Geschäft mit der Angst

Wie dubiose Putzfirmen von der Coronakrise profitieren wollen

tafi

17.4.2020

Putzfirmen, die mit professionellen Heimdesinfektionen werben, hoffen auf das Geschäft mit der Angst: Auch in Zeiten des Coronavirus reichen normale Reinigungsmittel.(Symbolbild)
dpa

Die Angst vor dem Coronavirus wird zum lukrativen Geschäft: Manche Reinigungsfirmen bieten neu «professionelle Heimdesinfektionen» an. Die aber sind völlig unnötig, meinen Experten.

«Es reicht, wenn man zu Hause mit den normalen Putzmitteln putzt», versichert Andreas Widmer dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Aus medizinischer Sicht sind für den Spitalhygieniker des Unispitals Basel professionelle Heimdesinfektionen wegen des Coronavirus nicht nötig. Wichtiger sei immer noch die Handhygiene.



«Espresso» hatte von Flyern berichtet, mit denen Reinigungsfirmen dafür werben, Privatwohnungen professionell zu desinfizieren. Desinfektionen sind in Spitälern, Altersheimen und der Lebensmittelproduktion auch in normalen Zeiten sinnvoll, in Privathäusern aber selbst nach einer Infektion mit dem Coronavirus nicht erforderlich.

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Es reiche aus, die Wohnung mit normalen Putzmitteln zu reinigen, so Widmer. In Bad, Dusche und WC könne man zu Javelwasser greifen, das eine desinfizierende Wirkung hat.

Für Karin Funk, Geschäftsführerin von Allpura, dem Verband der Deutschschweizer Reinigungsfirmen, machen professionelle Desinfektionen hingegen Sinn, etwa «wenn jemand in einem Mehrfamilienhaus am Virus erkrankt».



Dann sollten Treppenhaus, Lift und Waschküche desinfiziert werden. Allerdings sollten Konsumenten unbedingt seriöse Anbieter mit Referenzen beauftragen und «nachfragen, ob die Mitarbeiter über eine entsprechende Ausbildung verfügen.»

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