Zürich erfasst Rückkehrende aus Risikoländern bei der Einreise

SDA/tjb

5.8.2020 - 16:11

Wer aus einem Covid-19-Risikoland heimreist, muss in Quarantäne – eigentlich. Denn kontrolliert werden konnte das wegen Vollzugsproblemen bisher nur bedingt. Darum werden im Kanton Zürich nun ankommende Flugpassagiere konsequent erfasst.

«Wir können uns nicht nur auf die Ehrlichkeit der Rückkehrenden verlassen» – so begründete der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) eine neue Lösung, um am Flughafen jene zu erfassen, die aus Covid-19-Risikogebieten einreisen und darum zehn Tage in Quarantäne müssen. 

Der Kanton Zürich erhält künftig direkt am Flughafen Zürich von den Fluggesellschaften die Kontaktdaten aller Passagiere, die aus Risikoländern einreisen. Diese Zusammenarbeit mit den Fluggesellschaften ist laut Fehr ein «eigentlicher Durchbruch». Zuvor habe man die Daten vom Bund erhalten – allerdings nur auszugsweise und in der Regel mit etlichen Tagen Verzögerung.

Daten kommen nicht ins System der Polizei

Die Kontaktdaten werden am Flughafen von der Flughafenpolizei erfasst, welche zur Kantonspolizei gehört, wie Fehr am Flughafen Zürich vor den Medien erklärte. Polizeibeamte holen dazu bei der Fluggesellschaft oder deren Abfertiger die Kontaktformulare ab, die jeder Passagier aus einem Risokoland ausfüllen muss. Elektronisch erfasst werden dann die im Kanton Zürich wohnhaften Rückkehrer. Deren Kontaktdaten werden ans Contact-Tracing-Team der Gesundheitsdirektion übermittelt.

Wer am Flughafen Zürich landet und aus einem Risikogebiet einreist, wird künftig direkt von der Flughafenpolizei erfasst.
Bild: Keystone

«Die Daten werden nie ins polizeiliche System eingegeben», betonte der Kommandant der Zürcher Kantonspolizei, Bruno Keller. Polizeiliche Massnahmen würden erst ergriffen, wenn die Polizei eine Verdachtsmeldung erhalte. Diese könne von der Gesundheitsdirektion stammen oder etwa von Nachbarn oder Vorgesetzten.

Lösung gilt vorerst nur für den Kanton Zürich

Der Bund hat am 6. Juli eine Quarantänepflicht für all jene verhängt, die aus Corona-Risikoländern in die Schweiz zurückkehren. Die Bundesbehörden hätten dem Kanton Zürich den Auftrag gegeben, die Quarantäne durchzusetzen. «Und das machen wir», sagte Fehr. «Wir machen alles, dass Leute, die aus Risikoländern zurückkehren, sich auch in Quarantäne begeben.»

Dazu brauche der Kanton die Passagierlisten. Die Vorgabe des Bundes lautet, das sich Einreisende aus den vom Bund definierten Risikoländern mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko umgehend in Quarantäne begeben. Zudem müssen sie sich innert zwei Tagen bei der Gesundheitsdirektion melden.

Die Lösung gilt vorerst nur für den Kanton Zürich, wie Mario Fehr vor den Medien sagte. Nur die Daten jener, die in dem Kanton wohnhaft sind, würden darum erfasst. Allerdings biete man gerne Hand, wenn auch andere Kantone Interesse an der Lösung zeigten.

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