Vor 25 Jahren «weinte» Luzern: Die Kapellbrücke brannte lichterloh

Nicolai Morawitz

16.8.2018

Eine Feuersbrunst zerstörte das bekannteste Wahrzeichen Luzerns am 18. August 1993 fast völlig. Noch 25 Jahre später gehört der Brand der Kapellbrücke zum kollektiven Gedächtnis der Stadt. Ohne die grosse Solidarität aus der Bevölkerung wäre der rasche Wiederaufbau nicht möglich gewesen.

Die Kapellbrücke wurde im Rekordtempo wiederaufgebaut: Schon im Frühjahr 1994 konnten rund 15'000 Festbesucher wieder ihre Füsse auf die neue Holzkonstruktion über die Reuss setzen. 

Der Stadtrat hatte bereits am Tag des Brands angekündigt, das Holzbauwerk aus dem 14. Jahrhundert wiederaufbauen zu wollen. Für Jürg Rehsteiner, den Stadtarchitekten Luzerns, ist es damals geschickt gewesen, keine Zeit verstreichen zu lassen bei der Rekonstruktion. In der Stadt seien einfach zu viele Emotionen mit dem Bauwerk verbunden, wie er im Video erzählt:

«Ein Brand auf dem Wasser schien mir unvorstellbar»

Einer der die Brandnacht 1993 aus nächster Nähe verfolgte, war Meinrad Buholzer. Der mittlerweile pensionierte Journalist der Schweizerischen Depeschenagentur erinnert sich, dass er von der Redaktion in Bern aus dem Bett geklingelt wurde. Zunächst habe er an eine Bagatelle geglaubt, so Buholzer. Doch als er an den Brandplatz gelangte, war die Brücke nur noch ein Wrack.

«Eigentlich habe ich als Journalist in erster Linie versucht, Fakten einzuholen, doch als ich die russgeschwärzten Überreste sah, bedauerte ich sofort den Verlust». Zu oft sei er in der Freizeit und bei der Arbeit über die Brücke gegangen. Dass sich ein Brand, sozusagen auf dem Wasser, so schnell ausbreiten könne, habe er für unmöglich gehalten.

Nach einem Augenschein auf dem Brandplatz zog es Buholzer zurück ins Büro, wo er Meldungen verfasste, die sprichwörtlich um die Welt gingen. Am Morgen danach hätten sich auch ausländische Medien bei ihm gemeldet. Doch viel mehr habe er nicht bieten können: «Es stand ja schon alles in meinen Meldungen».

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