So will der Bund die Gratistests ab Oktober abschaffen

tafi

24.9.2021

Bundesrat will Gratistests nur noch für einmal Geimpfte

Bundesrat will Gratistests nur noch für einmal Geimpfte

Gratis Corona-Tests für alle soll es ab dem 11. Oktober nicht mehr geben. Gratistests sollen bis Ende November nur noch jene erhalten, die auf die zweite Impfdosis warten. Diesen Vorschlag hat der Bundesrat in die Konsultation geschickt.

24.09.2021

Der Bundesrat hat eine «Gnadenfrist» für die kostenlosen Corona-Tests vorgeschlagen. Was sich für Ungeimpfte ändert und was nach der ersten Impfung gilt, erfährst du hier.

tafi

24.9.2021

Für wen gilt eigentlich was?

Bis zum 10. Oktober übernimmt der Bund weiterhin die Testkosten für alle – also auch für Ungeimpfte.

Wer nicht geimpft ist, muss ab 11. Oktober für Tests zahlen, um ein Zertifikat zu bekommen.

Personen, die bereits die erste Impfung bekommen haben und auf die zweite Dosis warten, müssen bis 30. November nichts für Tests bezahlen.

Warum hat der Bundesrat die Frist für Erstgeimpfte verlängert?

Mit diesem Vorschlag sollen diejenigen eine Chance bekommen, sich doch noch impfen zu lassen, die noch nicht geschützt sind. Der Bundesrat will sicherstellen, «dass auch Personen, die etwas mehr Zeit für ihren Impfentscheid benötigen, keine Kosten durch die Ausdehnung der Zertifikatspflicht entstehen», heisst es dazu in einer Mitteilung. Ob man sich impfen lasse oder nicht, sei schliesslich mit wichtigen Abwägungen verbunden.



Ist das Ende der Gratistests beschlossene Sache?

Nein. Der Vorschlag des Bundesrates geht zunächst in die Vernehmlassung. Nach Rückmeldung der Kantone, Sozialpartner und weiterer Kreise will der Bundesrat am 1. Oktober definitiv entscheiden. Wegen ebenjener Konsultation hat der Bundesrat die aktuell gültige Kostenübernahme von Antigen-Schnelltests für alle um zehn Tage verlängert. Ursprünglich sollte schon am 1. Oktober Schluss mit Gratistests sein.

Gibt es ab 11. Oktober noch Ausnahmen für Ungeimpfte?

Berset betont, dass all jene, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, weiterhin kostenlos getestet werden. Das gelte auch für unter 16-Jährige sowie für Personen, die Angehörige in Pflegeheimen besuchen sowie für Personen mit Symptomen einer Covid-19-Erkrankung.

Was ist mit Schwangeren?

Ungeimpfte Schwangere, die ein Arztzeugnis vorlegen, müssen die Kosten nicht übernehmen. Wenn der Arzt allerdings überzeugt ist, dass die betroffene Frau sich impfen lassen kann, muss sie den Test selbst bezahlen.



Was hat es mit PCR-Pooltests auf sich?

Neu soll die individuelle Teilnahme an Speichel-PCR-Pooltests für Testzertifikate möglich sein. Diese sind für Ungeimpfte allerdings ebenfalls kostenpflichtig. Für die Anmeldung soll es eine Online-Plattform geben.

Warum will der Bundesrat das bisherige Test-Regime überhaupt beenden?

Laut Alain Berset spielte bei den Überlegungen die Finanzierung der Tests eine wichtige Rolle, die den Bund jede Woche 47 Millionen Franken kosten. Ausserdem betont der Gesundheitsminister, dass die Impfquote noch zu tief sei. Von der Einführung der kostenpflichtigen Tests für Ungeimpfte erhofft sich der Bundesrat eine steigende Durchimpfung der Bevölkerung.

Wird auch der Zugang zur Impfung verbessert?

Alain Berset verspricht einen Ausbau «niederschwelliger» Impfangebote, insbesondere auch auf dem Land, wo vielen Menschen der Weg zu der Person, die die Spritze gibt, vielleicht zu weit ist. Allerdings will der Bundesrat dabei auch die Kantone in die Pflicht nehmen.

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