Waadtländer Parlament lehnt Stimmrechtsalter 16 knapp ab

hkl, sda

4.5.2021 - 18:45

Die Einführung von Stimmrechtsalter 16 wurde schon mehrfach gefordert – hier bei einer Aktion 2008 auf dem Bundesplatz. (Archivbild)
Im Kanton Waadt können Jugendliche ab 16 Jahren auf kantonaler und kommunaler Ebene weiterhin nicht abstimmen.
KEYSTONE/LUKAS LEHMANN (Symbolbild)

Im Kanton Waadt können Jugendliche ab 16 Jahren auf kantonaler und kommunaler Ebene weiterhin nicht abstimmen. Der Grosse Rat hat am Dienstag eine entsprechende Motion mit hauchdünner Mehrheit abgelehnt.

hkl, sda

4.5.2021 - 18:45

Unterstützung fand das Begehren bei der Ratslinken, die argumentierte, dass ein Stimmrechtsalter ab 16 die Beteiligung junger Menschen an der Politik erhöhen würde. Abgeordnete von FDP und SVP äusserten dagegen Bedenken, weil das aktive vom passiven Wahlrecht abgekoppelt werde.

Das passive Wahlrecht, also die Wählbarkeit in ein politisches Amt, hätte weiterhin erst ab 18 Jahren gegolten. Das bürgerliche Lager gewann schliesslich mit 71 zu 70 Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Bewegung auf Bundesebene

Die Idee könnte jedoch auf Bundesebene wieder auf den Tisch kommen. Der Nationalrat hatte einer parlamentarische Initiative aus der Grünen Fraktion für die Einführung des Stimmrechtsalters 16 im vergangenen Herbst zugestimmt. Anfang Februar gab die Staatspolitische Kommission des Ständerats ihrer Schwesterkommission grünes Licht, um eine Änderung der Bundesverfassung zu erarbeiten.

Bei einer Verfassungsänderung bräuchte es neben dem Ja des Parlaments zwingend eine Volksabstimmung. Für die definitive Einführung des Stimmrechtsalters 16 auf nationaler Ebene wäre das Volks- und das Ständemehr notwendig.



Auf kantonaler Ebene gewährt derzeit nur Glarus das Stimmrecht mit 16 Jahren. Im Februar stimmte das Urner Parlament einer Verfassungsänderung zu, die eine Senkung des Wahlalters vorsieht. In mehreren Kantonen, darunter Genf, Wallis, Bern und Zürich, werden entsprechende Pläne diskutiert.