Mit «viel Glück» könnte Corona Ende Jahr an Schrecken verlieren

SDA/uri

15.2.2021 - 09:32

Seniorinnen und Senioren lassen sich bei einer Massenimpfkampagne fuer ueber 85-Jaehrige im Zivilschutzzentrum von Rivera gegen Covid-19 impfen, am Dienstag, 12. Januar 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)
Seniorinnen und Senioren lassen sich bei einer Massenimpfkampagne für ueber 85-Jährige im Zivilschutzzentrum von Rivera gegen Covid-19 impfen. (Archiv)
Bild: Keystone

Der Infektiologe Manuel Battegay vom Unispital Basel hält die Corona-Pandemie durch eine grossangelgte Impfkampagne für bezwingbar. Allerdings sieht auch er eine grosse Unbekannte. 

Mit einer grossen Zahl von Impfungen lässt sich die Corona-Pandemie nach Ansicht von Manuel Battegay bis Ende 2021 überwinden. Einen Strich durch die Rechnung könnten allenfalls die Virusmutationen machen.

Im Spätfrühling oder im Sommer, wenn genügend Menschen geimpft seien, dürfte es zu deutlich weniger und kleineren Virus-Ausbrüchen kommen, sagte Battegay in einem Interview mit der Zeitung «Blick». Diese Ausbrüche liessen sich rascher unter Kontrolle bringen.

Dann wäre die Epidemie in der bekannten Form recht bald vorbei. Er sei zuversichtlich, dass sich viele Menschen impfen liessen. Die Schweizer Bevölkerung habe wahrgenommen, wie schwer die Krankheit verlaufen könne, namentlich mit Blick auf die Risikogruppen.

Entwicklung wie bei der Grippe

Probleme könnten die Mutationen des Coronavirus verursachen. Die Wahrscheinlichkeit, neue Mutationen zu verhindern, steige, indem man die Virenzirkulation und somit die Fallzahlen bei Neuinfektionen tief halte. Die Impfstoffe dürften auch bei den Mutationen wirken.

Allerdings könne ein Virus auch so mutieren, dass die Impfung ausgeschaltet werde. Er halte es jedoch für realistisch, dass sich das Coronavirus mittelfristig zu einer ähnlichen Krankheit wie die Grippe entwickle. Darauf angesprochen, wann das frühestens passieren könnte, meinte Battegay: «Wenn wir viel Glück haben, Ende 2021.»Das Virus sei dann zwar noch da. Aber es werde das Leben nicht mehr dominieren.

Im pessimistischen Szenario sei jedoch nicht ganz auszuschliessen, dass das Virus neue Wege finde, das Immunsystem zu überwinden, ohne gross an Fitness zu verlieren, sagte Battegay, der dem Leitungsteam der Covid-Task-Force Wissenschaft des Bundes angehört. Es brauche eine langfristige Strategie, die Mutationen bei nachlassenden Impfwirkungen mit einbeziehe.

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