«Wir ermutigen die Jugendlichen, sich regelmässig zu testen»

Von Alex Rudolf und Lia Pescatore

7.7.2021

Steigende Corona-Zahlen: Mallorcas Sommersaision in Gefahr?

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05.07.2021

Mit den Kolleg*innen nach Mallorca oder Griechenland? Viele Jugendliche feiern diesen Sommer ihren Schul- oder Lehrabschluss. Doch weist genau diese Altersgruppe die höchsten Infektionszahlen auf – und in den Feriendestinationen steigen die Fallzahlen. 

Von Alex Rudolf und Lia Pescatore

7.7.2021

Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 sind jene Altersgruppe mit den meisten Corona-Infektionen. Dies geht aus einer Erhebung des Bundesamts für Gesundheit hervor. Neben einer gerbaingeren Impfquote lasse sich dies auch mit einer erhöhten Mobilität und einer grösseren Anzahl Kontakte erklären, heisst es beim BAG.

Die Gefahr dabei: Genau diese Altersgruppe begibt sich diesen Sommer auf Reisen, um den Berufsschulabschluss oder die Maturität zu feiern. Bringen sie durch Partys am Mittelmeer möglicherweise neue Virus-Varianten zurück in die Schweiz?

«Es besteht tatsächlich ein gewisses Risiko», sagt BAG-Mediensprecher Jonas Montani auf Anfrage. Besonders heikel: Reisende, die zurück aus dem Schengenraum in die Schweiz kommen, müssen sich nicht mehr in Quarantäne begeben. «Wir ermutigen die Jugendlichen, sich regelmässigen Tests zu unterziehen; besonders in den Schulen», sagt er weiter. 

«Mittelschüler*innen sind generell sehr vernünftig»

«In den ersten drei Wochen nach den Sommerferien wird in Berner Schulen wieder regelmässig getestet», sagt Gisela Meyer Stüssi vom Generalsekretariat der Schweizer Gymnasiallehrer*innen. Sie hält fest, dass Mittelschüler*innen generell sehr vernünftig seien. «Entweder bereiten sie sich auf den Numerus clausus vor, absolvieren den Militärdienst oder gehen arbeiten», sagt sie. Würden Schülerinnen und Schüler privat in die Ferien gehen, sei dies ausserhalb der Kompetenz der Schule.

Wie können sich Jugendliche am besten vorbereiten? Sollen sie auf eine Reise verzichten, wenn sie denn überhaupt eine geplant haben? Von offizieller Seite gibt es zu diesem Thema keine Empfehlungen: So seien Schul- oder Maturitätsreisen bei der Gesundheitsdirektorenkonferenz nicht explizit besprochen worden, wie die stellvertretende Generalsekretärin Kathrin Huber auf Anfrage sagt. 

Offizielle Maturitätsreisen finden keine statt

Auch beim Zürcher Mittelschulamt sowie bei der Berner Bildungs- und Kulturdirektion verweist man darauf, dass die Schule bei der Organisation solcher Reisen nicht involviert sei. Maturitätsreisen, die in Form einer Schulveranstaltung durchgeführt wurden, gab es dieses Jahr fast keine.

«Aufgrund der nach wie vor instabilen Lage und den länderspezifischen Regeln, was Reisen in Europa betrifft, werden keine Auslandreisen geplant», sagt etwa Simon Thiriet, Leiter Kommunikation des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Wie problematisch sind die Abschlussreisen aus epidemiologischer Sicht? Esther Künzli, Infektiologin am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel, rät Jugendlichen nicht grundsätzlich von einer Reise ab.

Das Einhalten der Schutzmassnahmen sei aber auf einer solchen Reise besonders wichtig, auch wegen der deutlich ansteckenderen Delta-Variante, die in vielen Ländern auf dem Vormarsch sei. «Dabei ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass man sich auch im Freien anstecken kann», betont Künzli auf Anfrage von «blue News». «Draussen übertragt sich das Virus zwar schlechter als in geschlossenen Räumen, aber es überträgt sich trotzdem.»

Künzli: Impfung ist wirkungsvoller als Tests

Künzli rät den Schulabgänger*innen zudem, sich impfen zu lassen. Das regelmässige Testen, wie es das BAG den Jugendlichen empfiehlt, helfe zwar, die Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Impfungen seien aber zur Eindämmung des Virus wichtiger und wirkungsvoller. «Je grösser der Anteil an geimpften Personen in der Bevölkerung ist, desto schwerer wird es für das Virus, sich auszubreiten.»

An der Medienkonferenz des BAG vom Mittwoch informierte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, darüber, dass auch die Impfbereitschaft der Jugendlichen ziemlich hoch sei. Eine Nachfrage ergibt, dass sich der Effekt davon aber in Grenzen hält. So besteht das Alterssegment der 12- bis 16-Jährigen aus lediglich 330'000 Personen. «Eine hohe Durchimpfungsrate in dieser Gruppe spielt für die epidemiologische Gesamtsituation eine geringere Rolle als eine hohe Durchimpfungsrate in der Erwachsenengruppe», sagt BAG-Sprecher Montan.

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