War der Frühling wirklich so mies, wie es scheint?

tjb

21.6.2021

19.06.2021, Schleswig-Holstein, Kollmar: Deichgräser zeichnen sich vor der untergehenden Sonne hinter einem Zaun ab. Foto: Jonas Walzberg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Jonas Walzberg)
Sie hat sich in der Schweiz in diesem Jahr seltener blicken lassen – doch der Juni könnte die Sonnen-Wende bringen.
Bild: Keystone/dpa/Jonas Walzberg

Dunkler und kühler als zuvor – das die Bilanz zum heutigen astronomischen Sommerbeginn über den Frühling. Hält der Trend von Juni indes an, könnte es doch noch ein prächtiges Jahr werden.

tjb

21.6.2021

Heute ist der längste Tag des Jahres, um 5.31 Uhr am Morgen hat die Sonne ihren nördlichen Wendekreis erreicht. Dabei ist die warme Jahreszeit eigentlich gerade erst angebrochen nach einem Frühling, der deutlich unfreundlicher ausfiel als im Jahr davor. Jedenfalls fühlt sich das so an.

Doch lässt sich dieses Gefühl auch mit Zahlen belegen? Wir haben bei Meteonews nachgefragt, wie sich dieses Jahr im Vergleich zu anderen schlägt. Und die Zahlen zeigen, dass 2021 bisher tatsächlich dunkler und kühler ausfällt – jedenfalls im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer Ausnahme, aber dazu später mehr.

In Basel schien die Sonne im April während 204 Stunden, im Mai waren es 162 Stunden. Im Jahr zuvor waren es deutlich mehr: 294 und 242 Stunden.

Ähnlich sieht es am Flughafen Zürich aus: Dort gab es im April 221 und im Mai 170 Sonnenstunden. Im Vorjahr waren es 291 respektive 246 Stunden.

In Chur schien im April 189 Stunden die Sonne, im Mai 155 Stunden. 2020 waren es 216 und 209 Stunden.

Juni ist deutlich sonniger

Viel besser sieht es dann für Juni aus, allerdings liegen hier erst die Zahlen bis zum 17. des Monats vor: In Basel schien die Sonne bis dahin 143 Stunden gegenüber 69 im Vorjahr, in Zürich-Flughafen 162 anstatt 83 Stunden, und in Chur 130 Stunden im Vergleich zu 66 Stunden im Vorjahr.

Der Frühling in diesem Jahr schneidet allerdings vor allem deshalb so schlecht ab, weil das Vorjahr ein Ausreisser war. Im Vergleich mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 lag der April weit über dem Schnitt, der Mai dann leicht darunter. Für den Juni sind keine Vergleiche möglich, da der Monat noch läuft.

Bezüglich Durchschnittstemperatur fielen April und Mai in diesem Jahr ebenfalls deutlich ab in den drei Städten – und zwar sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum langjährigen Mittel.

Wie eingangs schon erwähnt, gibt es aber eine grosse Ausnahme: Wie so oft war es im Tessin deutlich freundlicher. In Locarno-Monti schien die Sonne im April während 226 Stunden im Vergleich zu 244 im Vorjahr und im Mai während 233 Stunden gegenüber 217 im Jahr 2020. Das sind jeweils einige Dutzend Stunden mehr als im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010.