Covid-Truck wechselt nach Drohung Standort in Huttwil +++ Uni Oxford testet Impfstoff an Kindern  

Agenturen/toko

13.2.2021

In Huttwil BE löste ein Rucksack mit einer Drohung einen Grosseinsatz aus. An der Stelle hätte der mobile Covid-19-Test-Truck des Kantons Bern den Betrieb aufnehmen sollen. Die Uni Oxford will testen, ob der Astrazeneca-Impfstoff auch an Kindern und Jugendlichen wirkt.

Ein verdächtiger Gegenstand mit beigelegter Drohung hat in Huttwil BE einen Grosseinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Nach Abklärungen der Kantonspolizei gingen weder vom Gegenstand noch von den Substanzen eine Gefahr aus.

Auf dem Parkplatz Oberdorf in Huttwil wurde laut Angaben der Kantonspolizei Bern am Samstagmorgen um zirka sechs Uhr ein deponierter Rucksack mit einer angehefteten Drohung festgestellt. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass der mobile Covid-19-Test-Truck des Kantons Bern am Vormittag an diesem Standort den Betrieb aufgenommen hätte.

Zur Sicherheit aller Beteiligten wurden die Örtlichkeiten in der Folge grossräumig abgesperrt, wie die Kantonspolizei weiter mitteilte. Zudem seien verschiedene Spezialdienste, darunter auch das Dezernat Brände und Explosionen sowie die Regio-Feuerwehr Huttwil und vorsorglich ein Ambulanzteam aufgeboten worden.

Der Inhalt des Rucksacks stellte sich im Laufe der umfassenden Abklärungen als ungefährlich heraus. Die Ermittlungen zur Urheberschaft wurden aufgenommen. Das Testmobil konnte den Betrieb an einem anderen Standort in Huttwil aufnehmen.

Uni Oxford testet Impfstoff an Kindern und Jugendlichen

Mit einer neuen klinischen Studie wollen Forscher der Universität Oxford prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Dafür soll das Mittel, das Konzern und Universität gemeinsam entwickelt haben, an 300 Freiwilligen zwischen 6 und 17 Jahren getestet werden. «Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten», sagte Andrew Pollard von der Uni Oxford einer Mitteilung zufolge. Die meisten Kinder würden nicht krank durch das Virus.

Die ersten Tests sollen noch diesen Monat beginnen. Dabei erhalten bis zu 240 Probanden den Impfstoff, die restlichen hingegen ein Kontrollmittel.

Der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Grossbritannien bei Erwachsenen eingesetzt. Der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, hatte jüngst mitgeteilt, derzeit liefen mehrere Studien, um Impfstoffe für Kinder zu entwickeln.


Die Ereignisse des Tages im Überblick: 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • In Zürich demonstrierten Massnahmengegner unerlaubt und wurden von einem Grossaufgebot der Stadtpolizei empfangen.
  • In Huttwil BE musste ein Covid-Truck den Standort wechseln, weil ein verdächtiger Rucksack aufgetaucht war. Dieser stellte sich als ungefährlich heraus, hatte aber eine Drohung angeheftet.
  • Mit einer neuen Studie wollen Forscher der Universität Oxford prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt.
  • Der Pharmakonzern Moderna will 50 Prozent mehr Impfstoff gegen pro Ampulle abfüllen und so die Auslieferung beschleunigen.

17.48 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Samstag

16.58 Uhr: Festnahme und zwei Dutzend Geldstrafen nach Boot-Party in London

In London hat die Polizei eine illegale Party auf einem Boot mit etwa 30 Menschen aufgelöst. Wegen Verstosses gegen die Corona-Regeln wurde der mutmassliche Veranstalter, ein 31-jähriger Mann festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ihm droht zudem eine Geldstrafe von 10'000 Pfund (rund 12'300 Franken). 26 Gäste müssen je 800 Pfund Strafe zahlen. In England gilt wegen der Corona-Pandemie ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Treffen von Mitgliedern mehrerer Haushalte sind verboten.

Es habe mehrere Beschwerden über laute Musik im Nordostlondoner Gebiet Hackny Marshes gegeben, teilte die Polizei mit. Darauf hätten Beamte am frühen Morgen auf das Boot auf dem Flus Lea übergesetzt. Dort stellten sie unter anderem Musikausrüstung sicher.

15.53 Uhr: Deutsche Hochzeitsplaner fürchten wegen Coronakrise um Saison 2021

Professionelle Hochzeitsplaner in Deutschland fürchten angesichts der Corona-Pandemie um ihre kommende Saison. «Die Brautpaare sind extrem verunsichert», sagte die Sprecherin des Vereins «Bund deutscher Hochzeitsplaner», Svenja Schirk, der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Diese Sorge mache sich bei den Terminen für die Hochzeitsfeiern bemerkbar: «Es gab sehr viele Umbuchungen von 2020 auf 2021. Diese Paare buchen nun auf 2022 um.»

Für Hochzeitsplaner sei das häufig keine Alternative. «Ich bin zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Hochzeiten zu verschieben ist daher sehr schwierig», sagte Schirk. Einige Paare stornierten ihre Feier komplett und gingen stattdessen nur zum Standesamt.

Für die Hochzeitsplaner sei die wirtschaftliche Situation sehr schwierig: «Viele Hilfen decken nur laufende Fixkosten ab, die Solo-Selbstständige nicht haben. Dann bleibt nur noch Hartz IV.»

14.51 Uhr: Grossaufgebot der Stadtpolizei wegen unbewilligter Demo in Zürich

Gegner der Coronamassnahmen haben um 13.00 Uhr beim Fraumünster in Zürich zu einem Spaziergang unter dem Titel «Grundrechte gelten immer» aufgerufen. Empfangen wurden sie durch ein Grossaufgebot der Stadtpolizei Zürich.

Grossaufgebot der Stadtpolizei wegen unbewilligter Demo

Grossaufgebot der Stadtpolizei wegen unbewilligter Demo

Gegner der Coronamassnahmen haben um 13.00 Uhr beim Fraumünster in Zürich zu einem Spaziergang unter dem Titel «Grundrechte gelten immer» aufgerufen. Empfangen wurden sie durch ein Grossaufgebot der Stadtpolizei Zürich. Der Spaziergang führte durch das Niederdorf, über die Bahnhofbrücke und links der Limmat entlang zurück. Dort wurden die rund 50 Spaziergänger von der Polizei aufgehalten und eingekesselt und schliesslich kontrolliert. Dafür wurde der Verkehr gesperrt.

13.02.2021

Der Spaziergang führte durch das Niederdorf, über die Bahnhofbrücke und links der Limmat entlang zurück. Dort wurden die rund 50 Spaziergänger von der Polizei aufgehalten und eingekesselt und schliesslich kontrolliert. Dafür wurde der Verkehr gesperrt.

Grosses Polizeiaufgebot waehrend Personen einen Spaziergang durch Zuerich unter dem Motto "Grundrechte gelten immer" machen, aufgenommen am Samstag, 13. Februar 2021, in Zuerich. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Grosses Polizeiaufgebot beim «Spaziergang» durch Zürich unter dem Motto «Grundrechte gelten immer».
KEYSTONE/Alexandra Wey

14.36 Uhr: Corona-Notstand in Tschechien läuft aus — Suche nach Ausweg

In Tschechien ist die Unsicherheit gross, wie es mit den Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus weitergeht. In der Nacht zum Montag läuft der Ausnahmezustand aus, dessen Verlängerung das Parlament abgelehnt hatte. An den Corona-Notstand knüpfen sich Teile des Lockdowns wie Geschäftsschliessungen und die nächtliche Ausgangssperre, nicht aber die allgemeine Maskenpflicht. Die Regierung war in Gesprächen mit den Präsidenten der Verwaltungsregionen, die das Kabinett angesichts der hohen Infektionszahlen um einen neuerlichen Notstand ersuchen könnten.

Ein renomminierter Verfassungsrechtler äusserte sich skeptisch zu einer solchen Lösung: «Wenn das Parlament dafür gestimmt hat, dass wir nicht mehr im Notstand leben werden, und man ihn gleich wieder ausruft, dann ist das ein absoluter Verstoss gegen die Verfassung», sagte der Jurist Jan Kysela der Zeitung «Pravo». Der Biologe Jaroslav Flegr warnte indes vor 20'000 zusätzlichen Toten bei einer unkontrollierten Öffnung des Landes.

Besonders dramatisch bleibt die Situation in den drei Hotspots Cheb (Eger), Sokolov und Trutnov, die von der Aussenwelt weitgehend abgeriegelt wurden. Die Polizei kontrolliert an den Zufahrtsstrassen und wies bisher mehr als 500 Menschen ab, die hinein- oder herauswollten. Auf der Autobahn D6 kam es wegen der Kontrollen, von denen auch der Transitverkehr betroffen ist, zu kleineren Staus.

Das Gesundheitsministerium in Prag meldete unterdessen 8782 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn gab es mehr als eine Million bestätigte Infektionen und 18'058 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

13.51 Uhr: Von der Leyen bedingt für EU-Impfbescheinigung

Die EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat sich grundsätzlich für die Einführung einer EU-Bescheinigung einer Corona-Impfung ausgesprochen. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert dies seit Wochen, damit Reisen ohne Einschränkungen stattfinden können.

«Ich begrüsse die Initiative des griechischen Ministerpräsidenten», sagte von der Leyen der Athener Zeitung «Ta Nea». Was allerdings noch beschlossen werden müsste, sind eine europaweite Regelung und wie die Reisen stattfinden können. Dies wird nach den Worten der EU-Kommissionspräsidentin aber erst dann zur Debatte stehen, wenn grosse Teile der Bevölkerung geimpft seien.

Unterdessen machen Israel und Griechenland die ersten Schritte, um Geimpften freie Reisen zwischen den beiden Mittelmeerstaaten zu ermöglichen, ohne auf die Entscheidungen der EU zu warten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Kollegen Kyriakos Mitsotakis vergangenen Montag gesagt, Reisen zwischen Israel und Griechenland sollten ohne Quarantäne möglich sein. In Kreisen des Athener Tourismusministeriums erwartet man eine solche Vereinbarung mit Israel für Ende März. Auch Zypern will da mitmachen. Für alle drei Staaten ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsbereich.

In der EU wird kontrovers über eine Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung diskutiert. Die offizielle Debatte über mit dem «Impfpass» verbundene Vorteile wurde im Januar vertagt. Ungeklärt ist noch, ob von bereits geimpften Menschen weiter eine Ansteckungsgefahr ausgehen kann.

13.14 Uhr: Britischer Minister hofft: Leben mit Corona wie mit der Grippe

Auch wegen des Impfprogramms hofft der britische Gesundheitsminister Matt Hancock auf eine Einhegung des Coronavirus. «Ich hoffe, dass Covid bis Ende des Jahres zu einer behandelbaren Krankheit geworden ist, zu einer weiteren Krankheit, mit der wir leben müssen», twitterte Hancock.

Er lobte den Fortschritt bei der Massenimpfung. «Dies ist unser Weg in die Freiheit», betonte der Minister. Dem «Daily Telegraph» (Samstag) sagte er: «Wenn Covid-19 zu etwas wie die Grippe wird, wir also unser normales Leben führen und mit Impfungen und Behandlungen Abhilfe geschaffen werden kann, können wir wieder weitermachen wie bisher.»

Wissenschaftler wiesen aber darauf hin, dass das Coronavirus gefährlicher und ansteckender sei. «Es ist keine Grippeart», sagte die Virologin Sarah Pitt von der Universität Brighton der BBC. «Es ist nicht die gleiche Art von Virus. Es verursacht nicht die gleiche Art von Krankheit, es ist sehr, sehr böse.»

Grossbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Nach offiziellen Angaben sind bisher mehr als 115'000 Menschen mit oder an Covid-19 gestorben.

12.47 Uhr:  Perus Gesundheitsministerin tritt nach Impfskandal um Ex-Präsident Vizcarra zurück

Vor dem Hintergrund eines Impf-Skandals um den früheren peruanischen Präsidenten Martin Vizcarra ist die Gesundheitsministerin des südamerikanischen Landes, Pilar Mazzetti, zurückgetreten. Wie der Staatssender TV Peru berichtete, überreichte Mazzetti ihr Rücktrittsgesuch an Staatschef Francisco Sagasti. Die Regierung muss den Rücktritt noch formal bestätigen. Bereits heute soll Mazzettis Nachfolger vereidigt werden.

Hintergrund von Mazzettis Rücktritt sind Berichte, wonach sich der frühere peruanische Präsident Martin Vizcarra nur wenige Wochen vor seiner Amtsenthebung im Herbst vergangenen Jahres heimlich gegen das Coronavirus impfen liess. Zu diesem Zeitpunkt war in Peru noch kein Corona-Impfstoff zugelassen; mit der offiziellen Impfkampagne begann das Land erst am vergangenen Dienstag.

Vizcarra verteidigte seine frühzeitige Impfung damit, dass er die «mutige Entscheidung» getroffen habe, den Corona-Impfstoff des chinesischen Staatsunternehmens Sinopharm als einer von 12'000 Freiwilligen zu testen. Dass er dies geheim gehalten habe, begründete er damit, dass «Freiwillige zur Vertraulichkeit» verpflichtet seien. An der klinischen Studie hatte auch Vizcarras Frau teilgenommen.

Mazzetti, die im Juli vergangenen Jahres von Vizcarra als Gesundheitsministerin ernannt worden war, versicherte, nichts von dessen heimlicher Impfung gewusst zu haben. Sie sprach sich auch gegen die Teilnahme von politischen Entscheidungsträgern an klinischen Studien aus. Mazzetti war bereits die vierte Gesundheitsministerin in Peru seit dem Beginn der Corona-Pandemie.

Seit dem Auftreten der ersten Corona-Infektionen in Peru wurden in dem südamerikanischen Land mehr als 1,2 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, 43'000 Menschen starben. Das Gesundheitsministerium meldete unterdessen ein Rekordhoch an mit dem Coronavirus infizierten Krankenhauspatienten. Binnen 24 Stunden seien 213 weitere an Covid-19 Erkrankte in Kliniken gebracht worden, wodurch die Gesamtzahl der Corona-bedingten Krankenhausaufenthalte auf 14'333 gestiegen sei.

12.20 Uhr: Verdächtiger Rucksack in Huttwil hatte angeheftete Drohung

Update: Wie die Kantonspolizei Bern mitteilt, handle es sich bei dem verdächtigen Gegenstand in Huttwil um einen «Rucksack mit angehefteter Drohung». 

«Der Inhalt des Rucksacks stellte sich im Laufe der umfassenden Abklärungen als ungefährlich heraus», heisst es in der Mitteilung. Ermittlungen bezüglich der Urheberschaft würden aufgenommen.

11.49 Uhr: Grosser Andrang in polnischen Skigebieten nach Lockerungen

Während andere Länder ihre Corona-Regeln verschärfen, hat Polen probeweise eine Lockerung für den Wintertourismus erlaubt. Prompt meldeten die Skigebiete zu Beginn des Wochenendes einen regelrechten Ansturm auf Lifte und Hotels, vor allem in der Hohen Tatra im Süden des Landes. In Zakopane zum Beispiel seien praktisch alle Unterkünfte ausgebucht, berichtete der Fernsehsender TVP Info am Samstag unter Berufung auf örtliche Hoteliers.

Schon unmittelbar nach der Lockerungs-Ankündigung hätten Hotels eine grosse Zahl von Reservierungen gemeldet, erklärte Agata Wojtowicz, die Regionalchefin der Handelskammer für die Hohe Tatra, dem TV-Sender. Auch aus anderen Wintersportorten wurden hohe Buchungszahlen gemeldet.

Das schöne Wetter und die Freude über vorsichtige Lockerungen nach langen pandemiebedingten Einschränkungen liessen die Polen in so grosser Zahl in die Skigebiete strömen, dass sich lange Staus auf den Strassen in Richtung der Skigebiete bildeten. Der bevorstehende Valentinstag und ein angekündigter Skisprungwettbewerb in der Region hätten das Touristen-Interesse noch zusätzlich verstärkt, sagte Wojtowicz. Die Hotels und Pensionen dürfen zwar seit Freitag wieder Touristen beherbergen, aber gemäss Corona-Beschränkungen nur bis zu einer maximalen Auslastung von 50 Prozent.

Die Regierung in Warschau hatte in der vergangenen Woche beschlossen, ab dem 12. Februar Hotels, Kinos und Theater sowie Sportanlagen unter freiem Himmel und Schwimmbäder für eine Testphase von zwei Wochen zu öffnen. Nach Einschätzung des Regierungschefs Mateusz Morawiecki hat das Land zuletzt bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen eine «fragile Stabilisierung» erreicht. Restaurants und Kneipen bleiben aber weiterhin geschlossen.

11.25 Uhr: EVP-Chef Weber bringt Exportstopp für Biontech-Impfstoff ins Spiel

Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, hat ein Exportverbot für Corona-Impfstoffe aus der EU ins Spiel gebracht. Die EU solle sich überlegen, ob das jetzt «als Option» richtig wäre, sagte Weber der «Passauer Neuen Presse». Er verwies darauf, dass «bereits vor 15 Jahren» europäische Forschungsfördergelder an den deutschen Impfstoff-Hersteller Biontech geflossen seien: «Ohne Europa hätten wir heute keinen modernen Impfstoff.»

Mit Blick auf Lieferschwierigkeiten des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca sagte Weber: «Wenn etwa Grossbritannien untersagt, dass Vakzine von Astrazeneca zu uns kommen, dann habe ich meine Zweifel, dass die EU bei Knappheit Biontech-Impfstoff nach Grossbritannien liefern muss.»

Gleichzeitig räumte Weber ein, dass auf EU-Ebene bei der Impfstoffbeschaffung Fehler gemacht worden seien. «Natürlich passieren Fehler. Das gilt auf allen Ebenen», sagte der EVP-Vorsitzende, der auch stellvertretender CSU-Chef ist. «Der vielleicht grösste Fehler war, dass zu klein gedacht wurde.»

10.52 Uhr: Grosseinsatz der Kantonspolizei Bern in Huttwil läuft noch immer

Nach der Meldung über den Fund eines verdächtigen Gegenstandes am frühen Vormittag steht die Kantonspolizei Bern in Huttwil noch immer im Grosseinsatz. Spezialkräfte sind vor Ort, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei auf Anfrage bestätigte.

Der Einsatz startete kurz nach 6 Uhr und dauert noch an. Mehrere Strassen wurden abgesperrt. Die Ermittlungen der Polizei seien im vollen Gange, es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse, sagte die Sprecherin weiter. Derzeit könnten keine weiteren Angaben gemacht werden. 

Der Huttwiler Gemeindepräsident Walter Rohrbach sagte am Samstagmorgen auf Anfrage, das verdächtige Objekt sei dort gefunden worden, wo der Corona-Test-Truck des Kantons Bern am Vormittag hätte stationiert werden sollen.

Dieses mobile Covid-19-Testlabor hatte der Kanton Bern Anfang Monat in Betrieb genommen. Es ist in einer ersten Phase für rasche, mobile Einsätze bei Massentestungen vorgesehen und zieht derzeit von einer Berner Gemeinde in die andere.

Rohrbach bestätigte Aussagen auf der Internetseite von «20 Minuten», wonach der Test-Truck statt im Huttwiler Oberdorf nun auf einem anderen Huttwiler Platz steht. Die Tests hätten begonnen.

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem deponierten Gegenstand und dem Test-Lastwagen gibt, ist nicht klar.

10.27 Uhr: Uni Oxford testet Corona-Impfstoff an Kindern und Jugendlichen

Mit einer neuen klinischen Studie wollen Forscher der Universität Oxford prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Dafür soll das Mittel, das Konzern und Universität gemeinsam entwickelt haben, an 300 Freiwilligen zwischen 6 und 17 Jahren getestet werden. «Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten», sagte Andrew Pollard von der Uni Oxford einer Mitteilung zufolge. Die meisten Kinder würden nicht krank durch das Virus.

Die ersten Tests sollen noch diesen Monat beginnen. Dabei erhalten bis zu 240 Probanden den Impfstoff, die restlichen hingegen ein Kontrollmittel.

Der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Grossbritannien bei Erwachsenen eingesetzt. Der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, hatte jüngst mitgeteilt, derzeit liefen mehrere Studien, um Impfstoffe für Kinder zu entwickeln.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca bietet laut dem Pharmakonzern nur begrenzten Schutz bei einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus.
Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird an Kindern und Jugendlichen getestet.
Alain Jocard/AFP/dpa

Nach Ansicht des Kinderärzteverbands Royal College of Paediatrics and Child Health kann Covid-19 auch bei Kindern zu Tod oder schweren Erkrankungen führen. Dies sei aber selten. Es sei klar, dass die Sterblichkeit durch Covid-19 bei Kindern erheblich geringer ist als bei älteren Menschen. «Es gibt auch Hinweise darauf, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Kinder sich infizieren.» Die Rolle von Kindern bei der Übertragung sei weiter unklar. Eindeutige Beweise, dass sie ansteckender sind als Erwachsene, gebe es aber nicht.

Der Oxford-Experte Rinn Song sagte, die Pandemie habe tiefgreifende negative Auswirkungen auf Bildung, soziale Entwicklung und emotionales Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen gehabt. «Es ist daher wichtig, Daten über die Sicherheit und die Immunantwort auf unseren Corona-Impfstoff in diesen Altersgruppen zu sammeln, damit sie möglicherweise in naher Zukunft von der Aufnahme in Impfprogramme profitieren können.»

10.16 Uhr: Irans Präsident sieht Corona-Zukunft trotz Impfstoffen skeptisch

Der iranische Präsident Hassan Ruhani sieht die Zukunft der Corona-Pandemie trotz der diversen Impfstoffe skeptisch. «Auch mit den Impfstoffen könnte es bis zehn Jahre dauern, bis das Virus endgültig besiegt ist», sagte der Präsident im Staatsfernsehen. «Daher sollten die Menschen bis auf weiteres weder auf Normalität noch auf eine Rückkehr zur Vergangenheit hoffen.»

Corona habe gezeigt, dass die Welt trotz technologischen Fortschritts einem Virus gegenüber dermassen machtlos ausgeliefert ist. Daher sollten die Iraner, zumindest für ein weiteres Jahr, alle Hygienevorschriften weiterhin strikt einhalten, sagte Ruhani.

Der Iran hatte am Dienstag mit seinem Impfprogramm gegen das Coronavirus begonnen. Zunächst wurden Ärzte und Pflegepersonal geimpft, anschliessend sollen Menschen über 65 Jahre folgen. Verwendet wird der russische Impfstoff Sputnik V.

Im neuen persischen Jahr, das am 21. März beginnt, sollen schrittweise alle 83 Millionen Iraner geimpft werden. Neben Sputnik V will der Iran dafür auch Impfstoffe aus China und Indien einführen. Die Islamische Republik entwickelt aber auch eigene Impfstoffe und arbeitet mit kubanischen Experten an dem Vakzin «Soberana 02».

9.53 Uhr: Polizeieinsatz auf Test-Parkplatz in Huttwill

Auf einem Parkplatz in Huttwill, an dem heute ein mobiles Corona-Testlabor halt machen sollte, wurde ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Dies berichtet «20 Minuten». Demnach bestätigte die Polizei einen entsprechenden Einsatz, Spezialkräfte seien vor Ort.

Dem Gemeindepräsident Walter Rohrbach zufolge sei der Standort des «Covid-Trucks» nun angepasst worden. 

Eine Person geht, um getestet zu werden in den neue mobilen COVID-19-Test-Truck, am Mittwoch, 3. Februar 2021, auf dem Bundesplatz, in Bern. Zunaechst wird das Fahrzeug im Rahmen eines Schnelleinsatzes in das Kantonsgebiet geschickt, um umfangreiche Tests vor Ort durchzufuehren. Spaeter kann es auch zur Impfung, im Katastrophenfall oder bei Grossveranstaltungen eingesetzt werden. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Der Covid-Test-Truck — hier in Bern.
KEYSTONE/Anthony Anex (Archivbild)

9.39 Uhr: Rund 4700 US-Soldaten sollen Corona-Impfkampagne unterstützen

Die neue US-Regierung weitet den Einsatz von Soldaten bei der Corona-Impfkampagne aus. Insgesamt sollen mehr als 4700 Militärangehörige die Katastrophenschutzbehörde Fema unterstützen oder sich dafür bereithalten, sagte ein Pentagon-Sprecher am Freitag. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe dafür weitere Einheiten abgestellt, die in grossen und kleinen Impfzentren eingesetzt werden sollen.

Vergangene Woche hatte das Pentagon bereits den Einsatz von mehr als 1000 Soldaten in der Impfkampagne angekündigt. Bis dahin wurden in den USA im Kampf gegen die Pandemie vor allem die von den Bundesstaaten befehligte Nationalgarde eingesetzt, nicht die Streitkräfte. Dem Pentagon zufolge befinden sich im Land bereits etwa 26'000 Angehörige der Nationalgarde im Corona-Einsatz.



09.03 Uhr: Mehr als 8300 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 8300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 8354 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2'328'447.

Nach Angaben des RKI wurden innerhalb von 24 Stunden zudem 551 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 64'742. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,112 Millionen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag bei 60,1. Am Vortag hatte sie bei 62,2 gelegen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

Bund und Länder einigten sich am Mittwoch auf eine Verlängerung des derzeitigen Corona-Lockdowns bis 7. März.

5.04 Uhr: Ökonomen: Lockdown-Ende ist nicht gleich schnelle Erholung

Ein Ende des Corona-Lockdowns wird der Wirtschaft nach Einschätzung von Ökonomen nicht automatisch zum ersehnten schnellen Aufschwung verhelfen - solange das Virus nicht unter Kontrolle ist. Vergleichsstudien in Skandinavien und den USA zeigen, dass die Wirtschaft in Ländern und Regionen ohne strikte Lockdowns in der ersten Phase der Epidemie ebenso abstürzte wie in Staaten mit strikten Beschränkungen.

«Da das Virus für Unsicherheit sorgt, investieren viele Firmen nicht», sagte Clemens Fuest, der Präsident des Münchner Ifo-Instituts. «Wenn ein gefährliches Virus grassiert, gehen die meisten Menschen nicht ins Kino, ins Restaurant oder ins Konzert, egal ob sie dürfen oder nicht.»

Ifo-Wissenschaftler haben in einer Studie die Entwicklung in Schweden untersucht, das lange auf einen Lockdown verzichten wollte. «Ohne Lockdown kommt der wirtschaftliche Einbruch etwas später und ist nicht ganz so tief», sagte Fuest. «Das bezahlt man allerdings mit später höheren Infektionszahlen sowie höheren gesundheitlichen und ökonomischen Schäden, die nicht mitgezählt sind.»

In den USA haben die Ökonomen Austan Goolsbee und Chad Syverson die ökonomischen Folgen für den Einzelhandel in mehreren US-Landkreisen mit und ohne Lockdowns untersucht. Ergebnis: «Während der gesamte Kundenverkehr um 60 Prozent zurückging, erklären die rechtlichen Beschränkungen nur 7 Prozent dieses Rückgangs. Individuelle Entscheidungen (der Einkäufer) waren sehr viel wichtiger und stehen anscheinend in Zusammenhang mit der Angst vor Infektion», schreiben die beiden Wissenschaftler.

1.41 Uhr: Moderna will 50 Prozent mehr Impfstoff pro Ampulle abfüllen

Das US-Unternehmen Moderna will künftig 50 Prozent mehr Impfstoff gegen das Coronavirus pro Ampulle abfüllen und so die Auslieferung beschleunigen.

Bei Behörden weltweit werde eine Zulassung für diese Anpassung beantragt, hiess es in einer Mitteilung der Firma am Freitag (Ortszeit). Zuvor hatte die «New York Times» berichtet, die US-Arzneimittelbehörde FDA habe bereits eine Steigerung der pro Ampulle abgefüllten Menge um 40 Prozent genehmigt.

Durch die Steigerung um 50 Prozent könnten pro Ampulle 15 statt der bisherigen 10 Impfdosen ausgeliefert werden, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur AFP mit. Für die Steigerung könnten die selben Ampullen wie bisher verwendet werden. Die Umstellung könne in den kommenden zwei bis drei Monaten erfolgen.

Bisher erhielten rund 10 Prozent der US-Amerikaner mindestens eine Impfdosis. Das Vakzin von Moderna wurde dabei bei knapp der Hälfte der Impfungen eingesetzt. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag angekündigt, mit Moderna sowie mit Biontech/ Pfizer die Lieferung von 600 Millionen Impfdosen vereinbart zu haben.

Der US-Pharmakonzern Moderna will mehr Corona-Impfstoff pro Ampulle abfüllen. (Archivbild)
Der US-Pharmakonzern Moderna will mehr Corona-Impfstoff pro Ampulle abfüllen. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT
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