Geschenkter Pass für Klaus Schwab: Maurers Idee stösst auf Widerstand

tafi/SDA

20.8.2019 - 15:55

Bundespräsident Ueli Maurer (SVP, links) will Klaus Schwab für seine Verdienste um die Schweiz ehren. Der deutsche WEF-Gründer soll das Schweizer Bürgerrecht erhalten.
Bild: Keystone

Geht es nach Bundespräsident Ueli Maurer (SVP), dann bekommt WEF-Gründer Klaus Schwab schon bald den roten Pass. Doch es gibt Kritik an der Idee, das Schweizer Bürgerrecht zu «verschenken». Auch in Maurers eigener Partei regt sich Widerstand.

Bundespräsident Ueli Maurer (SVP) will WEF-Gründer Klaus Schwab für dessen Verdienste um das World Economic Forum und die Schweiz in einer staatlichen Zeremonie ehren. Dabei soll der Deutsche Schwab durch den Kanton Graubünden auch das Schweizer Bürgerrecht erhalten, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Maurer habe seine Pläne bereits in der vergangenen Woche dem Bundesrat vorgestellt. Anlass sei das 50-Jahr-Jubiläum des WEF im nächsten Januar in Davos. An der Feier soll Maurers Plänen zufolge möglichst der Gesamtbundesrat anwesend sein. Unklar ist, wie und warum Schwab, der bisher den Schweizer Pass explizit nicht wollte, das Bürgerrecht erhalten soll. «Ich fühle mich als Weltbürger und Europäer», teilt Schwab dem «Tages-Anzeiger» mit.

«Bürgerrechte nicht zu verschenken»

Schwab ist im Genfer Vorort Cologny niedergelassen. Eine ordentliche Einbürgerung müsste demnach vom Wohnkanton vorgenommen werden. Im Bundesrat seien nicht alle mit Maurers Plänen einverstanden, schreibt die Zeitung.



Auch Jon Pult, Bündner SP-Kandidat für den National- und Ständerat hält nicht viel von der Idee der Ehrenbürgerschaft für Klaus Schwab. Sie sei «nicht vereinbar mit dem Prinzip der Rechtsgleichheit», wird er im «Tages-Anzeiger» zitiert. «Aber wenn wir damit beginnen, Bürgerrechte zu verschenken, dann haben wir ein grosses Problem mit unserer Glaubwürdigkeit.»

Maurer erntet Kritik aus den eigenen Reihen

Es dürfe beim Bürgerrecht keine Willkür geben, sagt Pult, der bei «allem Respekt für das WEF» findet, dass es nicht das grösste Verdienst für die Allgemeinheit sei, wenn man eine Privatveranstaltung für Reiche und Mächtige aufgebaut habe.



Auch aus Maurers Partei kommt Kritik: «Herrn Schwabs Verdienste sind unbestritten, aber die staatliche Ehrung von Einzelpersonen ist unschweizerisch. Wir haben schliesslich auch keine Verdienstorden», sagte Maurers Parteikollege und SVP-Präsident Albert Rösti der «SonntagsZeitung».

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