Gesundheitsökonom fordert saftige Bussen für Corona-Skeptiker

SDA/dor

17.11.2020 - 05:11

Der renommierte Schweizer Gesundheitsökonom Willy Oggier fordert ein hartes Durchgreifen gegen Corona-Rebellen. (Archivbild)
Bild: Keystone/Yoshiko Kusano

Corona-Skeptiker sollen stärker an die Kandare genommen werden, fordert der renommierte Schweizer Gesundheitsökonom Willy Oggier. Ihm schweben saftige Ordnungsbussen vor, zudem sollten diese Bürger kein Akutbett bekommen, wenn es zu Engpässen kommt.

Der renommierte Schweizer Gesundheitsökonom Willy Oggier fordert einen strikteren Umgang mit selbsternannten Corona-Rebellen. Es brauche eine sofortige gesetzliche Grundlage für saftige Ordnungsbussen, die ohne lange Verfahren ausgestellt werden könnten.

Auch private Sicherheitsdienste und die Bahnpolizei sollten solche Bussen verhängen können. Wer angezeigt werde, weil er die Abstands- und Hygiene-Regeln mutwillig missachte, solle die Verantwortung für sein Handeln tragen, sagte Oggier in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Dienstagausgabe).

Er schlage vor, die Corona-Rebellen namentlich zu erfassen. Sie sollten im Zweifelsfall bei einer Infektion mit dem Coronavirus kein Bett auf der Intensivstation erhalten, falls es zu Engpässen komme – «ganz nach dem Verursacherprinzip», so Oggier. Ein solches Vorgehen könnte eine Signalwirkung haben. Oft brauche es einen Malus, damit das System funktioniere.

Polizisten mit einer Corona-Skeptikerin auf dem Sechseläutenplatz in Zürich am Samstag, 16. Mai 2020.
Bild: Keystone

Die Beurteilung, dass die Bestrafung von Bürgern für schlechtes Benehmen eher nach China als nach der Schweiz klinge, wies Oggier zurück. Es gehe ihm nicht darum, Punkte für soziales Verhalten zu vergeben, er spreche lediglich von den Engpass-Situationen. Sollten die Spitäler an ihre Grenzen stossen, würden die Mediziner nicht darum herumkommen, zu entscheiden, wem sie das letzte Bett geben, so Oggier: «Ich finde es fairer, wenn der selbsternannte Corona-Rebell das Nachsehen hat, als wenn es einfach den ältesten Patienten im Raum trifft.»



Vorbild Österreich

Im europäischen Vergleich der Massnahmen gegen das Coronavirus sollte sich die Schweiz ein Vorbild am österreichischen Kanzler Sebastian Kurz nehmen, sagte Oggier weiter. Kurz sei ein begnadeter Kommunikator. Auf der sachpolitischen Ebene finde er die geplanten Massentests auf das Coronavirus sinnvoll.

Zurück zur Startseite