Zwei Frauen und ein Mann wollen Michael Laubers Posten

SDA/tjb

10.2.2021 - 15:20

Für die Nachfolge von Bundesanwalt Michael Lauber sind nebst einem Mann zwei Frauen im Rennen: Lucienne Fauquex (links) und Maria-Antonella Bino.
Archivbild: Keystone/Karly Mathis/Peter Schneider/Montage blue

Der Bund sucht weiterhin einen Nachfolger für den abgetretenen Bundesanwalt Michael Lauber. Nun sind noch drei Kandidaten im Rennen um den Posten des obersten Anklägers der Schweiz. 

Die Schweiz braucht einen neuen Bundesanwalt, nachdem Michael Lauber seinen Posten nach einem längeren Hickhack verlassen hat. Nun hat die Gerichtskommission den Kreis der Kandidierenden im neu gestarteten Wahlprozedere eingegrenzt. Nach der Anhörung der vier Kandidierenden verkleinerte sie den Kreis der potenziellen Amtsanwärter auf drei.

Würgler, der ehemalige Kommandant der Kantonspolizei Zürich, fiel demnach aus dem Rennen. Er war der Einzige, der sich bisher öffentlich zu seiner Kandidatur bekannt hatte.

Weiterhin in Frage für das Amt kommen gemäss der Mitteilung Maria-Antonella Bino, einst Laubers Stellvertreterin, Félix Reinmann, der zwanzig Jahre für die Bundesanwaltschaft gearbeitet hat, und Lucienne Fauquex. Sie leitet aktuell den Rechtsdienst in der Bundesanwaltschaft.

Nächste Runde in zwei Wochen

Die drei Kandidierenden durchlaufen nun ein externes Evaluationsverfahren. Die Kommission wird anhand der Ergebnisse dieses Assessments und der zweiten Anhörung in zwei Wochen entscheiden, wen sie der Vereinigten Bundesversammlung zur Wahl in der Frühjahrssession vorschlagen wird.

Die Wahl des neuen Bundesanwalts oder der neuen Bundesanwältin war schon für den Dezember vorgesehen gewesen, scheiterte jedoch. Die zwei am Schluss übrig gebliebenen Kandidaten der ersten Bewerbungsrunde hatten den Ansprüchen der Gerichtskommission nicht genügt.

Die Altersfrage

Eine Hürde war nach Ansicht der Gerichtskommission die geltende Alterslimite von 65 Jahren. Sie möchte die Schwelle für die Stelle der Bundesanwältin beziehungsweise des Bundesanwalts auf 68 Jahre erhöhen. Weil sich aber die Rechtskommissionen der beiden Räte uneinig sind, muss nun der Ständerat darüber befinden.

Sicher ist: Die geltende Regelung kann noch nicht in der Frühjahrssession geändert werden. Der bald 66-jährige Würgler kommt damit nach geltendem Recht nicht mehr in Frage als Bundesanwalt.

Fifa-Affäre

Der ehemalige Bundesanwalt Michael Lauber hatte nach monatelanger Kritik an seiner Amtsführung und mutmasslichen Ungereimtheiten bei den Ermittlungen im Verfahrenskomplex rund um den Weltfussballverband (Fifa) seinen Rücktritt angeboten und kurz darauf seine Kündigung eingereicht.

Lauber schied per Ende August 2020 vorzeitig aus dem Amt aus. Seither leiten die beiden stellvertretenden Bundesanwälte die Bundesanwaltschaft.

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