Fragen und Antworten

So gefährlich sind Blaualgen wirklich

smi

16.5.2022

Blaualgen vermiesen nicht nur den Badespass, sie können für Menschen unangenehme und für Tiere tödliche Folgen haben. Zum Problem werden sie, wenn sie massenhaft blühen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

smi

16.5.2022

Was ist das Problem mit den Blaualgen?

Einige, aber nicht alle Blaualgenarten enthalten Giftstoffe. Diese können sie durch Berührung an Menschen oder Tiere abgeben. Ihre Giftstoffe sind auch im Wasser, das sie umgibt. Wer kontaminiertes Wasser verschluckt, hat die Giftstoffe im Körper. 

Wie gefährlich ist das?

Schwere Erkrankungen sind bei Menschen nicht bekannt. Die häufigsten Symptome sind Haut- und Schleimhautreizungen sowie Bindehautentzündungen. Weitere gemeldete Folgen sind Durchfall und Fieber und im schlimmsten Fall Atemwegserkrankungen. Einzelne Menschen zeigten allergische Reaktionen auf Kontakt mit Blaualgen-Giftstoffen.

Grösser ist die Gefahr für Tiere. Immer wieder sterben Hunde, aber auch andere Gattungen nach dem Kontakt mit Blaualgen.

Wie erkenne ich, dass Blaualgen meinen Badesee befallen haben?

Wenn vorher klares Wasser immer trüber wird, ist es Zeit genauer hinzuschauen. Oft stinkt das Wasser, da die Blaualgen rasch absterben.  Blaualgen bilden fädige, flockige oder auch kugelförmige Ansammlungen von Schlieren im Wasser.  Strömung oder Wind können sie am Ufer zu einem dichten, rahmartigen Teppich zusammenschieben. Oft sind sie bläulich, manchmal auch grasgrün. Blaualgen können – anders als ihr Name suggeriert, diverse Farbtöne annehmen. 

Wer muss besonders vorsichtig sein?

Besonderes gefährdet sind Hunde. Ob sie das Wasser verschlucken, in welchem sie baden oder die Giftstoffe aufnehmen, wenn sie sich danach das Fell ablecken, ist nicht geklärt. Tatsache ist: Es sterben immer wieder Hunde nach Kontakt mit Blaualgen. 

Kinder sollten nicht im Algenteppich baden, wobei auch bei ihnen keine schwerwiegenden Folgen bekannt sind.

In Afrika starben 2020 mehrere hundert Elefanten. Als wahrscheinlichste Ursache ermittelten die Experten Blaualgen in den Gewässern, aus denen sie getrunken hatten. Auch Vögel, Reptilien und Fische sollen schon nach Kontakt mit Blaualgen gestorben sein. 

Verhalten bei Verdacht auf Blaualgenbefall eines Gewässers (Quelle: Merkblatt des Kantons Zürich)

  • Auffällig gefärbte Wasserflächen mit Schlieren oder Flocken meiden.
  • Wenn man aufgrund der Algendichte im knietiefen Wasser die eigenen Füsse nicht mehr klar erkennen kann, sollte das Gewässer verlassen werden. 
  • Personen mit empfindlicher Haut (dazu zählen auch Kleinkinder) sollen das Baden im See auf Bereiche mit klarem Wasser beschränken.
  • Verschlucken von Wasser vermeiden.
  • Nach dem Baden gut duschen und gründlich abtrocknen. - Spielen und Trainieren mit Hunden an Gewässern auf dafür geeignete Uferbereiche mit klarem, farblich unauffälligem Wasser beschränken.
  • Hunde nicht gefärbtes Wasser trinken lassen und bei Kontakt Fell auswaschen, da Aufnahme von Cyanobakterien durch Ablecken des Fells möglich ist.

Was muss ich tun, wenn ich schon in den See gesprungen bin, als ich die Blaualgen bemerke?

Nach Kontakt mit Blaualgen genügt es, sich gründlich zu waschen. Schwerwiegende Folgen sind nicht zu befürchten. Hat sich der Hund schon in den kontaminierten See gestürzt, solltest du sein Fell sorgfältig reinigen. Versuche zu verhindern, dass er dieses ableckt!

Wie kommt es zur Blaualgenblüte?

Wenn sich Blaualgen stark vermehren, sprechen wir von einer Blüte. Damit es dazu kommt, brauchen die Cyanobakterien ruhiges, warmes Wasser, starke Sonneneinstrahlung und ausreichend Nährstoffe, wie Phosphor und Stickstoff. Diese stammen oft aus der Landwirtschaft. Düngemittelreste können vom Regen oder von Fliessgewässern in Seen transportiert werden. 

Sind Blaualgenblüten häufiger geworden?

In den 70er und 80er Jahren waren Blaualgenblüten häufiger als heute.  Verschiedene Massnahmen zum Gewässerschutz senkten darauf den Nährstoffgehalt in den Gewässern. Landwirte müssen beim Düngen verschiedene Richtlinien befolgen. Dennoch gelangen weiterhin Stoffe in die Gewässer, von denen sich Blaualgen ernähren. 

Noch nicht klar ist, ob Blaualgenblüten wieder häufiger werden, weil die Sommer heisser werden und sich besonders kleinere Seen stärker aufwärmen.

Quellen: Telefonische Beratung durch toxinfo.ch, Merkblatt des Kantons Zürich, Informationen des Bundeslandes Baden-Württemberg.