Kommt der Lockdown? Entscheidung soll später fallen

tmxh / SDA

18.11.2020 - 10:34

Leere Strassen in Zürich während des Teil-Lockdown im April: Laut einer Untersuchung des Bundesamtes für Statistik hatte die Corona-Krise im ersten Halbjahr 2020 keinen Einfluss auf die Zufriedenheit der Bevölkerung mit ihrem jetzigen Leben. (Archivbild)
Leere Strassen in Zürich während des Teil-Lockdowns im April: Naht eine neue Schliessung aller Restaurants und Freizeitbetriebe? (Archivbild)
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Im Kampf gegen die Pandemie empfehlen Experten schärfere Massnahmen. Steht ein bundesweiter Lockdown bevor? Quellen zufolge will der Bundesrat weitere Expertenmeinungen abwarten – und sich stattdessen auf Wirtschaftshilfen konzentrieren.

Um die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz weiter einzudämmen, hat die Wissenschafts-Taskforce des Bundes eine klare Empfehlung zur Verschärfung der Massnahmen ausgesprochen: Restaurants und Freizeitbetriebe sollten geschlossen und private Treffen auf zwei Haushalte beschränkt werden, wie es in einem Bericht der Taskforce heisst.

Obwohl die Wissenschaftler davor warnen, dass ein zu langes Warten die Risiken für Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft erhöhen würde, macht der Bundesrat genau das: Er will bei der Sitzung am Mittwoch zunächst keine schärferen Coronamassnahmen planen, wie der «Tages-Anzeiger» eine «zuverlässige Quelle» zitiert. Ein landesweiter Lockdown steht demnach noch nicht an.



Neue Lagebeurteilung abwarten

Dass die Entscheidung darüber nun verschoben wurde, begründe der Bund damit, dass man weitere Expertenmeinungen abwarten wolle: Ende der Woche will die Taskforce eine neue Lagebeurteilung vorlegen, aus der die Folgen der Massnahmen vom 28. Oktober besser ersichtlich werden sollen. Ob diese gewirkt haben, zeige sich verzögert.

Statt mit einer Verschärfung der Massnahmen befasst sich der Bundesrat in der aktuellen Coronasitzung mit dem Hilfspaket für die Wirtschaft, das laut «Tages-Anzeiger» von insgesamt 400 Millionen auf eine Milliarde Franken aufgestockt werden soll. Zwei Drittel (statt zuvor die Hälfte) davon übernehme demnach der Bund, ein Drittel die Kantone.

Intensivbetten werden knapp

Während sich die Verbreitung des Virus verlangsamt, werden die Intensivbetten in der Schweiz knapp. In über einem Drittel der Kantone seien die Intensivstationen wegen der Coronavirus-Pandemie an ihrer Kapazitätsgrenze, sagte Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD).



Rund 60 Prozent der Patienten auf den Intensivstationen seien Covid-19-Patienten. Die Überweisungen auf die Intensivstationen seien weiterhin steigend. Patienten aus stark ausgelasteten Regionen werden zunehmend in andere Regionen verlegt. Mit den sinkenden Fallzahlen würde in rund zwei Wochen allerdings auch die Zahl der Spitaleintritte sinken.

«Wir können nicht ewig darauf setzen, dass die Spitäler ständig die Akutbetten aufstocken», sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Um Druck von den Spitälern zu nehmen, sei die weitere konsequente Einhaltung der Coronamassnahmen essenziell. Die Zahlen müssten weiter gesenkt werden.

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