Kommt es zu Engpässen bei der Grippeimpfung?

tafu

22.5.2020 - 11:02

Werden die 1,2 Millionen Impfdosen für die kommende Grippesaison in der Schweiz ausreichen?
Bild: Keystone

Um eine Doppelinfektion mit Corona zu verhindern, soll im Herbst vermehrt für die Grippeimpfung geworben werden. Doch sind dafür überhaupt genügend Dosen in der Schweiz vorhanden?

Ein Impfstoff gegen das Coronavirus ist noch nicht gefunden, für die saisonale Grippe dagegen schon. Wenn gegen Ende des Jahres Grippeerkrankungen wieder vermehrt auftreten, könnte es allerdings zu Engpässen bei den Impfdosen kommen. Grund dafür ist laut «SRF» eine eindringlichere Werbung durch Gesundheitsbehörden und medizinische Fachleute, sich einer Grippeimpfung zu unterziehen.

Angst vor Doppelinfektion

Denn es bestehe die Gefahr, dass es durch eine neue Coronawelle zum Ende des Jahres zu einer sogenannten Doppelinfektion kommen könnte. Das bedeutet, Menschen würden sich gleichzeitig mit der saisonalen Grippe und dem Coronavirus infizieren. Dies führe zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko und einer möglichen Überlastung der Spitäler.



Bis jetzt sind, wie im letzten Jahr, in der Schweiz rund 1,2 Millionen Grippeimpfdosen gesichert. Doch werden diese ausreichen, wenn die Bürger vermehrt dazu aufgerufen werden, sich impfen zu lassen?

«Der Bund ist daran, eine ausreichende Anzahl Dosen an Grippeimpfstoff für die Schweiz zu beschaffen», erklärt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Doch zunächst werde man die Entwicklung der saisonalen Grippe auf der Südhalbkugel beobachten. Dort beginnt bald der Winter. Erst dann werde man entscheiden, wieviel Bedarf an zusätzlichen Dosen gegeben sei und mit Pharmaunternehmen verhandeln.

Deutschland legt vor

Im Nachbarland Deutschland ist man bereits einen Schritt weiter: Gesundheitsminister Jens Spahn hat verlauten lassen, dass insgesamt 30 Prozent mehr Impfdosen als im Vorjahr zur Verfügung stehen werden. Man habe sich schon zusätzliche Grippeimpfdosen gesichert.



«Es wäre eine grosse Herausforderung, wenn wir neben der Grippewelle auch eine Coronawelle hätten», so Spahn bei einer Medienkonferenz im April, berichtet der «Spiegel». Es gelte, der Grippe so gut wie möglich vorzubeugen, da Grippeviren und das Coronavirus ähnliche Symptome verursachten und die Patienten die gleichen Beatmungskapazitäten benötigten.

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