Kantone wollen Pilotversuche auch für Clubs

SDA/tpfi

6.5.2021

People eat and drink at their table in the night club
Ab Juli sollen sich die Discokugeln in den Schweizer Nachtclubs wieder drehen.
Bild: Keystone

Veranstalter und Clubbetreiber drängen auf eine Lockerung der strengen Schutzkonzepte auch für ihre Branche. Ab Juli sollen sich vielerorts die Türen wieder öffnen – plant der Bundesrat.

SDA/tpfi

6.5.2021

Der Vorstand der kantonalen Gesundheitsdirektionen will auch Anbietern von kleineren und mittleren Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstagen oder Beerdigungen bald eine Perspektive bieten. Und er bittet den Bundesrat, auch Pilotversuche für Clubs vorzusehen.

Gemäss seinem Drei-Phasen-Konzept will der Bundesrat ab Juli unter strengen Schutzauflagen wieder 3000 und ab September wieder 10'000 Zuschauer zulassen, falls es die epidemiologische Lage erlaubt. Der Vorstand der Konferenz der Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) hat am Mittwoch zur entsprechenden Verordnungsänderung grundsätzlich positiv Stellung bezogen.



Obwohl für Grossveranstaltungen eine längere Planungsphase nötig sei, sollte laut GDK-Vorstand auch Anbietern von kleineren und mittleren Anlässen bald eine Perspektive geboten werden können. Zudem sei zu prüfen, ob nicht auch in Clubs Pilotversuche durchgeführt werden könnten. Der Bund möchte im Juni nur Pilotversuche für Grossveranstaltungen durchführen, maximal drei pro Kanton, mit mindestens 300 und höchstens 600 Personen.

Pilotversuche für Clubs

In Clubs seien solche Versuche nicht möglich, wenn dafür wie im Verordnungsentwurf vorgeschrieben eine Sitzplatz- und Maskentragpflicht gelten solle, so der GDK-Vorstand. Im Hinblick auf eine Wiedereröffnung der Clubs wären entsprechende Erfahrungen aber wertvoll. So könnten rechtzeitig Lösungen erarbeitet werden, die Superspreader-Events verhindern würden.

Weil das Covid-Zertifikat in der Phase der Pilotversuche wahrscheinlich noch nicht verfügbar sei, sollte der Bundesrat nach Ansicht des GDK-Vorstands eine Verlängerung der Pilotphase in Betracht ziehen und die folgenden Lockerungsetappen entsprechend später ansetzen.

Nicht falsche Erwartungen wecken

Bezüglich Grossveranstaltungen ab Juli 2021 spricht sich der GDK-Vorstand für ein vorsichtiges Vorgehen aus. Mit fixen Terminen auf Verordnungsstufe würden Erwartungen geweckt, die je nach Entwicklung nicht erfüllt werden könnten. Massgebend für das Tempo der Öffnungsschritte müsse die effektive Impfrate in der Bevölkerung sein. Bei eine tiefen Impfrate sei das Risiko von Ansteckungen grösser.

Insgesamt stiessen die Pläne des Bundesrats für das Drei-Phasen-Modell zum Ausstieg aus der Corona-Krise bislang überwiegend auf Zustimmung. Mehrere Kantone und Verbände gaben am Mittwoch dazu ihre Kommentare ab. Das Modell des Bundes gibt Auskunft, unter welchen Voraussetzungen welche Lockerungen der Massnahmen möglich sind.



Die vier Ostschweizer Kantone St. Gallen, Thurgau und beide Appenzell befürworteten grundsätzlich die Vorschläge, wollen aber «raschere Öffnungsschritte entlang des Impffortschritts». Auch Glarus plädierte für raschere Lockerungen, insbesondere im Aussenbereich. Die Luzerner Regierung erwartet zudem vom Bundesrat Aussagen zum Tourismus, etwa unter welchen Umständen die Einreise von Touristinnen und Touristen aus Drittstaaten möglich sei.

Der Schweizerische Gewerbeverband lehnte das Modell ab und bekräftige am Mittwoch seine Haltung, dass er für die sofortige, weitgehende Aufhebung der Massnahmen ist. Der Bundesrat wird vermutlich Mitte Mai über weitere Öffnungsschritte sowie den Grundsatzentscheid zu den Grossveranstaltungen befinden.