Woran die Schweizer sterben

tafi

19.3.2019 - 18:00

Die Menschen werden immer älter: In der Schweiz sterben die meisten Menschen erst mit mehr als 85 Jahren. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Die Menschen werden so alt wie nie, doch sterben muss jede und jeder irgendwann. Neue Zahlen zeigen, woran die Menschen heutzutage am häufigsten sterben.

Schweizer Männer und Frauen werden immer älter. Zwischen 1950 und 2015 ist die durchschnittliche Lebenserwartung um fast 15 Jahre gestiegen, von 68,7 auf 83,1 Jahre. Im Vergleich zur gesamten Weltbevölkerung ist das fast schon ein moderater Anstieg: Global gesehen stieg die Lebenserwartung in diesem Zeitraum um 25 Jahre, liegt allerdings mit 71,4 Jahren deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt.



Dass ein immer längeres Leben keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen aktuelle Zahlen der britischen Non-Profit-Organisation «Our World in Data», die jetzt von der BBC veröffentlicht wurden. Demnach verläuft der Anstieg der Lebenserwartung keineswegs immer reibungslos. Verantwortlich dafür sind Krankheiten, Epidemien und «unerwartete Ereignisse».

Weltweit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen. Auffällig ist allerdings, dass es immer noch viele Todesfälle durch vermeidbare Ursachen – Magen-Darm-Erkankungen, Tuberkulose, Unterernährung – gibt.
Grafik: IHME, Global Burden of Disease

Während die Todesursachen, die die Menschen medial am meisten beschäftigen – etwa durch Terrorismus, Krieg und Naturkatastrophen – weniger als 0,5 Prozent aller Todesfälle ausmachen, sterben viele Menschen immer noch zu jung und an vermeidbaren Ursachen. Ansteckende Krankheiten sind in vielen Teilen der Welt noch nicht ausgerottet, etwa weil die Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder Impfstoffen haben.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Schweiz vorn

«Die Geschichte, wann Menschen sterben», fasst die BBC zusammen, ist «eine Geschichte darüber, wie sie sterben und wie sich dies im Laufe der Zeit verändert hat.» In der Schweiz etwa sterben die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zweithäufigste Todesursache ist gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BfS) Krebs. Diesen Zahlen gelten für die Gesamtbevölkerung. Aber seit 2014 sterben mehr Männer an Krebs als an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Insgesamt sind 2016 in der Schweiz 64'964 Personen gestorben, davon 31'283 Männer und 33'681 Frauen. Die meisten Todesfälle gab es in der Altergruppe der Über-85-Jährigen (44 Prozent), gefolgt von den 65-bis-84-Jährigen (42 Prozent). Die häufigste Todesursache bei den 15-bis-44-Jährigen Männern sind Unfälle und Suizide, auch bei den Frauen ist der Anteil hoch, Krebserkrankungen kommen in dieser Altergruppe noch häufiger vor.

Auch in der Schweiz sterben insgesamt die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei den Männern war 2016 aber erstmals Krebs die häufigste Todesursache.
Grafik: BFS

Weltweit sterben die meisten Menschen durch altersbedingte Krankheiten. Dennoch gibt es nicht nur in weniger entwickelten Ländern immer wieder Ereignisse, die die Lebenserwartung senken. In den USA ist die aktuelle Opioid-Krise, der vor allem Menschen im mittleren Alter zum Opfer fallen, für einen leichten Rückgang verantwortlich. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara machte sich in den 1990er-Jahren die HIV-Epidemie deutlich bemerkbar. AIDS war damals auch in der Schweiz eine häufigere Todesursache: 1994 starben 637 Menschen in der Schweiz an AIDS, 2016 waren es 19.

Bilder aus der Schweiz
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