bild: Friso Gentsch/dpa

Die Nachricht über die Wirksamkeit des russischen Impfstoffes erfolgte, nachdem das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer mitgeteilt hatten, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz bietet.

Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko sagte, die klinischen Studien hätten gezeigt, dass «Sputnik V» eine «effiziente Lösung ist, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen». Zuletzt breitete sich das Virus mit nicht dagewesener Geschwindigkeit aus. Massenimpfungen der Bevölkerung sollen in den nächsten Wochen beginnen.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada wollen sich allerdings nur 36 Prozent der Befragten freiwillig gegen Corona impfen lassen. In Russland gab es am Dienstag laut offizieller Statistik fast 20'000 neue Infektionen. Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 1,8 Millionen Fälle bekannt.

In Russland ist mittlerweile ein zweiter Impfstoff registriert worden, ein dritter ist nach früheren Angaben in der Entwicklung.

13.31 Uhr: Iran meldet neue Höchstwerte

Die Zahlen der Corona-Toten und der Neuinfektionen im Iran haben neue Höchstwerte erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch starben binnen eines Tages 462 Corona-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden 11'780 Neuinfektionen registriert. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei fast 40'000, die der Infizierten bei über 700'000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Der Iran hat rund 82 Millionen Einwohner.

Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es im Iran laut Gesundheitsexperten noch zu wenige Testmöglichkeiten gibt. Nun will das Gesundheitsministerium die Corona-Tests von 25'000 auf 100'000 pro Tag erhöhen. Experten aber sind der Auffassung, dass für eine Bevölkerung von mehr als 82 Millionen Menschen mindestens 200'000 Tests am Tag erforderlich seien, um an die wahren Fallzahlen zu kommen.

Wegen der dramatisch steigenden Fallzahlen in den vergangenen Wochen musste die Regierung von Präsident Hassan Ruhani in mehreren Grossstädten wieder drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens einführen. In der Millionenmetropole Teheran müssen alle Geschäfte um Punkt 18 Uhr und somit vier bis sechs Stunden früher schliessen. Seit Dienstag herrscht in der Hauptstadt auch eine nächtliche Ausgangssperre.

13.14 Uhr: Zusätzliche 63 Millionen für Schweizer Firmen

Der Bundesrat will sicherstellen, dass die Unternehmen in der Schweiz während der Corona-Pandemie ihre Innovationskraft aufrechterhalten können. Er hat die Lancierung eines entsprechenden Impulsprogramms mit erleichterten Förderbedingungen beschlossen.

Mit dem Impulsprogramm «Innovationskraft Schweiz» sollen KMU und Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten in den Jahren 2021 und 2022 finanziell unterstützt werden, wie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Berufsbildung und Forschung (WBF) am Mittwoch mitteilte.

Die mit der Umsetzung betraute Innovationsförderagentur «Innosuisse» geht davon aus, dass in diesem Rahmen 475 Projekte unterstützt werden können. Die Eigenleistung der Unternehmen könne demnach auf 30 respektive 20 Prozent der Projektkosten begrenzt werden. Üblich sind 50 Prozent. Weitere 300 bis 350 Innovationsprojekte sollen weiterhin nach den üblichen Kriterien finanziert werden.

Das Impulsprogramm führt laut Mitteilung zu Mehrkosten von rund 63 Millionen Franken. Das gesamte Fördervolumen für alle Innovationsprojekte beträgt 226 Millionen Franken. Diese Mehrkosten werden durch die Aufstockung des Zahlungsrahmens von Innosuisse 2021 - 2024 aufgefangen, die das Parlament beschlossen hat. Darüber hinaus seien keine zusätzlichen Mittel erforderlich.

13.02 Uhr: Swiss Re-Chef: Corona kostet Weltwirtschaft 12 Billionen Dollar

Der Rückversicherer Swiss Re erwartet im laufenden und im kommenden Jahr schwere Beeinträchtigungen der Weltkonjunktur durch die Coronavirus-Krise. «Wir gehen davon aus, dass die Leistungseinbusse in diesen zwei Jahren weltweit 12 Billionen Dollar betragen wird.»

Dies sagte Konzernchef Christian Mumenthaler am Mittwoch auf einer online abgehaltenen Konferenz des Finanzinformationsanbieters Bloomberg. Die Versicherer könnten das nicht auffangen, denn ihre Bilanzen machten nur einen kleinen Bruchteil dieser Summe aus.

Christian Mumenthaler von Swiss RE erwartet gravierende Folgen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft. (Archivbild)
Bild: Keystone

Die Branche habe die Pandemie insgesamt gut bewältigt, weil sie mit viel Kapital in die Krise gegangen sei. Zudem sei ihr das Risiko bewusst gewesen. Mumenthaler hält den für die Branche erwarteten Gesamtschaden von 50 bis 80 Milliarden Dollar für überschaubar.

Denn die Schäden durch Naturkatastrophen hätten sich alleine 2017 auf mehr als 140 Milliarden Dollar belaufen. Was in der Krise nicht gut funktioniert habe, sei ein Verständnis für den Umfang der Schäden, die durch Versicherungen gedeckt seien. «Eine Pandemie, und das weiss die Versicherungswirtschaft, ist kein Risiko, das man decken kann», sagte der Swiss Re-Chef.

12.58 Uhr: Studenten in England dürfen bald nach Hause

Um mit ihren Familien trotz Corona-Pandemie gemeinsam Weihnachten feiern zu können, sollen die Studenten in England bereits zwischen dem 3. und 9. Dezember nach Hause reisen. Die Universitäten werden dann online unterrichten, wie das Bildungsministerium am Mittwoch in London mitteilte. Der Zeitraum für die Reisen der Studenten schliesst an das Ende des vierwöchigen Teil-Lockdowns in England an. Man hoffe, dadurch das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

In Grossbritannien entscheidet jeder Landesteil über seine eigenen Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Während des Teil-Lockdowns in England gelten bis zum 2. Dezember weitgehende Kontaktbeschränkungen. Gastronomie, Kulturstätten, Sportzentren und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen. Nur als notwendig eingestufte Geschäfte wie Supermärkte dürfen noch ihre Waren anbieten. Neben den Universitäten sind auch die Schulen in England geöffnet.

In den vergangenen zwei Wochen zählte Grossbritannien mit seinen rund 68 Millionen Einwohnern nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC etwa 478 Infektionen pro 100'000 Menschen. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Regierungsangaben auf etwa 50'000. Im Vereinigten Königreich wird jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen, unter anderem weil es immer noch nicht genug Corona-Tests gibt.

12.25 Uhr: 8'270 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Mittwoch 8'270 Coronavirus-Ansteckungen bei 32'558 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 25,4 Prozent. 86 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 304 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Dienstag hatte das BAG 5'980 Neuansteckungen vermeldet. Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 243'472 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Mittwoch weiter mitteilte. Insgesamt 9'752 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 2'769.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 2'287'029 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Gegenüber Dienstag wurden dem BAG 32'558 neue Tests gemeldet. Über die vergangenen zwei Wochen gesehen fiel das Resultat bei 26,7 Prozent aller Tests positiv aus.

11.45 Uhr: Tessin meldet Höchstwert bei Neuansteckungen 

Der Kanton Tessin meldet für die letzten 24 Stunden 482 Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Das ist der höchste vermeldete Wert seit Beginn der Pandemie im letzten Frühjahr.

29 an Covid-19 erkrankte Personen haben sich innert der letzten 24 Stunden in Spitalbehandlung begeben. Sechs Menschen sind in diesem Zeitraum an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben.

Das Tessin war in der ersten Welle der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Kanton der Schweiz. Bis Mitte Mai wurden im Südkanton insgesamt 3'272 Personen positiv auf das Virus getestet. 341 Menschen starben in der ersten Welle an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19.

Mediziner im Spital La Carita in Locarno behandeln während der letzten Welle im April einen Covid-19-Patienten. (Archiv)
Bild:  Keystone

10.55 Uhr: Infektionsrekord in den USA

Neue Corona-Höchststände in den USA: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) am Dienstag (Ortszeit) auf 136'325 gestiegen. Das ist den Daten zufolge der höchste Wert für Ansteckungen binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie.

10.25 Uhr: Luzern schafft wieder zusätzliches Spital 

Wie schon in der ersten Coronawelle, schafft der Kanton Luzern auch jetzt in Nottwil LU ein zusätzliches Corona-Spital. Dieses öffne am 23. November mit vorerst 25 Betten, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Die kantonale Corona-Task-Force gehe davon aus, dass es in den nächsten Wochen mehr Covid-19-Patienten geben werde, hiess es in der Mitteilung. Mit den zusätzlichen Kapazitäten im sogenannten Medical Center Lucerne in Nottwil könnten das Luzerner Kantonsspital und die Hirslanden Klinik St. Anna entlastet werden.

10 Uhr: Pandemie verschärft Risiken im Finanzsektor

Die Corona-Pandemie verschärft bestehende Risiken im Finanzsektor zusätzlich. Zudem erhöhen sich wegen Corona die Risiken von Unternehmenskrediten und -anleihen, insbesondere im Ausland. Dies stellte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) in ihrem zum zweiten Mal publizierten «Risikomonitor» fest. 

Die weltweite Rezession und der Lockdown hätten zu teilweise «massiven Umsatz- und Gewinneinbrüchen bei vielen Unternehmen» geführt – so im Energiesektor oder bei Flug- und Tourismusunternehmen, erinnert die Finma. Da der Einbruch in der Schweiz im Verhältnis zu anderen Ländern weniger stark ausgeprägt sei, stünden aber besonders ausländische Kredite und Anleihen im Zentrum.

Weiterhin beeinflussten aber auch die anhaltend tiefen Zinsen die Profitabilität der Banken und Versicherer negativ. Die Reaktion auf die Corona-Pandemie habe nun diesen Sachverhalt weiter verschärft. Verschärft hätten sich auch die Risiken im Schweizer Immobilien- und Hypothekarmarkt, da die Leerstände bei Mietimmobilien noch gestiegen seien. Dazu kommen Ertragsausfälle in der Geschäfts- und Büroflächenvermietung in der Folge der Pandemie. Trotzdem nehmen die Investitionen in Immobilien laut Finma zu, wobei Investoren immer tiefere Anfangsrenditen in Kauf nehmen würden.

8.55 Uhr: Infektionen hauptsächlich an Superspreader-Orten

Ein Grossteil der Coronavirus-Infektionen passiert einer US-Studie zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten Superspreader-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés. Das zeigen Wissenschaftler von der Universität Stanford in Kalifornien anhand eines Computermodells, unter anderem auf Basis demografischer Daten, epidemiologischer Schätzungen und anonymer Handydaten, im Fachjournal «Nature». Das Modell analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wie viele andere Menschen am selben Ort sind – und fand überall dort die meisten Infektionen, wo sich mehrere Menschen in geschlossenen Räumen über längere Zeit aufhalten.

Zwischen März und Mai habe das Modell, das auch den ethnischen und finanziellen Hintergrund der Menschen berücksichtigt, das Verhalten von rund 98 Millionen Menschen in 10 amerikanischen Metropolregionen – darunter New York, Los Angeles, Chicago und Washington – untersucht, hiess es von dem Forscherteam um den Computerwissenschaftler Jure Leskovec. Die Aufenthalte an rund 553‘000 Orten – darunter Restaurants, Fitnessstudios, Tierhandlungen, Baumärkte und religiöse Einrichtungen – wurden untersucht. Zudem wurde das Modell nach und nach auch mit dem nachgewiesenen Infektionsgeschehen der jeweiligen Städte nachgebessert. Das Computermodell könne künftig Behörden beim Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus unterstützen, so die Forscher.

Laut der Studie der Stanford-Wissenschaftler gehören in den USA auch Fitness-Center zu den Superspreader-Orten.
Bild: dpa

8.13 Uhr: Patienten-Rekord in US-Spitälern

In den USA hat die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern nach Medienberichten mit mehr als 60'000 einen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden am Dienstag (Ortszeit) landesweit 61'964 Menschen mit dem Virus in Kliniken behandelt, meldeten mehrere US-Medien unter Berufung auf Daten des Covid Tracking Project. Damit habe sich dieser Wert seit September etwa verdoppelt und übertreffe nun auch den zu Beginn der Pandemie erreichten Höchststand von Mitte April (59'940). Ein zweiter Höhepunkt im Sommer hatte diesen Rekord demnach nur knapp verfehlt.

Während die Zahl der Patienten weiter steige, fehle es an medizinischem Personal, um mehr Krankenhausbetten bereitstellen zu können, schrieb die «New York Times». Auf Intensivstationen werden dem Covid Tracking Project zufolge derzeit knapp 12'000 Menschen behandelt. Dieser Wert war im April mit rund 15'000 höher.

7.25 Uhr: Erneuter Anstieg in Deutschland

In deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 18'487 neue Corona-Infektionen innert 24 Stunden gemeldet. Das sind 3'155 Fälle mehr als noch am Dienstag. Auch Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche liegt der Wert etwas höher. Damals lag die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 17'214 gelegen. Der Höchststand an gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland war am Samstag mit 23'399 Fällen erreicht worden.

Eine Ärztin im Universitätsklinikum Bonn untersucht am 10. November 2020 einen Corona-Patienten, der beatmet auf einer Intensivstation liegt.
Bild: Keystone

6.30 Uhr: Schweizer sollen sich an Verordnungen halten

Der Bundesrat und die Task-Force Wissenschaft wollen die weitere Entwicklung der Coronapandemie in der nächsten Woche abwarten und sich vorbereiten, falls schärfere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nötig würden. «Wir haben die Hoffnung, dass die am 28. Oktober verschärften Massnahmen genügen, noch nicht verloren», sagte Jan-Egbert Sturm, der Leiter der Ökonomengruppe in der Swiss National Covid-19 Science Task Force des Bundes, in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (Mittwochausgabe). Aber die Disziplin der Bevölkerung müsse besser werden. Der beste Schutz vor dem Virus sei nach wie vor, eine Maske zu tragen, Abstand zu halten und sich stets zu überlegen, ob ein persönliches Treffen mit dieser oder jener Person wirklich nötig sei, sagte der Direktor der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Weiter brauche es ein funktionierendes Testing und Tracing.

Jan-Egbert Sturm, Direktor der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) und Leiter der Ökonomengruppe in der Wissenschafts-Task-Force des Bundes. (Archivbild)
Bild: Keystone/Walter Bieri

Sturm geht davon aus, dass die Intensivstationen in den Spitälern noch diese Woche an ihre Grenzen kommen werden. Das ergebe sich aus der Tatsache, dass die Massnahmen zur Eindämmung des Virus drei Wochen benötigten, um ihre Wirkung zu entfalten. Wie lange die Überbeanspruchung dauern werde, sei schwierig zu sagen. In manchen Szenarien gehe sie bald zurück. In anderen Szenarien dauere es länger, sagte Sturm, der die Gruppe der Ökonomen in der Task-Force Wissenschaft des Bundes leitet.



6.23 Uhr: Iranische Menschenrechtlerin Sotudeh infiziert

Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemannes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie habe sich in der Frauenanstalt Gharchak angesteckt, wohin sie vergangenen Monat verlegt worden war, schrieb Resa Chandan am Mittwoch auf Facebook. In dem Gefängnis südlich der Hauptstadt Teheran seien die hygienischen Zustände katastrophal, so der Ehemann.

Sotudeh durfte vorige Woche nach über zwei Jahren erstmals in den Hafturlaub. Laut Chandan war der Gesundheitszustand seiner Frau in den vergangenen Wochen besorgniserregend, besonders nach ihrem fast 50-tägigen Hungerstreik. Unter anderem leidet die 57-Jährige an einer Herzschwäche, wegen der sie im September auch fünf Tage in einem Krankenhaus in Teheran behandelt werden musste. Mit dem Hungerstreik wollte die Anwältin und Frauenrechtlerin gegen die Haftbedingungen politischer Gefangener während der Coronapandemie protestieren.

Sotudeh wird «staatsfeindliche Propaganda» vorgeworfen. Sie wurde 2018 von einem Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe von 33 Jahren und sechs Monaten sowie zu 148 Peitschenhieben verurteilt. Von der Haft muss sie mindestens zwölf Jahre absitzen. Sotudeh hatte vor Gericht alle Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen. Sie engagiere sich lediglich friedlich für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe im Iran. Sie und ihr Mann gehören zu den renommiertesten Menschenrechtsaktivisten des Landes.

6 Uhr: Vanuatu registriert erste Corona-Infektion

Auf dem abgelegenen Inselstaat Vanuatu ist das Coronavirus angekommen. Ein Bürger, der aus den USA zurückgekehrt ist, sei positiv getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden des Staates im Südpazifik am Dienstag mit. Vanuatu ist eines der letzten Länder, in denen das Virus bisher nicht registriert worden war.

Der 23-Jährige zeigte keine Symptome, als er am 4. November ankam. Die Infektion wurde am fünften Tag in Quarantäne bei einem Routinetest festgestellt. Jeder, der mit dem jungen Mann im Flugzeug gesessen hatte, sollte laut den Behörden in Quarantäne bleiben und seine engen Kontakte gesucht werden. Andere Massnahmen für das Land mit 300'000 Einwohnern galten nicht.

5.10 Uhr: Fliessen Corona-Gelder der EU im zweiten Quartal?

Die ersten Gelder aus dem europäischen Corona-Konjunkturprogramm könnten nach Einschätzung von EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn bereits im zweiten Quartal des kommenden Jahres fliessen. Voraussetzung sei aber, dass die Einigung zum EU-Finanzpaket für die kommenden sieben Jahre in den 27 Mitgliedstaaten so schnell wie möglich ratifiziert werde, sagte der Österreicher am Dienstagabend nach dem Anschluss von Verhandlungen zwischen dem Europaparlament und Regierungsvertretern in Brüssel. Nach derzeitigem Stand müssten dazu in 23 Ländern auch nationale Parlamentsbeschlüsse gefasst werden.



4.37 Uhr: Brüssel will Weg für Kauf von Impfstoff frei machen

Die EU-Kommission will am Mittwoch den Weg für den Kauf von bis zu 300 Millionen Einheiten des vielversprechenden Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer frei machen. Der bereits fertig ausgehandelte Liefervertrag mit den beiden Herstellern soll formal gebilligt werden, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen angekündigt hat.

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