«Omikron hat einen Vorteil gegenüber der Delta-Variante»

lmy/uri

29.11.2021

Omikron wird vermutlich weiter den Pandemie-Verlauf prägen

Omikron wird vermutlich weiter den Pandemie-Verlauf prägen

Die neue Coronavirus-Variante Omikron hat laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein bedeutendes Potenzial, den weiteren Verlauf der Pandemie zu prägen. Sie trübe die Aussichten für die kommenden Wochen und Monate weiter.

29.11.2021

Ob es in der Schweiz schon Omikron-Fälle gibt, ist noch unklar. Das BAG will zuerst die von der Delta verursachte fünfte Welle zu brechen und ein gleichzeitiges Zirkulieren der beiden Varianten verhindern.

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29.11.2021

Die neue Variante Omikron könnte den weiteren Verlauf der Pandemie prägen – und trübt die Aussichten für die kommenden Wochen und Monate. Das sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Verlässliche Aussagen über die Auswirkungen und Verläufe seien aber wohl erst in einige Wochen möglich.

Es werde aber vermutet, dass diese neue Virusvariante die Immunantwort besser als bisherige Varianten umgehen könne. In einigen Regionen in Südafrika habe sich Omikron in Gebieten ausgebreitet, in denen Delta kaum zunahm, was auf einen Vorteil von Omikron gegenüber Delta hinweise, erläuterte Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler.

In der Schweiz gibt es bisher einen Verdachtsfall, der momentan sequenziert werde. Morgen Dienstag sollten dazu Ergebnisse vorliegen, wie BAG-Direktorin Anne Lévy verkündete.

Die Delta-Welle brechen

Momentan gehe es aber vor allem darum, die von Delta verursachte fünfte Welle zu brechen. Bis Weihnachten werde diese Variante die Zahlen bestimmen und das grössere Problem bleiben, so Stadler. Darum sei es wichtig, dass man eine Booster-Impfung mache und die Kontakte wieder reduziere. Ein gleichzeitiges Zirkulieren der beiden Varianten müsse man unbedingt verhindern und die anfängliche Ausbreitung von Omikron bremsen. 

Rudolf Hauri, oberster Schweizer Kantonsarzt, rechnet derweil mit zusätzlichen Massnahmen in den kommenden Tagen durch die Kantone. Möglich seien etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht, verstärkte Massnahmen an Schulen, repetitive Tests in Gesundheitsinstitutionen und an Veranstaltungen.

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  • 16.20 Uhr
    Jeder Einzelne sollte sich einschränken

    Dezember sei der schlechteste Monat, um Kontakte zu reduzieren, meint ein Journalist. Dem stimmt Tanja Stadler zu. Da werde es zu mehr Ansteckungen kommen, wenn man nichts mache. «Im Privaten fühlt man sich im Normalen eher sicher», meint sie. Da könne jeder Einzelne etwas tun und sich einschränken.

  • 16.18 Uhr 
    Sollte man im Sport zu Geisterspielen zurückkehren?

    «Das wird der Bundesrat in Kürze entscheiden», sagt Lévy. Ansonsten gelte aber, dass es stets Sinn mache, Masken zu tragen. Hauri ergänzt, man sehe, dass es weniger Fälle geben, wenn die bestehenden Schutzkonzepte konsequent eingehalten würden. Ausbrüche gebe es vermehrt eher bei Amateurveranstaltungen, wo nicht so sehr darauf geachtet werde.

  • 16.16 Uhr
    Mit Omikron ist wieder vieles offen

    Die Strategie in der Prävention von Omikron müsse man bedenken und möglicherweise neu ausrichten, sagt Patrick Mathys. «Es braucht noch gewisses Wissen, um Entscheide treffen zu können.» Mit Omikron sei wieder sehr vieles offen in Bezug auf die Massnahmen.

  • 16.15 Uhr 
    Hat der Bund genug Impfsftoff für alle Impfungen?

    «Absolut. Wir haben genügend Impfstoff für alle Impfungen», sagt Lévy. Das gelte auch für alle Kinder, die künftig noch geimpft werden sollen.

  • 16.14 Uhr
    Zuerst die Delta-Welle brechen

    Soll man mit der Auffrischung auf einen angepassten Impfstoff warten? Momentan bekämpfe man noch Delta und wolle die 5. Welle brechen, so Anne Lévy. Je besser man damit umgehen könne, desto besser könne man auch auf Omikron reagieren. Darum solle man sich unbedingt jetzt boostern.

    Man gehe davon aus, dass die Impfung auch gegen Omikron wirke, wenn auch schwächer, ergänzt Tanja Stadler. Mit einer Booster-Impfung habe man mehr Antikörper, was auf jeden Fall gut sei.

  • 16.10 Uhr 
    Kann Omikron in positiver Art Delta verdrängen?

    Stadler sagt, die leichteren Fälle bei Omikron – von denen derzeit berichtet werde – würden sich vorwiegend auf jüngere Leute beziehen. Man habe derzeit keine Hinweise, dass die Verläufe mit Omikron auch bei den Gefährdeten leichter seien. Die wichtigste Frage sei: «Wie schützen die Impfungen vor Omikron?» Derzeit sei es viel zu früh, um einzuschätzen, wie sich Omikron hier auswirke.

  • 16.09 Uhr
    Intensiv und gezielt reagieren

    Es mache Sinn, jetzt intensiv und gezielt auf Omikron zu reagieren, sagt Patrick Mathys auf eine Frage. In einigen Wochen spiele das vielleicht schon nicht mehr so eine grosse Rolle.

  • 16.07 Uhr 
    Wie steht es um die Quarantäneregeln bei Omikron?

    Lévy sagt, bei dem einen Verdachtsfall, den man habe, müsse diese Personen und auch die Kontaktpersonen in Isolation beziehungsweise in Quarantäne, auch wenn die Personen geimpft oder genesen seien. Das sei auch künftig so. Insofern handle es sich bei Omikron tatsächlich um eine Verschärfung der Isolations- und Quarantäneregeln.

  • 16.04 Uhr 
    Wie wichtig sind jetzt Massnahmen gegen Omikron?

    Eine Journalistin gibt zu bedenken, dass die WHO hinsichtlich der Omikron-Variante und auch bei Flügen noch vorsichtig agiere. Lévy sagt, man könne jetzt die fünfte Welle besser bewältigen, wenn man nun eben schon mehr machen würde, als die WHO derzeit empfehle.

  • 16.03 Uhr
    Wartezeiten bei Tests

    Wenn die Testkapazitäten noch weiter belastet werden, müsste man das genau planen, das müssten die Kantone absprechen, so Hauri. Momentan komme es zwar teilweise zu Wartezeiten von zwei bis drei Tagen für ein Resultat, das sei aber nicht die Regel.

  • 16.02 Uhr
    Die Fragerunde ist eröffnet

    Ein Journalist will wissen, wie Stadler es mit der Maskenpflicht in Innenräumen halte.

    Stadler sagt: «In Innenräumen mit vielen Personen ist das Risiko einer Übertragung höher. Und eine Maske bringt hier extrem viel.» Jeder könne sich jetzt zusammenreimen, dass Masken Sinn machen würden.

  • 15.58 Uhr
    «Lage in Spitälern ist belastet»

    Da die Liste mit betroffenen Ländern immer länger werde, erhöhe sich der Aufwand für die Kantone immer mehr, sagt der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri. Das Contact Tracing laufe auf Hochtouren.

    Beim Boostern sei zügiges Vorgehen angesagt, aber keine Hektik. «Die Lage in den Spitälern ist nicht dramatisch, aber belastet», so Hauri. Doch um die Dynamik zu bremsen, müssten die Kantone die Massnahmen weiter verschärfen.

  • 15.55 Uhr
    Wirkt die Impfung?

    Einige Fragen zu Omikron müssten nun genau angeschaut werden. Wie gut schützt die Impfung vor Omikron? Wie reagieren Ungeimpfte auf eine Ansteckung?

    Die Variante habe das Potenzial, sich auch dort auszubreiten, wo viele genesen und geimpft seien. In Südafrika habe sich die Variante in einigen Regionen stark ausgebreitet, während Delta nicht zunahm, was auf einen Vorteil von Omikron gegenüber Delta hindeute.

    Stadler geht aber davon aus, dass eine hohe Zahl von Erst-, Zweit- und Drittgeimpften auch gegen die Omikron-Variante helfe.

  • 15.50 Uhr
    Omikron ist unabhängig von Alpha und Delta entstanden

    Taskforce-Chefin Tanja Stadler erläutert die Sicht der Wissenschaft auf die neue Variante Omikron. Diese sei von der WHO am vergangenen Freitag als besorgniserregend eingestuft worden, weil sie eine erhöhte Übertragbarkeit und schwerere Krankheitsverläufe aufweisen könnte. Omikron sei unabhängig von der bisher dominierenden Varianten Alpha und Delta entstanden und sei verwandt mit Varianten, die bereits im Frühjahr 2020 zirkulierten.

  • 15.47 Uhr
    «Omikron trübt die Aussicht auf die kommenden Wochen zusätzlich»

    Ob die Verläufe nach einer Omikron-Ansteckung wirklich mild seien, könne man noch nicht sagen, betont Mathys. Die Variante habe ein bedeutendes Potenzial, den weiteren Verlauf der Pandemie zu prägen. «Delta stellt uns schon vor grosse Herausforderungen – Omikron trübt die Aussicht auf die kommenden Wochen zusätzlich», so Mathys.

  • 15.45 Uhr
    Leicht übertragbar

    Die Datenlage zu Omikron sei noch sehr dünn, führt Mathys nun aus. Die Variante sei am 9. November zum ersten Mal aufgetaucht und konnte schon in zahlreichen Ländern nachgewiesen werden.

    Omikron habe zahlreiche Mutationen, was vermuten lasse, dass es sowohl leicht übertragbar sei als auch die Immunantwort teilweise umgehen könne. Ob es stärker sei als Delta, wisse man aber noch nicht. Man müsse auch noch klären, wie gross die Immunevasion sei und wie stark die Impfung schütze.

  • 15.42 Uhr
    Lage bereits mit Delta kritisch

    Ein Viertel der betriebenen Intensivplätze sei mit Covid-Patienten bewegt, die Zahl liege wieder über der Schwelle von 200, so Mathys.

    Auch das Testvolumen nehme seit Anfang November stetig zu, ebenso die Positivitätsrate. Insgesamt sei davon auszugehen, dass sich die epidemiologische Lage weiter verschlechtern werde und der Druck auf die Spitäler zunehme. Mit Blick auf die Delta-Variante sei die Lage als kritisch einzustufen.

  • 15.39 Uhr
    Omikron könnte Verlauf der Pandemie verändern

    Patrick Mathys gibt nun einen Überblick über die aktuelle Situation, die sich in den vergangenen Tagen deutlich gewandelt habe. Omikron könnte den weiteren Verlauf der Pandemie massgeblich verändern, gleichzeitig sei der Vorhang für die Delta-Variante noch lange nicht gefallen.

    «Die Zahlen nehmen weiter zu», so Mathys. Die 14-Tages-Inzidenz ritze die Grenze von 1000 Infektionen pro 100'000 Einwohnern. Das Bild sei aber nach wie vor heterogen, einige Kantone in der Zentral- und der Ostschweiz seien viel stärker betroffen als andere.

  • 15.36 Uhr
    Gleichzeitiges Zirkulieren von Delta und Omikron verhindern

    «Mit all diesen Massnahmen können wir Omikron nicht ewig aus der Schweiz heraushalten», betont Lévy. Man könne aber die Verbreitung verlangsamen. Wichtig sei darum im Moment, dass man die von Delta verursachte Welle in den Griff bekomme. Eine gleichzeitige Zirkulation von Delta und Omikron drohe das Gesundheitssystem zu überlasten. 

  • 15.34 Uhr
    Morgen Ergebnisse über Verdachtsfall

    Das BAG aktualisiere täglich die Liste mit Ländern, aus denen man nach einer Einreise in die Quarantäne muss. Alle Personen müssen auch einen kostenlosen PCR-Test machen. Das sei wichtig für eine möglichst vollständige Übersicht über die Verbreitung von Omikron.

    Einen Verdachtsfall gibt es in der Schweiz, momentan wird die Sequenzierung vorgenommen. «Morgen sollten wir Gewissheit haben», sagt Lévy.

  • 15.31 Uhr
    Neue Unsicherheit

    BAG-Direktorin Anne Lévy eröffnet die Medienkonferenz. Der Trend mit den steigenden Zahlen konnte trotz Massnahmen der Kantone in den letzten Wochen nicht gebrochen werden, so Lévy. Nun sei zusätzliche Unsicherheit durch eine neue Variante dazugekommen.

Ausgangslage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die neue Corona-Variante Omikron als «sehr grosses globales Risiko». Auch in der Schweiz wurde wahrscheinlich ein Fall entdeckt. Der Bund hat bereits reagiert und die Einreise aus einigen Ländern eingeschränkt.

Wie schätzen das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Taskforce die Lage ein? Wie gefährlich könnte Omikron werden? Die wöchentliche Medienkonferenz des Bundes auf Fachebene findet nun bereits am Montag statt am Dienstag statt.

Anne Levy, Direktorindes Bundesamts fuer Gesundheit (BAG), spricht an einer Medienkonferenz zu den Krankenkassenpraemien 2022, am Dienstag, 28. September 2021, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
BAG-Direktorin Anne Lévy tritt heute vor die Medien.
KEYSTONE

Vom BAG nehmen Direktorin Anne Lévy und Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, teil. Auch der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri und Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler sind dabei.

An der Medienkonferenz nehmen teil:

  • Anne Lévy, Direktorin, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, BAG
  • Tanja Stadler, Präsidentin, National COVID-19 Science Task Force
  • Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS