«Am Wochenende gibt es eine kurze Verschnaufpause»

Von Lia Pescatore

24.6.2021

dpatopbilder - 01.08.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Blitze zucken während eines Gewitters am abendlichen Himmel. Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Christoph Schmidt)
Auch in der nächsten Woche ist noch mit Gewittern zu rechnen, sagt Geraldine Zollinger. (Symbolbild)
Keystone/DPA/Christoph Schmidt

Blitz, Hagel und Regen halten die Schweiz schon seit mehreren Tagen in Atem, auch am Donnerstagabend gab es weitere Gewitter. Geraldine Zollinger von Meteonews erklärt, was die Häufung so aussergewöhnlich macht.

Von Lia Pescatore

24.6.2021

Schon seit Freitag vor einer Woche kommt es schweizweit immer wieder zu Gewittern: Wie kommt es dazu?

Wir befinden uns gerade an der Ostflanke eines Höhentrogs, der instabile, feuchte Luftmassen in die Schweiz bringt. Gestern wurden zudem im zentralen Mittelland Hebungsprozesse dadurch befördert, dass Luftmassen aus Nordosten mit Luftmassen aus Südwesten zusammentrafen – die Gewitterbildung war stark begünstigt. 

Die Gewitter sind heftig und häufig, ist das normal?

Sommergewitter sind nichts Ungewöhnliches, aber eine solche Häufung von Gewittern haben wir in den vergangenen Jahren nicht gesehen. Auch die Anzahl der Blitzentladungen ist aussergewöhnlich: Am Sonntag haben wir schweizweit an einem Tag über 47'000 gemessen, am Mittwoch gab es 28'000 Blitze zu sehen. Vergleichen wir die monatliche Gesamtsumme der Blitzentladungen – bereits über 174’000 in laufenden Monat – gab es keine vergleichbaren Werte in den letzten paar Jahren.



Auch für heute sind wieder Gewitter angesagt: Gibt es in den nächsten Tagen mal eine Verschnaufpause?

Das Gewitterrisiko nimmt mit der Zeit ab, aber da Gewitter lokale Phänomene sind und zeitlich kurz, muss man sich da immer mit Wahrscheinlichkeiten zufriedengeben. Heute kann es tendenziell vor allem in den Voralpen stärkere Gewitter geben, und auch morgen könnten nochmals Gewitter folgen. Am Wochenende gibt es dann eine erste Verschnaufpause, aber nicht für allzu lange. Denn ab Sonntag Nachmittag besteht im Westen wieder ein erhöhtes Gewitterrisiko und auch nächste Woche ist es noch gewittrig.

Wir müssen uns also auf weitere Gewitter gefasst machen. Wie sollte man reagieren, wenn man von davon überrascht wird?

Am besten sollte man sich in ein Haus oder ein Auto zurückziehen, die über einen Blitzableiter verfügen. Ansonsten heisst es, Bäche zu meiden, da die besonders schnell übertreten können und auch Hügel in der freien Landschaft sowie Wälder wegen der Gefahr, von einem Blitz getroffen zu werden.