«Wir können diese Pandemie nur gemeinsam beenden»

SDA/lmy/uri

21.10.2021

Engelberger: «Pandemie und nicht Impfung spaltet die Gesellschaft»

Engelberger: «Pandemie und nicht Impfung spaltet die Gesellschaft»

«Wir sollten die Impfung nicht politisieren», sagte Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) am Donnerstag vor den Medien in Bern. Die Spaltung komme von der Pandemie. «Dass die Impfung wirkt, ist eine These, die wissenschaftlich belegt ist», sagte Engelberger. «Die Impfung spaltet die Gesellschaft nicht, sondern die Pandemie spaltet die Gesellschaft.» Wichtig sei auch die Impfwoche, die für die Woche vom 8. November geplant sei. «Wir wissen, dass es bei der Impfung Ängste gibt. Diese Fragen wollen wir noch klären, damit wir möglichst viele Menschen zu einer Impfung bewegen können.»

21.10.2021

Alain Berset hat sich mit den Kantonen über die Corona-Lage ausgetauscht. Gemeinsam will man die Impfquote vor dem Winter noch massgeblich erhöhen – auch wenn dafür nur noch wenige Wochen bleiben.

SDA/lmy/uri

21.10.2021

Laut Gesundheitsminister Alain Berset herrscht Konsens zwischen Bund und Kantonen, dass weitere Fortschritte bei der Impfung erzielt werden müssen. «Wir können die Pandemie nur gemeinsam beenden.»

Es sei jetzt die letzte Chance vor dem Winter, sich impfen zu lassen, sagte Berset am Donnerstag vor den Medien in Bern. Je höher die Impfquote sei, desto kleiner sei das Risiko einer künftigen Überlastung der Spitäler.

Bundesrat Alain Berset, rechts, spricht an der Seite von Lukas Engelberger, Regierungsrat und Praesident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), links, waehrend einer Medienkonferenz nach einem Austausch mit Bundesrat Alain Berset und der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), am Donnerstag, 21. Oktober 2021, im Medienzentrum in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
GDK-Präsident Lukas Engelberger und Alain Berset vor den Medien in Bern.
KEYSTONE

Es gehe nun darum, die unsicheren Personen doch noch von einer Impfung zu überzeugen. Dazu diene die Impfwoche im November sowie der Ausbau von Impfmobilen. Es gehe darum, einen niederschwelligen Zugang für alle zu ermöglichen. Berset betonte, dass niemand zu einer Impfung gezwungen werde. Jedoch hätten viele Akteure ein Interesse daran, dass die Impfquote steige.

Betreffend die dritte Impfung sagte Berset, dass ein «Booster» für Personen über achtzig Jahren durchaus Sinn ergeben könne. Nun gelte es zunächst aber, den Zulassungsentscheid von Swissmedic abzuwarten.

Spaltung durch die Pandemie

«Wir sollten die Impfung nicht politisieren», sagte Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Die Spaltung komme von der Pandemie.

«Dass die Impfung wirkt, ist eine These, die wissenschaftlich belegt ist», sagte Engelberger. «Die Impfung spaltet die Gesellschaft nicht, sondern die Pandemie spaltet die Gesellschaft.» Die Schweiz sei noch nicht aus der Risikozone raus. Auf den Intensivstationen seinen mehr als 10 Prozent aller Patient*innen nicht geimpfte Covid-Erkrankte.



Wenn viele Personen wieder erkrankten in den nächsten Wochen, sei dies ein Risiko für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Erholung. «Deshalb ist es wichtig, dass wir die Impfempfehlungen fortführen.» Er sei optimistisch, «dass wir noch eine massgebliche Erhöhung der Impfquote erreichen können, bevor der Winter kommt».

Wichtig sei auch die Impfwoche, die für die Woche vom 8. November geplant sei. «Wir wissen, dass es bei der Impfung Ängste gibt. Diese Fragen wollen wir noch klären, damit wir möglichst viele Menschen zu einer Impfung bewegen können.»

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  • 14.07 Uhr
    Verständnis für Beibehaltung der Massnahmen

    Die Vorschläge des Bundesrates von gestern will Engelberger noch nicht kommentieren. Die Kantonsregierungen müssten zuerst selber beurteilen, was sie davon halten. Dass man nicht eine rasche Aufhebung der bisherigen Massnahmen vorschlage, dafür habe man in der GDK viel Verständnis. Der Zeitpunkt dafür sei noch nicht da.

  • 14.04 Uhr 
    Wie steht es um die Kosten der Impf-Kampagne?

    Berset sagt, er habe die Kosten gerade nicht präsent, aber sie seien geringer geworden. Engelberger ergänzt, dass die Grenzkosten pro Impfung derzeit allerdings immer mehr zunehmen würden. Am Anfang habe man die Impfzentren gehabt und alle seien ungeduldig hingestürmt. Nun müsse man die Skeptischen überzeugen und entsprechend würde es teurer.

    In der derzeitigen Situation müsse man die Kosten für die Impfkampagne aber hintenanstellen, so Engelberger. Berset erklärt, die Kosten für die Impf-Kampagne seien ohnehin nur so hoch wie das Testen innert zwei Wochen im September. 

  • 14.02 Uhr
    Wenig Evidenz für Nutzen der Booster-Impfung

    Andere Länder verabreichen Booster-Impfung grossflächig und systematisch – warum die Schweiz nicht? Patrick Mathys vom BAG beantwortet die Frage. Die Evidenz für einen Nutzen der Booster-Impfung sei sehr dünn. Die Studien der Hersteller hätten keine grosse Datenbasis, zudem wurden unterschiedliche Impfstoffe eingesetzt. «Es macht Sinn, die Booster-Impfung da einzusetzen, wo sie wirklich einen zusätzliche Schutz bietet», betont er.

    Mit den zwei Impfungen habe man einen sehr stabilen Schutz, ergänzt Alain Berset. Der Schutz scheine nur bei wenigen, besonders vulnerablen Gruppen zu sinken.

  • 13.59 Uhr
    Kantone müssen selber entscheiden

    «Wir kennen jetzt die Angebote in den Kantonen», sagt Lukas Engelberger. Sie müssten nun selber den Effort bringen, jeder Kanton müsse aber selber entscheiden. Nach dem was er höre, werde es einen grossen Schub geben für die Impfwoche.

  • 13.55 Uhr 
    Die Fragerunde beginnt

    Ein Journalist will wissen, ob man mit der Impfung wirklich aus der Pandemie komme, oder ob das ein Trugschluss sei.

    Berset sagt, man könne hier optimistisch sein. Man habe seit Anfang des Jahres grosse Erfolge mit der grössten Impf-Kampagne der Schweiz erzielt. «Die Impfung ist qualitativ hoch und hoch wirksam», sagt Berset. Derzeit würden fast nur Ungeimpfte hospitalisiert. Klar sei aber auch, dass das Virus bleibe.

    Es ginge nun darum, dass es nicht mehr das soziale Leben beeinträchtige. Die dritte Impfung werde dann für jene empfohlen, deren Impfschutz sinke oder die besonders gefährdet seien, So ein Vorgehen sei etwa bei der Grippe bereits Normalität. «Wir wissen, die Impfung ist der Schritt in die Normalität», so Berset.

  • 13.52 Uhr
    Unterschiedliche Aktivitäten in Impfwoche

    Es sei wichtig, die Impfanstrengungen weiter zu führen, so Engelberger. «Ich bin überzeugt, dass wir es noch schaffen können in der Schweiz, eine gute Impfquote zu erreichen.» Man habe noch ein paar Wochen, um die Impfquote vor dem Winter noch massgeblich zu erhöhen.

    Über die Ausgestaltung der Impfoffensive habe man auf politischer und auf Fachebene diverse Gespräche geführt und sei dankbar für die Hilfe vom Bund. «Es wird viele unterschiedliche Aktivitäten geben», erklärt Engelberger – je nach Situation in den Kantonen.

  • 13.50 Uhr
    «Wir sind noch nicht aus der Risikozone»

    Lukas Engelberger äussert ebenfalls seine Zusammenarbeit für die gute Zusammenarbeit mit dem Bund, die man in den letzten zwei Jahren stark intensiviert habe. Die Situation sei entspannter als nach der letzten Zusammenkunft von Ende August. Allerdings seien immer noch viele Covid-Patient*innen auf den Intensivstationen, was zeige, dass man noch nicht aus der Risikozone draus sei.

  • 13.46 Uhr
    Guter Austausch zwischen Bund und Kantonen.

    «Wir hatten einen sehr guten Austausch mit den Kantonen», fasst Berset nun auf deutsch zusammen. Er bedankt sich nochmals bei den Kantonen, auch für die Unterstützung bei der Impfwoche. «Wir können diese Pandemie nur gemeinsam beenden», betont Berset. Je rascher man die Immunisierung der Bevölkerung vorantreibe, desto schneller gehe das.

  • 13.45 Uhr
    Booster für kleine Gruppe

    Er habe sich mit den Kantonen auch über die Booster-Impfung unterhalten, führt der Gesundheitsminister weiter aus. Die Impfung schütze sehr gut, aber nicht zu 100 Prozent. Für eine kleine Gruppe mache eine Auffrischimpfung sicher Sinn, etwa für ältere Personen und Risikopatienten. 

  • 13.43 Uhr
    «Wir haben alle Instrumente in der Hand»

    Berset erwähnt die bald stattfindende nationale Impfwoche sowie die mobilen Impfteams, mit denen die Impfrate weiter gesteigert werden soll. Man habe alle Instrumente in der Hand, um die Zirkulation des Virus zu verringern und die Spitäler nicht zu überlasten. Der Einsatz dieser Mittel liege in der Hand der Kantone, die entscheiden müsste, wie das am besten gehe. Man habe dabei viele Ideen.

  • 13.39 Uhr
    Bereit für Herbst und Winter

    Mit rund 10 Minuten Verspätung geht es los. Alain Berset ergreift das Wort und betont noch einmal, dass man bereit sein müsse für den Herbst und den kommenden Winter. Er bedankt sich nochmals bei den Kantonen, mit denen man eine gute und sehr wichtige Zusammenarbeit habe. Vor allem sei es wichtig, die Impfung-Kampagne weiter voranzutreiben.

Ein neues «Schweizer Covid-Zertifikat» für Genesene soll ein ganzes Jahr gültig sein statt nur sechs Monate wie bis anhin. Ihnen soll die Teilnahme am öffentlichen Leben erleichtert werden. Diese Vorschläge hat der Bundesrat gestern in die Vernehmlassung geschickt.

Was halten die Kantone von den Plänen der Landesregierung? Gesundheitsminister Alain Berset hat sich heute mit den Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren getroffen. Um 13:30 treten der Präsident Lukas Engelberger und Berset in Bern vor die Medien.