Der Schweiz drohen Mitte Dezember österreichische Zustände

trm, sda

23.11.2021 - 15:01

epa09597490 A closed cafe is seen on the first day of a nationwide lockdown in Vienna, Austria, 22 November 2021. Austrian Chancellor Alexander Schallenberg announced a mandatory vaccination against the SARS-CoV-2 coronavirus by February 2022, and a general nationwide lockdown to stem the ongoing pandemic of COVID-19 starting 22 November.  EPA/CHRISTIAN BRUNA
Wieder Lockdown: Österreich musste wegen der stark steigenden Corona-Fallzahlen die Notbremse ziehen. 
Bild: EPA

Die epidemiologische Situation in der Schweiz entwickelt sich gleich wie in Österreich, mit einer Verzögerung von rund drei bis fünf Wochen. Zu diesem Schluss kommt die wissenschaftliche Covid-Taskforce des Bundes. 

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23.11.2021 - 15:01

Seit Mitte November nehmen die gemeldeten Sars-CoV-2 Fälle in der Schweiz mit einer Verdoppelungszeit von rund zwei Wochen zu. Dies entspreche einer wöchentlichen Zunahme von rund 40 Prozent, schreibt die Taskforce in ihrem neuesten Lagebericht vom Dienstag.

Auch die Zahl der Hospitalisierungen steige aktuell um 40 Prozent pro Woche. Per 21. November seien rund 160 IPS-Betten belegt gewesen, mit einer wöchentlichen Steigerung von 20 Prozent.

Mit 400 und mehr Covid-19-Patienten wären die mit dem vorhandenen Intensiv-Fachpersonal betreibbaren Intensivbetten gesamtschweizerisch erschöpft. Alle nicht-dringlichen Interventionen würden gesamtschweizerisch gestoppt und die Behandlungsqualität sinke, hiess es weiter.

Die Entwicklung laufe damit genau gleich wie in Österreich, sagte Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler am Dienstag an der Expert*innen-Medienkonferenz in Bern. Einziger Unterschied sei eine zeitliche Verzögerung von drei bis fünf Wochen. 

Taskforce setzt auf Booster

Die wissenschaftliche Taskforce betont im Bericht den Nutzen der dritten Impfdosis. Ein erstes Ziel sei eine Reduktion der Spitaleintritte durch die Wiederherstellung des 95-prozentigen Schutzes vor Hospitalisationen. In den letzten Wochen sei der Anteil der hospitalisierten über 80-Jährigen stark gestiegen. Dies deute auf einen Rückgang des Schutzes durch die Impfung hin.

Wenn die meisten doppelt Geimpften eine dritte Impfdosis erhielten, bevor sie infiziert werden, könnten damit in der Schweiz rund 10’000 bis 20’000 Hospitalisierungen bei Menschen über 70 Jahre verhindert werden.

Alle noch nicht geimpften Menschen doppelt zu impfen bevor sie infiziert werden reduziere die Krankheitslast ebenfalls um 10’000 bis 20’000 Hospitalisierungen.



Ein zweites wichtiges Ziel der dritten Impfung sei, die Zahl der Infektionen zu senken. Unmittelbar nach doppelter Impfung mit einem mRNA-Impfstoff liege der Schutz vor Infektion bei 90 bis 95 Prozent. Dies bedeute, dass ein Ungeimpfter 10 bis 20-mal wahrscheinlicher mit Sars-CoV-2 infiziert werde als ein Geimpfter.

Nach 6 Monaten falle der Schutz auf rund 50 Prozent ab. Durch eine dritte Impfdosis könne der Schutz wieder auf 95 Prozent erhöht werde. Damit hätten Menschen nach einer dritten Impfdosis ein 20-mal kleineres Risiko als Ungeimpfte, nach einer Infektion hospitalisiert zu werden.

Kinder schützen

Kinder und Jugendliche sollten laut Taskforce vor Covid-19-Infektionen geschützt werden. Dies gleichzeitig als Selbstschutz vor seltenen schweren Verläufen und Long-Covid wie auch als Schutz vor Übertragung auf gefährdete Personen.

Die Taskforce bekräftigt im Lagebericht deshalb die Wichtigkeit von Schutzmassnahmen an Schulen. Regelmässiges Testen, das Tragen von Masken sowie Messungen der CO2-Belastung und regelmässiges Lüften seien Voraussetzungen für den Schutz vor unkontrollierten Krankheitsausbrüchen. Sie sollen den Kindern und Jugendlichen die Aufrechterhaltung des Schulalltages und einen normalen Tagesablauf ermöglichen, wie es weiter hiess.

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