Altersdiskriminierung: Das sagen die «Bluewin»-Leser

9.7.2018 - 14:55, Von Silvana Guanziroli

«Dass seit über 15 Jahren die Wohnungsmieten bei den AHV-Ergänzungsleistungsbezüger heute noch nicht angepasst sind, ist eine Schande erster Güte», meint Albrecht Lauener aus Oberbuchsiten SO.
Bild: Keystone
«Den 'Alten' werden nur Steine in den Weg gelegt. Wie zum Beispiel beim Autofahren. Wenn es darum geht, die 'Alten' zu schröpfen, kennen unsere Politikerinnen und Politiker aber keine Grenzen», schreibt Alois Würsch (78), Wettingen AG.
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«Es ist für die meisten Jungen viel wichtiger, in ihren viereckigen Kasten zu starren als im Verkehr einer alten, am Stock gehenden Person behilflich zu sein», sagt Peter Fasler, 78-jährig.
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Doch es gibt auch ältere Menschen, die von der Altersdiskriminierung nichts wissen wollen. «Ich bin 85 Jahre alt und nehme nichts von dem Nachteiligen wahr», schreibt Richard Dähler aus Zürich.
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Mit ihrer Kolumne «Hört endlich auf, auf den Alten rumzuhacken!» traf «Bluewin»-Kolumnistin Marianne Siegenthaler den Nerv einer ganzen Generation. Seit erscheinen des Artikels treffen viele Reaktionen auf unserer Redaktion ein. Das sagen die «Bluewin»-Leser!

Sie sind die grösste Gruppe im Schweizer Arbeitsmarkt – und werden doch wie keine andere benachteiligt. Die Ü50-Jährigen. Wer in diesem Alter seine Stelle verliert, hat es schwer, einen neuen Job zu finden. Die Gründe sind bei den Arbeitgebern schnell gefunden: Ü50-Jährige gelten wegen der hohen Lohnkosten und der Pensionskassenbeiträge als zu teuer. Zudem traut man ihnen das Mithalten im Zeitalter der Digitalisierung einfach nicht mehr zu.

Darüber und auch über die Diskriminierung von älteren Menschen im Alltag schrieb Marianne Siegenthaler am Sonntag in ihrer Kolumne «Hört endlich auf, auf den Alten rumzuhacken!». Sie löste damit eine Welle von Reaktionen aus. Viele «Bluewin»-Leser beschrieben ihre eigenen Erfahrungen. 

So zum Bespiel Heide Decurtins aus Basel: «Mit meinem Alter – ich bin inzwischen 75 Jahre alt – bin ich doch immer wieder überrascht, wie man mit den 'Alten' umgeht», schreibt sie in ihrer E-Mail. Und sie sieht im Leben der Jüngeren bei weitem nicht nur Vorteile. «Oft habe ich das Gefühl, vor lauter Onliner verpassen die Menschen das Leben.» 

Auch Reto Schaufelberger (62), Matzingen TG, kann der Journalistin nur beipflichten: «Ein super gut geschriebener Artikel, der aus meiner Seele schreibt», teilt er mit. Oder Alois Würsch (78), Wettingen AG: «Den 'Alten' werden nur Steine in den Weg gelegt. Wie zum Beispiel beim Autofahren. Wenn es darum geht, die 'Alten' zu schröpfen, kennen unsere Politikerinnen und Politiker aber keine Grenzen. Besonders im Bereich des Gesundheitswesens.» Dieser Meinung ist auch Albrecht Lauener aus Oberbuchsiten SO und er ergänzt: «Das seit über 15 Jahren die Wohnungsmieten bei den AHV-Ergänzungsleistungsbezüger noch nicht angepasst sind, ist eine Schande erster Güte!»

Ehrliche Worte schreibt Peter Fasler, (78): «Als junger Bursche konnte ich mir damals nicht vorstellen, einmal zu den 'Alten' zu gehören. Heute mit 78 Jahren erfahre ich selber, wie gnadenlos sich die sogenannten Jungen den ihrer Meinung nach unnützen Alten gegenüber verhalten», schreibt er. «Es ist für die meisten Jungen viel wichtiger, in ihren viereckigen Kasten zu starren als im Verkehr einer alten, am Stock gehenden Person behilflich zu sein.»

Ruth Schärz (63) aus Aeschi BE glaubt daran, dass man auch im Alter sein Glück selbst in die Hände nehmen muss. «Ich denke, dass es wichtig ist, lebenslustig zu bleiben und das auch zu zeigen. Damit ist auch das Älterwerden schön und erstrebenswert.»

Doch es gibt auch ältere Leser, die von der Altersdiskriminierung nichts wissen wollen. «Ich bin 85 Jahre alt und nehme nichts von dem Nachteiligen wahr», schreibt Richard Dähler aus Zürich. «Aber ich lese, höre und sehe auch den gutmeinenden, ratschlagenden und anderen Mist nicht.»

Leserinnen und Leser, die Inputs haben oder Themenvorschläge einreichen möchten, schreiben bitte eine Mail an: redaktion2@bluewin.ch

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